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Marathon Indien-Auroville 2012 – mit dem Multisport-Adventure-Team beim Marathon in Indien

Marathon Indien-Auroville 2012 – run for the joy of running –

Multisport Adventure Team mit Vitargo beim Maraton in Indien

Nach einem sehr anstrengenden und auszehrenden Rennen kam Tobias etwas enttäuscht und kurz vor dem Zusammenbruch als 2ter in 3:27 beim Auroville Marathon 2012 ins Ziel.

Der Wecker klingelte um 3.00 Uhr morgens. In tiefster Nacht wurde etwas gefrühstückt, das Geschäft auf der Toilette absolviert und die letzten Vorbereitungen für den Lauf getroffen. Kurz nach 4.00 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Start. Ein bisschen Warmlaufen, die allgemeine Erwärmung mitmachen, nochmal in sich gehen und dann war es auch schon kurz vor 5 Uhr und ich fand mich in der ersten Reihe der Startaufstellung wieder.
Die Strecke, eine 14km- Runde, die 3 mal zu absolvieren war, hatte ich schon einmal als Training absolviert. Unebener Boden, teilweise tiefer Sand, scharfe Kurven und enge Pfade mit tief hängenden Ästen, so wie Stolperfallen stellten eine besondere Herausforderung dar.
Dann fiel der Startschuss, das Thermometer zeigt 24°C und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 80%. Ich ordnete mich bei den vorderen Läufern ein, nach einem Kilometer lief ich zusammen mit Paul ( ein Briten, der am Ende dritter war ) ein gutes Tempo auf Position 4 und 5. Dabei merkte ich, dass ich die Batterien meiner Stirnlampe doch hätte wechseln sollen, da sie nicht mehr so stark leuchtete. Bei Kilometer 6 erhöhte ich etwas das Tempo, ließ Paul hinter mir und zog meine Bahnen alleine in der Dunkelheit. Glücklicherweise begleitete mich teilweise ein Fahrradfahrer, so dass ich nicht zu oft bei dem unebenen Boden ins Straucheln geriet. Nach 9 Kilometern überholte ich ein Duo, bestehend aus einem Inder und Simoen, einem weiteren Briten, und schob mich somit auf Platz 2 nach vorne. Der Rest der ersten Runde flog dahin. Es wurde langsam hell und ich gab Annette meine Stirnlampe bei Kilometer 15 und bekam die Information, dass ich 1:30 Minuten Rückstand auf den führenden Inder hatte. Ich steigerte mein Tempo nochmals und lief nun Zeiten zwischen 4:15 und 4:30. Nach 24 Kilometer sah ich den Führenden auf einer langen Geraden, 2 Kilometer später übernahm ich hochmotiviert die Führung. Kurz darauf war meine Motivation weg und als ich auf die letzte Runde ging, merkte ich, dass ich überpaced hatte.

Ich kämpfte um jeden Kilometer und lief immer noch etwa einen 5 Minuten- Schnitt. Die Sonne stand mittlerweile hoch genug, um über die Bäume auf die Strecke zu scheinen. Ich trank so viel, wie ich konnte an den Verpflegungsstationen, doch die Schmerzen in den Beinen wurden immer stärker. Ich fing an, die Umgebung nicht mehr richtig wahrzunehmen und konzentrierte mich nur noch darauf, das nächste Kilometerschild zu passieren. 6 Kilometer vor dem Ziel fing ich an, an den Verpflegungsstationen zu gehen und mein Tempo wurde immer langsamer. Bei 39 Kilometern wurde ich von dem mich begleitenden Fahrradfahrer informiert, dass der zweite direkt hinter mir ankommt. Bei der Verpflegungsstationen bei Kilometer 40 lief er (Simoen) an mir vorbei und ich hatte nichts entgegenzusetzen und ließ ihn ziehen. Mental brach ich zusammen und ich schob kurze Gehpausen ein. Dann nach 3:27 Stunden erreichte ich endlich das Ziel, nur 1 Minute hinter dem Sieger. Ich klappte fast zusammen, war kreidebleich, alles um mich herum schien ein wenig wie im Traum. Nach einiger Zeit weichte die Enttäuschung und ich kann mich langsam über meinen zweiten Platz freuen.

Multisport Adventure Team mit Vitargo beim Marathon in Indien

Beste Grüße
Tobias

Text- und Bildquelle: Nils Naudorf per E-Mail

Multisport Adventure Team erfolgreich beim „The Harz 2011“

„The Harz“ war mit Abstand das härteste Rennen unserer Saison: In 20 Rennstunden hieß es, möglichst viele Checkpoints (CP) auf den verschiedenen Disziplinen zu sammeln und dabei Kälte, Wind, Dunkelheit, Erschöpfung, Hunger und Regen zu trotzen. In einem international gut besetzten Feld gingen insgesamt 33 Teams aus 6 Nationen an den Start. Die Zielsetzung von Robert und Tobias war ein einstelliges Ergebnis.

Schon die Vorbereitungen auf diese Extrembelastung waren anders. Der Rucksack war durch zusätzliche Lampen, Essen, Ersatzbatterien, Akkus und Getränke mindestens doppelt so schwer wie bei den anderen Rennen. So gingen wir mit jeweils 3l Getränken, unzähligen Riegeln, Keksen, Bananen und Butterbroten bewaffnet am Samstagabend um 18 Uhr auf die Strecke. Schon dort war klar, dass die 20 Stunden nicht ausreichen würden, um alle vom Veranstalter gesetzten CP`s einzusammeln. So mussten die Teams während des Rennens taktische Entscheidungen treffen.

Das Rennen begann mit einem Mini-Adventure-Race über 6 km: zwei CP`s zu Fuß, auf das MTB wechseln und erneut einen CP einsammeln. Zurück am Start war das Feld bereits auseinandergezogen und es ging auf die erste MTB-Etappe. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir ungefähr im Mittelfeld und erreichten auf diesem Platz auch die erste Wechselzone an der Wendefurth-Talsperre. Es war gegen 21:30 Uhr und die Dunkelheit war mittlerweile im Harz eingebrochen. Die nächste Disziplin hieß „Swim&Run“, also rein in die Neoprenanzüge und ab in die kalten Fluten. Laufschuhe, Karte und Lampen waren im wasserdichten Sack verpackt und wurden hinter uns hergezogen. Nach 400m Schwimmen der erste Schock des Rennens: Tobias hatte den Kompass in der Wechselzone gelassen und so mussten wir die Navigation in der Dunkelheit quer durch den Wald ohne Kompass vornehmen. Doch es gelang uns erstaunlich gut die CP`s zu finden und zurück zur Wechselzone zu schwimmen.

Und nun hieß es:

Schnell aus den nassen Sachen raus, vom Organisationsteam noch einen Hot Dog essen, trinken, warme Sachen an und los auf die Räder. Schnell waren die nächsten 10 km geschafft und es hieß auf Seilen einen Fluss zu überqueren. Auf der anderen Seite wurden unsere Pedale mit Kabelbindern blockiert, so dass wir die nächsten 10 km schieben mussten. Beim Wechsel der Schuhe, der nächste Schock: Tobias hatte seine Laufschuhe in der Dunkelheit in der letzten Wechselzone vergessen. Also ging es für ihn mit Radschuhen weiter. Am Ende der Schiebestrecke ging es noch mal über mehr als 20 Kehren auf einem schmalen Bergpfad 300 Meter in die Höhe, ehe wir die nächste Wechselzone erreichten. Das Abseilen dort fiel auf Grund des starken Windes leider aus. Also weiter: Wasser auffüllen, trinken, noch mal in Ruhe auf die Karte schauen, dabei essen, durchgeschwitzte Shirts gegen trockene tauschen und wieder auf die Räder, den Berg hinunter. Da wir in der Dunkelheit nicht in den Wald wollten, ließen wir ein paar CP`s auf der Strecke aus und erreichten mit dem Sonnenaufgang die nächste Wechselzone. Hier mussten wir zunächst einen Abhang hinunterrutschen und dort Bogenschießen. Dies wiederholte sich, wenn man nicht traf. In der ersten Runde traf Tobias nicht. Das hieß: Berg wieder hinauf, runterrutschen und Robert durfte schießen. Er traf zum Glück: also weiter auf die „Run&Bike“-Strecke. Tobias, immer noch ohne seine Laufschuhe, zog Roberts Laufschuhe an, dieser nahm Tobias’ Fahrrad und beide Rucksäcke… und weiter. Schnell klapperten wir einen CP nach dem anderen ab. Nach einem Anstieg, Wechsel: Tobias auf`s Rad, Robert Laufschuhe an, dann der erste große Navigationsfehler, falsch abgebogen, zurück, durch den Wald, aber wenigstens den CP gefunden!

Wieder in der Wechselzone trafen wir das andere MAT-Team. Nach kurzer Bestandsaufnahme trennten die Teams sich wieder und wir fuhren über einen weiteren CP in die letzte Wechselzone. Wir stellten die Fahrräder ab und los ging es auf die 33km Laufstrecke, Tobias immer noch mit Radschuhen. Hier hieß es, taktisch vorzugehen. In knapp 4 Stunden war es nicht mehr möglich, alle CP`s zu holen, also versuchten wir, die mit der höchsten Wertigkeit zu finden. Halb laufend und halb gehend kamen wir gut voran und konnten schnell einige CP`s holen, doch dann ging es zurück. Die Zeit drängte und wir hatten nicht gemerkt, dass wir etwa 400 Höhenmeter bergab gelaufen waren. In 2 Stunden gefühltem Gewaltmarsch mit den letzten Kräften kämpften wir uns zurück in die Wechselzone und fuhren die letzten 7km MTB und erreichten knapp vor dem Zeitlimit überglücklich, müde und total ausgelaugt das Ziel.

Am Ende sollte sich unsere Taktik auszahlen und wir erreichten völlig unerwartet den 3. Platz. Aber wohl verdient und hart erkämpft!!!

Tobias und Robert
vom Multisport Adventure Team

Ergebnisse unter: http://www.theharz.com/