New York Marathon 2009 – ein einmaliges Erlebnis in Big Apple

Birgit Pohlmann in Bestzeit durch Manhattan

Der New York Marathon ist wohl für jeden Marathonläufer ein Traum. Mit Josef Hagemann und Jörg Dröge, die beide jeweils zwei Mal dieses Rennen bestritten, haben bereits Nordkirchener Marathonläufer an dem weltweit wohl bekanntesten Citymarathon teilgenommen. Dieses Jahr erfüllte sich Birgit-Kristin Pohlmann den schon längere Zeit gehegten Traum. Im ersten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur Altersklasse W50 finishte die für den FC Nordkirchen startende Läufern die Distanz von 42,195 km mit neuer persönlicher Bestzeit.

Birgit Pohlmann beim New York Marathon 2009

Bereits mehrere Tage zuvor war Pohlmann gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Eltern, mit denen sie in ihrer Kindheit bereits für einige Zeit in New York gelebt hatte, in die Metropole am East Side River gereist, um sich auf den Lauf durch verschiedene New Yorker Stadtbezirke einzustimmen. Mit über 43.000 gemeldeten Teilnehmern aus aller Welt gehört der New York Marathon neben den Rennen in Berlin, London, Boston und Chicago zu den so genannten âBig Fiveâ, also zu den teilnehmerstärksten und am besten besetzten Rennen. Traditionell stellen die deutschen Sportler in New York eine große Abordnung. So gingen in diesem Jahr rund 2.500 Sportler aus Deutschland an den Start. Die Nachfrage nach einem Startplatz in New York ist so groß, dass eine Startkarte nur mit einer bestimmten Qualifikationszeit ergattert werden kann, will man nicht mit einem Reiseveranstalter anreisen oder sich auf die Unwägbarkeiten einer Lotterie einlassen.

Die anspruchsvolle Norm hatte Birgit-Kristin Pohlmann bei ihrem Marathondebüt im Vorjahr in Berlin mit 3:45 Stunden gleich souverän unterboten. Für die deutlich schwierigere Strecke des New York Marathons hatte sie sich das Ziel gesetzt, die Berliner Zeit in etwa wieder zu erreichen. Eine Verbesserung der Berliner Zeit schien auch deshalb nicht realistisch, da im Rahmen der Vorbereitung auf den New York Marathon der rechte Fuß Probleme bereitete. Neben dem sportlichen Ziel – unter vier Stunden durchzukommen – wollte Pohlmann natürlich den ‚Event’ New York Marathon genießen – sofern dies bei einem Lauf über mehr als 42 km überhaupt möglich ist. Das Rennen durch den Big Apple ist weniger wegen seiner schnellen Strecke, sondern vielmehr wegen der bombastischen Stimmung auf und an der Strecke bekannt und auch deshalb das Traumziel von Ausdauersportlern auf der ganzen Welt. Die Stimmung ist nach der Einschätzung von Birgit-Kristin Pohlmann noch besser als in Berlin – dem deutschen Nonplusultra des Straßenlaufs: Etwa 120 offizielle Bands unterschiedlichster Musikrichtungen sowie in mehreren Reihen am Straßenrand stehende Zuschauer feuern die Läufer an. Trägt ein Läufer seinen Namen auf dem Trikot oder der Startnummer, wird er sogar mit Namen angefeuert. Die Stimmung war laut Pohlmann âgigantischâ und trägt die Läufer insbesondere auf den letzten Kilometern – wenn die Beine immer schwerer werden – ins Ziel. Für die Mehrheit der Teilnehmer steht daher auch das Erlebnis ‚New York Marathon’ und nicht die Hatz nach einer bestimmten Zeit im Vordergrund.

Birgit Pohlmann beim News York Marathon 2009

Dass beim New York Marathon in der Spitze in der Regel langsamere Zeiten gelaufen werden als z.B. in Berlin oder in London, hängt mit den Besonderheiten der Strecke zusammen, die auch Birgit-Kristin Pohlmann erfahren durfte. Schlechter Straßenbelag und Unebenheiten gerade in den Stadtteilen Brooklyn und Queens sowie mehrere Brückenüberquerungen  und diverse Höhenmeter vor allem auf dem zweiten Streckenteil in den Stadtteilen Manhattan und Bronx reichern die dann bereits deutlich in Mitleidenschaft gezogene Läufer-Muskulatur zusätzlich mit ermüdender Milchsäure an.

Ungeachtet dessen waren die klimatischen Bedingungen für einen neuen Rekordlauf mit Temperaturen knapp unter der 20° Grad-Marke sowie kaum störendem Gegenwind geradezu ideal. Trotz wolkenverhangenem Himmel bot sich an zahlreichen Streckenabschnitten, insbesondere von der Verrazano-Narrows-Bridge, die gleich nach dem Start von den Läufern überwunden werden musste, ein toller Blick auf die Skyline von Manhattan, die mit ihrem Wolkenkratzern eindrucksvoll vor den Läufern lag. Die Verrazano-Narrows-Bridge verbindet Staten Island mit Brooklyn und wird von den Läufern, die in verschiedene Startblöcke eingeteilt sind, auf zwei Ebenen überquert.

Birgit Pohlmann beim New York Marathon 2009

Pohlmann hatte das Glück auf der oberen Ebene starten zu dürfen und genoss den Blick auf Manhattan in vollen Zügen. Nach einem verhaltenen ersten Kilometer kam sie immer besser ins Rennen und konnte bis ungefähr km 27 einen Schnitt von etwa 5:00 Minuten pro Kilometer halten. Das hätte eine Endzeit von 3:30 Stunden bedeutet. Doch in der entscheidenden Phase des Rennes jenseits der 30 km-Marke machten sich auch bei der Läuferin aus der Schlossgemeinde Ermüdungserscheinungen bemerkbar, die durch den schwereren zweiten Streckenteil in Manhattan und Bronx noch verstärkt wurden. Jetzt begann der Kampf gegen den âMann mit dem Hammerâ. So war Pohlmann mehr als glücklich, als sie nach 3:39,30 Stunden auf Platz 7614 der über 40.000 Teilnehmer über die Ziellinie lief. In der stark besetzten Altersklasse W50 wurde die Marathonläuferin aus Nordkirchen auf Rang 48 notiert – bei insgesamt 1274 Finishern dieser Altersklasse! Damit konnte Pohlmann bei ihrem erst zweiten Start über die klassische Distanz ihre Bestzeit noch einmal um rund sechs Minuten verbessern.

Herzlichen Glückwunsch an Birgit für diese tolle Leistung!

Bildquelle: Johannes Pohlmann
Textquelle: Holger Deifuß & Birgit Pohlmann

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