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Vitargo Sportler Florian Reus bei der Weltmeisterschaft 1.7.17 in Belfast – Ergebnis

Hallo zusammen,

die 24h-Lauf Weltmeisterschaft in Belfast ist zu Ende. Mein Ergebnis 6. Platz mit 257,010 Kilometern! Um es vorwegzunehmen, ich bin ZUFRIEDEN! Klar, als Titelverteidiger spekuliert man natürlich darauf, das Ganze noch einmal zu wiederholen. Bis kurz vor Schluss war selbst dies kein absolutes Ding der Unmöglichkeit. Mein Hauptziel war es jedoch im Vorfeld eine grundsolide Leistung abzuliefern… und das ist mir gelungen. Das Rennen war wieder mal ein absolutes „Auf und Ab“. Schon nach dem ersten Viertel musste ich von meiner Marschroute abweichen, da ich Adduktorenprobleme bekam. Dies lies sich aber zum Glück, durch einen kurzen Stopp zur Behandlung ganz gut beheben. Ich war also weiterhin im Geschäft für den Kampf um den Titel. Leider wurde es jetzt sehr, sehr unübersichtlich.

Grund dafür war die Tatsache, dass der Veranstalter riesige Probleme mit der Bereitstellung der Zwischenergebnisse hatte. Dafür, dass das hier, wie im Vorfeld kommuniziert, die professionellste WM aller Zeiten werden soll, war das was hier abgelaufen ist ein ziemlich schlechter Scherz. In den letzten Jahren hat mich bei den Einsätzen im Nationalteam vor allem ausgezeichnet, dass ich mich an jeden noch so dünnen Platzierungs-Strohhalm extrem festgebissen und mich dann volle Kanne reingehauen hab. Hier in Belfast musste man mit den wenigen Infos umgehen und das Beste daraus machen. Auch wenn es wieder eine riesige Schinderei war, bin ich als es in das entscheidende letzte Viertel ging noch voll bei der Musik gewesen, was die Chancen auf den Titel und Medaillen anging. Fünf Stunden vor Schluss hatte ich dann einen kurzen aber sehr heftigen Durchhänger mentaler Art der mich fast aus dem Rennen geworfen hatte. Ich hab in der Phase einfach nicht gewusst für was ich das alles mache. Meine Gedanken waren „Mensch Du bist doch schon Weltmeister, was willst Du dich jetzt nochmal so quälen, es reicht doch auch so schon.“ Zum Glück hab ich mich aber mit Unterstützung unserer Crew recht schnell wieder gefangen, nachdem ich mit ordentlich Frust über das Informationsdefizit zwei schnelle Runden eingebaut hatte. 3,5 Stunden vor Schluss hat sich gezeigt, dass die beiden Führenden des Rennens taumeln wie angeschlagene Boxer. Für mich war, nachdem ich kurz vorher wieder eines der vielen kleinen Tiefs hatte, dass es jetzt an der Zeit ist alles in die Waagschale zu werfen, was noch irgendwie da ist. Jetzt war ich jedenfalls richtig „on fire“ und der typische Spirit war da.

Wenigstens gab es nun ein paar wenige Infos mit denen man arbeiten konnte. Die ersten Positionen des Rennens wurden nochmal ordentlich durcheinander gewürfelt und mit der Zeit wurde klar, dass die ersten beiden sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Allerdings sah es danach aus noch auf Platz 3 zu rutschen. Durch die spärlichen Infos ist uns jedoch noch ein Pole durch die Lappen gegangen, was sich erst 1:50 Stunden vor Schluss herausgestellt hat. In dem Moment war klar, dass es für eine Medaille diesmal nicht reichen wird. Jetzt galt es einfach nur noch das Rennen würdevoll zu beenden. Inklusive Restmeter lautet das Ergebnis 257,010 Kilometer und Platz 6.

Viele Grüße aus Belfast

Florian Reus

Bild- und Textquelle: Florian Reus

24 Stundenlauf in Delmenhorst

20. Juni 2009: Endlich ist es soweit. Der 24-Stunden-Lauf in Delmenhorst wird Punkt 12 gestartet. Ein Schauer durchnässte uns noch wenige Sekunden vor dem Start, aber das stört mich jetzt überhaupt nicht mehr. Ich will jetzt endlich laufen!! Lange hab ich diesem Tag entgegen gefiebert, hart trainiert, bei Wind und Wetter lange Läufe gemacht. Und jetzt  will ich es endlich wissen: Haltet ich durch oder wird´s ein Trauerspiel?

Gott sei Dank habe ich mit Karl Berndstrotmann und Tomas Greshake vom SuS Olfen zwei ganz erfahrene Ultramarathonläufer an meiner Seite. Da kann ja eigentlich nichts schief gehen.

Die ersten 50 Kilometer sind noch recht locker, obwohl etwas langweilig. Der Rundkurs ist nur ein Kilometer lang mit wechselnden Bodenbelägen, nicht sehr toll aber auch nicht besonders schlimm. So hatte man auch mal Zeit mit anderen Läufern ins Gespräch zu kommen. War ja sowieso sehr familiär das Ganze mit insgesamt 34 Startern.

 Ab Kilometer 75 wurde es dann doch beschwerlich, es regnete zwischendurch immer wieder, böiger Wind kam auf und langsam dämmerte es auch schon. Doch mein erstes Teilziel  hatte ich nach 11 Stunden erreicht: ich lief eine Ehrenrunde mit der 100km-Fahne.

100KM Fahne - 24 Stundenlauf in Delmenhorst125 KM Fahne - Karl Berndtstrotmann 24 Stunden Lauf Delmenhorst

Zeit für eine kleine Pause: Es wurde warmes Essen gereicht, wahlweise Nudeln oder  Milchreis. A Propos: die Versorgung in Delmenhorst war wirklich super. Es wurde einem praktisch jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Es fehlte an nichts.

Uns hat Vitargo klasse geholfen.  Karl und ich haben die 24 – Std fast nur von Vitargo " gelebt" , wobei wir nachts habe dann wohl eine Portion Milchreis  und zwischendurch einige Salzplätzchen gefuttert wurden.

Nach 13 Stunden und 23 Minuten hatte ich endlich die 125 Kilometermarke erreicht. Jetzt kam ich in die offizielle Wertung und das war das, was ich mindestens erreichen wollte.

Da ich doch jetzt schon ziemlich erschöpft war, beschloss ich eine längere Pause zu machen. Ich wollte ein wenig schlafen, aber irgendwie klappte es nicht so richtig. Ich lag auf meinem Feldbett zitterte vor Kälte und Erschöpfung und merkte jetzt erst, was mir alles weh tat. Außer meinem Kopf konnte ich gar nichts mehr so richtig bewegen.

Nach einer Stunde gab ich auf und machte mich wieder auf die Socken. Aber ich kam jetzt nicht mehr so richtig in die Gänge. Alles schmerzte, selbst eine Massage konnte nicht mehr helfen. So schleppte ich mich weiter und schaffte sogar noch die 15o Kilometer nach 23 Stunden. Bei der Ehrenrunde mit der Fahne waren alle Strapazen wieder vergessen.

Nach 24 Stunden ertönte dann ein Hupsignal und für mich endete mein erster 24-Stunden-Lauf mit 152 Kilometer und 336 Meter. Mit diesem Ergebnis wurde ich 5. Im Gesamteinlauf und 2 in meiner Altersklasse W45.

Silvia Rusche - 24 Stunden Lauf in Delmenhorst

Meine Freunde Karl und Tomas schafften noch mehr Kilometer:

Karl wurde mit 189 Kilometer und 492 Meter 2. In seiner Altersklasse M50

Tomas lief 163 Kilometer und 506 Meter und wurde 6. In seiner Altersklasse M45.

 Alles in allem war es zwar ein anstrengender Lauf, aber nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich würde es jederzeit wiederholen.

Glückwunsch an die Sportler unseres Partnervereins vom SuS Olfen!

Bilder und Bericht: Silvia Rusche, Karl Berndstrotmann