Niemand hat die Absicht, 100 Meilen zu laufen – Vorbereitung auf den Berliner Mauerweglauf – Teil 2

Hier nun der zweite Teil meines Berichts über die Vorbereitungen auf den Berliner Mauerweglauf über 100 Meilen am 16./17. August.

Sylt_Trainingslager_14.3 Mit Vitargo in Sylt

Am Ende des ersten Teils hatte ich ja auf den vor mir liegenden Trainingsaufenthalt auf der Insel Sylt hingewiesen, der mittlerweile auch schon wieder Vergangenheit ist. In aller Kürze: In den zwei Wochen ist das Training auf Deutschlands nördlichster Insel „gut gelaufen“, obwohl die für den Norden ungewöhnlich hohen Temperaturen während unseres Aufenthalts dort das Training nicht unbedingt erleichtert haben, es aber immerhin ermöglicht haben, fast jeden Tag in der Nordsee zu baden, was für die Regeneration auch nicht das Schlechteste war. In der ersten Woche habe ich mich – weil dies der Trainingsplan und auch die Gewöhnung an die Bedingungen nahe legte – lauftechnisch zurückgehalten, was auch notwendig war, da der erste Trainingsblock u.a. mit dem Biggesee-Marathon schon Körner gekostet hat. In der zweiten Woche bin ich dann u.a. zwei Mal über 30 km gelaufen (31 und 35 km mit einem Tag regenerativen Training dazwischen), was trotz der Hitze und des teilweise heftigen Gegenwindes gut hingehauen hat.

Zurück im Münsterland musste ich mich dann wieder erst einmal an die veränderten klimatischen Bedingungen gewöhnen, nach der Akklimatisierung standen dann aber erneut ein Dreißiger und als Höhepunkt direkt am Tag danach die Teilnahme am Marathon in Bad Pyrmont auf dem Programm. Einen Marathon mit 30 km als Vorprogramm habe ich in nunmehr 31 Laufjahren bislang auch noch nicht absolviert, es hat aber trotz des anspruchsvollen Streckenprofils und der Hitze beim Pyrmonter Marathon passabel funktioniert.
Im Detail heißt das: Auf den 42,195 km im Weserbergland rund um Pyrmont sind 690 Höhenmeter zurückzulegen.

Bad Pyrmont_Holger-vitargo

Das hört sich erst einmal gar nicht so schlimm an, aber es geht eben ständig rauf und runter, man hat kaum einmal ein Stück ebene Wegstrecke, so dass man nur ganz schwer seinen Laufrhythmus findet. Die bei der Startzeit von 13 Uhr hohen Temperaturen sowie der Dreißiger vom Vortag tragen auch nicht unbedingt zur Entspannung bei, der große Vorteil der Streckenführung liegt aber darin, dass bis auf die einführenden Kilometer sowie den Schlusskilometer nur im Wald gelaufen wird, so dass die hochsommerlichen Temperaturen gut zu ertragen sind.

Auch sonst ist der Marathon in Bad Pyrmont eine top Veranstaltung und als Vorbereitungslauf oder einfach nur so unbedingt zu empfehlen. Tadellose Organisation, familiäre Atmosphäre, sehr gut ausgestattete Verpflegungsstellen in ausreichender Anzahl sowie ein ansprechendes Rahmenprogramm zeichnen diese Veranstaltung aus. So trifft man gerade auf der Marathon-Strecke etliche Ultra-Läufer, die die klassische Distanz im Weserbergland zur Vorbereitung auf ein Ultra-Rennen nutzen. Ich komme sogar in den Genuss eine Zeit lang mit einem Läufer zusammenzulaufen, der sich ebenfalls für den Mauerweglauf in Berlin gemeldet hat (und der zur Vorbereitung mal eben einen Triple-Marathon in Groningen gemacht hat!).

Bad Pyrmont_Holger-vitargo2

Auf der Strecke habe ich trotz des Dreißigers vom Vortag keine Probleme, ich kann ohne Einbruch mein angestrebtes Tempo knapp unter dem 6 Minuten-Schnitt laufen und erreiche nach 4:09 Stunden wohlbehalten das Ziel auf der Kurpromenade ohne das Gefühl, mich verausgabt zu haben.

Bad Pyrmont_Holger-vitargo3
Alles gut, oder?

Auf der Rückfahrt beschleichen mich doch einige Zweifel … . Direkt nach dem Rennen, nachdem ich mich mal kurz hingesetzt hatte, war ich doch schon richtig kaputt, die Beine tun weh, und das nach gerade mal 42 Kilometern. Ja, die Höhenmeter, die Hitze, der Dreißiger vom Vortag …, aber ich habe natürlich auch mal wieder während des Rennens gehört, was andere Teilnehmer in Vorbereitung auf die 100 Meilen an Kilometern zurücklegen. Da kommen mir doch Zweifel an meiner eigenen Strategie mit einem auf Umfang angelegten Marathon-Trainingsprogramm 100 Meilen laufen zu wollen, vielleicht hätte ich doch mehr machen oder einfach eher anfangen müssen?

Das heißt für mich: Wenn ich die Strecke schaffen will, müssen die Bedingungen sehr gut sein (keine extreme Hitze oder Dauerregen mit kühlen Temperaturen) und ich muss einen sehr guten Tag haben, sonst könnte es eben nicht reichen – auch darauf muss ich mich jetzt mental einstimmen.

Jetzt sind es noch drei Wochen bis zum Rennen, das heißt noch eine Woche hartes Training und dann zwei Wochen zur aktiven Regeneration und zum Tapering, man wird sehen.
Ernährungstechnisch ist zumindest alles im Lot dank der rührigen VITARGOs (danke Susanne, Olli und Michael!), die echt Interesse an meinem Projekt haben und mich in Windeseile mit den gewünschten Produkten versorgen. Morgens bei VITARGO anrufen, abends liegen die Produkte abholbereit in Selm. Ich vertraue weiterhin auf meine „Klassiker“. Im Trinkrucksack habe ich bei einem Dreißiger im Training rund einen Liter VITARGO Elektrolyt dabei sowie drei Tabletten Salt&More.

Mit Vitargo Beim Marathon in Bad Pyrmont

Im Moment experimentiere ich noch mit Aminosäuren, dazu vielleicht im nächsten Eintrag mehr. Direkt im Anschluss an lange Einheiten trinke ich dann eine Portion Gainers Gold (500 ml). Wichtig ist, dass ihr den Eiweiß-Drink direkt nach dem Duschen zu euch nehmt, nicht zu lange wartet, das ist echt wichtig, dann bringt es am meisten für die Regeneration. Zur Vorsicht habe ich noch immer VITARGO Gel auf der Strecke dabei, das kommt aber fast nie zum Einsatz, da reichen die Kohlenhydrate im Elektrolyt.

Auf den Punkt gebracht stellt sich mein Zustand drei Wochen vor dem Rennen so dar: körperlich und ernährungstechnisch gut drauf, mental eher ein wenig zweifelnd (was wohl auch mit dem immer näher rückenden Wettkampftermin zu tun hat!).

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