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Vitargo Sportler Toni Riediger mit neuer 1500m-Bestzeit

MyVItargo Sportler Toni Riediger mit neuer Bestzeit

Yes! 3:44,77 – Neue 1500m-Bestzeit gestern in Pfungstadt!

Hätte mir 2013 jemand gesagt, dass es 4 Jahre dauert bis die Zeit fällt, hätte ich es wohl nicht geglaubt. Umso mehr freue ich mich jetzt wieder meine persönlichen Grenzen verschieben zu können! Schritt für Schritt!

Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an Maximilian Thorwirth zu einem unglaublichen Rennen und zur U23 EM-Norm!!

Quelle: https://www.facebook.com/toni.riediger.DUS/

Vitargosportler Paul Schmidt mit deutschem Rekord über 50 KM

Paul Schmidt vom Asics Team Memmert läuft am 06. März mit 2:49:06 einen neuen deutschen Rekord über 50 Kilometer in Berlin.  Damit verbessert er den deutschen Rekord um fast drei Minuten. Beachtet man wie Pauls beruflicher Alltag aussieht, ist das eine absolute Top-Leistung.

Lesenswerter Beitrag findet ihr von dem Vitargo Sportler in seinem Blog unter
http://runningpowerberlin.blogspot.de/2016/03/einer-50er-am-wochenende-in-die.html

Quelle:https://www.youtube.com/watch?v=KT1t9Rj6tr4

Vitargo Sportler Florian Reus – Vorbereitung Spartathlon 2015

Florian Reuss Spartathlon 2015 Vitargo

Hallo zusammen,

die Monate ziehen nur so ins Land, so dass ich nur noch etwa 2,5 Wochen von meinem zweiten Saisonhighlight entfernt bin.

Am Freitag, den 25.9.15, findet nämlich die 33. Auflage des traditonsreichen Spartathlons statt, bei dem es 246 Kilometer nonstop von Athen nach Sparta zu bewältigen gilt. Beim Spartathlon handelt es sich um den wohl bekanntesten Ultralauf und aufgrund der Historie in gewisser Weise auch um einen Mythos. Vor gut 2500 Jahren soll nämlich der Bote Pheidippides die Strecke gelaufen sein, um bei König Leonidas Hilfe bei Verteidigung Athens gegenüber den Persern zu beantragen. Ganz davon abgesehen, dass diese Historie bei der Veranstaltung allgegenwärtig ist, markiert die von ihm benötigte Zeit von 36 Stunden auch heute noch das Zeitlimit des Rennens.

Florian Reuss Spartathlon 2015 Vitargo

Ich selbst möchte die Strecke natürlich deutlich schneller laufen, da ich mir nach den beiden zweiten Plätzen in den letzten zwei Jahren gerne auch den Traum vom Spartathlon-Sieg erfüllen würde! Die Vorbereitung auf den Lauf verlief bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nahezu perfekt, so dass die Chancen, in diesem Jahr tätsächlich als erster den Fuß der Leonidas-Statue zu berühren – dieser markiert nämlich das Ziel des Laufs – auch ganz gut stehen. Ganz davon abgesehen kann ich in diesem Jahr auch relativ befreit ins Rennen gehen, da ich mir mit dem Gewinn der 24-h-Weltmeisterschaft ja sowieso schon einen großen Traum in dieser Saison erfüllt habe.

Einen Liveticker, bzw. einen Livestream, wird es in diesem Jahr auch wieder geben; auf den Link werde ich kurz vor der Veranstaltung hinweisen.

Florian Reuss Spartathlon 2015

Infos: www.florian-reus.de
Informationen zur Veranstaltung: www.spartathlon.gr

Bild und Textquelle: Florian Reuss per E-Mail

2. Ternscher See Lauf mit Vitargo

Vitargo Ternscher See Lauf 2015

Vielen Dank an die Helfer vom TriTeam Selm und MC Cappenberg für den super organisierten 2. Ternscher See Lauf 2015. Bei sehr heissen Temperaturen hatten wir mit Vitargo + Electrolyte das passende Getränk im Ziel. 160 Läufer-/innen waren so mit Vitargo und Electrolyten gut versorgt und finishten bei über 30 Grad in Selm. Für musikalische Unterstützung und Gänsehaut Atmosphäre sorgte die Partyband „Step by Step“.

Bildquelle per Mail: TriTeam Selm

Mehr Informationen und Ergebnisse:
http://www.triteamselm.eu/2015/08/30/2-ternscher-see-lauf/

 

Vitargosportler Paul Schmidt gewinnt Füssen Marathon

 Zustandsbericht: Königschlösser- Romantik-Marathon Füssen 2015 als Beispiel für meine Trainingsform „MSL“- Marathon spezifischer Lauf

Achtung! Extra-langer Blogeintrag 🙂

Endorphine garantiert 🙂

Es ist die klassische Disziplin des Langstreckenlaufes.  Der Marathonlauf. Für das Gro der ambitioniereten Volksläufer stellt er den Höhepunkt des Wettkampfjahres dar. Ihn zu schaffen ist ein häufiges Ziel. Die Zeiten sind im Allgemeinen vergleichbar. Zumindest vergleichbarer als die von Trailläufen oder Urban Runs. Als klassisch erzogener Bahnleichtathlet, der mit Runden- und Kilometerzeiten aufgewachsen ist, entwirrt sich die 42,195 auch in diese. Und trotzdem oder gerade aufgrund einer Zielwert ist das volkssportliche „Ankommen“ nicht immer garantiert. Für den Kopf und für die Beine oder wie ich in der Sportphysiologievorlesung sagen würde: für den Energiestoffwechsel stellt diese Laufdisziplin eine besondere Herausforderung dar.
Schaut man sich die Leistungsentwicklung von Hochleistungsmarathonläufern an, so ist selbst bei ausgemacht guten 10000m-Läufern im Laufe der Marathontrainingsjahre oft eine stetige Entwicklung zu sehen. Ob dabei die kumulativen Trainingskilometer eine extrem große Rolle spielen, bezweifle ich aufgrund der vielen Trainingsjahre in der Unterdistanz. Vielleicht ist es zumindest die Anzahl der Longjogs oder auch nur der schnellen Longjogs. Woran sich der Körper als Gesamtes ohne Zweifel erinnert, ist der Marathon. Im mentalen, muskulären und energetischen Sinne. Die „Finisher“ unter den Lesern werden wissen, wovon ich spreche.
Diesen Spruch im Fitnessclub habe ich mir zu Herzen genommen!


Es ergibt sich also aus der Logik heraus, diese 42,195 Kilometer auch im Training zu laufen. Der klassische Skeptiker legt dann gerne das Argument der zu starken Belastung für Sehnen und Knorpel in die Waagschale.  Ich lege die Zeit und Geduld in die Waagschale. Abebe Bikila und seiner 1960er Barfuss-Marathonsieg war fast in Vergessenheit geraten als sich den Skeptiker der Marathonszene verletzungsfreie Finisher in „Free“ Schuhen entgegenstellten.

Nun zum „MSL“ , dem Marathon-spezifischen Lauf . Diese Abkürzung nutzt Lothar Pöhlitz in seinem neuen Standardwerk des (hoch-) leistungssportlichen Lauftrainings (2) für lange harte Läufe in einer gewissen prozentualen Geschwindigkeit der Marathonzielzeit. Er geht beispielhaft so weit, dass man im letzten Belastungsblock vor dem Hauptwettkampf bis zu 30km in 100% der Zielgeschwindigkeit im Training laufen können sollte.

Die Erkenntnisse diese Buches lasse ich in mein Training einfließen

Ich habe diesen Gedanken weiter im Sinne von Yuki Kawauchi gesponnen und mit meiner eigenen eher extrovertierten Persönlichkeitsstruktur verbunden. Der Marathon-spezifischste Lauf ist ein Marathon! Angepasst an die derzeitigen Trainingsuntergründe und den Gesamtumfang habe ich mir als Königseinheit für den ersten Belastungsblock in Vorbereitung auf den Berlin-Marathon namentlich passend den „Königschlösser-Romantik-Marathon“ im südbayrischen Füssen herausgesucht. Mit einer Startzeit von Sonntag 7:30 Uhr war ein gewisser Hitzeschutz gegeben. Von den Untergründen mit 50% Strasse und 50% Wald- und Schotterwegen entsprach es fast meiner derzeitigen Einteilung von 50% Strasse, 30% Wiese und 20% Schotter.

Im Gegensatz zum 40er im heimischen Wald, wie es viele Hochleistungsläufer derzeit praktizieren kommt beim offiziellen Wettkampf auch der offiziellen Vorbereitung eine gewisser Fokus zu, der auch trainiert und im Falle optimiert werden kann. Vor allem stellt er aber eine Abwechslung zum alltäglichen Trainingsterrain dar. Ein Tag im Zug kann entspannender als eine Tag in Berlin sein. Diese Hypothese bestätigte sich auf der Rückfahrt: entsprechende Vorbereitungen (genug zu Lesen, schreiben, Schauen und Hören sowie Ausstattung mit „Noise-cancelling“ Kopfhörern und taktische Platzwahl vorrausgesetzt).

Die  Vorteile eines Landschaftsmarathons im Training liegen auf der Hand: Es paaren sich touristisch wertvolle Erlebnisse und abwechslungsreiches Terrain mit hoffentlich genauen Kilometerangaben und regelmäßigen Verpflegungsstationen. Die Nachteile gilt es zu minimieren: Der Wettkampfmodus soll für ein hartes Training aber nicht als „Abschuss“ und Beginn eines Übertrainings genutzt werden. das geplante Tempodiktat sollte einigermaßen eingehalten werden (was übrigens auch im Hauptwettkampf ratsam ist). Jen Borrmann (Deutscher Meister Crosslauf 2005) meinte einmal zu mir über den Konflikt des Marathontempos: „Am Anfang darfst du nicht schnell laufen
und am Ende kannst du nicht schnell laufen!“

Am 19.07. 2015 genoss ich die Vorteile schon vor dem Start um 7:30 Uhr in vollen Zügen: In der Nacht konnte ich vom Pensionsfenster aus das angestrahlte Märchenschloss Neuschwanstein von fern bewundern. In der sonntäglichen Morgendämmerung erhoben sich die umliegenden Berge in den romantischsten Blau- und Rottönen. Der klare Himmel prophezeite hohe Temperaturen.

Tägliches Morgentraining in der Belastungswoche

Auch als Trainingslauf geplant, hatte ich eine gewisse Anspannung und den entsprechenden Respekt vor der Königseinheit. 160 Wochenkilometer waren bis Samstag gesammelt, davon am Mittwochmorgen ein 30er im 3:30er Schnitt und auch sonst waren die Dauerläufe in diesem Tempo.

Donnerstag stand auch die erste Bahneinheit des Marathontrainings an: Zum Eingewöhnen für die Muskeln 10×400 m in 70s (am Ende waren es im Schnitt 68,6s)  mit 200mTrabpause in 50s. Diese soll auf bis zu 25 Wiederholungen ausgebaut werden.

Unmittelbare Vorbereitung auf den MSL

Als ich vorm Start nach meiner Zielzeit gefragt wurde, nannte ich auch diesen Schnitt in der Marathonsumme: 2:27:40h. Ich sah überraschte und zweifelnde Gesichter. Die skeptische Antwort eine Konkurrenten, dass das Rennen erst ab Kilometer 30 entschieden wird, nahm ich als Ansporn, meine Ansage besonders genau zu erfüllen. Die ersten 3 Kilometer schaute ich bei den Kilometermarken noch auf die Uhr. Aufgrund des Terrains entschied ich mich aber für die „Laufen nach Gefühl“-Variante mit dem Ziel, erst bei Kilometer 10 und 20 auf die Uhr zu schauen. 34:00 und 68:20 waren die Marken. Der Halbmarathon stand mit 1:12h zu Buche. Ich wusste, das die 2 Hälfte für alle Systeme schwerer werden sollte und war froh über den Puffer, denn es sollte ein konstantes Laufen nach Gefühl werden, also gleiches Gefühl, auch wenn ich langsamer dabei werden sollte.

Nachdem ich bis Kilometer 25 nur Wasser entweder über den Kopf oder etwas in den Mund nahm (vorsorglich hatte ich vor dem Rennnen 2 Salzkapseln geschluckt), nahm ich mir im letzten Dritte, Zeit für die Isodrinkaufnahme und ging jeweils 2 Schritte. Ich könnte jetzt meine Darmprobleme auf die nicht ausschließliche Vitargo-Ernährung vor dem Rennen schieben, meine aber, dass die Völlerei am Vorabend für das leicht erhöhte Dauerlauftempo bei nun 25°C und Sonnenschein doch etwas zu üppig war. Nachdem , als Mediziner würde ich es Sigmakluckern nennen (Sigma könnt ihr mal googeln), ich ein paar intestinale Herausforderungen bei Kilometer 23 gemeistert hatte, hielt sich sich die oben benannte Isodrinkaufnahme in Grenzen (um die K…..-Grenze nicht zu erreichen).

In Anbetracht der Hitze wurde ich zum Änderungsschneider / MacGyver

Ein traumhafter Lauf am Sonntagmorgen

Eine kluge Trinktaktik will auch trainiert werden.

Mein tolles GPS-Gerät hatte den Auto-Stop bei Kilometer 23 übrigens für einen kompletten Stop gehalten und war bei 1:17…h stehengeblieben. Aufgrund der pünktlichen Startzeit reichte mir jedoch die reine Uhrzeit für meine Tempokontrolle. Viele sagten zwar, es sah noch sehr locker aus, aber mein inneres wie äußeres Lächeln war doch schon etwas verkrampft, als es ab Kilometer 35 zurück Richtung Füssen ging. Den Burgberg hinauf bei Kilometer 42 hätte ich ohne die 2:25h „Dauerlauf“ vorher sicher auch etwas lockerer genommen. Im Ziel war die Freude auf meine Zielzeitgenauigkeit von – 10 Sekunden und das „Finishen“ eindeutig ersichtlich.

Allgäuer Zeitung 20.07.2015

3 Liter später konnte ich auch das erste mal Pinkeln. Eine kleine Liegepause im eigentlich ausgecheckten Pensionszimmer wurde durch die Putzfrau unsanft unterbrochen, sodass ich mich dann eher aktiver Regeneration in Form von „Spazieren“ widmete.

Läufer unter sich

Die Siegerehrung und den eiweißreichen Quarkkuchen genoss ich mehrfach, bevor ich mich zum Forggensee zum Ausschwimmen verabschiedete.

Die Vorzüge des Sommertrainings

Auch die Zugfahrt zurück in die Hauptstadt konnte medial und mit reichlich Dehungsminuten im leeren Speisewagen gefüllt werden.

Waagerechte im Zug – Besser, als in jedem Mietwagen, leider nurim RE nicht im ICE

Zum ersten Tag der heute beginnenden Regenerationswoche waren die Beine tatsächlich locker, was mir ein 3:42er Schnitt mit Rucksack zur morgendlichen Regenerationseinheit mit etwas Ausschwimmen und Dehung in der leeren aber dafür richtig heißen Sauna, bestätigt wurde.

Von den nicht Involvierten in der Ambulanz hat mir wahrscheinlich auch keiner meinen Marathon angesehen.

Den nächsten MSL werden ich übrigens am 2. August in Rostock  laufen :-).

Als Leistungsteste diese Woche steht am Mittwoch ein klassiche marathonspezifische Laufband-Laktat-Leistungsdiagnostik sowie am Samstagabend auf dem Ku’Damm die Vattenfall Berliner Citynacht an.

Zur Citynacht wird es dann ein paar bedeutende News geben !!!

Auf beides bin ich sehr gespannt. Heute wird der Tag mit Yoga abgeschlossen, was durch die „Reisetätigkeit“ leider etwas zu kurz gekommen ist.

Ein paar mehr Impressionen vom KRM 2015 werde ich im Laufe der Woche hoffentlich noch bekommen, denn das Panorama war einfach umwerfend (aber nicht so wie das des Dresden Marathon 2014 (die Insider wissen, was ich meine)).

Von daher kann ich denen, die es sich zutrauen einen MSL nur empfehlen.

Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

Quellen:

1. http://japanrunningnews.blogspot.de/2014/03/the-kawauchi-counter.html
2. Pöhlitz, L., and Valentin, J. (2015). Trainingspraxis Laufen: Beiträge zum Leistungstraining (Aachen: Meyer & Meyer Verlag).

Bild und Textquelle: http://runningpowerberlin.blogspot.de/2015/07/zustandsbericht-konigschlosser-romantik.html

Sport bei hohen Temperaturen – sportmedizinische Empfehlungen von Paul Schmidt

Sport bei hohen Temperaturen – sportmedizinische Empfehlungen

Paul Schmidt

Morgenstund hat Gold im Mund! Trainier dieser Tage zum Sonnenaufgang! Temperatur,Ozon- und Feinstaubwerte sind am niedrigsten. Auch der nicht vom Hitzetag erschöpfte Körper verspricht das bessere Training

Osaka, Japan 25.08.2007: Der Berliner Geher André Höhne liegt im Weltmeisterschaftswettbewerb über 20km Gehen auf Medaillenkurs. Doch 200m vor dem Ziel scheint er 10m mit hängendem Kopf zu gehen, bevor er, wie von einem Großwildbetäubungspfeil getroffen, in sich zusammensackt.
Beim Sturz hat er sich zum Glück nichts getan. Er kann sich jedoch danach an nichts erinnern. Nicht an die verpasste Medaille, nicht an die Fahrt ins Krankenhaus. Er erlitt an einer Kombination aus verschiedenen Hitzeerkrankungen. Auch der Sieger des damaligen Rennens Jefferson Perez kollabierte im Ziele und wurde mit zuckenden Beinen auf einer Trage abtransportiert.
Bereits 9:00 Uhr morgens standen 33°C und 60% Luftfeuchte auf dem Barometer. So wie in unseren Gefilden dieser Tage. Die Ausdauerwettkämpfe in Osaka standen in harter Kritik. Durch gute sportmedizinische Betreuung und guten Vorsorgemaßnahmen gab es damals glücklicherweise keine Vorfälle mit gravierenden langfristigen Folgen.

Wer sich seit dieser Woche auf seine Trainingsrunde begibt, läuft trotz bester Vorbereitung auch Gefahr Ähnliches zu erleiden.

Beim Ironman Frankfurt diesen Sonntag obliegt es dem leitendem Notarzt, das Rennen gar abzusagen. 2013 hatte man das bei der Citynacht Berlin, einem der größten deutschen 10km-Strassenläufe weise so getan.

Um eine Grundlage für die nachfolgen Tipps zu setzen möchte ich eine kurze Zusammenfassung der Krankheitsprozesse geben: 

Erkrankungen bei Hitze entstehen durch 4 grundlegende Prozesse, die es zu minimieren gilt.

1. Die Allgemeinerwärmung der Körpers, zu messen mit der Körperkerntemperatur

2. Die verhältnismäßig zu starke Erhitzung des Kopfes,insbesondere der Hirhäute und des Gehirns, bspw. durch direkte Sonneneinstrahlung

3. Die zu großen Wasserverluste durch ein Mißverhältnis zwischen Trinkzufuhr und Verlust (Schwitzen, Urin, Abatmung befeuchteter Luft, Auflösung der Nahrung).

4. Die Verschiebung des Elektrolythaushaltes durch zu starke Schweißverluste und/ oder übermäßige Zufuhr von salzarmen Wasser

5. Die Verschiebung des Blutvolumens in die Beine mit verschlechtertem Rücktransport

Die Folgen klingen nicht sehr angenehm und die Vorformen bemerken wir schon beim Sitzen in der Sonne:

Eher bei inaktiven Menschen kann man Hitzeödeme erkennen. Gewebewasser sammelt sich in den Beinen und die Haut bspw. am Schienbein lässt sich wie Knete eindrücken. Das sieht man auch bei Herzschwachen im Krankenhaus.

Die Hitzeerschöpfung mit kalter Haut (hohem Puls und niedrigem Blutdruck) sowie unspezifischen Symptomen kann bis zum Schock also Bewusstlosigkeit führen.

Mit eher trockener heißer Haut gehen Sonnenstich und Hitzschlag einher. Sie treten insbesondere bei zu starker direkter Sonneneinstrahlung des Kopfes auf. Die Hirnhäute werden gereizt. Symptomen von Kopfschmerzen bis hin zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit können auftreten. Gleichzeitige körperliche Belastung verstärkt das Risiko und die Symptome, da der Körper ja dabei zusätzlich Wärme bildet.

Hitzekrämpfe der Muskulatur treten in den beanspruchten Muskelpartien teilweise erst Stunden nach der Belastung auf, bei der Bauchmuskulatur können sie akute Baucherkrankungen imitieren. Hierbei spielt der Salzhaushalt eine wichtige Rolle.

Der Hitzekollaps tritt auch eher nach der Belastung auf, wenn sich zu viel Blut in den unbewegten Beinen sammelt. Es fehlt dann im Gehirn und führt zu Bewusstlosigkeit.

Ich selbst habe beim Dresden Marathon 2014 (22°C volle Sonneneinstrahlung) wahrscheinlich eine Art Hitzeerschöpfung erlitten und die Sterne gesehen. Beim Rostocker Firmenlauf 2013 (18:00 32°C) musste als ersthelfender Arzt Hitzekollapse und auch eine Patientin mit Hitzschlag, die halluzinierte und krampfte behandeln. Dort hatten viele Laufanfänger in der Gluthitze am Rostocker Hafen 7 km laufe müssen. Die individuelle Toleranz und auch Belastungsintensität ist also ausschlaggebend. Mit guter Vorbereitung und Belastungseinteilung sind ja Wettkämpfe, wie der Marathon de Sables oder der Ironman Hawaii schaffbar!
In den heutigen Tagen sollte wir unser Training sowie unser Wettkampfverhalten hauptsächlich den Wetterbedingungen anpassen.

Eis ist gut, kühles Wasser vor dem Training viel besser.

„Coole“ Tipps für das Training

Eis Hitze beim Sport

Reduziere die Trainingsdauer und -intensität! Gerade zu Beginn einer Hitzewelle ist das Training dabei viel zehrender für den Körper. Damit kommt der Trainingsreiz auch früher! Die Überlastung in Form der Hitzeerkrankungen sorgt definitiv für den größeren Trainingsausfall. Als Faustregel für den Nicht-Hitze angepassten Sportler (insbesondere beim Training im tropischen Urlaub) gilt,die Trainigszeit zu halbieren und die geplante Intensität um zu 20% reduzieren. Bereits nach 5 Tagen „Hitzetraining“ passt sich der Körper zum Glück etwas an.
Trainiere kühl! Dafür gibt es viele Tipps. Auch etwas Flexibilität ist gefragt. Eine kühle Dusche vor dem Training, eher mal ein Schwimmtraining, vielleicht doch mal auf dem Laufband / Ergometer

Trainiere, wenn möglich, in den Morgenstunden! Der Kopf ist zwar müde, aber der Körper vom Wasserhaushalt her deutlich besser aufgestellt als nach einem zehrendem Hitzetag. Ganz abgesehen von den klassischerweise niedrigsten Tagestemperaturen in der Morgendämmerung ist auch die Ozon-, Pollen-, und Feinstaubbelastung kurz vor „sunrise“ am tiefsten.

Trainiere schattig! In der Sonne sind Hitzeerkrankungen viel häufiger. Auch die Sonnenbrandgefahr ist vermindert! Schatten für Haut und Kopf ist auch im Sinne einer „hellen luftigen Kopfbedeckung“ zu sehen. Die wichtige Sonnencreme schützt nicht vor Hitze!!! Hierbei sollten fettarme Cremes, welche die Schweißporen nicht verstopfen, benutzt werden

Trainiere luftig! Da Hitze durch Luftströmung hinfort getragen wird (Konvektion) vermindert luftige Kleidung den Hitzestau an der Körperoberläche.

Trinke ausreichend (aber nicht zu viel) vor und während dem Training! Als tolerabel gelten 500-750 ml (also eine volle Trinkflasche) kurz vor der Belastung. Während längerer Belastungen, werden geplante Flüssigkeitsaufnahmen von 100-200 ml aller 10-15 min empfohlen (iso- bis leicht hypotone Getränke)

Iss salzig! Was für den Bluthochdruckpatienten als ungünstig gilt, ist für Hitzephasen zu empfehlen. Das Trinkverhalten wird automatisch verbessert und auch die Ausdauerleistungsfähigkeit wird verbessert. Ich selbst nutze vor langen Hitzeeinheiten Salzkapseln (hier habe ich bisher nur Erfahrungen (aber gute :-)) mit denen meines Ernährungssponsors Vitargo. Diese führen auch zu einer Leistungsverbesserung, wenn es keine extreme Hitze, wie am 4./5. Juli 2015 ist. (307+-32min vs. 333+-40min bei einem Halbironman (26°C) mit 3×2,5g Salzkapseln vs. Zellulosekapseln. Die genauen Mechanismushypothesen werden in einem späteren Blogartikel folgen.

Zusätzliche „Kühltipps“ beim Wettkampf oder intensivem Training

Leider gibt’s die nicht an jeder Laufstrecke

Hitze beim Sport

  • Kühlbecken / kalte Dusche vor dem Wettkampf
  • Kühlweste/ Kühlkleidung (bspw. Idenixx, vor der Rostocker Marathonnacht 2013 (Start 18:00 30°C lag mein nasses Trikot 500m vom Start entfernt im Eisfach)
  • kühle Umgebung/ Schatten (wenn möglich auf der „Schattenseite“ fahren/laufen
  • vorher Wassereis/gekühlte Getränke (sollte vorher geübt werden, da es Magen-Darm-Krämpfe verursachen kann)
  • nasse Mütze/Haare, helle Kopfbedeckung (ein Becher im Mund, 2 über den Kopf !!!)
  • Schwämme nutzen (insbesondere Kopf, in das Kappi klemmen)
  • Sprühstationen nutzen

Als Ersthelfer oder selbst Betroffener kann man sich an folgende Maßnahmen halten:

 Hitzeerkrankungen – Akut-Therapie 
(modifiziert nach Standards der Sportmedizin dtsch. Zeitschr. f. Sportmedizin)

SONNENSTICH

• Sofortige Beendigung der Sonnenexposition und Ruhe an einem schattigen Ort meist ausreichend

HITZEKRÄMPFE / HITZEERSCHÖPFUNG

Flachlagerung in kühler Umgebung

• Isotonische Getränke in häufigen kleinen Portionen trinken

• Gegebenenfalls natriumchloridreiche intravenöse Infusionslösung (bis zu 4 l/Tag) (Dafür benötigt bedeutet für den Sportler im Dopingkader eine nachträgliche Ausnahmegenehmigung und eine Vorstellung in der Notaufnahme!

• Bei Hitzekrämpfen mit persistierenden Muskelspasmen im Notfall langsame intravenöse Infusion einer hypertonen Kochsalzlösung (das gehört auf eine Notaufnahme oder Intensivstation!!!)

HITZSCHLAG 

Flachlagerung in kühler Umgebung 

• Dosierter Wärmeentzug bis > 38°C Körpertemperatur

Mit Wasser besprengen • Einwickeln in feuchte Tücher 

• Gegebenenfalls Plasmaexpander intravenös infundieren (das ist nur etwas für erfahrene Notärzte!)

• Ständige Kontrolle der Körperkerntemperatur und der Vitalfunktionen

• Bei ersten Anzeichen für Kreislaufinstabilität Krankenhauseinweisung mit ärztlicher Begleitung

HITZEKOLLAPS

Flachlagerung und Anheben der Beine in Taschenmesserposition in kühler schattiger Umgebung 

• Selten Verabreichung von Vasokonstriktoren erforderlich (Notarztsache!)

Wer es bis hierhin geschafft hat, sass wahrscheinlich in einem kaltem Raum. Ich hoffe Ihr müsst die oben genannten Maßnahmen nicht anwenden und wünsche viel Spaß beim Training. Im Falle zögert bitte nicht die 112 (also den Notarzt) zu rufen.

Quellen:

  1. Hitzeerkrankungen beim Sport . „Standards der Sportmedizin Hitzeerkrankungen.“ DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 54.4 (2003).
  2. http://www.tagesspiegel.de/sport/leichtathletik-wm-berliner-geher-erleidet-hitzschlag/1024656.html
  3. http://www.derwesten.de/sport/hitze-drama-um-geher-andre-hoehne-id1946954.html
  4. Nichols, Andrew W. „Heat-related illness in sports and exercise.“ Current reviews in musculoskeletal medicine 7.4 (2014): 355-365.
  5. Mountjoy, Margo, et al. „Hyperthermic-related challenges in aquatics, athletics, football, tennis and triathlon.“ British journal of sports medicine 46.11 (2012): 800-804.
  6. Del Coso, J., et al. „Effects of oral salt supplementation on physical performance during a half?ironman: A randomized controlled trial.“Scandinavian journal of medicine & science in sports (2015)

Bild und Textquelle: Paul Schmidt:
http://runningpowerberlin.blogspot.de/2015/07/sport-bei-hohen-temperaturen.html

Toni Riediger erfolgreich beim Neusser Sommernachtslauf

Toni Riediger Vitargo Neuss

Am Samstag startete ich beim Neusser Sommernachtslauf über 10km und konnte mich dort in 32:53 min gegen die Konkurrenz durchsetzen. Nach dem 10er entschied ich mich kurzfristig noch für einen weiteren Start über 5km, welcher 45 min nach Zieleinlauf stattfand. Auch hier konnte ich in 16:12 min gewinnen und habe so einen weiteren Trainingsreiz gesetzt. Die Zeiten sind in dem Fall eher zweitrangig, da Wind und die wellige, 1,1 km lange Runde durch unzählige Überrundungen und damit verbundenen Umwegen und Stop-and-Go’s ohnehin keine Bestzeiten zuließ.

Für einen guten Freund lief ich anschließend noch beim Staffellauf als Schlussläufer mit, den ich mit den Teamkollegen um Tim Stegemann ebenfalls gewinnen konnte, womit mein persönliches Tripple für den Tag vollständig war.

Diese Dreifachbelastung konnte ich mit Hilfe der Vitargo Gels zwischen den Rennen, sowie einem Gainers-Gold-Shake danach erfolgreich absolvieren und fühle mich auch heute – einen Tag nach der harten Belastung – wieder erholt und bereit für weitere Trainingseinheiten.

Toni Riediger Neusser Sommernachtslauf

Alles in allem war es also ein erfolgreicher Trainingstag unter Wettkampfbedingungen für mich, der auch dank der netten und professionellen Veranstalter riesigen Spaß gemacht hat.

Text und Bildquelle: Toni Riediger

Wir gratulieren Toni zum Tripple in Neuss 🙂

Vitargo Sportler Paul Schmidt mit Streckenrekord beim 23. Lauf durch den Volkspark Friedrichshain:

23. Lauf durch den Volkspark Friedrichshain: Die Galavorstellung des Paul Schmidt

Paul Schmidt Vitargo Big 25 Berlin

Bildquelle: Volker Schubert, BIG 25 Berlin

Kathrin Schichtl von den ASICS Frontrunner siegte über die 10 km bei den Frauen in 39:37 vor Antonia Maecker (PSB24 Berlin) in 40:22.

Mit einer großartigen Leistung überraschte der deutsche Spitzenläufer Paul Schmidt am Pfingstsonntag beim Lauf durch den Volkspark Friedrichshain, den die Mitglieder des LC Ron Hill wieder mit großem Engagement organisierten.
Online-Petition „Stoppt die DLV-Laufmaut“

Kernstück der Laufstrecke ist die mehrfache Überquerung des sog. „Bunkerbergs“ mit erheblichen Anstiegen und Abwärtspassagen. Der Lauf zu Pfingsten hat Breitensportcharakter, wobei sich immer wieder engagierte Freizeitsportler mit guten Leistungen auszeichnen.

So stand der Streckenrekord für die 10 km, bei der es viermal den Berg zu überwinden gilt, durch Carsten Krüger vom LTC Berlin auf für das Streckenprofil ausgezeichneten 33:11 Minuten.

Was allerdings an diesem Pfingst-Sonntag der Gewinner des 10 km Laufs auf der durchgehend asphaltierten Strecke durch den Park zeigte, war in allen Belangen leistungssportlich hochklassig. Dass mit der überraschenden Teilnahme von Paul Schmidt aus Dresden, der beruflich in der Sportmedizin der Charité in Berlin tätig ist, der Kursrekord in Gefahr war, konnte man erwarten.

Denn neben seinen Zeiten bei Berliner Halbmarathon Ende März in 1:04:58 und 29:58,53 bei den deutschen Meisterschaften über 10000 m (7. Platz) in Ohrdruf am 2. Mai ist vor allem seine Vorstellung bei den BIG25 Berlin über 25 km erwähnenswert, wo er bei schwierigen Bedingungen als bester Deutscher gute 1:18:48 erreichte.

Dass der 30jährige bei einer Veranstaltung des Breitensports aber ein derartiges Tempo anschlug und bis ins Ziel durchhielt, musste schon überraschen. Neben dem Radfahrer „vor“ dem Führenden, der in den Bergauf-Passagen diesem kaum folgen konnte, realisierten nur wenige Experten am Streckenrand, was sich auf der Strecke abspielte.

Von den Verfolgern war schon lange nichts mehr zu sehen, als Schmidt die Hälfte der Distanz nach etwa 15:20 Minuten zurückgelegt hatte. Damit ging es in Dimensionen, die auf einer flachen Strecke einer Zeit um 30 Minuten entsprechen würde. Und das bei einem Volkslauf!

Über welches Leistungsniveau der Mann an der Spitze verfügte, demonstrierte er im zweiten Teil, wo er keine Schwächen zeigte und mit dem gleich hohen Tempo in großartigen 30:37 das Ziel am Eingang des Volksparks erreichte. Nicht nur die Veranstalter waren von dieser Leistung völlig überrascht und mussten fast genau 4 Minuten warten, bevor Friedrich Horn vom HSV Weimar in 34:58 einlief. Dritter wurde Raik Drescher von Tria Schramberg nach 34:54. Um über 2 ½ Minuten wurde der schon ausgezeichnete Kursrekord auf der allerdings nicht exakt vermessenen Strecke durch den Park gesteigert.

Trägt man dann noch dem Überrunden der meisten Mitläufer Rechnung, die Schmidt nach eigener Aussage zu „Fahrtspiel-Einlagen“ nutzte, kann man über eine solche Demonstration von Leistungsstärke nur anerkennend staunen.

Für den Sieger steht in der nächsten Zeit ein umfangreiches Programm an, das bereits am kommenden Wochenende mit den Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften auf der Bahn des Berlin-Lichterfelder Stadions fortgesetzt werden wird. Mitte Juni soll dann bei einem Sportfest im niederländischen Leiden die 10000 m Bestzeit möglichst auf eine Zeit unter 29:30 gedrückt werden.

Nach den Eindrücken im Friedrichshain erscheint dieses Unterfangen sehr realistisch. Und zum Herbst soll dann auch das Debut im Marathon erfolgen, an das er allerdings recht entspannt herangehen möchte. Auch diesbezüglich gibt es schon sehr konkrete Pläne.

Bleibt noch anzumerken, dass Emily Preston vom SCC Berlin die 5 km bei den Frauen in 20:47 und Volker Goineau (LG Buchsbaum) den Lauf in 17:15 gewann.

Kathrin Schichtl  von den ASICS Frontrunner siegte über die 10 km bei den Frauen in 39:37 vor Antonia Maecker (PSB24 Berlin) in 40:22.

245 Teilnehmer wurden im Ziel registriert, dies war eine weiterer Rekord einer in allen Belangen gelungenen Veranstaltung, der Paul Schmidt die (Leistungs-) Krone aufsetzte.

German Road Races e.V. (GRR) auf facebook:
https://de-de.facebook.com/germanroadraces

German Road Races e.V. (GRR) auf twitter:
https://twitter.com/germanroadraces

Textquelle: http://www.germanroadraces.de/24-0-42686-23-lauf-durch-den-volkspark-friedrichshain-die.html

Jens Ziganke mit Bestzeit in Zürich

Am vergangenen Wochenende war der Singener Langstreckenläufer Jens Ziganke beim ersten Sport-Highlight des Jahres, dem Zürichmarathon, am Start. Der Athlet des SV Reichenau hatte sich viel vorgenommen.

Jens Ziganke Vitargo Zürich Marathon 2015

„Eine Bestzeit soll es auf jeden Fall werden“, meinte Ziganke nach einer intensiven, zehnwöchigen Vorbereitungsphase. Seine Erwartungen sollten sich erfüllen.

Als um 8.30 Uhr der Startschuss am Zürichsee erfolgte, ging Ziganke couragiert in das Rennen und lief dabei sogar kurzzeitig in der Führungsgruppe um Topfavorit Yuki Kawauchi aus Japan und den zahlreichen afrikanischen Läufern mit. Nach diesem etwas unruhigen Beginn fand Ziganke zunehmend ins Rennen und lief dabei ein sehr konstantes Tempo. „Da die Dichte im Feld nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren war, fand ich erst nach acht Kilometern einen Mitstreiter, der ungefähr mein Tempo lief“, so Ziganke. Mit ihm lief Ziganke dann bis Kilometer 34 zusammen, bis sich der Läufer vom SV Reichenau Meter um Meter lösen konnte. Nach genau 42,195 Kilometern konnte sich Ziganke dann über eine neue Bestzeit freuen. Dabei unterbot er seine im vergangenen Jahr in Japan aufgestellte Bestzeit um über eine Minute auf 2:27,38 Stunden. Dies bedeutete in diesem internationalen Feld den 18. Gesamtrang.

„Zwar hatte ich mir insgeheim noch einen Tick mehr vorgenommen, doch durch den zum Teil böigen Wind bin ich mit meiner neuen Bestzeit sehr zufrieden“, zog der Singener ein positives Fazit. Insgesamt kamen beim Zürichmarathon 2244 Läufer und 550 Läuferinnen ins Ziel, wobei der Kenianer Kiyeng Edwin Kemboi das Rennen in 2:11,35 Stunden für sich entscheiden konnte.

Textquelle: http://www.suedkurier.de/sport/regionalsport-bodenseewest/Jens-Ziganke-mit-Bestzeit-in-Zuerich;art2783,7806526

Bildquelle: Jens Ziganke (privat)

Weltmeister!!! – Bericht vom Vitargo Sportler Florian Reus

Der Vitargo Sportler Florian Reus ist Weltmeister im 24h Lauf geworden. In einer E-Mail hat er uns ein wenig über seinen Vitargo-Einsatz geschrieben:

„Ja, Vitargo war wie immer wieder mit dabei. Wie im Vorfeld geplant, hab ich die Dosis ein wenig erhöht, d.h. statt wie sonst üblich hab ich eine Portionspackung vom Carboloader nicht über 3, sondern über 2,5 Stunden möglichst gleichmäßig verteilt getrunken. So kamen bis zum Rennende neun oder zehn Portionstüten mit unterschiedlichen Geschmack zusammen. Zusätzlich gab es auch wieder salt&more, denke da hab ich über das Rennen verteilt bestimmt an die 20 Kapseln genommen. In den Anfangsstunden hab ich auch mal einen von diesen Protein-Riegeln gegessen; bei dem einen ist es aber dann auch geblieben, da das mit fester Nahrung irgendwann immer etwas schwierig wird.
Das Vitargo-Getränk trink ich natürlich trotzdem bis zum Schluss diszipliniert, irgendwo müssen die KH ja herkommen, wenn ich schon nichts festes zu mir nehme.“

Hier haben wir noch den ersten Teil von seinem ausführlichen Bericht:

Reichenbach (Vogtland), der 25.6.2006: Während die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Achtelfinale der WM Schweden mit 2:0 besiegt, werde ich auf der alten, schwierigen Reichenbacher Strecke völlig überraschend Deutscher Meister im 24-h-Lauf. Im Alter von nur 22 Jahren bin ich sogar der jüngste 24-h-DM Sieger aller Zeiten. Bei

Gemeinsam mit dem Topfavoriten Hara Yoshikazu bei der Eröffnungsfeier

Marathon4You heißt es später: „…und im Laufe der Nacht lief immer mehr ein weitgehend unbekannter Läufer in den Vordergrund. Florian Reus aus Würzburg, noch in der Juniorenklasse startend, hatte letztes Jahr mit 139,7 Km noch nicht überzeugen können. Mittlerweile hat er über 100 Km eine Zeit von 8.38 Stunden stehen und lief extrem stark, als es ins letzte Viertel ging“. Spätestens nach diesem Lauf war mir klar, dass der 24-h-Lauf meine Disziplin ist! Ich weiß nicht, ob es gesundes Selbstbewusstsein war oder einfach nur Abgehobenheit nach den vielen Schulterklopfern, doch schon wenige Tage nach diesem damals sensationellen Erfolg fing ich an, mir „visionäre“ Gedanken zu machen, was ich denn in dieser Disziplin so alles erreichen könnte. Und ja… irgendwie strebt man als Leistungssportler doch immer nach Perfektion, so dass schnell der völlig unrealistische Traum WELTMEISTER im 24-h-Lauf geboren wurde, denn mehr wie Weltmeister geht einfach nicht, das ist in dieser Disziplin das Ende der Fahnenstange. Die andere Alternative zu diesem Ziel wäre für mich persönlich nur die Verbesserung des Deutschen Rekords gewesen.

Turin, der 11.4.2015: Nach Wochen und Monaten der Vorbereitung ist es endlich soweit und ich stehe zusammen mit den anderen Läufern aus 41 Nationen an der Startlinie zur Welt- und Europameisterschaft. Nach dem zweiten Platz nach der WM’12 und dem dritten Platz bei der WM’13 gibt es für mich in Sachen Platzierung eigentlich nur DAS eine Ziel. Direkt vor einem Wettkampf macht es allerdings wenig Sinn, eine Platzierung als Zielvorgabe auszurufen, da man dies

In den ersten Stunden des Rennens

ja nur bedingt beeinflussen kann. Dementsprechend setze ich mir direkt vor dem Wettkampf lieber ein Zeit- bzw. Kilometerziel. So peilte ich diesmal die Verbesserung des Deutschen Rekords (276,2 km) an – in der Hoffnung, dass dieses Ergebnis dann auch zum Titelgewinn langen würde. Nichtsdestotrotz ist der Druck (den ich mir vor allem selber mache) vor dem Lauf kaum auszuhalten. Da die WM neuerdings nur noch im 2-Jahres-Rhythmus ausgetragen wird, ist es fraglich, ob und wie viele Chancen ich noch auf den Titelgewinn bekommen werde. Denn… wer weiß was in zwei, möglicherweise sogar erst in 2,5 Jahren ist; vermutlich bin ich bis dahin mit meinem Studium fertig und wer weiß, ob sich meine akribische Wettkampfvorbereitung, dann neben dem Job noch in der jetzigen Form realisieren lässt.
Entsprechend meiner hohen Ambitionen entschloss ich mich, hinsichtlich meiner Renntaktik ein kalkulierbares Risiko einzugehen. So war es mein Plan, die ersten 50 km in 4 Stunden zu bewältigen, sowie die 100-km-Marke in 8:10 Stunden zu passieren, um dann zur Halbzeit nach 12 Stunden im Idealfall 144 km auf der Habenseite verbuchen zu können.
Die ersten Stunden fühlten sich richtig locker an, auch wenn ich lange Zeit Schwierigkeiten hatte, meinen Rhythmus zu finden, d. h. manche Runden waren viel zu schnell, andere dafür deutlich zu langsam. Durch die relativ hohe Anfangspace war ich nach etwa vier Stunden schon relativ weit vorne im Feld platziert und phasenweise auch vor einem der Topfavoriten, Ivan Cudin, wodurch ein paar Zweifel aufkamen, ob das Tempo nicht doch etwas zu mutig ist. Nichtsdestotrotz verlief mein Rennen bis Kilometer 100, die ich genau nach Plan in 8:11 Stunden passieren konnte, unspektakulär und genau so, wie ich es etliche Male im Kopf durchgespielt hatte.
Allerdings war es nun an der Zeit, stockvoll in die erste heftige Krise reinzulaufen. Von Runde zu Runde merkte ich, wie sich mehr und mehr eine richtige Kraftlosigkeit in den Beinen einstellte und auch die Schrittlänge immer kürzer wurde. Ich versuchte zwar, dem Ganzen noch mit Anfersen entgegen zu steuern, doch jetzt galt es wirklich, ein paar kritische Stunden zu überstehen. Vom Allgemeinzustand fühlte ich mich zwar gar nicht mal sooo schlecht, aber muskulär war ich echt schon ziemlich platt. Ich denke, dass die steile Rampe vor allem durch das Bergablaufen ihren Tribut forderte, die warmen Temperaturen habe ich dagegen eigentlich ganz gut weggesteckt. Rückblickend glaube ich, dass ich aber genau in dieser Phase meine vielleicht mittlerweile größte Stärke ausgespielt habe. Während ich mich noch vor einigen Jahren in solchen kritischen Phasen doch ein klein wenig hängen lies, denn das ist dann extrem verlockend, gelingt es mir mittlerweile auf Grund meiner Erfahrung auch solche Tiefs mit einem möglichst geringen Zeitverlust zu überstehen. Nach 12h hatte ich dementsprechend 141,7 km erreicht, d. h. ich habe trotz der Probleme zwischen 100km und 12 Stunden lediglich 2,3 km auf meiner Marschroute verloren. Nichtsdestotrotz war mir aber spätestens jetzt klar, dass ich den Deutschen Rekord auf dieser Strecke vergessen sollte, da die Rampe uns Läufer so langsam aber sicher echt fertig machte. Mein Plan war es von nun an – ohne Uhr – einfach nur so gut zu laufen, wie es der Moment gerade erlaubt (…).

Den ganzen Bericht gibt es unter: http://www.florian-reus.de/de_DE/04/weltmeister/

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