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Oliver Binz beim Extremsporttag in Frankfurt

Der Vitargo Sportler Oliver Binz war als Referent für den UTAT (Ultra Trail Atlas Toubkal) beim 2. Extremesporttag in Frankfurt eingeladen. In dem Zusammenhang hatten wir Ihm einige Vitargo Produkte zur Verfügung gestellt. Vor allem die Salt & More Salztabletten wurden stark nachgefragt.

Oliver Binz Extremsporttag Vitargo

Hier noch seine Rückmeldung:

„Es war schlichtweg die Hölle los; so viele Leute (ca. 300 Besucher), so viele begeisterte Gesichter. Der Extremsporttag war perfekt organisiert und es gab sagenhafte Vorträge und geniale Eindrücke bzw. Bilder der einzelnen Referenten. Auch die beiden Organisatoren Iris und Günther waren von den Referenten, Besuchern, Ausstellern, Helfern total begeistert.
Rundherum ein sehr gelungenes Event, welches viele Reize setzen kann.
Die Aufarbeitung wird sicherlich noch einige Tage dauern, Bilder werden online gestellt, Berichte in Tageszeitungen veröffentlich, und und und.
Es lohnt sich die Homepage die nächsten Tage immer wieder mal anzuklicken.
http://www.extremsport-tag.de/category/news 

Laufbericht Oliver Binz – Andorra-Ultratrail = Willensstärke

Oliver Binz Andorra

© trailrunning.de

Liebe Trailfreunde, ein alt bekanntes Phänomen stellte sich bei mir beim Ultratrail in Andorra mal wieder ein. Während eines Bergultralaufes schimpft man wie ein Rohrspatz über sich, den Lauf oder die Streckenverhältnisse und einen Tag später sieht wieder alles anders aus. Was für ein genialer Lauf, die Strecke war doch gar nicht so schlimm, alles bestens.

Eine Voraussetzung bedarf es für diese Empfindungen: Man muss ins Ziel kommen, oder besser, man muss finishen. Zum Glück ist mir dieses Vorhaben gelungen, aber es war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Aber warum ist das so und wo waren wir eigentlich?

Andorra, ein Land in den Pyrenäen, zwischen Frankreich und Spanien gelegen, hat zum 6.Mal zu einem der schwersten Bergultraläufen eingeladen. Seit meinem UTMB-Finish in 2011 gehen meine Gedanken in Richtung Andorra. Doch entscheide ich mich nicht für die Ronda del Cims mit 170km und 13.000 Höhenmeter, sondern für den Mitic-Lauf mit 112km und 9.700 Höhenmetern. Viele Laufberichte sprechen von der einfachen Formel: Laufzeit am Mont Blanc plus 50% = Zielzeit in Andorra. Nun ja, über 60 Stunden meinen Körper zu belasten, hatte ich keine Lust. So kam die Entscheidung für die 112km zustande.

Der Zeitaufschlag ist aufgrund der extremeren Höhe, der größeren Anzahl an hohen Passquerungen und der daraus resultierende durchschnittlichen Laufhöhe von 2050m zu begründen. Dachte ich. Während dem Lauf hatte ich einen weiteren Faktor mit den eigenen Füssen mitbekommen. Die Trails sind einfach technisch wesentlich anspruchsvoller, Serpentinen sind sehr selten vorhanden, da nimmt man in Andorra doch lieber die direkte Variante nach oben. Richtige Wadenkiller mit zunehmender Laufdauer. Hier sind also die 50 Prozent Zeitzuschlag verborgen.

Die Anreise erfolgte nach Andorra mittels einer günstigeren Airline nach Girona / Spanien. Da wir zu dritt sind, Wilhelm Melcher und mein Bruder (Supporter und 10km-Starter), konnten wir uns nach dem 1,5 Std-Flug bequem einen Mietwagen gönnen. Die Anreise in unser Quartier in der Nähe von Ordino / Andorra dauerte nochmals 3 Fahrstunden. Wir beendeten unsere Anreise Auto-Flug-Auto dann gegen 23 Uhr mit dem Bezug unserer sehr komfortablen Ferienwohnung in El Serrat.

Der nächste Tag, ein Tag vor dem eigentlichen Rennen, diente zum Einkaufen von Lebensmitteln und Getränken (wir mussten ja auch schon an das Catering für das WM-Finale denken) und einem Besuch bei Ulrike und Uwe Herrmann, zwei weiteren deutschen Startern. Ähnlich wie mein Bruder hatte auch Ulrike sich für einen 10km Lauf im fernen Andorra entschieden. Ich persönlich finde das Klasse, wenn auch unsere Supporter das Laufangebot der örtlichen Veranstalter nutzen und neben den Verpflegungsstellen bei unseren Läufen auch die Landschaft auf eigene Faust entdecken. Uwe Herrmann, sehr entspannt vor seinem Einsatz über die maximale Distanz beim Ronda del Cims, stimmte uns schon über seine Streckenerlebnisse aus den letzten Tage ein. Keine Serpentinen –straightup. Noch schmunzeln wir.

Bei uns ging’s am Nachmittag weiter mit einer Akklimatisierungswanderung und einer gleichzeitigen Streckenerkundung. Laufkilometer 6 bis 11 mit 800 Höhenmetern ist unser erster Aufstieg beim Rennen, und diesen wollten wir bis zu der Wanderhütte Angonella (2240mtr) bei Tageslicht erkunden. Weiß-blauer Himmel, deutsche Vesperwurst und französisches Baguette liessen uns an der Wanderhütte verzücken und prägten einen genialen Pre-race-day.

Oliver Binz Andorra Trail

© trailrunning.de

Am nächsten Tag, Freitag, konnten wir unsere Startnummern abholen, was problemlos funktionierte. Mit ein wenig Geduld und Muße, englischer Konversation, oder in meinem Falle half das Französische doch mehr, kam man schnell und kontrolliert zu Startnummer, Präsente-Tasche und einem Willkommen-Brot.

Die Abgabe der beiden Dropbags wurde ausreichend erklärt und mit Hinweisschildern zum Ausdruck gebracht. 12 Uhr, die Pflicht war erfüllt, noch 10 Stunden bis zur Kür. Ferienwohnung, Mittagessen kochen, Ruhen und Entspannen. Um 18 Uhr trafen wir uns alle nochmals zum zweisprachigen Briefing. Ich finde, auch hier hat der Veranstalter über die Grenzen gedacht und das spanische Briefing um 17 Uhr abgehalten und um 18 Uhr zum französischen-englischen Briefing eingeladen.

Welldone. We are ready to go. Die Wetter-Ausgangssituation: weitestgehend trocken, mehr Sonne als Wolken, nachts kühl zwischen +2°Grad und + 8°Grad, tagsüber +10°Grad bis +22°Grad, je nachdem, wo sich gerade befindet. Oben oder unten am Berg.

Oliver Binz

© trailrunning.de

Kurz vor 22 Uhr ist die Stimmung am Höhepunkt. In dem lieblichen Ort Ordina brodelt die Masse, die Stimmung der 298 Teilnehmer und der Zuschauer ist genial, die Trommlergruppe heizt bei fetten Rhythmen richtig gut ein und die letzten 3 Minuten gehören dem Feuerwerk und einer aus dem Boxen dröhnenden Oper. Eine wilde Mischung, aber die Ruhe stellt sich ja die nächsten Stunde von alleine ein.

Im Pulk geht es die ersten 6km gemächlich nach Llorts. Das Feld hat sich schon auseinander gezogen, so dass der Übergang zum ersten Anstieg, uns von der gestrigen Wandertour bekannt, ohne große Positionskämpfe und Hektik fließend übergeht. Wir drei Deutsche, unser Lauffreund Markus Fischer aus Köln, Wilhelm Melcher und ich hatten uns für einen defensiveren Start, aufgrund der nicht ganz glücklichen Halbjahresvorbereitung gewählt und uns im letzten Starterviertel eingereiht. 8km und 1200 Höhenmeter folgen zu Mitternacht, ehe bei KM17 der erste von zehn Verpflegungspunkten VP1 erreicht wird.

Es kommen nun meine, glaube ich, längsten 3 Kilometer. Der Aufstieg zum Gipfel, PicComapedrosa auf 2942 Meter ist neben seinen knapp 900 Höhenmeter im Anstieg unheimlich schwer zu laufen bzw. zu gehen. Der Weg führt über riesige Felsbrocken, Geröllfelder, wackelige Steine, Bruchsteine, Schneefelder, eigentlich alles was es im Berg gibt. Einen Laufrhythmus zu finden ist unheimlich schwierig. Das Ganze geht aufgrund der sehr unterschiedlichen Schritthöhen und Balanceübungen sehr auf die Kondition der Beinmuskulatur.

Oben angekommen, es ist tief in der Nacht, so gegen 3:40 Uhr, geht es über den schmalen Grad des Comapedrosa, die Wolken fetzen von links und rechts an einem vorbei. Sehr windig und frisch denke ich mir, nichts wie runter. Der Vollmond begleitet uns permanent auf dem schwierigen Downhill mit einigen Schneefeldern. Auch diese sind schwer zu laufen, da sie seitlich schräg sind und ab und zu sehr nahe an einem Gebirgssee verlaufen. Nicht auszudenken, wenn es einem mal die Füße wegzieht und man nachts im Wasser landet.

VP2 wird gegen 4:50 Uhr erreicht. Hier in der Berghütte ist es ein wenig voll geworden, da sich gerade eine größere Läufergruppe aus dem 83km-Celestrail-Lauf auch eingefunden hat. Stressig, eng, laut und zu warm, so lautet die Zwischenbilanz aus VP2. Nichts wie raus hier. Die folgende Auf- und Abstieg in das Skigebiet Port Negre ist machbar und wir erreichen nach unserem Plan, um 6:30 Uhr VP3 und unseren Supporter und meinen Bruder Alexander zum ersten Mal. Erster Austausch an Informationen wie es war, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und nach 20min, geht’s weiter. Alles im Lot, alles im Plan.

Oliver Binz

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Der folgende Aufstieg zum Bony de la Pica wird gekrönt mit einem sagenhaften Sonnenaufgang und phänomenalen Aussichten nach Spanien.

Lockerer Abgang zum VP4 bei Margineda. War von uns gedacht, aber die Aussicht auf dem Berggipfel war das einzige Schöne die nächste Zeit. Ein richtig fordernder Abstieg mit Kletterpassagen und sehr massiven Eisenketten, technisch sehr schwierige Downhill-Passagen setzen dem Körper zu. Wir sehen nach 37km schon zermürbte und schleichende Läufer/innen mit hängenden Köpfen. Das erste Drittel, des 112km-Laufes hat es wahrlich in sich und ist für viele schon der Genickbruch. Wir kommen auf Platz 215 in die Mehrfachhalle (VP4 und 1.Dropbag-Station) um 10:16 Uhr rein, und verlassen diese nach einer ausgiebigen 45min-Pause so auf Platz 170.
Über 40 Aufgaben also von Läufern, welche vor uns platziert waren. Unser Taktik geht bis hierhin auf, obwohl uns der letzte Downhill auch mehr Zeit gekostet hatte als wir gedacht hatten. Es folgt das zweite Drittel von KM43 zu KM75 über die nächsten Stunden und wir Laufen im Süden von Andorra. Die Belohnung für die erste Dropbag-Station bei Margineda (liegt auf ca. 900 Meter), ist der folgende Aufstieg auf den CollBou Mort, ca. 2600 Meter, oder ca. 1700 Höhenmeter auf ca. 9km verteilt.

Und es ist heiß geworden. Wir haben über 20°Grad, die Sonne brennt auf den Kopf, der eine oder andere Bachlauf wird zum Erfrischen genutzt oder auch nur zum Befeuchten der Mütze. Auf und ab, immer wieder, mühseliges Höhenmeter sammeln, aber das Landschaftsbild hat sich am Nachmittag geändert. Gegenüber der sehr schroffen Felslandschaft im Nordwesten von Andorra, haben wir nun sehr schöne Almwiesen und Bergseen um uns herum.

Die technischen Laufanforderungen sind aber keineswegs einfacher geworden. Nach einem kurzen Halt bei VP5 in der Berghütte Claror, kommen wir um 17:50 Uhr bei VP6 (KM65) an. Sehr idyllisch hier oben auf über 2.400 Meter, einige Jugendliche schlagen ihre Zelte für die Nacht auf, ein Stausee hinter der Berghütte und wieder freundliche Helfer die einem mit dem Notwendigsten helfen. 20 Laufstunden sind vorüber, ich hoffe nur stark, dass wir den VP7 (2.Dropbag-Station) bei KM76 noch vor der Dunkelheit erreichen, da ich mich hier für die Nacht einrichten wollte.

Oliver Binz

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Das Höhenprofil verkündete nach dem Aufstieg zum ColladaPessons (ca 2900 Meter) einen Abstieg von 900 Höhenmetern auf 9 km. Doch dieser Downhill ist sehr schmerzhaft für Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln. Hier kann man zu Beginn des Abstieges doch das eine oder andere Problem mit der Höhenangst oder einer drohenden Sturzgefahr bekommen, ehe es nach der sehr steilen Partie nervenaufreibender ist, die riesigen Steinfelsen zu erklimmen bzw. zu passieren. Wenn man sich überlegt, dass größte Teile der Wettkampfstrecke auf einem Wanderweg stattfinden, kann man nur sagen: „ Repekt vor dem, der in den Pyrenäen wandern geht“.

KM76, Bordes d’Envalira, erreichen wir doch noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Bei mir steht der große Boxenstopp an, auf welchen ich mich schon richtig gefreut hatte. Mein Bruder ist zum dritten und letzten Male vor Ort und ist auch mittlerweile sehr aufgeregt vor seinem morgigen, 10km-Lauf.

Ich wechsele Socken, Schuhe und T-Shirt – welch Wohltat- und bereite mich für die zweite Nacht vor. Mein persönliches Zwischen-Resümee fällt für mich und meinen Körper positiv aus. Ich fühle mich ausreichend ernährt, hatte aber auch meine Strategie im Vorfeld genau beleuchtet und wollte autark vom Veranstalter sein. Über den Lauf hinweg, hatte ich 3x 0,5 Liter Vitargo Elektrolyte eingenommen, 6 Müsliriegel, und jede 1 bis 1,5 Std zwei Salztabletten eingenommen. An den VP’s habe ich trotz reichhaltigem Angebot nur Rosinen, Nudelsuppe, leckeren Schinken und Schokolade zu mir genommen. An Getränken nahm ich nur Wasser mit meinen High5-Tabletten und Cola an den VP’s zu mir. In Summe waren das 2 Liter Flüssigkeit alle 4 Std. Ich fühlte mich somit ausreichend ernährt, hatte nie einen Hungerast oder fühlte mich durstig.

n dieser Verpflegungsstelle werden wir wiederholt um ca. 40 Positionsplätze nach vorne gespült, da auch hier viele Läufer entnervt bzw. entkräftet aufgeben.

Und nun, auf in die zweite magische Nacht. Was liest man alles über die zweite Laufnacht. In meinem Läuferleben ist es nach dem UTMB 2011 die zweite konstante Laufnacht und ich war sehr gespannt, was kommt. Der nächste Aufstieg nach VP7 ist nochmals sehr schwer. Kerzengerade die Wiesen nach oben, die reflektierende kleinen roten Fahnen sind nur spärlich gesetzt, so dass ich als Führender meine liebe Mühe habe, einen konstanten Laufrhythmus für die Gruppe zu finden und mit suchendem Rundumblick mit der Leuchtkraft meiner Lampe den Weg zu finden. Gegen 23 Uhr setzt auch noch leichter Regen ein. Kurzer Stopp und Wechsel zur Regenjacke und weiter auf den 800 Höhenmeter Aufstieg innerhalb 4km.

In der Nacht haben wir noch 3 Bergpässe über 2700 Meter zu bewältigen, keine leichte Aufgabe mit den feuchten Downhills. Der Wechsel der Socken und Schuhe war für meine Füße hervorragend, doch der zweite Schuh zeigt nicht den Grip, wie das erste Schuhpaar. Also ist hier noch erhöhte Vorsicht geboten. Unsere Gruppe funktioniert bisweilen geschlossen stark und ausgewogen. Doch die zweite Nacht fordert allerhand an mentaler Arbeit, physischer Stärke, regelmäßige

Erholungspausen und Teamgeist von unserer deutschen 3er Gruppe. Unser Hauptziel sieht nach wie vor: gemeinsam gestartet, gemeinsam ins Ziel kommen, wenn es das Zeitlimit zulässt. Die Cut-off-Zeit-Schwelle ist weit hinter uns, so können wir bequem durch die Nacht marschieren.

Marschieren ist für uns schon seit Stunden angesagt, obwohl noch Kraft für die Laufeinheiten wäre, doch die technisch anspruchsvollen Trails zwingen uns mehr zum Gehen. Die VP8 bei Incles und VP9 bei Com de Jan liegen zwar nur 8km auseinander, doch das sind für uns 4 Std. VP9 liegt bei KM92, noch 20km bis zum Ziel. Wir kommen kurz vor 5 Uhr in der Nacht zu dieser Verpflegungsstelle. Nur noch ein Anstieg, nur einmal hoch und einmal runter, gleich ist die Nacht vorbei. Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, gleich haben wir es geschafft und die Morgendämmerung kommt.

Aber jetzt erwischt es auch mich. Halluzinationen und die Müdigkeit nach 30 Stunden ununterbrochen Laufen machen mir zu schaffen. Ich denke, dass ich noch klar denken kann, selbst gestellte Rechenaufgaben kann ich noch lösen (stimmen die Lösungen auch, denke ich weiter, ich glaube aber schon, sie klingen vernünftig), aber wer in Gottes Namen beschriftet hier alle Steine auf dem Weg, wo kommen die ganzen Bergdörfer denn plötzlich in der herrenlosen Gegend her. Wann kommt endlich der Pass, das Tor zum Abstieg? Der ganze Weg ist voll von beschrifteten Steinen, die schönsten kyrillischen Schriften, Graffitizeichnungen auf der Oberfläche der Steine. Ich kann mich nicht wehren gegen diese Anblicke, weiß aber, dass sie nicht existent sind und will sie loswerden. Oh Mann bin ich müde.

Die Stunde bis zum Pass wird zur Ewigkeit. Ich weiß, dass alle Schriften und Bilder in Wahrheit nur  Moose und Flechten auf der Steinoberfläche sind, aber wirklich in Ruhe lassen sie mich nicht. 6:15 Uhr, die ersten Sonnenstrahlen treffen mich am letzten, am finalen Pass auf über 2700 Meter. Ich muß einen Powernap machen, nur 2-3 Minuten. Dann geht’s weiter. Während die beiden Kollegen ihre Jacken verstauen, schlafe ich wirklich im Sitzen und danach geht’s mir wieder sagenhaft. Keine Illusionen mehr, die Kraft für den Downhill ist da, es kann weiter gehen. ColladaMeners liegt hinter uns und nur noch 15km und ca. 1500 Abstiegs-Höhenmeter zum Ziel nach Ordino. Das klappt, das wird was, wir finishen zu Dritt. Wahnsinn.

Die Uhr zeigt 10:33 Uhr am Sonntagmorgen, wir sind nun 2 Nächte und einen vollen Tag durchgelaufen, das entspricht eine Laufzeit von 36:33 Std. Es springt der Platz 119 von 298 Teilnehmern raus, was nebensächlich ist, aber die 50% Ausfallquote ist schon enorm, da beste Wetterbedingungen vorlagen. Wir sind stolz auf uns, auf unsere 3er Gruppe, und dieses gemeinschaftliches Erlebnis in dieser wilden Bergwelt. Was für ein Privileg!

Die Ausfallquote ist mit 50% sehr hoch, was ein Hinweis ist auf die extremen Anforderungen an Körper und Geist, auf die außergewöhnlich technisch schwierigen Trails und auf die Belastung aufgrund der Höhenverhältnisse. Nach Andorra sollte man wirklich nur mit ausreichender Berglauferfahrung fahren, um einen der großen Läufe anzugehen

Eines darf  in diesem Bericht auch nicht fehlen: Wir sind Weltmeister!
Wann hat man schon mal das Glück, mit Freunden und seinem Bruder so einen beeindruckenden, fordernden Lauf absolvieren zu dürfen und am Abend in einer gottverlassenen Ecke in Andorra die Fussball-Weltmeisterschaft unter 6 einsamen Deutschen feiern zu dürfen? Herrlich!

Oliver Binz

© trailrunning.de

Andorra bietet ein tolles Paket an Läufen, sehr gut organisierte und zeitlich abgestimmte Wettkämpfe. Bei der Rondo del Cims (170km und 13.000 Höhenmeter) kann man sich total verausgaben, der Mitic (112km und 9700 Höhenmeter) ist das High-End der 100km-Läufe in Europa, der Celestrail (83km und 5000 Höhenmeter) bietet einen harten Lauf mit Startzeit um Mitternacht, und selbst der Marathon (42,5km und 3000 Höhenmeter) ist eine harte Nuss.

Der Solidaritätslauf rundet das Laufangebot mit einem 10km-Lauf mit 750 Höhenmetern eindrucksvoll ab. Alle Altersklassen messen sich hier, eine Zeitmessung existiert zwar, aber es werden keine Ergebnislisten ausgedruckt. Gut so. Dieser 10km-Lauf wird dominiert von seiner Lockerheit und der Verbundenheit zu behinderten Personen, welche Hand-in-Hand oder auf Tragen befördert werden. Diese 10km werden so zu einem sehr besonderen Erlebnis. Eine wunderbare Sache und sehr Nachahmens wert.

Quelle und viele weitere beeindruckende Bilder unter: http://www.trailrunning.de/laufberichte/andorra-ultra-trail/andorra-ultratrail-willensstaerke/2531/1

Infos zu allen Läufen findet ihr unter

www.andorraultratrail.com

Ergebnisse sind auf dieser Seite sind unter der Rubrik „previouseditions“ nachzulesen.

www.binz-online.com

Bildquellen: Alexander und Oliver Binz

03. & 04.10.13 – 5. Ultra Trail Atlas Toubkal – UTAT®

Unser Vitargo Sportler Oliver Binz  hat uns seinen interessanten Laufreport zum Ultra Trail Atlas Toubkal – UTAT zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.  Hier ein Auszug/Intro:

105km und +/- 6500 Höhenmeter – Deutsche traut Euch! von Oliver Binz

Wie beschreibt man einen atemberaubenden Lauf? Seit Tagen versuche ich Worte zu fassen, was wir erlebt haben. Es war nicht nur der Lauf, es war das Event, das Erlebnis. Ein Erlebnis, bei welchem man dabei sein durfte. Gut, eine gewisse Ausdauer und Härte zu sich selbst, sollte man schon mitbringen. Aber es war Besonderes; ein Lauf der sich in vielerlei Hinsicht in die Läuferseele einbrennt. Zumindest bei mir. Es gibt viele Momente bei diversen Läufen, die toll oder klasse sind. Aber wann hat man magische Momente?

Oliver Binz beim UTAT Trail

Richtig; beim UTAT – irgendwo verlassen im Hohen Atlas, weit weg von irgendwelchen Straßen, Menschen. Weit weg von Verpflegungsstellen; einfach nur das Gefühl des ‚Verlassenseins‘, das ‚Auf-sich-alleine-gestellt-sein‘ spüren. Im trockenen Flussbett marschieren, neben sich die 3000er steilen Wände und einfach realisieren, dass man entweder nach vorne oder nach hinten ungefähr 8 Stunden bei normalen Tempo zurück in die Zivilisation benötigt, sprich einem größeren Berberdorf mit Straßenanbindung. Da darf aber auch nichts passieren. Kein Sturz, kein Handicap. Irgendwie reizt einfach alles an diesem Lauf.

UTAT Oliver Binz

Die Organisation: Die beiden Chef-Organisatoren Brice und Cyril haben einen Mega-Job gemacht. Wenn man nach diesem Lauf die Umstände kennt, kann man sich gar nicht tief genug vor diesen Zwei und dem gesamten Helferteam verneigen. Ca. 100 freiwillige französische Helfer und ca. 150 Berber mit vielen (!) Maultieren tragen zum reibungsfreien Ablauf bei.

Den ganzen Bericht sowie Bild und Textquelle gibt es hier:
http://www.laufreport.de/reisen/archiv/utat/utat.htm

Hier auch noch einige Informationen zu der Ernährung beim UTAT, die uns Olli per E-Mail nochmal zu geschickt hat:

Meine Ernährung: Ja, ich muß es leider zugeben. Ein totaler Reinfall. Aber nur weil ich dieses Mal meinte auf mein Erfolgsrezept Vitargo verzichten zu können. Angefangen hatte es 1,5 Tage vor dem Wettkampf mit dem gemeinen Gegner „Montezumas Rache“. Somit ging ich schon geschwächt in den Wettkampf. Nach 5 Müsliriegel war es zu Ende mit der Aufnahme – da ging gar nicht mehr. Nur noch Wasser und Salztabletten. Mein Glück waren zwei fremde Gels die mich ein wenig zurückbrachten. Mit Vitargo-Elektrolyt wäre mir das sicherlich nicht passiert. Was ich mit den Erfahrungen beim UTMB, LUT, CCC, MIAU, Mt Ventoux bestätigen kann. Ich kann auf jeden Fall sagen: aus Erfahrung wird man schlauer; das nächste Mal passiert mir das nicht mehr – versprochen.

6 The North Face Laveredo Ultra Trail – Oliver Binz Trailbericht

6a The North Face ® Laveredo Ultra Trail – Cortina d´Ampezzo (BL)
Dolomites – Italy – 118 km +/- 5.740 Höhenmeter

Ich habe es mal wieder gefunden;  eines der schönsten Freiluftstadien der Welt.

Des Trailrunner‘s  Zuhause, sein  Wohnzimmer, sein Ein und Alles. Die feinsten Trails, technisch anspruchsvoll, wild, nasty, steil bergauf, schlammig, feucht, staubig , rasend bergab, hart zu Dir. Aber bezaubernd.

Was wünscht sich ein Trailrunner mehr, als strahlend blauer Himmel, einen Sonnenaufgang an den Drei Zinnen, nächtliches Erklimmen der Skipisten am Monte Cristallo bei Cortina d’Ampezzo, Schluchten mit türkisfarbenem Wasser, ein knüppelhartes Torfanegebirge oder einen sagenhaften Sonnenuntergang am Forcella Giau auf 2300mtr mit Umrundung des Croda da Lago.

Zum Verweilen schön.

Cortina d’Ampezzo ruft mittlerweile die Trailszene zum 6.Mal in seine malerische Gegend und die Spezialisten kommen gerne. Zum allerersten Mal geht es auf der neuen Strecke über finale 118km und +/- 5.740 Höhenmeter.

Eingekleidet für die Nacht geht’s am Freitagabend um 22:oo Uhr los, doch mit einer erholsamen Nachtkühle kann man leider nicht rechnen. Wir erwischen das heißeste Juniwochenende in diesem Jahr. Mit Temperaturen um die 30° Grad im Tal und 22-24°Grad bei Sonnenschein im Hochgebirge kann man einen heißen Tanz vermuten.

Ein Gewitter im Nebental ist schuld an dieser schwül warmen Luft in der ganzen Nacht. Trinken, trinken, trinken und das Lauftempo ein wenig dosieren sind die verschreibungspflichtigen Rezepte, wenn man mit einer Laufzeit um die 24 Stunden für die Strecke rechnet.

Man kann den Lauf einfach nur empfehlen und kaum beschreiben. In den Dolomiten sprechen einfach die Bilder für sich. Vieles ist hier eindrucksvoll bis prägnant; aber sehr beeindruckend ist das geschichtsträchtige Tofanegebirge mit seinem langgezogenen

Val Travenanzes. Die knapp 3000er Gipfel links und rechts, der rauschende Bach, das breite Flußbett, diese unendliche Weite und Höhe, kein Ausgang aus diesem Anstieg, die Höhleneingänge aus dem 1.Weltkrieg , etc – sehr fordernd in allen Belangen.

So, liebe Freunde, mehr gibt es hier und heute nicht zu berichten, außer vielleicht dass wir es Alle geschafft haben die Ziellinie glücklich zu überqueren und nach 24:45 Std:min ein phänomenales, bestens nach italienischen Verhältnissen organisiertes Trailevent genossen haben.

Danke an meinen Bruder Alex, der für die meisten Bilder bei unserem LUT 2012 verantwortlich war.

Keep on trail-running
Oliver
29. Juni 2012

In einer E-Mail hat Olli uns nochmal seine Ernährung bei diesem UltraTrail geschickt. Da wir immer wieder Anfragen bekommen, wie man sich am besten bei einer solchen Belastung ernährt hier mal seine Zusammenstellung:

Wollte dir noch meine Ernährung dem Lauf mitteilen:
16 Liter Flüssigkeit (Wasser, Isogetränk) davon 6 Liter Cola
700ml Wasser mit 2x 75gr Vitargo Elektrolyt
38 Stück Vitargo Salztabletten
6 Riegel divereser Art
2 Vitargo Riegel
Ein paar Kekse
1 Zwieback mit Nutella
ca. 1,0 Liter Nudelsuppe
Nach dem Lauf: Vitargo Gainers Gold, darauf schwöre ich ja bekanntermaßen. 🙂

Bild- und Textquelle und weitere beeindruckende Bilder: http://www.binz-online.com/Lauferfahrung/Eintrage/2012/6/29_6a_The_North_Face_Laveredo_Ultra_TrailCortina_dAmpezzo_%28BL%29Dolomites_-_Italy118_km_%2B_-_5.740_Hohenmeter_1.html

Oliver Binz und Willi Melcher – Laufbericht Mont Ventoux Le Grand Raid Dentelles

Vor kurzem schickten uns die Trail Sporler und Vitargo Fans Oliver Binz und Wilhelm Melcher einen beieindruckenden Trail-Laufbericht aus Südfrankreich. Am kommenden Samstag (29.06.12) sind bei Trailläufer in Italien beim Lavaredo Ultra Trail unterwegs – hierfür drücken wir beiden die Daumen. Hier jetzt aber ein kleiner Auszug aus dem Laufbericht zum Mont Ventoux :

Wir befinden uns am 18.05.2012 in der Süd-Provence / Frankreich, am Fuße des Berges vom Mont Ventoux. Das kleine Örtchen Malaucene ist der Ausgangspunkt eines 21km langen Aufstieges vom Westen auf den Mt Ventoux, +1535 Höhenmeter sind zu überwinden. Es regnet Bindfäden vom Himmel, 11° Grad zu Beginn des Aufstieges doch wir gewinnen rasch an Höhe. Einige Serpentinen vor dem Gipfel kommen wir ins Gespräch mit einem Radfahrer aus Iserlohn.

Völlig fertig verschnauft er ca. 1km unterhalb vom Gipfel;  er ist extra aus Nordrhein-Westfalen am Donnerstag angereist, um am Freitag einmal den Mt. Ventoux, eine Legende in der Tour de France

Radfahrgeschichte, zu erklimmen. Eine Gruppe von 8 Männern seien sie, gesprengt durch den zähen langen Anstieg, die kalte Nässe von mittlerweile 3°Grad auf ca 1800mtr ist zermürbend, aber es zählt nur eins: den Gipfel mit dem Rad zu erklimmen, als Held empfangen zu werden nd mit dem Auto Talwärts zu fahren.

Eine Abfahrt ist heute wirklich extrem gefährlich, bei dem Wasser auf der Straße. Das Gespräch dauert ca. 3-4min, aber auch mir ist schon sehr kalt und nass zudem. Also zurück ins warme Auto, Sitzheizung an, und den frierenden Radfahrer stehen lassen. Was für ein Glück haben wir heute erst Freitag, einen Tag vor unserem Wettkampf und genießen das Hundswetter hinter der Windschutzscheibe. Haha, aber der Wettergott gibt uns morgen trotzdem Saures. Der Gipfel – etwas unglaubliches Mystisches. Völlig fertige Radfahrer,

nach 2-4 Stunden Aufstiegskampf kommen sie an, der Wind bläst extrem einem ins Gesicht, Kälte, Nässe. Die Betreuer werfen dem Ankömmling eine Decke über die Schulter, Kinder und Ehefrauen umarmen ihren Helden; die können kaum Laufen aber strahlen über alle Backen fürs Foto. Glückseligkeit pur. Holländer, Belgier, Deutsche, Wohnwägen, Campingbusse ohne Ende, verrückte Radfahrer – der Berg hat wirklich etwas Mystisches. Und genau deswegen sind wir hier. Außergewöhnliches Erfahren.

Willi und mich steht morgen allerdings der Trailrun über 100km und +/-5167 Höhenmeter an. Nun geht’s mit dem Auto erst mal die südliche Route nach Bedoin den Mt Ventoux hinab. Hier merken wir schon was es heißt am Mt Ventoux unterwegs zu sein. Ein kahler weißer Kalkberg, der Fuß liegt auf 400mtr, die Spitze auf ca. 1900mtr.

Es kann unten und oben heiß sein, die Sonne brät einen, weil kein Schatten vorhanden ist. Oder es ist unten heiß und oben kalt und schlechtes Wetter. Der gefürchtete Mistralwind kann bis zu 200km/h auffrischen! Und das ungeschützt und frontal. Ein wahres Monster an Berg, unscheinbar und mitten in der wunderschönen Landschaft der Südprovence. Nach der Abfahrt hatten wir schnell wieder 21°Grad und Sonnenschein.

 

Es folgen die üblichen Rituale: Hotel einchecken, Startort Gigondas aufsuchen und Nummernausgabe, Nudelparty, Läufer treffen, etc. Aber etwas ist doch anders: Mit meinem Bruder und treuer Begleiter Alexander sind Willi und ich die beiden einzigen Deutschen der 120 Starter. Den Titel „bester Deutscher“ kann uns schon mal keiner mehr nehmen, finden wir urkomisch. In Sachen Lockerheit und Pastaparty sind uns die Franzosen meilenweit voraus. Pünktlichkeit und Disziplin zählt erst mal nicht.

Interview mit Oliver Binz und Willi Melcher zum UTMB

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Hallo Oliver & Willi,

es sind jetzt einige Tage seit eurer Umrundung des Mont-Blanc-Massives mit 166 km und ca. 9500 Höhenmeter vergangen. Da wir ja immer wieder Sportler dabei haben, die extreme sportliche Herausforderungen bewältigen (Paris-Brest-Paris, Marathon de Sables, Comrades Marathon, Race Across Amercia, Ironman, 24 Stunden Schwimmen etc.) oder noch bewältigen wollen, möchten wir die Gelegenheit nutzen euch einige Fragen zum Thema Ernährung und Vitargo zu stellen?

Wie geht es euch aktuell? Konntet ihr die Erlebnisse/eure sportliche Leistung schon ansatzweise realisieren?

Oliver und Willi: Uns geht es sehr gut, fast schon blendend. Körperlich fühlten wir uns schon nach 1-2 Tage sehr gut. Es spielen hier mehrere Faktoren zusammen dass wir dieses Ultra-Erlebnis so gut weggesteckt haben, obwohl es der schwerste Lauf in der Geschichte des UTMB war. Wir hatten eine gute und konzentrierte Vorbereitung, unser Durchschnittspuls war über dem Wettkampf bei unter 130 Schlägen/min, unsere Ernährung im Wettkampf war abwechslungsreich und ausreichend mit Vitargo-Elektrolyten versehen.
Und natürlich mit Gainers Gold direkt nach dem Finish (und dieses Mal zwei eiskalte Biere :- )

Mental kann man das Erlebnis am Mont Blanc Laufen zu dürfen nicht so schnell verarbeiten. Die visuellen Eindrücke sind gewaltig, die mentalen Anforderungen extrem.
In diesem Jahr hatten wir geboten bekommen bzw waren wir Läufer gezwungen zu verarbeiten. Der Regen in den ersten Stunden, die Kälte und Feuchte in der ersten Nacht, der Schnee am nächsten Morgen, die Nachmittags-Sonne und Wärme in Italien, der Nebel in der zweiten Nacht in der Schweiz und die Sonne am strahlend blauen Himmel bei den letzten Anstiegen in Frankreich waren hinzunehmen. Streckenverkürzung vor dem Start, Startverschiebung um 5 Stunden, Streckenverlängerung und Höhenzuschläge im Wettkampf, Änderung des Höhenprofil waren Bonuszuschläge. Ganz zu schweige von den persönlichen Höhen und Tiefen in dem Lauf.

Das dauert bis man alles verarbeitet hat, realisieren kann, was für ein Lebensziel man da erreicht hat.

Wie hoch schätzt ihr den Faktor Ernährung für den UTMB-Lauf ein? Welche Rolle hat Vitargo dabei für euch gespielt? Benutzen viele Ultraläufer überhaupt Sporternährung?

Oliver: Mir persönlich war es wichtig über den Wettkampf von über 40 Stunden einen konstanten Elektrolythaushalt zu haben und ausgewogen zu Essen Die Elektrolyte habe ich aufgeteilt in flüssige Zufuhr und Salztabletten (Salt&more). Bedingt durch die teilweise „Automonie“  konnte ich nur an zwei Stellen konzentrierte flüssige Vitargo-Elektolytansätze (2:1 vom Mischungsvorschlag) deponieren bzw aufnehmen.

Meine Salztabletten versuchte ich im Rhythmus von 2 Tabletten pro Stunde aufzunehmen.  Geschafft hatte ich eine Aufnahme von ca. 60 Tabletten in den 41,5 Stunden. Ansonsten gab es bei mir die gewohnte Mischung aus  Trinken: Brühe, Cola, Wasser, Tee, Isogetränke Essen: Nudelsuppen, Brötchen, Kekse, Nüssen, Käse, Salami, Orangen, Schokolade und Vitargo-Riegel in allen Geschmacksrichtungen.

Schließlich galt es verbrannte ca. 30.000 kcal in den 41,5 Stunden nachzulegen!

Willi:  Da ich für 2 Tage nicht die komplette Ernährung mitnehmen konnte habe ich versucht an der Steckenverpflegung das jeweils richtige für mich zu finden. Zur Sicherheit hatte ich Vitargo-Gels dabei, bzw. in Courmayeur deponiert. Salztabletten Salt&more hatte ich immer griffbereit.(alle 2 Std – 2 Stück) Vor den Verpflegungspunken übelege ich was brauche ich unbedingt.
Das steuere ich zuerst an. Habe ich das beisammen, so schaue ich mich um (was gibt es sonst noch) und greife dann nach Lust und Laune zu. Das kann dann auch mal Wurst und Käse sein. Eine Ernährungsstrategie halte ich für sehr wichtig. Hier probiere ich im Training und in den Vorbereitungswettkämpfen aus um das für mich Richtige zu finden. Allerdings: Ultra ist sehr individuell. Jeder sollte seine eigene Strategie finden. Bei mir ist ganz wichtig: Cola muss immer dabeisein. Wenn es Brühe gibt greife ich da auch gerne zu. Milch und Eiweißprodukte gehen gar nicht. Mit Ausnahme von Käse. Nudeln mag ich. Doch plötzlich brachte ich beim UTMB keine mehr runter. In den Drog-bags unterwegs deponiere ich gerne „Belohnungen“ auf die ich mich freue: alkoholfreies Bier, Red Bull, Vitargo Gel…

Welche Vitargo Produkte habt ihr wie eingesetzt? Habt ihr Tipps, Tricks an Sportler die sich ebenfalls einer solchen Herausforderung stellen wollen?

Oliver und Willi: Wie schon gesagt, die ausgewogene Mischung macht es. Über die verschiedenen Wettkämpfe entdeckt man, was für einen in welcher Phase gut ist, wo es vielleicht drücken könnte, was man besser im Magen verarbeitet, was einem genügend Energie zu Verfügung stellt. Wir beide bevorzugen das Elektrolyt-Getränk im Mischungsverhältnis 2 Tüten – 700ml Wasser, der kontinuierlichen Salztablettenzufuhr (2 Salt-Tabs pro Stunde) und dem Gainers Gold nach dem Wettkampf (nach großen Wettkämpfen auch gleich 2 Tüten auf 1,5 Liter angesetzt in den ersten 30-45min nach dem Wettkampf trinken)

Welche Bedeutung haben aus eurer Sicht Mineralstoffe und habt ihr eine Trink-Strategie für euch entwickelt?
…hatte ich oben schon ausgeführt…

Habt ihr von dieser extrem körperlichen Belastung Blessuren davon getragen, wie verlief die Regeneration?

Oliver und Willi: Wir hatten beide keinerlei Blessuren, welch ein Glück. 1-2 Stunden vor dem Zieleinlauf hatte ich (Oliver) gedacht ich bekommen ein Achillissehnenreizung, aber die nach dem Finishen sofort wieder weg. Anscheinend nur ein kurzer Hinweis des Körpers, dass ich die letzten Kilometer langsamer laufen und geniessen soll. Aber Scherz beiseite: Nach den 41,5 Std, 170km und 9700 Höhenmeter keine einzige Blase, keine Reizung, kein Muskelkater, das war schon fast ein Wunder, nur ziemlich Müde wurde ich am Abend, bin über der Pizza eingeschlafen…

Glückwunsch zu dieser tollen Leistung und vielen Dank für das Interview!

Oliver Binz – UTMB 2011 Laufbericht

2 ½ Jahre hat es nun gedauert, vom ersten zarten Gedanken, bis zur Umsetzung und dem stolzen Überstreifen der UTMB-Finisher-Weste. Viele hunderte Laufstunden, viele Tausend Laufkilometer und abertausende verbrannte Kilokalorien. Viel Arbeit an der Ausrüstung, Details wurden akribisch verbessert und immer neu getestet, und dann kommt doch alles anders als vorgestellt. Beim UTMB war neben der physischen auch die psychische Stärke unerwartet hoch gefordert. Das Ziel: am Freitagabend um 18:30 Uhr der Aufbruch zur Umrundung des Mont-Blanc-Massives mit 166 km und ca. 9500 Höhenmeter mit einem Zeitlimit von 46 Stunden.

Anreise am Donnerstag, einem Tag vor dem Rennen; entspanntes Abholen der Startunterlagen und Bezug der außergewöhnlichen Herberge in 2000 Meter Höhe am Lac d’Emosson http://www.emosson.ch/PublicFR/webcams.htm Ein gigantischer Ausblick auf den Mont Blanc und seine Gletscher, und das sogar vom eigenen Bett aus. Bei herrlichen warmen 20° Grad am Nachmittag lässt es sich auf dem Stuhl vor der Hütte gut aushalten.

Ein Traum, ein Wahnsinn, wenn nicht da das erste Gerücht auftauchen würde: „ein Unwetter zieht am Laufabend auf…“ was passiert nun? Diskussionen, Vermutungen, Erinnerungen an den Rennabbruch vor 1 Jahr, Verschiebung mit gleichzeitiger Verkürzung der Strecke….alles war

Thema beim gemeinsamen Abendessen mit 9 Zimmerkollegen. Es ist Freitagmittag und der Veranstalter wartet mit einer Überraschungs-SMS auf: Unwetterwarnung und Verschiebung des Startes um 5 Stunden auf 23:30 Uhr; „UTMB: important storm + cold weather + rain or snow. UTMB start at 11:30 pm“ Die Strecke wird auch auf 160 km und ca. 9000 Höhenmeter gekürzt. Wir nehmen es so hin, einmal Rundherum, auf die paar Kilometer kommt es auch nicht an. Und weniger schon gar nicht. Es wird ab 1800 Meter Schneefall erwartet und ab 2500 Meter rechnet man mit 10-15cm Neuschnee in der Nacht. Wow. Wie gut, dass wir in der ersten Nacht zweimal einen Pass von 2500 Meter passieren müssen.
Wir packen unser Zeug, und fahren ins Tal nach Chamonix zum Mittagessen mit englischen Lauffreunden. Pasta bei fast 30° Grad um 14 Uhr. Unfassbar, dass es in 5-6 Stunden zur drastischen Wetteränderung kommen soll. Und sie kommt wirklich. Noch über 9 Stunden zum Start; wir versuchen uns von 18 bis 21 Uhr in dem Schlafsaal der Turnhalle zu Relaxen. Augen zu und nichts von der Hektik mitbekommen. Gegen 21 Uhr, es regnet mittlerweile, bereiten wir uns am Auto in der Tiefgarage vor. Lange Winterlaufhose und Regenhose, Winterpullover und Regenjacke sind angesagt. Und nochmals im Schlafsaal,
flachlegen bis 23 Uhr. Die innere Anspannung ist zum zerreißen. Jetzt kann es aber wirklich losgehen. Raus zur Startaufstellung, und hier ist die Hölle los. Tausende von Zuschauern säumen die Weg in Chamonix, eine irrsinnige Stimmung, und ein wahnsinnig probevoller Startplatz. Countdown, es regnet Bindfäden vom Himmel, es ist 23:30 Uhr, der Startschuss fällt und wir stützen uns quer über die Absperrung irgendwo bei Startnummer 500 ins Feld. Das Gewimmel ist riesig, Menschenmassen feuern einen an, Gänsehaut auf dem ersten Kilometer und ein Gefühl von Stolz und Ehre kommt auf und „ich darf hier dabei sein“ denke ich. Hier muß ich wieder ankommen ! Es sind 2300 Läufer/innen am Start und wir lassen es gemächlich angehen.

Holger kommt von hinten aufgelaufen; der ist doch wirklich als Letzter losgelaufen und hat uns gesucht und gefunden. „Hey Holger, schön dass Du da bist“. Ich glaube, er kann uns noch helfen. Nach 3 verregneten nass-kalten-Stunden kommen wir nach 21 km und ca. 1500 Läufern in St.Gervais an. Der erste Berg und der schlammige Anstieg kosten Kraft und ich fühle mich gar nicht wohl. Irgendwie bin ich nicht im Wettkampf, der linke Oberschenkel schmerzt bei jedem Schritt, die rechte Hüfte drückt, alles ist komisch im Körper. Und müde bin ich, müde und nochmals müde. 4 Laufstunden sind vorbei, es ist quälend und plötzlich übermannt es mich; ich schlafe im Gehen ein. Klasse. Erste Gedanken kommen auf „das war es; in Courmayeur haust du in den Sack“. Verpflegungsstelle Les Contaimes bringt mich wieder zum Erwachen, aber zwischen der 5. und 6.Laufstunden erwischt es mich wieder; Sekundenschlaf beim Gehen. Unglaublich, denke ich und das Ganze nach 6 Stunden, was kommt in den nächsten 40 Stunden? Weitere Gedanken zur Aufgabe kommen und erste Selbstzweifel. Das Unwetter ist vor uns und wir sehen noch das Wetterleuchten in den Bergen. Die Nacht muss vorbeigehen, es muss hell werden. Der Anstieg zum Col du Bonhomme (2329 Meter) wird um 6:39 Uhr durch die Verpflegung La Balme unterbrochen.

Wir registrieren, dass wir nur 45 Minuten vor der Cut-off-Zeit sind. Upps. Die Morgendämmerung ist da, keine Wolke am Himmel und ziemlich kalt ist es. Ein toller Samstagmorgen begrüßt uns am Mont Blanc. Und da ist er. Urplötzlich, der Hebel zum Umschalten. Ich merke plötzlich wie alles anders wird. Es macht Spaß den Aufstieg zu finishen, oben wartet auch gerade der Helikopter mit der Kamera. Cool. Ich bin da, der Wettkampf hat mich; jetzt kann ich meiner Truppe wieder Helfen. Danke Jungs, Holger und Willi, dass ihr mich durchgezogen habt. Bergab fühle ich mich klasse. Hinab nach Chapieux, 9 Laufstunden und 50 km mit 2900 Höhenmeter, sind geschafft. Unser 10km-Schnitt war schon mal besser. Hier unten auf 1500 Meter ist es an der Verpflegung schnell kalt; nach 15 Minuten Energieauftanken geht’s weiter; Ziel Col de la Seigne mit 2516 Meter. Es nieselt, es regnet und dann schneit es, ab 2000 Meter. Der Wind wird stärker und der Schnee wird heftiger. Ruckzuck sind die Läufer vor mir von hinten eingeschneit. Minus Temperaturen, eisiger Wind, Schneetreiben am Samstagmittag, aber die Laufstrecke ist noch frei. Col de la Seigne, heißt auch Grenzübergang nach Italien. Und Italien hält was es immer uns Deutschen verspricht; es wird wärmer. Am Lac Combal schmeißen wir die erste Jacke runter, die Regenhose kommt nach 12 Stunden in den Rucksack. Nach dem Mont Favre(69 km) und 14 Laufstunden laufen wir bei gar sommerlichen Temperaturen Courmayeur entgegen.

Endlich eine längere Pause. 16 Stunden sind vergangen seit dem Start. Nässe, Kälte, Wind, Schnee und nun die Wärme zehren an den Kräften jeden einzelnen Läufer. Einmarsch zu Dritt in Courmayeur. Kurz die Haare richten, mein Bruderherz Alexander wartet hier mit der Kamera. Er ist ausgeschlafen, hatte die Nacht im Hotel verbracht und mittlerweile einen Sonnenbrand. Der hat keine Ahnung was wir durchgemacht haben. Ok, Kleiderbeutel im Empfang nehmen, in die Halle und ne ruhige Ecke suchen. Willi und ich wechseln komplett die Kleidung, Essen + Trinken, Bruder treffen, Absprachen, Erfahrungen austauschen und schon sind 60 Minuten Pause vergangen. Handycheck und siehe da eine neue SMS vom Veranstalter: „UTMB: Streckenänderung nach Champex; Bovine unerreichbar wegen Unwetterschäden von Gestern. Umleitung über Martigny = 170 km, 9700mD+“ Da kommt richtig Freude auf; nach der Kürzung von 166 km auf 160 km, nun die Erhöhung auf 170 km, und noch ein paar Höhenmeter mehr. Mentale Schwerstarbeit. Nach 78 km und erklommenen 4400 Höhenmeter haben wir noch ein Pfund vor uns, und dann noch die zweite Nacht. Photoshooting mit Alex und der Laufgruppe und wir verlassen Courmayeur gegen 16:38 Uhr am Samstagnachmittag, ca. 1 Stunde vor dem Cut-off, ca. auf Platz 1300 liegend. Es ist heiß und der Anstieg zur Refuge Bertone lässt uns schwitzen; aber wir fühlen uns überraschend gut und wir können in unserem „Chiemgau-Finisher-Zug“ Gas geben. Bertone, Bonatti fliegen auf uns zu. In Bonatti ist es gegen 19 Uhr jedoch schon wieder recht frisch und wir beschließen uns schon für die zweite kalte Nacht umzuziehen. Lampe auf und ab nach Arnuva. In Arnuva treffen wir überraschenderweise nochmals Alexander, coole Sache, er ist als Pressephotograph ins Läuferzelt gekommen und schießt Photos. Wir sind nun schon 2 Stunden vor der Cut-off-Zeit. Plötzlich wieder eine Veranstalter-SMS.

Die Cut-off-Zeiten wir um ca. 2 Stunden verlängert worden. Das stimmt uns froh. Aber das Wetter nicht. Es geht nun zum höchsten Gipfel auf, dem Col du Ferret (2537 Meter) und der Nebel zieht tief runter. Der Wind bläst recht kräftig, so dass wir wieder Temperaturen um die Nullgrad haben, und einen coolen Wind-Chill-Effekt. Der Aufstieg dauert knapp 2 Stunden, aber wir sind oben. Glücklicherweise verzieht sich der Nebel oben sehr schnell, so dass wir den Abstieg zügig angehen können. 24 Stundenlaufzeit sind vorbei, ich ziehe das Tempo an, wartet an einer Kehre, und muß feststellen, meine zwei Jungs sind weg. Mist, zu kalt zum Warten, ich lauf mal vor und verarzte mal meinen Wolf, der mich seit 4 Stunden beschäftigt.

Ich fliege nach La Fouly, mein schlechtes Gewissen plagt mich, ich habe die Zwei alleine gelassen. Ich warte, ich friere. Weiter. Unten angekommen- Überraschung. Anstatt nach links auf der Strasse zu Laufen, verschwinden die Läufer vor mir am Berg. Verwunderung. Ich suche einen Franzose und frage ihn, ob das der richtige Weg ist. Leider sagt er „ja“, Streckenänderung. Mist, was habe ich für ein Hunger. Und wo sind meine zwei Jungs?

Weiter, gleich muß La Fouly kommen. Aber es dauert und dauert. Zwischen den Verpflegungsstellen Arnuva und La Fouly liegen 4,5 Stunden. Ich sterbe vor Hunger. Es ist mitten in der Nacht zum Sonntag. Gegen 1:17 Uhr erreiche ich endlich La Fouly. Kaffee, Brühe, Nudelsuppe, Käse, Salami, Rosinen, Kuchen und das ganze zurück.

Auch meine Jungs kommen 15 Minuten später, was bin ich froh. Aber sie wirken ein wenig Müde. Mir geht’s blendend. Rennen hilft gegen die Müdigkeit, und so geht’s raus zum nächsten Kampf nach Champex. Auf der Strecke geht’s rund. Wir fliegen regelrecht in 3 Stunden an knapp 200 Läufern vorbei. Wow. Bald wird es wieder hell. Wir können es packen ohne in Champex (wie geplant) zu schlafen. 4:40 Uhr Champex, 30 Minuten Essens- und Trinkpause, und nun 1000 Meter runter nach Martigny. Ja, es wird hell, die 6 Uhr Grenze ist erreicht, oder auch die 30 Stundenmarke. Wahnsinn. Wir fühlen uns weltklasse und könnten Bäume ausreißen. Das hält aber nicht lange, den Martigny ist nicht gleich Martigny. Eigentlich möchte ich nicht über diese 6 oder 8 km da unten nicht weiter sprechen, denn die hatten wir uns anders vorgestellt in diesem Weinberg. Also weiter ab Martigny und der richtigen Zeitnahme und nun wieder 1000 Meter hoch zum Col du Forclaz und 200 Meter runter nach Trient.

Gesagt, getan. Trient erreichen wir kurz vor 11 Uhr; 35 Laufstunden, 145 km und 8500 Höhenmeter liegen hinter uns. Nur noch ein Berg zu erklimmen.
Die Streckenänderung bewirkte aber, dass wir, nur durch den kurzen Abstieg nach Trient (-200 Meter) unterbrochen, 2000 Höhenmeter am Stück hochgehen müssen. Der letzte Aufstieg zum Catogne ist wieder sehr warm. Die Sonne brennt und wir müssen viel Trinken. Beim Abstieg merke ich, dass mein rechtes Auge nicht mehr scharf sieht. Probleme? Nach eine halben Stunde nachdenken komme ich darauf, dass ich meine Tageskontaktlinsen schon viel zu lange (24 Stunden) drinnen habe. In Vallorcine angekommen fällt uns allen ein Stein vom Herzen. Alle Berge sind erklommen. Nur noch Ausrollen nach Chamonix. 38:21 Std:Min lassen mich leider zu schnell rechnen, was noch als Endzeit möglich ist. Fatale Rechnung und fatale psychische Belastung.
Aber da habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Unterschiedliche Restkilometer-Angaben, Motivationsloch, recht anspruchsvolle Schlußkilometer dämpfen meine Stimmung.

Schmerzen in meiner rechten Achillessehne kommen auf. Auch das noch. Die letzten Kilometer sind zermürbend und ich bitte die Jungs 1 Stunde vor Ziel weiter zu Rennen, damit sie nicht weiter gebremst werden durch mich. Aber Willi und Holger sind hartnäckig: wir finishen zu Dritt. Und sie haben Recht. Irgendwann läuft es wieder und wir kommen in die Nähe von Chamonix. Zeiten sind schon lange egal und so sollte es eigentlich auch bleiben. Mein Kopf hatte nur zu früh in Vallorcine gejubelt. Aber das Ding ist erst zuhause, wenn du im Ziel bist. Hier beim UTMB kann jederzeit alles passieren!

Aber nun ist Showtime. Der „Chiemgau-Finisher-Zug“ passiert Chamonix. Die Zuschauer geben alles; die Verehrung und die Bewunderung für uns Finisher ist groß. Für mich könnte dieser Spalierlauf nie enden. Aber alles ist endlich. Wo wir vor über 41 Stunden so emotional verabschiedet worden sind, kehren wir gemeinsam zurück. Was für eine Teamarbeit, was für eine physische Stärke für uns Flachländer. Der Zielkanal ist Gänsehaut pur. Mein Bruder ist da, wir liegen uns in den Armen, ich heule. Geschafft. UTMB-Finisher. Ein Platz unter den Besten 600 von 2300 Läufern, 4 Stunden vor dem Cut-off. 52% haben unterwegs aufgegeben (80% davon an Erschöpfung, 20% am Zeitlimit).

Wir sitzen bei 25°Grad am Sonntagnachmittag auf dem Platz im Ziel und können es nicht fassen und zischen ein, zwei Bierchen. Herrlich.Die Freude ist überwältigend und steigert sich von Glückwunsch-SMS zu Glückwunsch-SMS.

169,9 km Laufkilometer, +9714/-9306 Höhenmeter, 41 Std 32 Min Laufzeit, ca. 32000kcal verbrannt, über 40 Vitargo-Salztabletten,  2 ½ Jahre Training, eine sagenhafte Landschaft, eine unglaubliche Lauferfahrung, harte Wetterbedingungen, eine tolle Laufgruppe mit Holger und Willi und einen ausdauernden begeisternden Bruder neben der Strecke und die Erkenntnis: gebe niemals auf, irgendwann kommt der Punkt an dem es besser geht,

Du musst nur durchhalten!

Oliver Binz
Finisher UTMB 2011
September 2011

Bild und Texte sowie weitere Informationen und Bilder: http://www.binz-online.com/Lauferfahrung/Eintrage/2011/8/26_UTMB_2011-ein_Lauf_wie_kein_Zweiter.html

 

Olli Binz und Willi Melcher erfolgreich im Ziel beim UTMB 2011 – Glückwunsch

Mit Vitargo erfolgreich beim UTMB Trail 2011 - Olli Binz und Willi Melcher

Hallo liebe Freunde,
Hallo an Alle Daumendrücker,

ich möchte mich bei Euch allen ganz innig Bedanken für die mentale Unterstützung, das Daumendrücken, für das Durchhalten in der Nacht am PC und für die wahnsinnig vielen Glückwünsche per SMS/Email/Telefon. Einfach unglaublich. Ihr seid Spitze.

Diese Umrundung des Mont Blanc Massives war richtig geil, hart, schwer, toll, schön, zum Heulen, brutal, gewaltig.Am Ende waren es 170km und 9700 Höhenmeter hoch und runter. Das Wetter mit der Kälte, Regen, Schnee, Nebel, Windböen, die Nächte, die ständigen Streckenänderungen im laufenden Wettbewerb, ständig neue Grenzzeiten, …, ein Wahnsinn während dem Rennen und eine irrsinnige mentale Belastung.

Aber auch ein unglaubliches Gruppenverhalten von uns 3 Läufern Holger, Willi und mir, sowas gemeinsam durchzuziehen und gemeinsam zu finishen, mit allen Höhen und Tiefen eines jeden Einzelnen. Aber die Gruppe hat es geschafft. Und was für ein Rennen ab Courmayeur ! Nach 15 Stunden Gas zu geben und nach vorne zu Laufen. Emotionen pur.

Ich könnte heute noch Heulen vor Glück. Alle Emotionen zu verarbeiten wird noch Tage dauern; ich erhole mich erst mal in Österreich mit meiner Familie und gebe Euch einige Impressionen zum Abschluss des Events.

Danke an Euch Alle,
Danke an meine Frau (die hat viel mitgemacht)
Danke an meinen Bruder und Photograph (auch er hatte sich 60 Stunden um die Ohren geschlagen)
Danke an Willi und Holger (ihr seid Spitze)

Bis die Tage
Oliver
P.S: Unter http://www.youtube.com/watch?v=TFWDUsvLCoE&feature=youtube_gdata_player
Könnt ihr einen Teil vom ersten Drittel der Strecke im Video anschauen

Glückwunsch vom Vitargo-Team! Wir werden nach dem wohlverdienten Urlaub von Olli noch ein Interview rund um das Thema Ernährung und Vitargo bringen! Fast eine ganze Dose Salt&More und jede Menge Vitargo + Elektrolyte sind bei dem UTMB benutzt worden!

Bild und Textquelle: Olli Binz per E-Mail

Oliver Binz mit Weltpremiere -100 km auf der Wintercross-Strecke – Endspurt zum Mont-Blanc

Olli Binz mit Vitargo beim 100KM Cross Lauf

Im Rahmen meiner Mont-Blanc-Vorbereitung liegt fast nichts näher als im heimischen Wald den letzten Feinschliff zu holen. Auf unserer schönen und berüchtigten 10km Wintercross-Strecke soll mein letzter 100km-Vorbereitungslauf stattfinden. Und ihr könnt mich Abschnittsweise (oder wenn jemand Lust hat, auch gerne komplett) begleiten.
Und wenn noch die leckere 1 Meter Bratwurst mit Weizenbier zum TV-Goldbach Grillfest im Zielkanal lockt,.., wenn das kleine Motivation ist.

Ablauf:
Ich werde am 28.07.2011 gegen 5:oo Uhr morgens zur ersten Runde aufbrechen und plane mit einer Rundenzeit (inkl. Pause) mit 65-70min; Das Ganze 10mal, sprich 10x10km = 100km auf der Wintercross-Strecke

Mein Auto im Start-Zielbereich der 10km Wintercross-Strecke dient als Verpflegungswagen und Pausenplatz; Hier werde ich eine Liste hinlegen, auf welcher meine Durchgangszeiten aufnotiert sind, damit man eine Orientierung bekommt, wann ich wieder auf die neue Runde gestartet bin. Es ist jeder recht herzlich eingeladen die eine oder andere Runde mit mir zu laufen.  Über eine nette Unterhaltung und ein wenig Abwechslung wäre ich wäre ich nicht abgeneigt.

Also: schnürt die Trailschuhe und kommt irgendwann mal zur Strecke und begleitet mich. Ich komme ca. alle Stunde zum Start/Ziel-Bereich der Wintercross-Strecke, für die Pause.
Man könnte sich auch gegen Ende mir anschließen und sich für die zweite Weltpremiere , der Wildsau-Trophy, schon mal warmlaufen und durchstarten. Würde mich freuen, Euch am 28.07.2011 auf der Wintercross-Strecke zu sehen und die Eine oder den Anderen auf 10km dabei zu haben.

Ollis Vitargo und Salt & More Einsazu  bei den 100 KM

Ich hatte während dem Lauf auch wieder jede Stunde 2x Salztabletten genommen und im Trinkbeutel mit 1000ml und 2x Tüten Elektrolyten die flüssigen Nährstoffe dabei gehabt.
Fazit: Wieder einmal keine Krämpfe während oder nach dem Laufen !

Keep on trail-running
Oliver

Text und Bildquelle – TV Goldbach und mehr Informationen zum Lauf: http://www.tv-goldbach.de/tvgoldbach/index.php?category=abteilungen&subcategory=laufsport&topic=11886

Zugspitzultratrail 2011 – der Bericht von Oliver Binz

Zugspitzultratrail – Spezielle Erlebnisse teilt man sich mit seinen besten Freuden

Kann man 101km mit +/-5472 Höhenmeter zu Dritt  gemeinsam laufen ?

Der Veranstalter Plan B hat gerufen und 450 Läufer/innen sind dem Ruf gefolgt und haben das Abenteuer  „Umrundung des Wettersteingebirges“ auf sich genommen. Medienwirksamer heißt das „Zugspitzultratrail“, 101km und 5472 Höhenmeter bergauf und bergab.

Mein Weg ist vorgegeben, die Mont-Blanc Umrundung steht in 8 Wochen an, und so war die Generalprobe unterhalb der Zugspitze mit dem letzten Test in Ernährung, Schuhe und Lauftempo richtig passend.

Das Wetter passt, die Kamera ist geladen, Rucksack ist gefüllt. Dieser wurde vom Veranstalter 30min vor dem Start auch nach der Pflichtausrüstung geprüft. Gut so, denn wir wollen alle unseren Spaß und keinen Rennabbruch durch Brüderchen Leichtsinn von dem einen oder anderen Teilnehmer, der sich in den Bergen überschätzt. Das super schöne Stadion Wetterstein öffnet seine Toren und es geht um 7:15 Uhr in Grainau los.

Die Warmlaufphase geht über die Höllenklammschlucht, zum Eibsee nach Ehrwald. Nach einer Erfrischung an der der Ehrwalderalm, KM17, geht’s nun endlich rein ins Gebirge.

Hoch zum Feldernjöchl (2045mtr), vorbei am Steinernes Hüttl, Passquerung zur  Rotmoosalm (1904mtr) und rasend schnell wieder hinunter zur Hämmermoosalm.

Wir Drei, Willi Melcher – Martin Zang und Oliver Binz – sind seit dem Start zusammen und haben uns das Tempo von Beginn an recht gut eingeteilt. Bei Martin war der Akkustand überraschenderweise leider schon nach dem ca 1200 Meter langen Anstieg zum Feldernjöchl recht aufgebraucht.

Fast leer wurde der Akku beim ständigen Auf und Ab zur Rotmoosalm. Martin schwankte zwischen Zurückfallen lassen und Aufgabe bei KM55.

Seine mentale Stärke und sein unheimliches Durchhaltevermögen schleppten ihn noch zur Verpflegungsstelle an KM42. Und hier passierte fast ein kleines  Wunder. Innerhalb von 5min konnte Martin seine Akkus wieder voll aufladen und war wie ausgewechselt.

Der entscheidende Anstieg mit über 600 Höhenmeter klappte in der 3er Gruppe hervorragend und Martin war „Back in the race“. Prima. Der WOM (Willi-Oliver-Martin)-Zug rollte einheitlich weiter.

Nach dem Scharnitzjoch (2048mtr) lief es 900 Höhenmeter abfallend zum  50km-Schild. Mitten zwischen Söllerpass und Gehrenspitze stand ziemlich emotionslos ein kleines Schild „50km“. Unsere Uhr zeigte genau 9:00 Std:min.  Gut, man hatte schon schnellere Kilometerzeiten gehabt, aber es waren auch schon 3600 Höhenmeter erklommen und noch weitere 50km folgten.


Ein steiniger, erdiger, nasser und sehr anspruchsvoller Singletrail führte uns nach Reindlau zur Verpflegung Hubertushof.

Time to change.


Die einzige Möglichkeit für einen Drop-back nutzten Viele. Unsere größte Pause von 20min war vorher abgesprochen und wurde auch intensiv genutzt. Klamottenwechsel, Getränkedepot auffüllen, Beine lockern und Späßchen machen. Hier ging es uns gut.

Und mir ging es richtig gut. Nach meinem Einbruch vor 4 Wochen beim KUT über 85km hatte ich meine Wettkampfverpflegung für den Zugspitzultratrail neu überdacht und während dem Wettkampf auch sehr genau eingehalten.

Und mir ging es richtig gut. Nach meinem Einbruch vor 4 Wochen beim KUT über 85km hatte ich meine Wettkampfverpflegung für den Zugspitzultratrail neu überdacht und während dem Wettkampf auch sehr genau eingehalten.

Von Beginn an Essen und viel Trinken, auch wenn es weh tut und man noch keinen Durst oder Hunger verspürt. Meine am Ende verbrauchten ca. 12.000kcal mussten von Beginn an nachgefüllt werden. 1,0 Liter Isogetränk in zwei Flaschen und 0,7 Liter doppelt konzentiertes

Vitargo-Elektrolyt im Trinkrucksack (den hatte ich seit über einem Jahr extra mal wieder ausgepackt), Vitargo-Riegel in kleinen Häppchen, alle 60min 2 Salztabletten (ich hatte sage und schreibe 40 Stück davon dabei – und auch wirklich 36 Stück eingeworfen !), das war die Marschverpflegung. An den 9 Verpflegungsständen gönnte ich mir immer einen neuen Liter Isogetränk, Powerriegel vom Veranstalter und Mamorkuchen (zum Glück mein Favorit).

Zurück zu KM55: der Vitargo-Nachfüllzeitpunkt war gekommen, denn nach 9,5 Stunden war der Beutel leer und neues Futter konnte eingefüllt werden. Essen für die nächsten 9 Stunden. On the road again konnte unser WOM-Zug erst mal wieder Fahrt aufnehmen und die Leutscher Ache entlang rauschen ,in Mittenwald links abbiegen und ab zum Ferchensee.


Martin war immer noch phänomenal gut drauf und wir 3 ergänzten uns immer besser.KM70 erreicht, kurz Trinken, ehe es langgezogen den Schützensteig hoch und brutal den Kälbersteig runter zur Partnachklamm ging. Durch unser stetiges Tempo hatten wir uns mittlerweile über die Plazierungen 211 auf 144 vorgearbeitet.

Wenn man schon mal bei einer Höhe von 800 Meter ist und 78km in den Knochen hat, kann man auch wieder über 1200 Höhenmeter am Stück hochmarschieren, meint der Veranstalter. Also, hoch geht’s. Aber vorher ist Nachtzeit: 21 Uhr Licht aus, Lampe an.

Durch den Stuibenwald ging es in kleinen engen Serpentinen hoch auf 1600Meter und der vorletzten Verpflegung bei  KM89 – Langenfelder Talstation. Die Schweißtropfen vom Aufstieg wurden hier oben an der Kante durch den auffrischenden Wind gerade wieder weggepustet.


Die Uhr zeigte mittlerweile ca. 23 Uhr, oder aktuell ca. 16 Laufstunden. Unter uns liegt Grainau wunderschön erleuchtet. Was für ein Panorama in der Johanni-Nacht.Nach dem Zwischenstopp folgte die Schleife auf die Bergstation Alpitzbahn und wieder runter nach Hause.

Aber da standen uns noch knapp 1300 Meter Abstieg  bevor. Einen kleinen Gang raus und mit höchster Konzentration ging es den etwas rutschigen Trail runter nach Grainau.Hand in Hand ins Ziel. Das war vor über 18 Stunden nicht auszudenken.

Eine unglaublich gute sportliche und mentale Leistung von Martin; bei Willi und mir zum richtigen Zeitpunkt topfit; diese Komponenten und eine tolle Teamzusammenarbeit haben uns zu dem unglaublichen Ziel gebracht 18 Stunden und 29 Minuten unser liebstes Hobby mit den besten Freunden zu teilen. –Danke an Euch –

Gemeinsam und Gesund im Ziel beim Zugspitzultra 2011

Danke, Merci und Bon courage

Oliver Binz , 18:29 Stunden:Minuten, Platz 113

Bild und Textquelle: http://www.binz-online.com/Lauferfahrung/Eintrage/2011/6/25_ZugspitzultratrailSpezielle_Erlebnisse_teilt_man_sich_mit_seinen_besten_Freuden-.html

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