Stefan Schmid – Rennbericht Ironman Germany Frankfurt 2012

Liebe Freunde und Sponsoren,

eins vorweg. Die gestrige Ironman Europameisterschaft in Frankfurt war für mich ein absolut brutaler Tag, eine mentale und körperliche Grenzerfahrung.Aber jetzt alles von vorne.
Mein Trainer Markus Kneip hat es wieder einmal geschafft, mich auf den Punkt genau in eine Top-Form zu bringen.Schon beim Schwimmen hatte ich ein gutes Gefühl und konnte nach 3,8 Kilometern in 50 Minuten und 37 Sekunden in einer neuen persönlichen Bestzeit den Langener Waldsee verlassen.Somit habe ich mich in der ersten Disziplin um 3 Minuten verbessert.

Auf dem Rad habe ich dann sofort ordentlich Druck gemacht und konnte die Lücke zur Gruppe um den Silbermedalliengewinner von den olympischen Spielen 2000 in Sydney, Stephan Vuckovic, nach 50 Kilometern schließen. Leider nicht auf der Athletenseite stand gestern der Wettergott. Nach 25 Kilometern auf dem Rad begann es leicht zu tröpfeln, 3 Minuten später schüttete es wie aus Eimern. Hinzu kam starker Wind, der alles noch viel schwerer machte.Am Ende der ersten der beiden Radrunden war ich so durchgefroren, dass ich mir ernsthaft überlegt habe das Rennen vorzeitig zu beenden. Ich zitterte am ganzen Körper und konnte kaum den Lenker festhalten.

Die letzten 20 Kilometer auf dem Rad war es dann Gott sei Dank wieder trocken und das Wetter wurde besser.Allerdings hatte mir die lange Fahrt in der Kälte und im Regen so viel Energie gekostet, dass ich zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten mit meinem Magen bekam. Zu Beginn der Laufstrecke merkte ich schon, dass das ein verdammt unangenehmer Marathon werden könnte.

Stefan Schmid beim Ironman Frankfurt 2012

Bei Kilometer 7 musste ich einen ersten Zwischenstop einlegen und einige mehr sollten noch folgen.Der Lauf war ein einziger Kampf gegen meine Magenprobleme und Übelkeit.
Ich war heilfroh, als ich nach 8 Stunden, 44 Minuten und 49 Sekunden als 11ter das Ziel am Frankfurter Römer erreichte.

Vor dem Rennen war mir klar, dass eine Top 10 Platzierung wahrscheinlich nur mit einem perfekten Tag möglich wäre.Jetzt konnte ich beim Laufen meine gewohnte Leistung aufgrund der Probleme leider nicht abrufen und wurde trotzdem 11ter! Natürlich bin ich enttäuscht weil ich genau weiß was möglich gewesen wäre, aber ich bin auch froh und stolz, dass ich dieses Rennen bis zum Ende durchgezogen habe und nicht schon während dem Radfahren ausgestiegen bin. Im Hinblick auf die Qualifikation für die Ironman Weltmeisterschaft habe ich jetzt 3.360 Punkte. Ob das für Hawaii reicht, weiß ich Ende Juli. Dann werde ich meine zweite Saisonhälfte 2012 planen.
Jetzt freue ich mich auf 2 Wochen ohne Sport, die habe ich mir nämlich verdient!

Vielen Dank für Eure Unterstützung und Eure zahlreichen Mails vor und nach dem Rennen.
Und ein rießengroßes DANKESCHÖN an alle, die mit in Frankfurt waren und am Streckenrand alles gegeben haben um mich nach vorne zu pushen. Ihr seit der Wahnsinn!

Viele Grüße,
Euer Stefan

Text und Bild: Stefan Schmid per E-Mail

Trotz dieser Magenprobleme – Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!

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