Powerman Zofingen – Rennbericht von Sebastian Grzecza

Sebastian Grzecza beim Powerman in Zofingen
Um nicht unvorbereitet an den Start zu gehen habe ich mir die 3 Wochen vor dem Start so trainingsintensiv wie nur möglich gestaltet. Eine Anreise mit dem Rad war da genau das Richtige. Von Berlin aus fuhr ich zum Gardasee und von dort quer durch die Alpen nach Zofingen. Am Ende standen 2098km, 108h im Sattel, etliche 1000Höhenmeter und dies verteilt auf 11Etappen zu Buche.

Sebastian Grzecza beim Powerman in Zofingen

Noch eine Woche blieb bis zum Start des härtesten Duathlon der Welt. Diese Woche nutzte ich zum Lauftraining und zur Erholung.

Am Morgen des 06.09.09 war es dann soweit. 8:48Uhr Start zur Powerman Duathlon Langstrecken WM. 10km Laufen- 150km Radfahren- 30km Laufen mit insgesamt 2380Höhenmetern. Mein Ziel war es so nahe wie möglich an die 7h heranzukommen. Ich hatte mir dafür extra ein neues Zeitfahrrad zusammengebaut und es mir von meiner Cousine Nancy, die auch an denn Start ging, mitbringen lassen. Leider hatte mir im Vorfeld die Zeit für ausgiebige Trainingsfahrten damit gefehlt. Dies sollte sich bemerkbar machen.

Ich bin schon sehr früh aufgestanden, um den Wechselgarten in ruhe einzurichten und mich vor den Start noch etwas entspannen zu können. Überraschender Weise war das Wetter gut und es blieb den ganzen Tag trocken und sogar relativ warm. Dabei hatte ich mich eigentlich auf eine Regenschlacht gefreut- so war es auch gut! Um nicht schon am Anfang alle Energie zu verpulvern startete ich ca. in der Mitte des Feldes. Hinten werden die Enten fett. War mein Motto. Also: Ruhe bewahren. Gleich von Start an ging es bergauf und es wurde zunehmend steiler. 170Höhenmeter auf 10km müssen ja irgendwo herkommen. Einige Starter rannten los als ob es kein Morgen gibt. Viele von ihnen überholte ich schon auf der 2. Laufrunde.

Sebastian Grzecza beim Powerman in Zofingen

Der erste Lauf ging mir erstaunlich leicht von den Beinen. 35 Minuten benötigte ich und mir ging es noch echt gut. Für den Wechsel ließ ich mir absichtlich etwas mehr Zeit- nur keinen zusätzlichen Stress! Nun ging es auf die Radstrecke. 3 Runden mit je 50km, 3 Anstiegen, Steigungen bis 16% und 550Höhenmetern. Die erste Runde lief relativ gut und sollte mir die Durchschnittsgeschwindigkeit für die kommenden 2 Runden liefern. 34,27km/h  war zwar nicht ganz was ich mir erhofft hatte aber besser als nichts. Irgendwie fand ich nicht die richtige Position auf dem Rad. Die Verpflegung lief gut. Ich hatte extra Jemanden der mir den VITARGO Endurance Riegel und eine frische Trinkflasche mit VITARGO Elektrolyt, die ich pro Runde benötigte, reichte. Auf Experimente bei der Ernährung lasse ich mich nicht ein! Auf der 2. Runde viel es mir schon etwas schwer die Geschwindigkeit zu halten. Unter meinem Zeitfahrhelm bekam ich die Motten und meine Brille war die meiste Zeit beschlagen. Augen zu und durch! Sagte ich mir.

Mit jedem Meter der 3. Runde freute ich mich mehr auf das Ende der Radstrecke. Die letzten 5km reduzierte ich absichtlich etwas das Tempo, um nicht mit festen Beinen in den 2. Lauf zu gehen. Am Ende benötigte ich 4:39h für die 150km mit 1650Höhenmetern und war über den gesamt Körper verspannt. Meine Position im Feld konnte ich trotzdem etwas verbessern.
Der 2 Wechsel ging schnell. Nach 1 Minute war ich dann auf der Laufstrecke. Nach dem nicht recht entspannten Rad fahren war ich froh, dass ich wieder laufen konnte. Allerdings hielt dies nicht lange an. Ich hatte mir die 2. Laufstrecke vorab nicht angesehenen und sollte eine böse Überraschung erleben. Wie mir ging es vielen. Es ging wieder direkt einen Hügel rauf. Dieser Hügel wollte nicht enden. Anfangs rannte man und als man sah, dass die Anderen zu gehen anfingen war man froh, dass man endlich auch gehen konnte- fast wie ein Steh- Geh- Spiel. Joerie Vansteelant zeigte eindrucksvoll, dass es auch anders ging und pulverisierte alles bisherigen Bestzeiten. Außenstehende berichteten, dass es bei ihm schien, als ob er den Berg schneller rauf als runter läuft. Wirklich beeindruckend! Meine Endzeit war mir schon auf der 1. von 2 Runden egal. Ich wollte nur noch heil ankommen.

Die 2:29h für die 30km kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Dies lag mit Sicherheit nicht nur an den vorangehenden Belastungen sondern auch an den 560Höhenmetern der 2. Laufstrecke. Meinen Platz im Starterfeld konnte ich halten. Ich war überglücklich nach 7.47h in Stadion einzulaufen und es überlebt zu haben. Platz 23 der Elite und der 71. Gesamtplatz waren der Lohn der Mühe. Mein Resümee: Härter als ein Ironman Triathlon und super organisiert. Da komme ich gern wieder! Danke and den Veranstalter, die Zuschauer, meine Betreuer, und natürlich VITARGO.

Glückwunsch zu dieser tollen Leistung in der Schweiz! Wäre beeindruckende Bilder von der Anreise sehen möchte empfehlen wir folgenden Link zu einer persönlichen Bildergallerie von Sebastian:
>> Bildergallerie Anreise zum Powerman in Zofingen

Text und Bildquelle: Sebastin Grzecza - www.3athlet.de

Videolink:
http://www.internettv.ch/sport/ssf-live/ssf-magazin-vom-07-09-09

Bilderlinks:
http://www.internettv.ch/sport/ssf-live/ssf-magazin-vom-07-09-09
http://picasaweb.google.com/powerman.zofingen

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