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Mit VITARGO über die Höhenzüge des Rothaarsteigs

Wenn die Blätter der Bäume sich verfärben, dann neigt sich auch so langsam die Saison der Marathonläufer ihrem Ende zu. Dennoch hält gerade der Herbst neben dem deutschen Marktführer in Berlin einige kleine, dafür aber umso feinere Veranstaltungsperlen für die Genuss- und Landschaftsläufer parat. Zu diesen zählt unbestritten der Rothaarsteig Marathon, der in diesem Jahr bereits zum elften Mal im Schmallenberger Ortsteil Fleckenberg gestartet wurde. Der mit 838 Höhenmetern anspruchsvolle Kurs durch das reizvolle Schmallenberger Sauerland erfreut sich wachsender Beliebtheit, was nicht nur auf die perfekte Organisation der Veranstaltung zurückzuführen ist. Denn trotz seiner Schwierigkeiten bietet der fast komplett im Wald verlaufende Rundkurs den rund 300 Teilnehmern immer wieder eindrucksvolle Ausblicke in das Land der 1000 Hügel. Die zum Teil kniffeligen Passagen über wurzelige Waldpfade sowie die koordinativ und muskulär anspruchsvollen Gefällstrecken besonders im Schlussdrittel verleihen den 42,195 km, die zum Teil auf dem Rothaarsteig gelaufen werden, eindeutig Trailcharakter.

Mit Vitargo beim Rothaarsteig Marathon

Obwohl ich bei den letzten Wettkämpfen nur über topfebene Straßen und Wege in und rund um Berlin geschlurft bin, weiß ich, dass ich diese anspruchsvollen Trailstrecken mag und dass ich sie – trotz nicht vorhandener Trainingsmöglichkeiten – auch ganz passabel laufen kann. Obwohl seit dem Berlin-Marathon knapp drei Wochen vergangen sind, ist das Wetter fast noch genauso gut wie in der Hauptstadt, nur auf den Höhenzügen des Rothaarsteigs kann sich die Sonne lange nicht gegen den hartnäckigen Nebel durchsetzen. Und der durch die Regenfälle und Waldarbeiten der letzten Tage arg in Mitleidenschaft gezogene Untergrund unterstützt das Cross-Ambiente der Strecke. Mit den Bedingungen komme ich gut zurecht und kann so trotz der Anstrengung immer wieder mal die herrlichen Ausblicke genießen. Allerdings merke ich gerade im letzten Drittel des Rennens, dass diese Saison mit der Vorbereitung auf die 100 Meilen in Berlin und dem (trotz des Ausstiegs beim km 110) tollen Rennen dort doch einiges an Körnern gekostet hat. Und so werden gerade die letzten sechs Kilometer ganz schön lang, obwohl sie sich malerisch und fast eben an der Lenne entlang schlängeln. Das Ziel erreiche ich nach 3:43 Stunden und bin damit nur neun Minuten langsamer unterwegs als auf dem topfebenen Weltrekordkurs in Berlin (aber auch fast 16 Minuten langsamer als bei meinem ersten Start hier 2011!), was auch darauf zurückzuführen ist, dass ich keinen Einbruch habe. Wie bei den letzten langen Wettkämpfen bin ich mit einem Trinkrucksack unterwegs, in dem sich ein Liter VITARGO Elektrolyt befindet, was dafür sorgt, dass ich auf Gel oder ähnliches verzichten kann und trotzdem immer ausreichend mit den notwendigen Kohlehydraten und Mineralstoffen versorgt bin.

Das könnte doch jetzt ein schöner und motivierender Saisonabschluss zumindest auf der langen Strecke sein … on verra!

Bild- und Textquelle: Holger Deifuß

Niemand hat die Absicht 100 Meilen zu laufen – Der Berliner Mauerweglauf 2014 (Teil 3)

Das Wichtigste und Entscheidende gleich vorweg: Ich bin beim Berliner Mauerweglauf über 100 Meilen am 16./17. August an den Start gegangen, habe aber nicht gefinisht, sondern bin bei Kilometer 110 ausgestiegen.

Jetzt werden sich sicherlich viele von euch fragen: „Wie kann man nach 110 Kilometern aus dem Rennen aussteigen, wenn man nur noch 50 km zu laufen hat? Das ist ja fast so, als wenn man bei einem Marathon nach 25 km aussteigt!“ Ja, das stimmt, das ist so, aber wer selbst Läufer ist, weiß, dass man in einem Rennen in der Wettkampfsituation durchaus Entscheidungen trifft, die nicht unbedingt rational nachvollziehbar sind.

Aber der Reihe nach … .

Mit Vitargo bei den 100 Meilen von Berlin - Mauerweglauf

Der letzte Teil der Vorbereitung auf den Mauerweglauf läuft wie auch schon die Trainingsblöcke zuvor gut. Für die letzten beiden Wochen vor dem Rennen habe ich mir einerseits Regeneration sowie Tapering verordnet, d.h., dass ich den Wochenumfang um 30-50% reduziere, gleichzeitig aber auch das Lauftempo einiger Einheiten steigere, um mehr Spritzigkeit zu bekommen. Am Samstag vor dem Mauerweglauf mache ich entspannt den letzten Dreißiger zur Vorbereitung. Körperlich bin ich fit, aber ich merke, wie gerade in den letzten beiden Wochen die Nervosität deutlich zunimmt und sich auch so etwas wie Angst vor der ungewohnten und außergewöhnlichen Situation in meine Gedanken schleicht. Die vorletzte Nacht vor dem Rennen schlafe ich schlecht, in der letzten Nacht warte ich nur noch darauf, dass ich um kurz nach vier aufstehen kann und es endlich losgeht, aber das gehört wohl einfach dazu.
Das gemeinsame Essen und die informative Wettkampfbesprechung am Vorabend des Rennens in einem Hotel am Alexanderplatz vermitteln schon einen ersten Eindruck davon, wie professionell, aber auch mit wie viel Herzblut diese Veranstaltung von der LG Mauerweg aufgezogen wird. Da passt es gut ins Bild, dass die Veranstaltung mit rund 300 Startern einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnet. Viele „Ultras“ kommen übrigens aus dem Ausland, hier sind vor allem die Italiener und Dänen stark vertreten.

Pünktlich um 6 Uhr erfolgt dann der Startschuss im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Stadtteil Prenzlauer Berg. Endlich geht es auf die genau 161,8 km lange Schleife rund um den westlichen Teil von Berlin, größtenteils wird auf dem Mauerweg gelaufen, der sich dort befindet, wo bis 1989 die Mauer West-Berlin vom Osten der Stadt bzw. von der DDR getrennt hat. Gelaufen wird diesmal im Uhrzeigersinn, d.h., wir laufen zuerst durch Berlin-Mitte, dann in den Süden von Berlin, von dort nach Potsdam am Wannsee vorbei, über Falkensee, Spandau und Frohnau geht es wieder zurück zum Start.

Mit Vitargo bei den 100 Meilen von Berlin - Mauerweglauf

Die äußeren Bedingungen am Wettkampftag sind optimal, mit rund 20° Celsius Außentemperatur ist es nicht zu warm (wie in den heißen Wochen zuvor befürchtet), nur zwei kurze Schauer sorgen für eine nicht unbedingt notwendige Abkühlung. Das einzige Manko auf den ersten 20 Laufkilometern im zentralen Stadtgebiet ist die Tatsache, dass an roten Ampelkreuzungen gewartet werden muss, da die Strecke nicht abgesperrt ist. Das macht es gerade zu Beginn schwierig den Laufrhythmus zu finden. Aber wenn man erst einmal aus dem Zentrum Berlins heraus ist, erlebt man die Hauptstadt auf dem Mauerweg von ihrer grünen und idyllischen Seite.

Mit Vitargo bei den 100 Meilen von Berlin - Mauerweglauf

Gerade die Streckenabschnitte um Potsdam und den Wannsee sind landschaftlich äußerst reizvoll, was selbst dem Tunnelblick der Ultras nicht entgeht.
Der erste große Wechselpunkt ist nach rund 60 Kilometern in Teltow. Ich bin mittlerweile in meinem „Ultra-Rhythmus“, spüre aber schon deutlich meine Beine und so langsam beschleichen mich doch ernsthafte Zweifel, denn immerhin gilt es jetzt noch gut 100 km zurückzulegen.

Mit Vitargo bei den 100 Meilen von Berlin - Mauerweglauf

Diese Gedanken beschäftigen mich dann auch die nächsten Stunden und nach und nach reift in mir die Erkenntnis heute (noch) nicht die 100 Meilen laufen zu können. Meine Betreuer, die alles an der Strecke geben und mich immer wieder mal ein Stück begleiten, wollen es nicht glauben, aber beim nächsten großen Verpflegungspunkt bei km 91 beschließe ich noch bis km 110 zu laufen und dann auszusteigen – das hat auch etwas Befreiendes.

Kilometerpunkt 110 erreiche ich nach knapp 12 Stunden (11:58) und bin unter den ersten 25 Läufern platziert – wie kann man da aufgeben, vor allem, wenn man weiß, dass man für die verbleibenden 50 km noch 12 Stunden hat, um unter der 24 Stunden-Marke zu bleiben (wofür es nach amerikanischem Vorbild eine Gürtelschnalle mit 100 Meilen-Motiv gibt) und noch gut 18 (!) Stunden bis zum Zielschluss? Ganz einfach: Ich kann mir in diesem Moment nicht vorstellen noch 50 Kilometer zu laufen, 20 vielleicht, aber nicht noch einmal dreißig oben drauf. Meine Betreuer geben mir zu verstehen, dass meine Mitstreiter mindestens genau so fertig sind wie ich, was ich ja auch selbst sehe, und als eine der Helferinnen am Verpflegungsstand hört, dass ich aussteigen will, bietet sie mir spontan eine heiße Badewanne oder Dusche in ihrem nahe gelegenen Haus an. Aber es hilft alles nichts: Nicht nur meine Beine sind fest, sondern vor allem der Kopf und der ist auf den Ultra-Distanzen nun mal entscheidend. Ich setze mich also ins Auto, lasse mich in die Ferienwohnung fahren und lege mich in die warme Wanne – und bin zufrieden mit meiner Entscheidung.

Das sieht naturgemäß am nächsten Tag schon ganz anders aus – was mir ja am Vortag vehement von meiner Frau prophezeit worden war. Nun hadere ich schon mit meiner Entscheidung und denke, dass VIELLEICHT nach einer 15 minütigen Pause und mit frischer Bekleidung noch was drin gewesen wäre, vor allem weil ich merke, dass ich kaum Muskelkater habe und mich besser als nach manchem Marathon bewegen kann. Aber das Lamentieren bringt mich auch nicht weiter, ich muss die richtigen Lehren aus dem Ausstieg ziehen.

Was war richtig?

Die körperliche Vorbereitung war ausreichend, ich brauche die hohen Kilometerumfänge mit bis zu 250 Wochenkilometern nicht, acht Wochen intensives Training mit im Schnitt 100 km reichen mir. Zwei oder drei kürzere Ultras zur Vorbereitung wären allerdings nicht schlecht gewesen, die zwei Marathons zur Vorbereitung waren (vor allem mental) zu wenig.
Die Ernährung rund um den Wettkampf und während des Rennens war top. In den Tagen vor dem Lauf habe ich die Speicher mit dem VITARGO Carboloader und Protein aufgeladen.

Mit Vitargo bei den 100 Meilen von Berlin - Mauerweglauf

Während des Rennens habe ich aus dem Trinkrucksack einen Liter VITARGO Elektrolyt gemischt mit einem Fläschchen Amino 14.000 Flüssig alle 25 Kilometer getrunken, dazu alle zwei Stunden eine Salt&More-Tablette. An den Verpflegungsständen, die alle sechs bis sieben Kilometer an der Strecke platziert sind, zusätzlich noch Elektrolyt, Apfelschorle, Wasser oder Cola gegen den Durst. Gegessen habe ich wie bei allen Ultras fast gar nichts, Magenprobleme oder Muskelkrämpfe kenne ich nur aus Erzählungen. Selbst die mitgeführten und stets griffbereiten Gels kommen nicht zum Einsatz, das VITARGO Elektrolyt ist einfach ideal für so einen Einsatz.

Was war nicht gut?

Meine mentale Strategie für das Rennen. Im Grunde genommen hatte ich gar keine, denn zu sagen: „Ich laufe mal bis 100 und dann gucken wir mal, was passiert!“, ist ja nicht wirklich eine erfolgversprechende Strategie. Wie könnte die aussehen? Längere Pausen an den drei zentralen Wechselpunkten (km 58, 91 und 138) verbunden mit einem Kleiderwechsel, vielleicht einer leichten Lockerung der Muskulatur, nicht zu lange (nicht länger als 15 Minuten), aber eben eine richtige Pause (was ich von meinen bisherigen Ultras her nicht kannte, aber da war die maximale Distanz eben auch nicht länger als 100 Kilometer).
Und was natürlich auch klar ist: Wer etwas Außergewöhnliches leisten will (100 Meilen laufen), muss auch bereit sein, außergewöhnlich zu leiden, 161 km sind eben 61 Kilometer mehr als 100 … .

Was bleibt?

Ein außergewöhnliches Erlebnis, viele neue Erfahrungen und der Wunsch, den Berliner Mauerweglauf in naher Zukunft doch noch zu finishen.
An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes DANKESCHÖN an meine tollen Betreuer an der Strecke und an die Selmer VITARGOS, ohne euch wäre ich nicht so weit gekommen!

Mit Vitargo bei den 100 Meilen von Berlin - Mauerweglauf

Vielen Dank für den tollen Bericht!

Mehr Infos zu dem Lauf gibt es unter: http://www.100meilen.de

Bild- und Textquelle: Holger Deifuß

Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen – Vorbereitung auf den Berliner Mauerweglauf – Teil 2

Hier nun der zweite Teil meines Berichts über die Vorbereitungen auf den Berliner Mauerweglauf über 100 Meilen am 16./17. August.

Sylt_Trainingslager_14.3 Mit Vitargo in Sylt

Am Ende des ersten Teils hatte ich ja auf den vor mir liegenden Trainingsaufenthalt auf der Insel Sylt hingewiesen, der mittlerweile auch schon wieder Vergangenheit ist. In aller Kürze: In den zwei Wochen ist das Training auf Deutschlands nördlichster Insel „gut gelaufen“, obwohl die für den Norden ungewöhnlich hohen Temperaturen während unseres Aufenthalts dort das Training nicht unbedingt erleichtert haben, es aber immerhin ermöglicht haben, fast jeden Tag in der Nordsee zu baden, was für die Regeneration auch nicht das Schlechteste war. In der ersten Woche habe ich mich – weil dies der Trainingsplan und auch die Gewöhnung an die Bedingungen nahe legte – lauftechnisch zurückgehalten, was auch notwendig war, da der erste Trainingsblock u.a. mit dem Biggesee-Marathon schon Körner gekostet hat. In der zweiten Woche bin ich dann u.a. zwei Mal über 30 km gelaufen (31 und 35 km mit einem Tag regenerativen Training dazwischen), was trotz der Hitze und des teilweise heftigen Gegenwindes gut hingehauen hat.

Zurück im Münsterland musste ich mich dann wieder erst einmal an die veränderten klimatischen Bedingungen gewöhnen, nach der Akklimatisierung standen dann aber erneut ein Dreißiger und als Höhepunkt direkt am Tag danach die Teilnahme am Marathon in Bad Pyrmont auf dem Programm. Einen Marathon mit 30 km als Vorprogramm habe ich in nunmehr 31 Laufjahren bislang auch noch nicht absolviert, es hat aber trotz des anspruchsvollen Streckenprofils und der Hitze beim Pyrmonter Marathon passabel funktioniert.
Im Detail heißt das: Auf den 42,195 km im Weserbergland rund um Pyrmont sind 690 Höhenmeter zurückzulegen.

Bad Pyrmont_Holger-vitargo

Das hört sich erst einmal gar nicht so schlimm an, aber es geht eben ständig rauf und runter, man hat kaum einmal ein Stück ebene Wegstrecke, so dass man nur ganz schwer seinen Laufrhythmus findet. Die bei der Startzeit von 13 Uhr hohen Temperaturen sowie der Dreißiger vom Vortag tragen auch nicht unbedingt zur Entspannung bei, der große Vorteil der Streckenführung liegt aber darin, dass bis auf die einführenden Kilometer sowie den Schlusskilometer nur im Wald gelaufen wird, so dass die hochsommerlichen Temperaturen gut zu ertragen sind.

Auch sonst ist der Marathon in Bad Pyrmont eine top Veranstaltung und als Vorbereitungslauf oder einfach nur so unbedingt zu empfehlen. Tadellose Organisation, familiäre Atmosphäre, sehr gut ausgestattete Verpflegungsstellen in ausreichender Anzahl sowie ein ansprechendes Rahmenprogramm zeichnen diese Veranstaltung aus. So trifft man gerade auf der Marathon-Strecke etliche Ultra-Läufer, die die klassische Distanz im Weserbergland zur Vorbereitung auf ein Ultra-Rennen nutzen. Ich komme sogar in den Genuss eine Zeit lang mit einem Läufer zusammenzulaufen, der sich ebenfalls für den Mauerweglauf in Berlin gemeldet hat (und der zur Vorbereitung mal eben einen Triple-Marathon in Groningen gemacht hat!).

Bad Pyrmont_Holger-vitargo2

Auf der Strecke habe ich trotz des Dreißigers vom Vortag keine Probleme, ich kann ohne Einbruch mein angestrebtes Tempo knapp unter dem 6 Minuten-Schnitt laufen und erreiche nach 4:09 Stunden wohlbehalten das Ziel auf der Kurpromenade ohne das Gefühl, mich verausgabt zu haben.

Bad Pyrmont_Holger-vitargo3
Alles gut, oder?

Auf der Rückfahrt beschleichen mich doch einige Zweifel … . Direkt nach dem Rennen, nachdem ich mich mal kurz hingesetzt hatte, war ich doch schon richtig kaputt, die Beine tun weh, und das nach gerade mal 42 Kilometern. Ja, die Höhenmeter, die Hitze, der Dreißiger vom Vortag …, aber ich habe natürlich auch mal wieder während des Rennens gehört, was andere Teilnehmer in Vorbereitung auf die 100 Meilen an Kilometern zurücklegen. Da kommen mir doch Zweifel an meiner eigenen Strategie mit einem auf Umfang angelegten Marathon-Trainingsprogramm 100 Meilen laufen zu wollen, vielleicht hätte ich doch mehr machen oder einfach eher anfangen müssen?

Das heißt für mich: Wenn ich die Strecke schaffen will, müssen die Bedingungen sehr gut sein (keine extreme Hitze oder Dauerregen mit kühlen Temperaturen) und ich muss einen sehr guten Tag haben, sonst könnte es eben nicht reichen – auch darauf muss ich mich jetzt mental einstimmen.

Jetzt sind es noch drei Wochen bis zum Rennen, das heißt noch eine Woche hartes Training und dann zwei Wochen zur aktiven Regeneration und zum Tapering, man wird sehen.
Ernährungstechnisch ist zumindest alles im Lot dank der rührigen VITARGOs (danke Susanne, Olli und Michael!), die echt Interesse an meinem Projekt haben und mich in Windeseile mit den gewünschten Produkten versorgen. Morgens bei VITARGO anrufen, abends liegen die Produkte abholbereit in Selm. Ich vertraue weiterhin auf meine „Klassiker“. Im Trinkrucksack habe ich bei einem Dreißiger im Training rund einen Liter VITARGO Elektrolyt dabei sowie drei Tabletten Salt&More.

Mit Vitargo Beim Marathon in Bad Pyrmont

Im Moment experimentiere ich noch mit Aminosäuren, dazu vielleicht im nächsten Eintrag mehr. Direkt im Anschluss an lange Einheiten trinke ich dann eine Portion Gainers Gold (500 ml). Wichtig ist, dass ihr den Eiweiß-Drink direkt nach dem Duschen zu euch nehmt, nicht zu lange wartet, das ist echt wichtig, dann bringt es am meisten für die Regeneration. Zur Vorsicht habe ich noch immer VITARGO Gel auf der Strecke dabei, das kommt aber fast nie zum Einsatz, da reichen die Kohlenhydrate im Elektrolyt.

Auf den Punkt gebracht stellt sich mein Zustand drei Wochen vor dem Rennen so dar: körperlich und ernährungstechnisch gut drauf, mental eher ein wenig zweifelnd (was wohl auch mit dem immer näher rückenden Wettkampftermin zu tun hat!).

Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen – Vorbereitung auf den Berliner Mauerweglauf – Teil 1

„Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen!“ – Marathon-Vorbereitung auf den Berliner Mauerweglauf
(Teil 1, Ende Juni 2014)

Vitargo Team Holger Deifuß

„Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen!“ So lautet – in Abwandlung des berühmten Zitates des ehemaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht – das Motto des Berliner Mauerweglaufs. Allerdings wollte Ulbricht nicht nicht 100 Meilen laufen, sondern, um die Weltöffentlichkeit zu täuschen, nicht eine Mauer quer durch Berlin und den Rest Deutschlands errichten lassen, aber wir wissen ja, was aus dieser Absichtserklärung letztlich geworden ist.
Im Gegensatz zu Ulbricht habe ich allerdings nie die Absicht bekundet, nicht 100 Meilen laufen zu wollen, sondern dieses Projekt hat mich von dem Zeitpunkt an, als ich die Finisher des ersten Mauerweglaufes bei Thüringen Ultra 2011 in ihren neongelben T-Shirts gesehen habe, nicht mehr richtig los gelassen. Pech für mich, dass im Jahr 2012 ein schwerer Fahrradunfall u.a. mit einer gebrochenen Kniescheibe dazwischen gekommen ist. Nachdem ich mich im letzten Jahr u.a. durch die Teilnahme am Rennsteiglauf langsam wieder an die Ultra-Szene herangepirscht hatte, verschwendete ich auch bei der Wettkampfplanung für dieses Jahr noch keinen Gedanken an die 100 Meilen in Berlin, ABER ich trug den Termin 16./17. August 2014 schon einmal vorsorglich in meinem Kalender ein, warum auch immer (jetzt weiß ich es).
Und dann spulen wir unser übliches Frühjahrsprogramm ab: im März den Syltlauf über 33,333 km, Ende April einen Marathon (diesmal bei scheußlichem Wetter in Enschede), den Rennsteig können wir in diesem Jahr wegen privater Verpflichtungen leider nicht laufen, stattdessen nehme ich alternativ Ende Mai am Westerwaldlauf über 50 km mit 1200 HM teil – ein sehr schöner Wettkampf in toller Natur mit familiärer Organisation – und das für 10 Euro Startgeld!
Und auf einmal spuken wieder die 100 Meilen im Kopf herum. Die Verletzungen vom Unfall sind ausgeheilt und auch die anderen diversen Zipperlein, die einem nach 31 Laufjahren zusetzen können, habe ich in dieser Saison bislang gut im Griff. Nicht zuletzt der Termin des 100 Meilers in Berlin ist in diesem Jahr äußerst günstig. Dadurch, dass der Wettkampf am letzten Ferien-Wochenende stattfindet, kann ich zumindest davon ausgehen, dass ich ausgeruht an den Start gehen kann. Also was noch außer: anmelden, Startgeld überweisen, vorbereiten, 100 Meilen laufen – und dann hoffentlich auf beiden Beinen laufend finishen. Das ist zumindest der Plan.
Als ich mir auf der Seite des Mauerweglaufs dann verschiedene Trainingspläne anschaue, überkommen mich doch leise Zweifel. Da ist von Wochenumfängen zwischen 150 und 200 Kilometern, 100 km-Wettkämpfen, 12 Stunden-Läufen etc.  … zur Vorbereitung die Rede. Habe ich alles bis jetzt nicht gemacht, werde ich aber auch nicht in der Vorbereitung machen. Habe ich vor Thüringen Ultra aber auch nicht gemacht. Trotzdem habe ich die 100 km mit 2200 HM mit einem wöchentlichen Trainingsumfang von rund 70 Kilometern (das ist nachprüfbar!) auch geschafft (sogar unter 10 Stunden).

Mir ist schon klar, dass es diesmal etwas mehr sein muss, aber sicherlich nicht über 100 Kilometer in der Woche, okay, alternativ und zum Ausgleich noch rund 150 km auf dem Rad, das muss aber auch reichen. Man wird sehen, ob das, was andere für einen Marathon trainieren, auch für 100 Meilen ausreichend sein kann.

Ende der letzten Woche dann der erste intensive Trainingsblock mit einem 25 km-Lauf am Donnerstag, danach am Freitag einem 15er und Samstag dann im Sauerland den Biggesee-Marathon mit rund 1000 HM. Auch wenn ihr nicht 100 Meilen laufen wollt – den Biggesee-Marathon in Attendorn kann ich nur empfehlen! Eine attraktive Streckenführung überwiegend durch den Wald, vereinzelt sogar mit Single-Trails in toller Landschaft, üppig ausgestattete Verpflegungsstellen und eine rundum freundliche Atmosphäre lassen diesen

Landschaftsmarathon zu einem echten Geheim-Tipp avancieren. So begegnet man auf der Strecke immer wieder Läufern, die sich auf Ultra-Rennen vorbereiten, etwa auf die K78 in Davos oder die 100 km in Winschoten, und mit denen man schnell ins Gespräch kommt.
Nach rund 4 Stunden bin ich einigermaßen entspannt im Ziel. Nachdem ich geduscht habe, trinke ich ein VITARGO Gainers Gold und – welch Wunder – muskuläre Probleme habe ich am nächsten Tag nicht, trotz der teilweise heftigen Gefällstrecken. Das stimmt mich doch recht zuversichtlich und ich kann in dieser Woche wie geplant mein Training fortsetzen. Anfang der Sommerferien geht es dann zum Training nach Sylt. Wenn Mocki dort regelmäßig trainiert, wird es mir wohl auch nicht schaden, aber das weiß ich ja schon von etlichen Aufenthalten dort in der Vergangenheit.

Bild und Textquelle: Holger Deifuß

Vitargo Sportler erfolgreich beim Halbmarathon Berlin 2014

Am 30. März erlebten einige Vitargo Sportler wieder einmal eine tolle Atmosphäre beim  Halbmarathon in Berlin. Der Berlin Halbmarathon ist mit seinen mittlerweile über 30.000 Läufern und Läuferinnen der größte Halbmarathon in Deutschland.

Bei den Männern gewann Leonard Komon mit einer Zeit von 59:12, bei den Frauen Tadelech Bekele mit 1:10:05. Als bester deutscher Läufer kam Andre Pollmächer auf Platz 13 ins Ziel (Platz 1-12 gingen übrigens komplett an Kenianer). Der von Vitargo unterstütze Sportler verbesserte mit 1:02:17 seine Bestzeit um 1 Minute und 29 Sekunden.

Andre Pollmächer mit Vitargo beim HM in Berlin

Bildquelle: https://www.facebook.com/AndrePollmaecher?fref=ts

Das große Saisonziel von Andre ist der Marathon in Düsseldorf, bei dem er für seinen Heimatverein und Hauptsponsor noch einmal alles geben möchte.

Bildquelle: https://fbcdn-sphotos-d-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/t1.0-9/10155664_10152043282937963_786252005_n.jpg

Ebenfalls sehr bemerkenswert war auch die Leistung von Marc Schulze, der mit einer Zeit von 67:04  zweitbester deutscher Läufer in Berlin geworden ist. Der von Jens Karaß (jK running) trainierte Marc  (Team Running Power) vertraut schon seit langem auf Vitargo Produkte und wird auch beim Boston Marathon 2014 an den Start gehen.

Holger Deifuß

Mit dabei war wieder einmal auch Vitargo Sportler Holger Deifuß. Als Mitglied des Jubilee Clubs ist er sozusagen ein Berlin Experte und genoß wie immer die einmalige Atmosphäre in Berlin.

An dieser Stelle nochmal Glückwunsch zu den persönlichen Bestleistungen!

Auf dem beschwerlichen Weg … nicht zum Rennsteig, sondern auf dem Rennsteig, von Eisenach nach Schmiedefeld, Teil 5

Hart, aber schön!

So lautet das einfache und einprägsame Motto des Rennsteiglaufs. Dem ist aus unserer Sicht nichts hinzuzufügen, allenfalls ist dieses Motto um einige Fakten und Details zu ergänzen, damit der Leser dieses Eintrags vielleicht eine etwas konkretere Vorstellung von diesem Crosslauf (neudeutsch Trailrun) der Superlative bekommt.

Vitargo Weg zum Rennsteig  - Holger und Christine

Zunächst die Fakten:

– Streckenlänge: 72,7 km,
– Starthöhe: 210 m NN, Zielhöhe: 711 m NN,
– Anstiege gesamt: 1.470 m, Abstiege gesamt: 969m, Höhendifferenz: 2.479 m,
– höchster Punkt: 973 m NN (Plänckers Aussicht – km 61,7).

Unsere Eindrücke:

Wir haben in den rund 30 Jahren, in denen wir an Wettkämpfen teilnehmen, schon einiges an Bergläufen, auch über die Marathondistanz, mitgemacht, ich bin 2011 ganz in der Nähe des Rennsteigs Thüringen Ultra über 100 km gelaufen, aber der GutsMuths-Rennsteiglauf ist subjektiv der härteste und anstrengendste Lauf, bei dem wir bislang gestartet sind. Das liegt natürlich zum einen an der Streckenlänge von 72,7 km (Christines Garmin misst sogar 74 km), immerhin muss man auf einen Bergmarathon noch einen Dreißiger oben drauf packen, zum anderen natürlich an der Höhendifferenz. Ich spreche ganz bewusst nicht von Höhenmetern, sondern denke ganz besonders auch an die vielen schmerzhaften Abstiege, etwa den vom Inselberg hinunter, nach dem eigentlich das Rennen schon zu Ende sein könnte, obwohl man da erst knapp 28 km auf dem Tacho hat. Hinzu kommt eine Beschaffenheit der Wege, die viel Kraft und Konzentration kostet: Schlamm, Geröll, Wurzeln, matschige Wiesenpassagen. Und nicht zu vergessen die klimatischen Bedingungen: Am Renntag haben wir allerdings großes Glück. Entgegen der Wettervorhersage bleibt es trocken, manchmal kommt sogar die Sonne durch, trotzdem bewegen sich die Temperaturen deutlich im unteren einstelligen Bereich. Wer hier nicht angemessen gekleidet ist, hat eine gute Chance auszukühlen, was so gut wie sicher die Rennaufgabe bedeutet. Gar nicht auszudenken, wie man die Strecke bei Dauerregen bewältigen soll.

Vor dem Hintergrund dieser Bedingungen ist die Bezeichnung der längsten Distanz beim Rennsteiglauf als „Supermarathon“ mehr als gerechtfertigt. Super ist dieser Marathon vor allem aber auch im Hinblick auf die Organisation. Hier sind absolute Profis am Werk, die alles bis in letzte Detail für uns Läufer durchgeplant haben. Das fängt mit der Startnummernausgabe und der damit verbundenen Kloßparty an, geht mit der Organisation des Massenquartiers weiter, erstreckt sich natürlich auf den Wettkampf selbst, hier etwa die Ausschilderung der Strecke oder die vorzügliche Versorgung auf der Strecke, und endet nicht mit dem Bustransport vom Zielort zurück zum Startort. Hier stimmt einfach alles und begleitet wird diese effiziente und professionelle Organisation von einer herzlichen Freundlichkeit, wie man sie sonst nur noch von einigen kleinen, immer mehr aussterbenden  Volksläufen kennt.
Zum Rennverlauf:

Um es auf den Punkt zu bringen: Christine läuft in ihrem ersten Ultra ein super Rennen, ich erwische einen denkbar schlechten Tag. Schon an den ersten Anstiegen merke ich, dass ich keine guten Beine habe, und das hat nichts mit mangelnder Vorbereitung oder gar mit meinem Unfall im letzten Jahr zu tun. Einfach einer der Tage, an denen man weiß: heute geht nichts! Schlecht nur, wenn man an solch einem Tag 72,7 km und ein paar Höhenmeter zurückzulegen hat. Aber wofür habe ich eine Frau … . Die ist im Gegensatz zu mir super drauf und läuft am Verpflegungspunkt bei km 51,5 zu mir auf und kann mich motivieren weiter zu machen. Ich hänge mich einfach bei ihr rein und kann so meinen Tiefpunkt überwinden und nach einigen Kilometern läuft es dann auch wieder besser. So beschließen wir die restlichen 20 Kilometer gemeinsam zurückzulegen. Zwar bleibe ich so rund eine Stunde hinter meinem ursprünglichen Zeitziel zurück, werde dafür aber mit einem tollen gemeinsamen Zieleinlauf entschädigt. Nach genau 8 Stunden und 20 Minuten fallen wir uns glücklich in Schmiedefeld in die Arme. Christine ist stolz darauf, ihren ersten Ultra, vor dem sie zugegebenermaßen doch recht viel Bammel hatte, so bravourös gefinisht zu haben (und bei den Frauen ganz weit vorne gelandet zu sein), ich bin glücklich überhaupt durchgelaufen zu sein und trotz der im letzten Jahr gebrochenen Kniescheibe wieder einen Ultra gelaufen zu sein.

Die Verpflegung, dürfte die Leser des VITARGO-Blogs auch interessieren: Am Vortag haben wir Carbolading mit Vitargo + Elektrolyte gemacht. Während des Rennen bzw. auf der Strecke konnten wir auf die Streckenverpflegung mit warmem Tee und Schleim zurückgreifen. Damit ist mit Wasser aufgekochter Haferschleim gemeint, der in Bechern zum Trinken angereicht wird. Das Vitargo Gel haben wir zum Ende des Laufs eingesetzt. Absolut bewährt haben sich wieder bei uns die Salt&More-Tabletten, von denen wir auf der Strecke jeder sechs zu uns nehmen, und in der Folge keinerlei muskuläre Probleme haben.

Fazit:
Siehe oben (Hart, aber schön!) oder mit anderen Worten: Wer ein richtiger Läufer sein will, muss den Rennsteig unbedingt einmal gelaufen sein (und dann natürlich den Supermarathon, nicht den Schülerlauf über 43,5 km oder gar die Bambinidistanz von 21 km!).

Hollenlauf – Sauerland – Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 4

Nach dem Weiltalweg-Marathon Mitte April sollte nun die Teilnahme am Hollenlauf End- und Höhepunkt der Vorbereitung auf den Rennsteiglauf am 25. Mai sein – so war es zumindest geplant. Doch bei aller trainingsmethodisch sinnvollen Planung zeigt sich immer wieder, dass der menschliche Körper eben keine Maschine ist, die man nach Belieben tunen und programmieren kann.
Die Kunst der Vorbereitung auf einen Ultralauf besteht neben dem „Kilometerfressen“ eben auch darin, ganz genau in seinen Körper hineinzuhorchen und die Signale, die der Körper sendet, aufzunehmen, zu deuten und vor allem zu respektieren. Wenn man das beherzigt, dann muss man auch mal von seinem ursprüng-lichen Plan abrücken – so schwer das auch fallen mag. Das haben wir ja bereits im Zusammenhang mit dem Halbmarathon in Vreden Ende Februar getan, als arktische Witterungsbedingungen eine Teilnahme wenig sinnvoll erscheinen ließen.

Nun rebelliert also Christines Wadenmuskulatur gegen die seit Wochen hohen Umfänge und teilweise ungewohnten Belastungen (Laufen auf unebenem Untergrund), zwar keine eigentliche Verletzung wie eine Zerrung, aber unser Physio des Vertrauens ertastet eine Verhärtung und wertet diese als eindeutigen Hinweis darauf, dass der Muskel geschont werden und nicht – wie beim Hollenlauf im sauerländischen Bödefeld über die Marathondistanz erforderlich – knapp 1300 Höhenmeter auf holprigem Untergrund bewältigen will, wenn die Teilnahme am Rennsteiglauf nicht gefährdet werden soll. Bislang sind wir immer gut damit „gelaufen“, wenn wir auf „den Ulli“ gehört haben, also entscheidet sich Christine gegen einen Start im Sauerland.

Mit Vitargo beim Hollenlauf

Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite passt beim Hollenlauf wirklich alles: Strecke, Organisation, Atmosphäre … auch das ist einer der immer selteneren Läufe, die von Läufern organisiert werden. Auf der anderen Seite könnte der Wettkampf, der einen zu einem zu schnellen Tempo verleiten könnte, genau zwei Wochen vor dem Rennsteig zu hart sein, man könnte „sich einen reinlaufen“. Also gehe ich am Samstagmorgen ins heimische Gelände und lege bei optimalen äußeren Bedingungen rund 40 Kilometer in fast genau vier Stunden zurück. Dabei teste ich vor allem noch einmal Wettkampf-bekleidung sowie die Wettkampfverpflegung, die ich beim Rennsteig mit auf die Strecke nehmen möchte.

Wie bei allen längeren Läufen und vor allem auf den Ultra-Strecken bewähren sich bei mir drei VITARGO-Produkte: Ab Kilometer 15 nehme ich ca. alle 45 Minuten eine Salt & More- Tablette zu mir – von muskulären Problemen ist nichts zu spüren. Bei Kilometer 30 verleibe ich mir ein VITARGO-Gel mit Cola-Geschmack ein – keine Magenprobleme, obwohl ich das Gel ohne zusätzliche Flüssigkeit zu mir nehme. Zu guter Letzt trinke ich in regelmäßigen Abständen VITARGO-Elektrolyte, allerdings nicht in dem Mischungsverhältnis, das angegeben wird, sondern ein wenig dünner angemischt, da ich sonst leicht ein Völlegefühl entwickele.

Alles in allem kann also von einer gelungenen Generalprobe gesprochen werden – der Rennsteig kann nun kommen!

Für den Endspurt und den Rennsteiglauf drücken wir die Daumen!

Bild und Textquelle: Holger Deifuß per E-Mail

Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 3 – Weiltalweg-Marathon

Mit Vitargo zum Rennsteig-Marathon

Nach dem Syltlauf über 33,333 km Mitte März und einem anschließenden Trainingslager auf Deutschlands nördlichster und für uns sicherlich auch schönsten Insel steht nun der zweite vorbereitende Wettkampf auf den Rennsteiglauf Ende Mai an. Ausgesucht haben wir uns den Weiltalweg-Marathon im Taunus. Bei diesem Lauf über die klassische Distanz von 42,195 km handelt es sich um einen Landschaftslauf, bei dem einige Höhenmeter zu bewältigen sind, also ein guter Test im Hinblick auf das Streckenprofil, das uns in Thüringen auf dem Rennsteig erwartet.
Gestartet wird der Marathon unweit des hessischen Feldberggipfels in der beschaulichen Feldberggemeinde Schmit-ten, einem anerkannten Luftkurort. Von dort geht es dann auf dem Weiltalweg, der ein beliebter Rad- und Wanderweg ist, in Richtung Weilburg. In der kleinen, an der Lahn gelegenen Stadt befindet sich das Ziel. Auf dem Weg dorthin wird immer wieder der gut asphaltierte Weiltalweg verlassen, um auf Waldwander-wegen in der beschaulichen Mittelgebirgslandschaft des Taunus Höhenmeter zu sammeln.

Wie schon beim Syltlauf hat auch an diesem Wochenende der Wettergott wieder einmal ein Einsehen mit den Läufern. Angesichts lauffreundlicher Temperaturen und Sonnenschein kann man von optimalen äußeren Bedingungen sprechen, so dass es sich tatsächlich – wie der Veranstalter den Läufern beim Start mit auf den Weg gibt – um einen „Lauf in den Frühling“ handelt.  Der rührige Veranstalter leistet ebenfalls seinen Beitrag, um den knapp 500 Einzelläufern (daneben gibt es auch einen Staffelwettbewerb)den langen Weg bis Weilburg so ange-nehm wie nur möglich zu machen. Neben der bestens ausgezeichneten und gesicherten Strecke sorgen in klugen Abständen platzierte Versorgungspunkte dafür, dass die Sportler das Gefühl haben, dass es sich hier um einen „Lauf von Läufern für Läufer“ handelt. Die Verpflegung ist nicht üppig oder aufwändig, aber eben läufergerecht; so werden z.B. salzige Tuc-Kekse gereicht.

Vitargo - Weg zum rennsteig

Christine und ich haben uns jeder für sich auf den Weg gemacht, obwohl uns bewusst ist, dass wir zeitmäßig nicht allzu weit auseinander liegen werden, aber auch den Ultra wollen wir ja nicht gemeinsam laufen. Schnell merken wir, dass sich die zahlreichen Kilometer auf Sylt bei Kälte und gegen den unangenehmen Ostwind bezahlt gemacht haben, so dass wir auf der ersten Streckenhälfte vor allem damit beschäftigt sind zu bremsen. Und als dann bei Kilometerpunkt 29 alle wesentlichen Steigungen abgearbeitet sind, startet Christine auf den letzten 13 Kilometern ihre große „Sammelaktion“, bei der sie noch etliche Mitläuferinnen, die das Rennen zu schnell angegangen sind, „einsammelt“. So kann sie sich noch bis auf den achten Platz bei den Frauen vorarbeiten und freut sich zudem über den Gewinn der Altersklasse W45. Auch mit ihrer Zeit von 3:47 Stunden ist sie mehr als zufrieden, immerhin ist sie rund drei Minuten schneller unterwegs als in Frankfurt beim City-Marathon vor einem halben Jahr.

Für mich ist es ebenfalls ein gelungener Test. Ich merke, dass ich mit meinem nach dem Unfall mittlerweile wieder gut hergestellten Knie Steigungen schon wieder ordentlich bewältigen kann. Nur auf steilen Abstiegen läuft es noch nicht ganz rund. Auch ich habe rund um den Kilometerpunkt 30 das Gefühl, nun im „Ultra-Modus“ zu sein und dieses Tempo noch einige Kilometer weiterlaufen zu können. Die Stoppuhr im Ziel zeigt, als ich die Ziellinie überquere, genau 3:40 Stunden an.
Wir gehen mit dem guten Gefühl aus dem Rennen, einen anspruchsvollen Testlauf problemlos bewältigt zu haben. Im Großen und Ganzen stimmt die Form bereits, nun müssen wir in den verbleibenden fünf Wochen noch den Feinschliff vornehmen, so etwa am 11. Mai, wenn wir im Sauerland beim Hollenlauf noch einmal die Marathondistanz und sicherlich auch etliche Höhenmeter unter unsere Füße nehmen.

Bild und Textquelle: Holger Deifuß

Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 2 – der Syltlauf

Wie bereits im ersten Teil angekündigt, ist der Syltlauf über 33,333 km nach dem Halbmarathon in Vreden, zu dem wir wegen der winterlichen Witterungsbedingungen nicht angetreten sind, nicht nur der erste Wettkampf in dieser Saison, sondern auch sofort ein echtes Highlight. Denn der Syltlauf sorgt seit mittlerweile 30 Jahren dafür, dass Deutschlands nördlichste Insel nicht nur bei Urlaubern beliebt ist, sondern sich auch unter Ausdauersportlern wachsender Beliebtheit erfreut. Schon wenige Wochen nach Öffnung der Anmeldelisten sind die rund 1500 Startplätze vergeben, wofür unter anderem auch ein hoher Anteil an “Wiederholungstätern” verantwortlich ist, die es Jahr für Jahr Mitte März zu Deutschlands nördlichstem Lauf-Event zieht.

So stehe ich in diesem Jahr bereits zum 17. Mal an der Startlinie, Christine reiht sich bereits zum elften Mal in die in diesem Jahr winterlich vermummte Läuferschar. Viele Läufer sehen aus, als wollten sie an einem arktischen Marathon teilnehmen, dabei hat an diesem Sonntag der Wettergott wieder einmal ein Einsehen mit uns Läufern, was auch daran liegen mag, dass in diesem Jahr die Sylter Sagengestalt Ekke Nekkepenn die Läufer auf ihre Reise über die Insel schickt und so vielleicht den Kollegen vom Wetter ein wenig gnädig stimmt.

Christine und Holger mit Vitargo beim Syltlauf
Noch einen Tag zuvor sieht es allerdings so aus, als ob der Lauf gar nicht oder nur verkürzt stattfinden könnte (wie bereits zwei Mal in der 32 jährigen Geschichte des Syltlaufs geschehen). Bei unserem traditionellen Auslaufen am Samstagmorgen trauen wir unseren Augen nicht: Die Insel ist verschneit und ein orkanartiger Ostwind lässt einem selbst als erfahrenem Syltläufer mit Blick auf den Wettkampf am Sonntag mehr als mulmig zumute werden. Dabei ist  die 33,333 km lange Strecke von Hörnum im Süden nach List im Norden der Insel auch ohne diese extremen Witterungsbedingungen eine echte Heraus-forderung. Die für viele ungewohnten klimatischen Bedingungen mit Reizklima und zum Teil heftigen Gegenwind sowie die durch die Dünen im letzten Streckendrittel bedingten Höhenmeter machen aus dem Syltlauf für viele Teilnehmer trotz der fehlenden neun Kilometer zumindest einen “gefühlten” Marathon.

Bei der nunmehr 32. Auflage des Klassikers im hohen Norden, der zu den beliebtesten Landschaftsläufen in Deutschland zählt, bekommen wir gemeinsam mit den rund 1500 Teilnehmer im Vergleich zum Samstag eine „Light-Version“ geboten. Seitlicher Schiebewind und Sonnenstrahlen zumindest auf der ersten Streckenhälfte lassen den rund 960 gemeldeten Einzelstartern den Zieleinlauf an der Grundschule in List als machbar erscheinen. (Allerdings erreichen nur gut 600 Läufer das Ziel, ob das fehlende Drittel aufgegeben hat oder erst gar nicht angetreten ist, lässt sich nicht verlässlich sagen.) Erst auf den letzten vier Kilometern gibt es dann für alle das echte Syltlauf-Feeling: „Wind von vorn“ – und das nicht zu knapp. Da sind aber die meisten durch die empfindliche Kälte und die zurücklegten knapp 30 Kilometer schon so ausgezehrt, dass sie den stürmischen Böen nicht mehr viel entgegen zu setzen haben.

Angesichts dieser Bedingungen ergeht es uns nicht anders als den beiden Seriensiegern bei den Herren und Damen, denn beide verlieren gegenüber dem Vorjahr rund drei Minuten. Bei uns beiden sind es vier Minuten gegenüber unserem letzten gemeinsamen Syltlauf 2011. Im letzten Jahr musste Christine wegen eines Infekts passen, da war ich eine Woche vor meinem folgenschweren Unfall alleine und mit 2:41 Stunden bei allerdings traumhaften Bedingungen deutlich schneller unterwegs. Apropos Unfall: Der liegt nun fast genau ein Jahr zurück und nach dem ersten Schock hatte ich mir damals im Krankenhausbett vorgenommen, alles dafür zu geben, um 2013 am Syltlauf teilnehmen und meine Serie fortsetzen zu können.

Mit Vitargo beim Syltlauf

Nachdem Christine, die mit bereits 10 Starts auf der Insel auch eine erfahrene Syltläuferin ist, in den letzten Jahren immer wieder knapp an einem Podestplatz in der Altersklasse W40 vorbeigeschrammt ist, macht sie sich in diesem Jahr berechtigte Hoffnungen auf einen Platz unter den ersten drei Damen in der W45, zumal ich ihr, so weit dies bei meiner eingeschränkten Leibesfülle möglich ist, Windschatten bieten will. Trotz guter Teamwork auf den letzten vier Kilometern wird es auch beim 11. Start nichts mit einem Platz auf dem Siegerpodest. Woran es genau liegt, weiß die im Ziel an der Lister Grundschule erschöpfte und ein klein wenig enttäuschte  angehende Ultraläuferin auch nicht.  Genau 2:54,11 Stunden brauchen wir für den Lauf über die Insel im Dress des Sylter Vereins Tinnum 66, in dem wir aus Verbundenheit zur Insel und natürlich zum Syltlauf seit geraumer Zeit Mitglied sind. Für Christine reicht es immer noch zu einem starken, allerdings undankbaren vierten Platz in der W45. Ich schaffe es zum 17. Mal auf Sylt zu finishen und tatsächlich ein wenig Windschatten zu bieten. Einfach glücklich bin ich darüber, dass ich bei meinem Lieblingslauf überhaupt laufen kann – und das ohne Schmerzen. Was für eine Bedeutung hat da die Zeit?

Wir bleiben nun noch knapp zwei Wochen auf Sylt und werden versuchen zumindest noch zwei längere Läufe in Vorbereitung auf den Rennsteig hinzubekommen. Das nächste Etappenziel auf dem Weg zum Rennsteig heißt dann „Weiltalweg-Marathon“ am 21. April.

Bild und Textquelle: Holger Deifuß

Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 1

Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 1

Nach einem „Seuchenjahr“ 2012 (u.a. Bruch der rechten Kniescheibe infolge eines Radunfalls) bin ich mittlerweile wieder so weit, dass ich mir für die Saison 2013 bescheidene Ziele setzen kann, wobei die Tatsache, dass ich überhaupt wieder längere Strecken laufen kann angesichts der Schwere der Verletzung mehr als bemerkenswert ist – das erst einmal vorweg. Nach einem motivierenden Debut 2011 über die 100 km-Distanz lassen mich die Ultradistanzen nicht mehr los. Eigentlich war die Planung, Mitte August dieses Jahres die 100 Meilen beim Mauerlauf in Berlin zu laufen (mit Zieleinlauf an meinem Geburtstag), aber da muss ich wegen der komplett fehlenden letzten Saison später noch mal ran. So also der Rennsteiglauf Ende Mai, ein Klassiker, den man als Läufer ja auch mal gelaufen sein muss. Und der Supermarathon hat mit seinen knapp 73 km und nicht zu wenig Höhenmetern auch ausreichend Ultra-Charakter. Teile des Rennsteigs bin ich schon bei meinem Hunderter, „Thüringen Ultra“, gelaufen, der in Fröttstädt gestartet wurde und immer wieder Streckenabschnitte des Rennsteigwegs aufwies.

Mit von der Partie beim Rennsteiglauf wird dann auch meine Frau Christine sein, die hier ihren ersten Ultra laufen will und mit über 25 Laufjahren und 40 Marathonläufen ausreichend Erfahrung für dieses Unternehmen besitzt.

Eine erste Standortbestimmung soll der Halbmarathon in Vreden sein. Traditionell beginnen wir die Laufsaison auf den schnellen Wendepunktstrecken unweit der Grenze zu den niederländischen Nachbarn im Westmünsterland. Eine ganz familiäre Veranstaltung, von Läufern für Läufer. Allerdings entscheiden wir uns am Vorabend schweren Herzens dagegen in Vreden an den Start zu gehen. Die vorausgesagten deutlichen Minustemperaturen sowie der eisige Nordostwind lassen die Teilnahme an einem Wettkampf nicht als sinnvoll, vielleicht sogar als gesundheitsschädigend erscheinen. Also disponieren wir schnell um und buchen für den frühen Samstagmorgen 25 km auf unserer Hausrunde. Die sind angesichts der Bedingungen aber auch nicht das reine Vergnügen (wie das Bild von Christine zeigt), wir ziehen das aber durch und schaffen es sogar, jeden 5 km-Abschnitt insgesamt eine Minute schneller zurück zu legen. Am nächsten Wochenende steht dann der erste 30er an, bevor Mitte März mit dem Syltlauf über 33,333 km das erste Saison-Highlight folgt.

Vitargo Christine Winterlauf

(Fortsetzung folgt)

Vielen Dank für diesen Bericht und vor allem ein wieder guten Einstieg in die langen Distanten für die Laufsaison 2013 wünscht das MyVitargo-Team!

Bild- und Textquelle: Holger Deifuß per E-Mail

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