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Team Vitargo Organisator Axel Fehlau siegreich beim Trondheim – Oslo Rennen 2012!

Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für die vielen Rückmeldungen, Glückwünsche und teilweise stundenlangem online verfolgen. Es ist geschafft, gewonnen!  Jedes Jahr kann es nur einen geben, der gewinnt und in diesem Jahr bin ich ein Teil der Mannschaft, die als schnellster über die Ziellinie gefahren ist. Aber mal von vorne.

Trondheim Sonnenschein, Training am Freitag zum Aklimatisieren und Einrollen war herrlich. Die Wetteraussichten genauso für Samstag gemeldet. Vorfreude bei allen großartig. Wie in den Vorjahren auch, findet eine Teamsitzung statt, es wird auf viele Gefahrenquellen hingewiesen und das Motto wiederholt. Sieg vor Rekord. Also gilt es die Disziplin zu wahren und viele Kilometer hinter dem Vordermann im Kreisel zu verbringen. Alles was wir im Training geübt haben und schon sehr erfolgreich in der Saison umsetzen konnten.

Jeder wurde eingeteilt in farbliche Teilgruppen, die unterschiedliche Aufgaben hatten. Meine Aufgabe bestand darin, erst ab Lillehammer dauerhaft die Gruppe im Kreisel voranzutreiben. Über diese Ehre habe ich mich sehr gefreut. Natürlich bin ich auch schon die 350km vorher vorne gefahren, habe mir aber regelmässig 8-14min pro Stunde Erholung gegönnt. Dies war es dann auch hinter 20 Mann zu „rollen“. Wobei das bei Tempo 40 nicht jedermanns Sache ist. Frühstück ab 4 Uhr. Klar ist es dann schon total hell in Trondheim, Gepäckabgabe um 5.30 und anschliessendem Warmfahren und was da so zu gehört. Ab 6 Uhr kamen uns schon die Vorjahressieger entgegen, wir werden sie wiedersehen, nur wann das war die Frage. Aber damit wollte ich mich  nicht beschäftigen, eher mit dem Wind und den Aussichten und Erwartungen an den Tag.

Startlinie 6.20 Uhr endlich geht es los, das Team nimmt mit mir in der Spitze die 2mal 90Grad links Kurve und treten 2–3mal rein und Tempo 41-42 geht es aus Trondheim raus. Da spüren wir schon deutlich den Gegenwind, der nicht alleine durch die Geschwindigkeit begründet ist. Dieser sollte uns den ganzen Tag begleiten bzw. entgegenblasen bis zu 12m/s – das ist echt viel. Nichts destotrotz hatten wir eine Mission. Den Sieg und dazu gehörte es auch den Zweitplatzierten mit Startzeit 6.10 Uhr aus dem Vorjahr aufzufahren. Dies gelang uns bereits nach einer Stunde, sehr überraschend für mich, aber man weiß ja nie welche Taktik die so haben, es kam aber nichts von denen.

Der Anstieg zum Dovrefjell war durch den FönWind schon beschwerlicher als im letzten Jahr, aber es war trocken und die Stimmung im Team super. Erst recht als die Nachricht kam, dass wir schon 3,5Minuten Vorsrpung hatten. Das ist viel, aber lange noch nicht genug. Der Tag ist noch 8-9 Stunden lang, es kann noch viel passieren. Das Essen und trinken nicht vergessen. Natürlich heißt es, Essen auf Rädern und so wird es auch serviert- auf Rädern. Gute Transporträder beliefern uns in regelmässigen Abständen mit Wasser, Kakao, Kaffe und Cola, Riegel, Bananen, Gels und Salztabletten. Ein fahrendes Büffet mit Tempo 30-40km/h fährt durch Reihen. Klar haben wir das geübt, um möglichst schnell 30 Mann zu versorgen und wieder Tempo aufzunehmen.

Das zahlt sich aus, der Vorsprung steigt, die Abfahrt von Dombas zeigte über Tempo 74 km/h  auf dem Tacho, wir fuhren eng und kompakt zusammen runter. Normalerweise ist dann Rückenwind, aber dieser Traum zerplatzte, auch wenn dunkle Wolken zu sehen waren und es mit 11-12 Grad schon frisch war, der Südwind blieb und das vor allem hartnäckig. Wir fuhren nun in Begleitung von 2-3 Polizei Motorrädern fast 150km lang. Das ist vor allem für den restlichen Verkehr eine Hilfe und schützt uns vor gefährlichen Überholmanover. Mein Wasserversorgung und Energiebilanz war ausgeglichen, fühlte mich wohl und hatte und bekam auch keinerlei Beschwerden. Weder Hände, Nacken, Beine noch Arme, sogar Magen und Verdauung spielten mit. Bei der Vorbereitung hatte ich nichts anderes erwartet, aber manchmal kommt es doch anders als gedacht.

So kam nach fast 360km meine Lieblingsstrecke über die Brücke und leicht ansteigend Richtung Minnesund. Leider fing es nun an auch zu regnen und mein Kreislauf war schon ausgelaugt bei 10 Grad dicke Regentropfen sind bei dem dünnen Aero Einteiler schon „verletztend“. Das Wasser lief nicht nur auf der Strasse auch die Gischt des Vordermannes, alles war nass und lief nur so die Beine runter. Trotz Anstrengung und kraftvollem Treten wollte mein Puls nicht wirklich steigen und den Kreislauf in Gang bringen. Dies ist nicht mein Lieblingswetter, aber die Geschwindigkeit kühlt auch noch aus.

Einziger Vorteil wir sind schneller im Ziel und so hatten wir auch schon über Funk einen Vorsprung von fast 16 Minuten und wußten, dass wir „sie kriegen“. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl den Gegner auf der Strecke zu schlagen und nicht rechnerisch im Ziel und so fuhren wir, wie schon den ganzen Tag, konzentriert, motiviert und siegessicher an denen vorbei. Mit diesem Vorsprung war es Gewissheit, nur noch nach Oslo fahren und wir haben gewonnen. Die Zeit war nicht egal aber Streckenrekord konnte es nicht werden, aber unter 14 Stunden hatten wir im Blick.

So fuhren wir durch die Vororte von Oslo als Triumpffahrt und freuten uns mit den Zuschauern, die uns wohl auch schon online verfolgt hatten am Straßenrand. Noch drei steile Auffahrten und die 2,5km lange Autobahnauffahrt und es ging 15km bergab ins Ziel. Dass ich auch noch als erster über die Ziellinie rolle verdanke ich wohl meiner Kurventechnik und war dann auf einmal vorne. An dieser Stelle bedanke ich mich gerne an allen Beteiligten, die es mir ermöglichten eine solche Mannschaftsleistung teilzunehmen, insbesondere meiner Familie als auch allen in der Betreuung, Crew und denjenigen, die „nur“ die Daumen gedrückt haben. Wir haben es gespürt. 🙂

Textquelle: Axel Fehlau per E-Mail
Bildquelle: https://plus.google.com/photos/110426712806739176822/albums/5757266091357514449

Zu den Ergebnissen: http://results.ultimate.dk/events/2012/cycling/styrkeproven/live/front/index.php?e=1019&l=no&t=www

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AN AXEL UND NATÜRLICH AUCH AN DIE RADSPORTLER VOM VITARGO TEAM GERMANY!