Rennbericht Hawaii 2018 von Katharina Grohmann

Liebes Vitargo-Team :-),

seit gut 10 Tagen liegen die Weltmeisterschaften auf Hawaii jetzt zurück… Seit Montag bin ich wieder zurück in Deutschland und heute möchte ich Euch ein paar Zeilen zu meiner Zeit auf Hawaii und zu meinem Rennen schreiben.

Ich bin dieses Mal sehr früh angereist. Ich wollte meinem Körper genügend Zeit für die Zeitumstellung und Akklimatisierung geben und vor allem in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung auch genügend Zeit für die Regeneration nach den Trainingseinheiten haben. Anfang September machte ich mich somit auf den Weg nach „Big Island“.

MyVitargo Sportlerin Katharina Grohman

Es hat gut 2 Wochen gedauert, bis sich mein Körper an die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt hat. Trotz allem lief das Training sehr gut und ich lag am Ende der Vorbereitungen über den erwarteten Wattwerten auf dem Rad und das Lauftempo passte auch. Sogar mein Schwimmen war so gut wie noch nie! 😉

Ich bin mit sehr großen Erwartungen in das Rennen gegangen. Ich hatte mich schließlich so lange und akribisch vorbereitet und war in der besten Form, die ich je hatte!

Leider kann man nicht alles genau planen und vorhersehen…

Am 14.10. war es dann so weit! Um 6:35 Uhr fiel der Startschuss und ich habe tatsächlich meine bisher beste Schwimmdurchschnittszeit erreichen können. Da ich aber keine Gruppe erwischt hatte und alleine schwimmen musste, habe ich auf dem Rückweg nicht gemerkt, dass ich vom Kurs abgekommen war. Ich stieg laut GPS-Sender nach 4329m (anstatt 3800m) aus dem Wasser und war somit über 500m zu viel geschwommen… Dies bedeutete statt einer Schwimmzeit von 1:05h eine Zeit von 1:13h. Ein riesen Unterschied… Ein wichtiger Punkt, den es jetzt für die neue Saison zu trainieren gilt: „Orientierung im Freigewässer/Meer“.

Auf dem Rad merkte ich recht früh, dass mein Magen die zugeführte Energie nicht richtig verwerten konnte. Ich bekam daher leider nicht so viel Nahrung zugeführt, die ich für das maximale Abrufen meiner Leistung gebraucht hatte. Für die 180km bei viel Wind und großer Hitze stieg ich nach 5:06h vom Rad ab, was bei den Frauen die 11. schnellste Radzeit bedeutete. Ein super Ergebnis, wobei ich mich natürlich trotzdem etwas ärgere, da bei „normalem“ Verlauf (ohne Verpflegungsprobleme)  wohl die 6.-8. schnellste Radzeit herausgesprungen wäre. Und das bei einer WM! 🙂 Mit der 3. Disziplin wollte ich natürlich meine Stärke ausspielen. Es kam leider anders als gedacht… Nach 12km wurde für mich das Rennen nicht mehr zu einem Kampf gegen die Konkurrentinnen oder die Uhr, sondern gegen meinen Körper. Mein Magen streikte jetzt komplett und nach jeder Verpflegungsstelle (jede 1,5km) musste ich mich übergeben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch knapp 30km vor mir.

Ich sah in diesem Augenblick sprichwörtliche alle (Traum-)Seifenblasen vor meinen Augen platzen. Am für mich wichtigsten Tag des Jahres und meiner bisherigen Sportler-Karriere zieht mir mein eigener Körper einen Strich durch die Rechnung. Mein Kampfgeist und Dickkopf waren zum Glück stärker und ich schaffte es am Ende trotz Dehydration und ohne verbleibenden Energiereserven als 28. Frau ins Ziel.

Wie ihr mich in den letzten Jahren kennen gelernt habt, könnt ihr Euch bestimmt vorstellen, dass die Enttäuschung nach dem Rennen riesen groß war. Ich hätte am liebsten die Zeit zurückgedreht.. Es gibt kaum ein „schlimmeres“ Rennen, als eines, bei dem man das Ziel erreicht hat und nicht sagen kann „Heute konnte ich zeigen, was in mir steckt!“

„Nach der Saison ist vor der Saison!“ Einen Traum konnte ich mir dieses Jahr mit der ersten Profi-Quali für die WM in diesem Jahr erfüllen. Für die Erfüllung des zweiten Traums (ein Top-Ergebnis auf Hawaii) sollte es dieses Mal noch nicht klappen. Für mich ist das aber kein Grund jetzt den Kopf in den Sand zu stecken.

Die Planungen für die neue Saison sind bereits am Laufen. Mein (neuer) Trainer [mit ihm arbeite ich seit Juli 2017 zusammen] hat versprochen, dass ich im nächsten Jahr mit einer Gruppe aus dem Wasser steigen werde. Vorher lässt er mich nicht mehr an den Start! 😉 Damit sollten sich für mich ganz andere Rennverläufe ergeben und ich bin mir sicher, dass ich im kommenden Jahr noch mal einen großen Sprung nach vorne machen werde!

Es ist bis dahin noch ein weiter Weg, aber meine Ziele für 2018 stehen fest und ich werde alles dafür geben, dass ich nächstes Jahr 2 große Ziele erreichen werde:

Die Qualifikation für die WM auf Hawaii UND ein Top 10 Ergebnis bei den Frauen!
„Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter machen!“

Auch durch eine „Niederlage“ kann man wachsen und ich werde nächstes Jahr gestärkt aus dieser Erfahrung in die neue Saison gehen!

Liebe Grüße,
Eure Katharina

Bild und Textquelle: Katharina Grohmann (Privat)

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