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Auf dem beschwerlichen Weg … nicht zum Rennsteig, sondern auf dem Rennsteig, von Eisenach nach Schmiedefeld, Teil 5

Hart, aber schön!

So lautet das einfache und einprägsame Motto des Rennsteiglaufs. Dem ist aus unserer Sicht nichts hinzuzufügen, allenfalls ist dieses Motto um einige Fakten und Details zu ergänzen, damit der Leser dieses Eintrags vielleicht eine etwas konkretere Vorstellung von diesem Crosslauf (neudeutsch Trailrun) der Superlative bekommt.

Vitargo Weg zum Rennsteig  - Holger und Christine

Zunächst die Fakten:

– Streckenlänge: 72,7 km,
– Starthöhe: 210 m NN, Zielhöhe: 711 m NN,
– Anstiege gesamt: 1.470 m, Abstiege gesamt: 969m, Höhendifferenz: 2.479 m,
– höchster Punkt: 973 m NN (Plänckers Aussicht – km 61,7).

Unsere Eindrücke:

Wir haben in den rund 30 Jahren, in denen wir an Wettkämpfen teilnehmen, schon einiges an Bergläufen, auch über die Marathondistanz, mitgemacht, ich bin 2011 ganz in der Nähe des Rennsteigs Thüringen Ultra über 100 km gelaufen, aber der GutsMuths-Rennsteiglauf ist subjektiv der härteste und anstrengendste Lauf, bei dem wir bislang gestartet sind. Das liegt natürlich zum einen an der Streckenlänge von 72,7 km (Christines Garmin misst sogar 74 km), immerhin muss man auf einen Bergmarathon noch einen Dreißiger oben drauf packen, zum anderen natürlich an der Höhendifferenz. Ich spreche ganz bewusst nicht von Höhenmetern, sondern denke ganz besonders auch an die vielen schmerzhaften Abstiege, etwa den vom Inselberg hinunter, nach dem eigentlich das Rennen schon zu Ende sein könnte, obwohl man da erst knapp 28 km auf dem Tacho hat. Hinzu kommt eine Beschaffenheit der Wege, die viel Kraft und Konzentration kostet: Schlamm, Geröll, Wurzeln, matschige Wiesenpassagen. Und nicht zu vergessen die klimatischen Bedingungen: Am Renntag haben wir allerdings großes Glück. Entgegen der Wettervorhersage bleibt es trocken, manchmal kommt sogar die Sonne durch, trotzdem bewegen sich die Temperaturen deutlich im unteren einstelligen Bereich. Wer hier nicht angemessen gekleidet ist, hat eine gute Chance auszukühlen, was so gut wie sicher die Rennaufgabe bedeutet. Gar nicht auszudenken, wie man die Strecke bei Dauerregen bewältigen soll.

Vor dem Hintergrund dieser Bedingungen ist die Bezeichnung der längsten Distanz beim Rennsteiglauf als „Supermarathon“ mehr als gerechtfertigt. Super ist dieser Marathon vor allem aber auch im Hinblick auf die Organisation. Hier sind absolute Profis am Werk, die alles bis in letzte Detail für uns Läufer durchgeplant haben. Das fängt mit der Startnummernausgabe und der damit verbundenen Kloßparty an, geht mit der Organisation des Massenquartiers weiter, erstreckt sich natürlich auf den Wettkampf selbst, hier etwa die Ausschilderung der Strecke oder die vorzügliche Versorgung auf der Strecke, und endet nicht mit dem Bustransport vom Zielort zurück zum Startort. Hier stimmt einfach alles und begleitet wird diese effiziente und professionelle Organisation von einer herzlichen Freundlichkeit, wie man sie sonst nur noch von einigen kleinen, immer mehr aussterbenden  Volksläufen kennt.
Zum Rennverlauf:

Um es auf den Punkt zu bringen: Christine läuft in ihrem ersten Ultra ein super Rennen, ich erwische einen denkbar schlechten Tag. Schon an den ersten Anstiegen merke ich, dass ich keine guten Beine habe, und das hat nichts mit mangelnder Vorbereitung oder gar mit meinem Unfall im letzten Jahr zu tun. Einfach einer der Tage, an denen man weiß: heute geht nichts! Schlecht nur, wenn man an solch einem Tag 72,7 km und ein paar Höhenmeter zurückzulegen hat. Aber wofür habe ich eine Frau … . Die ist im Gegensatz zu mir super drauf und läuft am Verpflegungspunkt bei km 51,5 zu mir auf und kann mich motivieren weiter zu machen. Ich hänge mich einfach bei ihr rein und kann so meinen Tiefpunkt überwinden und nach einigen Kilometern läuft es dann auch wieder besser. So beschließen wir die restlichen 20 Kilometer gemeinsam zurückzulegen. Zwar bleibe ich so rund eine Stunde hinter meinem ursprünglichen Zeitziel zurück, werde dafür aber mit einem tollen gemeinsamen Zieleinlauf entschädigt. Nach genau 8 Stunden und 20 Minuten fallen wir uns glücklich in Schmiedefeld in die Arme. Christine ist stolz darauf, ihren ersten Ultra, vor dem sie zugegebenermaßen doch recht viel Bammel hatte, so bravourös gefinisht zu haben (und bei den Frauen ganz weit vorne gelandet zu sein), ich bin glücklich überhaupt durchgelaufen zu sein und trotz der im letzten Jahr gebrochenen Kniescheibe wieder einen Ultra gelaufen zu sein.

Die Verpflegung, dürfte die Leser des VITARGO-Blogs auch interessieren: Am Vortag haben wir Carbolading mit Vitargo + Elektrolyte gemacht. Während des Rennen bzw. auf der Strecke konnten wir auf die Streckenverpflegung mit warmem Tee und Schleim zurückgreifen. Damit ist mit Wasser aufgekochter Haferschleim gemeint, der in Bechern zum Trinken angereicht wird. Das Vitargo Gel haben wir zum Ende des Laufs eingesetzt. Absolut bewährt haben sich wieder bei uns die Salt&More-Tabletten, von denen wir auf der Strecke jeder sechs zu uns nehmen, und in der Folge keinerlei muskuläre Probleme haben.

Fazit:
Siehe oben (Hart, aber schön!) oder mit anderen Worten: Wer ein richtiger Läufer sein will, muss den Rennsteig unbedingt einmal gelaufen sein (und dann natürlich den Supermarathon, nicht den Schülerlauf über 43,5 km oder gar die Bambinidistanz von 21 km!).

Hollenlauf – Sauerland – Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 4

Nach dem Weiltalweg-Marathon Mitte April sollte nun die Teilnahme am Hollenlauf End- und Höhepunkt der Vorbereitung auf den Rennsteiglauf am 25. Mai sein – so war es zumindest geplant. Doch bei aller trainingsmethodisch sinnvollen Planung zeigt sich immer wieder, dass der menschliche Körper eben keine Maschine ist, die man nach Belieben tunen und programmieren kann.
Die Kunst der Vorbereitung auf einen Ultralauf besteht neben dem „Kilometerfressen“ eben auch darin, ganz genau in seinen Körper hineinzuhorchen und die Signale, die der Körper sendet, aufzunehmen, zu deuten und vor allem zu respektieren. Wenn man das beherzigt, dann muss man auch mal von seinem ursprüng-lichen Plan abrücken – so schwer das auch fallen mag. Das haben wir ja bereits im Zusammenhang mit dem Halbmarathon in Vreden Ende Februar getan, als arktische Witterungsbedingungen eine Teilnahme wenig sinnvoll erscheinen ließen.

Nun rebelliert also Christines Wadenmuskulatur gegen die seit Wochen hohen Umfänge und teilweise ungewohnten Belastungen (Laufen auf unebenem Untergrund), zwar keine eigentliche Verletzung wie eine Zerrung, aber unser Physio des Vertrauens ertastet eine Verhärtung und wertet diese als eindeutigen Hinweis darauf, dass der Muskel geschont werden und nicht – wie beim Hollenlauf im sauerländischen Bödefeld über die Marathondistanz erforderlich – knapp 1300 Höhenmeter auf holprigem Untergrund bewältigen will, wenn die Teilnahme am Rennsteiglauf nicht gefährdet werden soll. Bislang sind wir immer gut damit „gelaufen“, wenn wir auf „den Ulli“ gehört haben, also entscheidet sich Christine gegen einen Start im Sauerland.

Mit Vitargo beim Hollenlauf

Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite passt beim Hollenlauf wirklich alles: Strecke, Organisation, Atmosphäre … auch das ist einer der immer selteneren Läufe, die von Läufern organisiert werden. Auf der anderen Seite könnte der Wettkampf, der einen zu einem zu schnellen Tempo verleiten könnte, genau zwei Wochen vor dem Rennsteig zu hart sein, man könnte „sich einen reinlaufen“. Also gehe ich am Samstagmorgen ins heimische Gelände und lege bei optimalen äußeren Bedingungen rund 40 Kilometer in fast genau vier Stunden zurück. Dabei teste ich vor allem noch einmal Wettkampf-bekleidung sowie die Wettkampfverpflegung, die ich beim Rennsteig mit auf die Strecke nehmen möchte.

Wie bei allen längeren Läufen und vor allem auf den Ultra-Strecken bewähren sich bei mir drei VITARGO-Produkte: Ab Kilometer 15 nehme ich ca. alle 45 Minuten eine Salt & More- Tablette zu mir – von muskulären Problemen ist nichts zu spüren. Bei Kilometer 30 verleibe ich mir ein VITARGO-Gel mit Cola-Geschmack ein – keine Magenprobleme, obwohl ich das Gel ohne zusätzliche Flüssigkeit zu mir nehme. Zu guter Letzt trinke ich in regelmäßigen Abständen VITARGO-Elektrolyte, allerdings nicht in dem Mischungsverhältnis, das angegeben wird, sondern ein wenig dünner angemischt, da ich sonst leicht ein Völlegefühl entwickele.

Alles in allem kann also von einer gelungenen Generalprobe gesprochen werden – der Rennsteig kann nun kommen!

Für den Endspurt und den Rennsteiglauf drücken wir die Daumen!

Bild und Textquelle: Holger Deifuß per E-Mail

Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 3 – Weiltalweg-Marathon

Mit Vitargo zum Rennsteig-Marathon

Nach dem Syltlauf über 33,333 km Mitte März und einem anschließenden Trainingslager auf Deutschlands nördlichster und für uns sicherlich auch schönsten Insel steht nun der zweite vorbereitende Wettkampf auf den Rennsteiglauf Ende Mai an. Ausgesucht haben wir uns den Weiltalweg-Marathon im Taunus. Bei diesem Lauf über die klassische Distanz von 42,195 km handelt es sich um einen Landschaftslauf, bei dem einige Höhenmeter zu bewältigen sind, also ein guter Test im Hinblick auf das Streckenprofil, das uns in Thüringen auf dem Rennsteig erwartet.
Gestartet wird der Marathon unweit des hessischen Feldberggipfels in der beschaulichen Feldberggemeinde Schmit-ten, einem anerkannten Luftkurort. Von dort geht es dann auf dem Weiltalweg, der ein beliebter Rad- und Wanderweg ist, in Richtung Weilburg. In der kleinen, an der Lahn gelegenen Stadt befindet sich das Ziel. Auf dem Weg dorthin wird immer wieder der gut asphaltierte Weiltalweg verlassen, um auf Waldwander-wegen in der beschaulichen Mittelgebirgslandschaft des Taunus Höhenmeter zu sammeln.

Wie schon beim Syltlauf hat auch an diesem Wochenende der Wettergott wieder einmal ein Einsehen mit den Läufern. Angesichts lauffreundlicher Temperaturen und Sonnenschein kann man von optimalen äußeren Bedingungen sprechen, so dass es sich tatsächlich – wie der Veranstalter den Läufern beim Start mit auf den Weg gibt – um einen „Lauf in den Frühling“ handelt.  Der rührige Veranstalter leistet ebenfalls seinen Beitrag, um den knapp 500 Einzelläufern (daneben gibt es auch einen Staffelwettbewerb)den langen Weg bis Weilburg so ange-nehm wie nur möglich zu machen. Neben der bestens ausgezeichneten und gesicherten Strecke sorgen in klugen Abständen platzierte Versorgungspunkte dafür, dass die Sportler das Gefühl haben, dass es sich hier um einen „Lauf von Läufern für Läufer“ handelt. Die Verpflegung ist nicht üppig oder aufwändig, aber eben läufergerecht; so werden z.B. salzige Tuc-Kekse gereicht.

Vitargo - Weg zum rennsteig

Christine und ich haben uns jeder für sich auf den Weg gemacht, obwohl uns bewusst ist, dass wir zeitmäßig nicht allzu weit auseinander liegen werden, aber auch den Ultra wollen wir ja nicht gemeinsam laufen. Schnell merken wir, dass sich die zahlreichen Kilometer auf Sylt bei Kälte und gegen den unangenehmen Ostwind bezahlt gemacht haben, so dass wir auf der ersten Streckenhälfte vor allem damit beschäftigt sind zu bremsen. Und als dann bei Kilometerpunkt 29 alle wesentlichen Steigungen abgearbeitet sind, startet Christine auf den letzten 13 Kilometern ihre große „Sammelaktion“, bei der sie noch etliche Mitläuferinnen, die das Rennen zu schnell angegangen sind, „einsammelt“. So kann sie sich noch bis auf den achten Platz bei den Frauen vorarbeiten und freut sich zudem über den Gewinn der Altersklasse W45. Auch mit ihrer Zeit von 3:47 Stunden ist sie mehr als zufrieden, immerhin ist sie rund drei Minuten schneller unterwegs als in Frankfurt beim City-Marathon vor einem halben Jahr.

Für mich ist es ebenfalls ein gelungener Test. Ich merke, dass ich mit meinem nach dem Unfall mittlerweile wieder gut hergestellten Knie Steigungen schon wieder ordentlich bewältigen kann. Nur auf steilen Abstiegen läuft es noch nicht ganz rund. Auch ich habe rund um den Kilometerpunkt 30 das Gefühl, nun im „Ultra-Modus“ zu sein und dieses Tempo noch einige Kilometer weiterlaufen zu können. Die Stoppuhr im Ziel zeigt, als ich die Ziellinie überquere, genau 3:40 Stunden an.
Wir gehen mit dem guten Gefühl aus dem Rennen, einen anspruchsvollen Testlauf problemlos bewältigt zu haben. Im Großen und Ganzen stimmt die Form bereits, nun müssen wir in den verbleibenden fünf Wochen noch den Feinschliff vornehmen, so etwa am 11. Mai, wenn wir im Sauerland beim Hollenlauf noch einmal die Marathondistanz und sicherlich auch etliche Höhenmeter unter unsere Füße nehmen.

Bild und Textquelle: Holger Deifuß

Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 2 – der Syltlauf

Wie bereits im ersten Teil angekündigt, ist der Syltlauf über 33,333 km nach dem Halbmarathon in Vreden, zu dem wir wegen der winterlichen Witterungsbedingungen nicht angetreten sind, nicht nur der erste Wettkampf in dieser Saison, sondern auch sofort ein echtes Highlight. Denn der Syltlauf sorgt seit mittlerweile 30 Jahren dafür, dass Deutschlands nördlichste Insel nicht nur bei Urlaubern beliebt ist, sondern sich auch unter Ausdauersportlern wachsender Beliebtheit erfreut. Schon wenige Wochen nach Öffnung der Anmeldelisten sind die rund 1500 Startplätze vergeben, wofür unter anderem auch ein hoher Anteil an “Wiederholungstätern” verantwortlich ist, die es Jahr für Jahr Mitte März zu Deutschlands nördlichstem Lauf-Event zieht.

So stehe ich in diesem Jahr bereits zum 17. Mal an der Startlinie, Christine reiht sich bereits zum elften Mal in die in diesem Jahr winterlich vermummte Läuferschar. Viele Läufer sehen aus, als wollten sie an einem arktischen Marathon teilnehmen, dabei hat an diesem Sonntag der Wettergott wieder einmal ein Einsehen mit uns Läufern, was auch daran liegen mag, dass in diesem Jahr die Sylter Sagengestalt Ekke Nekkepenn die Läufer auf ihre Reise über die Insel schickt und so vielleicht den Kollegen vom Wetter ein wenig gnädig stimmt.

Christine und Holger mit Vitargo beim Syltlauf
Noch einen Tag zuvor sieht es allerdings so aus, als ob der Lauf gar nicht oder nur verkürzt stattfinden könnte (wie bereits zwei Mal in der 32 jährigen Geschichte des Syltlaufs geschehen). Bei unserem traditionellen Auslaufen am Samstagmorgen trauen wir unseren Augen nicht: Die Insel ist verschneit und ein orkanartiger Ostwind lässt einem selbst als erfahrenem Syltläufer mit Blick auf den Wettkampf am Sonntag mehr als mulmig zumute werden. Dabei ist  die 33,333 km lange Strecke von Hörnum im Süden nach List im Norden der Insel auch ohne diese extremen Witterungsbedingungen eine echte Heraus-forderung. Die für viele ungewohnten klimatischen Bedingungen mit Reizklima und zum Teil heftigen Gegenwind sowie die durch die Dünen im letzten Streckendrittel bedingten Höhenmeter machen aus dem Syltlauf für viele Teilnehmer trotz der fehlenden neun Kilometer zumindest einen “gefühlten” Marathon.

Bei der nunmehr 32. Auflage des Klassikers im hohen Norden, der zu den beliebtesten Landschaftsläufen in Deutschland zählt, bekommen wir gemeinsam mit den rund 1500 Teilnehmer im Vergleich zum Samstag eine „Light-Version“ geboten. Seitlicher Schiebewind und Sonnenstrahlen zumindest auf der ersten Streckenhälfte lassen den rund 960 gemeldeten Einzelstartern den Zieleinlauf an der Grundschule in List als machbar erscheinen. (Allerdings erreichen nur gut 600 Läufer das Ziel, ob das fehlende Drittel aufgegeben hat oder erst gar nicht angetreten ist, lässt sich nicht verlässlich sagen.) Erst auf den letzten vier Kilometern gibt es dann für alle das echte Syltlauf-Feeling: „Wind von vorn“ – und das nicht zu knapp. Da sind aber die meisten durch die empfindliche Kälte und die zurücklegten knapp 30 Kilometer schon so ausgezehrt, dass sie den stürmischen Böen nicht mehr viel entgegen zu setzen haben.

Angesichts dieser Bedingungen ergeht es uns nicht anders als den beiden Seriensiegern bei den Herren und Damen, denn beide verlieren gegenüber dem Vorjahr rund drei Minuten. Bei uns beiden sind es vier Minuten gegenüber unserem letzten gemeinsamen Syltlauf 2011. Im letzten Jahr musste Christine wegen eines Infekts passen, da war ich eine Woche vor meinem folgenschweren Unfall alleine und mit 2:41 Stunden bei allerdings traumhaften Bedingungen deutlich schneller unterwegs. Apropos Unfall: Der liegt nun fast genau ein Jahr zurück und nach dem ersten Schock hatte ich mir damals im Krankenhausbett vorgenommen, alles dafür zu geben, um 2013 am Syltlauf teilnehmen und meine Serie fortsetzen zu können.

Mit Vitargo beim Syltlauf

Nachdem Christine, die mit bereits 10 Starts auf der Insel auch eine erfahrene Syltläuferin ist, in den letzten Jahren immer wieder knapp an einem Podestplatz in der Altersklasse W40 vorbeigeschrammt ist, macht sie sich in diesem Jahr berechtigte Hoffnungen auf einen Platz unter den ersten drei Damen in der W45, zumal ich ihr, so weit dies bei meiner eingeschränkten Leibesfülle möglich ist, Windschatten bieten will. Trotz guter Teamwork auf den letzten vier Kilometern wird es auch beim 11. Start nichts mit einem Platz auf dem Siegerpodest. Woran es genau liegt, weiß die im Ziel an der Lister Grundschule erschöpfte und ein klein wenig enttäuschte  angehende Ultraläuferin auch nicht.  Genau 2:54,11 Stunden brauchen wir für den Lauf über die Insel im Dress des Sylter Vereins Tinnum 66, in dem wir aus Verbundenheit zur Insel und natürlich zum Syltlauf seit geraumer Zeit Mitglied sind. Für Christine reicht es immer noch zu einem starken, allerdings undankbaren vierten Platz in der W45. Ich schaffe es zum 17. Mal auf Sylt zu finishen und tatsächlich ein wenig Windschatten zu bieten. Einfach glücklich bin ich darüber, dass ich bei meinem Lieblingslauf überhaupt laufen kann – und das ohne Schmerzen. Was für eine Bedeutung hat da die Zeit?

Wir bleiben nun noch knapp zwei Wochen auf Sylt und werden versuchen zumindest noch zwei längere Läufe in Vorbereitung auf den Rennsteig hinzubekommen. Das nächste Etappenziel auf dem Weg zum Rennsteig heißt dann „Weiltalweg-Marathon“ am 21. April.

Bild und Textquelle: Holger Deifuß