Weltmeister!!! – Bericht vom Vitargo Sportler Florian Reus

Der Vitargo Sportler Florian Reus ist Weltmeister im 24h Lauf geworden. In einer E-Mail hat er uns ein wenig über seinen Vitargo-Einsatz geschrieben:

„Ja, Vitargo war wie immer wieder mit dabei. Wie im Vorfeld geplant, hab ich die Dosis ein wenig erhöht, d.h. statt wie sonst üblich hab ich eine Portionspackung vom Carboloader nicht über 3, sondern über 2,5 Stunden möglichst gleichmäßig verteilt getrunken. So kamen bis zum Rennende neun oder zehn Portionstüten mit unterschiedlichen Geschmack zusammen. Zusätzlich gab es auch wieder salt&more, denke da hab ich über das Rennen verteilt bestimmt an die 20 Kapseln genommen. In den Anfangsstunden hab ich auch mal einen von diesen Protein-Riegeln gegessen; bei dem einen ist es aber dann auch geblieben, da das mit fester Nahrung irgendwann immer etwas schwierig wird.
Das Vitargo-Getränk trink ich natürlich trotzdem bis zum Schluss diszipliniert, irgendwo müssen die KH ja herkommen, wenn ich schon nichts festes zu mir nehme.“

Hier haben wir noch den ersten Teil von seinem ausführlichen Bericht:

Reichenbach (Vogtland), der 25.6.2006: Während die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Achtelfinale der WM Schweden mit 2:0 besiegt, werde ich auf der alten, schwierigen Reichenbacher Strecke völlig überraschend Deutscher Meister im 24-h-Lauf. Im Alter von nur 22 Jahren bin ich sogar der jüngste 24-h-DM Sieger aller Zeiten. Bei

Gemeinsam mit dem Topfavoriten Hara Yoshikazu bei der Eröffnungsfeier

Marathon4You heißt es später: „…und im Laufe der Nacht lief immer mehr ein weitgehend unbekannter Läufer in den Vordergrund. Florian Reus aus Würzburg, noch in der Juniorenklasse startend, hatte letztes Jahr mit 139,7 Km noch nicht überzeugen können. Mittlerweile hat er über 100 Km eine Zeit von 8.38 Stunden stehen und lief extrem stark, als es ins letzte Viertel ging“. Spätestens nach diesem Lauf war mir klar, dass der 24-h-Lauf meine Disziplin ist! Ich weiß nicht, ob es gesundes Selbstbewusstsein war oder einfach nur Abgehobenheit nach den vielen Schulterklopfern, doch schon wenige Tage nach diesem damals sensationellen Erfolg fing ich an, mir „visionäre“ Gedanken zu machen, was ich denn in dieser Disziplin so alles erreichen könnte. Und ja… irgendwie strebt man als Leistungssportler doch immer nach Perfektion, so dass schnell der völlig unrealistische Traum WELTMEISTER im 24-h-Lauf geboren wurde, denn mehr wie Weltmeister geht einfach nicht, das ist in dieser Disziplin das Ende der Fahnenstange. Die andere Alternative zu diesem Ziel wäre für mich persönlich nur die Verbesserung des Deutschen Rekords gewesen.

Turin, der 11.4.2015: Nach Wochen und Monaten der Vorbereitung ist es endlich soweit und ich stehe zusammen mit den anderen Läufern aus 41 Nationen an der Startlinie zur Welt- und Europameisterschaft. Nach dem zweiten Platz nach der WM’12 und dem dritten Platz bei der WM’13 gibt es für mich in Sachen Platzierung eigentlich nur DAS eine Ziel. Direkt vor einem Wettkampf macht es allerdings wenig Sinn, eine Platzierung als Zielvorgabe auszurufen, da man dies

In den ersten Stunden des Rennens

ja nur bedingt beeinflussen kann. Dementsprechend setze ich mir direkt vor dem Wettkampf lieber ein Zeit- bzw. Kilometerziel. So peilte ich diesmal die Verbesserung des Deutschen Rekords (276,2 km) an – in der Hoffnung, dass dieses Ergebnis dann auch zum Titelgewinn langen würde. Nichtsdestotrotz ist der Druck (den ich mir vor allem selber mache) vor dem Lauf kaum auszuhalten. Da die WM neuerdings nur noch im 2-Jahres-Rhythmus ausgetragen wird, ist es fraglich, ob und wie viele Chancen ich noch auf den Titelgewinn bekommen werde. Denn… wer weiß was in zwei, möglicherweise sogar erst in 2,5 Jahren ist; vermutlich bin ich bis dahin mit meinem Studium fertig und wer weiß, ob sich meine akribische Wettkampfvorbereitung, dann neben dem Job noch in der jetzigen Form realisieren lässt.
Entsprechend meiner hohen Ambitionen entschloss ich mich, hinsichtlich meiner Renntaktik ein kalkulierbares Risiko einzugehen. So war es mein Plan, die ersten 50 km in 4 Stunden zu bewältigen, sowie die 100-km-Marke in 8:10 Stunden zu passieren, um dann zur Halbzeit nach 12 Stunden im Idealfall 144 km auf der Habenseite verbuchen zu können.
Die ersten Stunden fühlten sich richtig locker an, auch wenn ich lange Zeit Schwierigkeiten hatte, meinen Rhythmus zu finden, d. h. manche Runden waren viel zu schnell, andere dafür deutlich zu langsam. Durch die relativ hohe Anfangspace war ich nach etwa vier Stunden schon relativ weit vorne im Feld platziert und phasenweise auch vor einem der Topfavoriten, Ivan Cudin, wodurch ein paar Zweifel aufkamen, ob das Tempo nicht doch etwas zu mutig ist. Nichtsdestotrotz verlief mein Rennen bis Kilometer 100, die ich genau nach Plan in 8:11 Stunden passieren konnte, unspektakulär und genau so, wie ich es etliche Male im Kopf durchgespielt hatte.
Allerdings war es nun an der Zeit, stockvoll in die erste heftige Krise reinzulaufen. Von Runde zu Runde merkte ich, wie sich mehr und mehr eine richtige Kraftlosigkeit in den Beinen einstellte und auch die Schrittlänge immer kürzer wurde. Ich versuchte zwar, dem Ganzen noch mit Anfersen entgegen zu steuern, doch jetzt galt es wirklich, ein paar kritische Stunden zu überstehen. Vom Allgemeinzustand fühlte ich mich zwar gar nicht mal sooo schlecht, aber muskulär war ich echt schon ziemlich platt. Ich denke, dass die steile Rampe vor allem durch das Bergablaufen ihren Tribut forderte, die warmen Temperaturen habe ich dagegen eigentlich ganz gut weggesteckt. Rückblickend glaube ich, dass ich aber genau in dieser Phase meine vielleicht mittlerweile größte Stärke ausgespielt habe. Während ich mich noch vor einigen Jahren in solchen kritischen Phasen doch ein klein wenig hängen lies, denn das ist dann extrem verlockend, gelingt es mir mittlerweile auf Grund meiner Erfahrung auch solche Tiefs mit einem möglichst geringen Zeitverlust zu überstehen. Nach 12h hatte ich dementsprechend 141,7 km erreicht, d. h. ich habe trotz der Probleme zwischen 100km und 12 Stunden lediglich 2,3 km auf meiner Marschroute verloren. Nichtsdestotrotz war mir aber spätestens jetzt klar, dass ich den Deutschen Rekord auf dieser Strecke vergessen sollte, da die Rampe uns Läufer so langsam aber sicher echt fertig machte. Mein Plan war es von nun an – ohne Uhr – einfach nur so gut zu laufen, wie es der Moment gerade erlaubt (…).

Den ganzen Bericht gibt es unter: http://www.florian-reus.de/de_DE/04/weltmeister/

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