Laufnews vom Vitargo Sportler Paul Schmidt

Hier wieder mal ein Lauf-Ausblick und Update von Paul Schmidt, der mittlerweile seit über 5 Jahren erfolgreich auf Vitargo setzt.

Paul Schmidt Vitargo Sportler

Die Lauferrei im Juni: Einblick, Bestzeit, Streckenrekord, Ausblick!

In der bisher heißesten Woche des Jahres vor dem Hamburg Halbmarathon bestand die Vorbereitung dann nur noch aus dem Arbeitsweg und einer „Taperingeinheit“ sowie etwas Krafttraining. Mehr war aufgrund der vielen Arbeitsstunden in der Klinik auch nicht möglich bzw. von mir gewollt, da seit 2013 die ärztliche Tätigkeit eindeutig Vorrang hat. So war ich auch am Vortag zum Halbmarathon 12h zum Samstags-Notaufnahmedienst in der Klinik und habe diesen Dienst aus Prinzip mit der Idee der Halbmarathonteilnahme nicht verschoben.

Gegen Ende der Woche entspannten sich die Temperaturen und ich blickte mittlerweile etwas aufgeregt dem Halbmarathon entgegen. Seit langem ging es nicht mehr nur um Sieg oder Platz, wo die äußeren Bedingungen für alle gleich sind. Diesmal sollte eine persönliche Bestleistung möglichst weit unterboten werden. Die unmittelbare Vorbereitung bezüglich Ernährung und Belastung in den Stunden vor dem Rennen wurde von mir deshalb relativ genau geplant. Für eine Belastung von knapp 70 min ging ich in meinem Fall davon aus, dass diese mit gut gefüllten Kohlehydratspeichern, voll hydriert und nur wenig Zuckeraufnahme während des Rennes optimal zu laufen seien.

Paul schmidt erfolgreich mit Vitargo beim Halbmarathon

Bei der Erwärmung halte ich mich mit langem Einlaufen sehr zurück, damit vom Energietank vor dem Rennen möglichst wenig verbraucht wird. Solange sich die Muskeln warm anfühlen und für den langen Schritt gut gedehnt sind, ist das ausreichend. Auch die Erfahrung des Muskelrisses im letzten Jahr ändert nichts an dieser Taktik. Damals hatte ich mich fast 45 min für die 10km beim Paderborner Osterlauf erwärmt. Am 23.06. 9:00 war es dann soweit. Mit dem Shuttlebus wurde ich vom Zielbereich an den Start auf der Reeperbahn gefahren. Dort traf ich einige bekannte Gesichter. Neben Lisabeth Wagner aus Dresden, deren letzten Tempodauerlauf vor dem HM ich am Samstag zuvor im Dresdner Großen Garten begleitete ( Platz 8, beste Deutsche in 79:29 min) auch Volker Goineau ( 68:18min , 10.) und Markus-Weiß-Latzko (DNF). Zur Einstimmung auf eventuelle gegenseitige Tempoarbeit fragte ich nach den Zielzeiten. Ich selbst hatte mir 66:50 min als bestmögliche Zeit und entsprechendes Tempo von 3:10 min/km vorgenommen. Peter wollte, ebenso wie Markus, eine tiefe 66 laufen. Volker peilte 67-67:30 an. In diesem Bereich kann ein Unterschied von 30 oder 60 s schon Welten ausmachen, oder einfach nur wenig oder viel Laktat !!!! Ein direkter Laufpartner war also noch nicht auszumachen. Mit dem Startschuss kam erstmal eine andere bewährte Taktik zum tragen. Kurzer Sprint über 30 m, um aus dem Gröbsten Geränge herauszukommen und dann locker ins Tempo finden. Gemeinsam mit Markus tat ich das auch. Nach ein paar hundert Metern holten uns dann immer mehr Afrikaner ein, welche wir jedoch ziehen ließen (um hinten raus möglichst viele „einzusammeln“). Trotz des nun relativ hohen Tempo von 3:05-3:06 min/km fühlte ich mich wohl und wollte es probieren, mit Markus mitzulaufen. Angetrieben von den vielen Zuschaueren an den Landungsbrücken konnten wir das Tempo halten.

Aber irgendwie bemerkte ich, dass es nicht wirklich Markus Tag war. Bei der Tempoarbeit wurden meine Anteile immer größer, bis er das Tempo nicht mehr halten konnte. So orientierte ich mich nach vorn, mit dem Ziel das Tempo möglichst lange zu halten. 31:23 min über 10km bedeuteten Saisonbestleistung. Die Beine fühlten sich gut, aber nicht mehr total frisch an. Auf der 2. Hälfte wurden die Straßen deutlich leerer. Der Kurs blieb durch Tunnel und Brücken weiter wellig und windig. Die Motivation war hoch, ich konnte Peter etwas mehr als 100 m vor mir sehen. Der Abstand blieb konstant, und konstant konnten ließen wir andere afrikanische Profiläufer hinter uns. An einer Wendemarke zwischen Binnen-und Außenalster liefen aneinander vorbei und klatschten die Hände ab. Eine sehr motivierende Geste unter Trainingskameraden. Das war ca. bei Kilometer 14 und die letzten 4 km waren im Bereich von 3:10-3:12 min/km. Langsam begannen die Beine schwer zu werden. Entgegen meiner Vermutungen gab es auf der Strecke nur Wasser und keine isotonischen Getränke. Wo mein Körper sonst langsam nach C6H12O6 in variabler Form bittet, gab es nur H2O. Leider wurde Stefan durch die spontane Anmeldung die Möglichkeit der Radbegleitung zum Filmen, bzw. zum Reichen von eigenen Getränken im Verpflegungsbereich verwährt. In diesem Momenten wünschte ich mir mein Energiegel für den Kick, der mich bei den langen Dauerläufen die letzten 5km gern mal unter 16 min laufen lässt. Aber aus diesem Fehler werde ich lernen. Bis ins Ziel war der Zeitverlust zwar nicht extrem, aber eine schöne Wannenform der Laufgeschwindigkeit konnte nicht mehr erzeugt werden. Die Oberschenkel fühlten sich leer, nicht mal voller Laktat, geschweige denn anderer schnell wirksamer Energiespender. Also blieb mir nur übrig gefühlt „auf dem Zahnfleich zu kriechen“ und durchzukommen. Diese Empfindungen entstanden alle bei Tempounterschieden zwischen 3:12 und 3: 18 min/km machen aber, wie oben schon beschrieben, Welten aus ( am Ende fast 10 Plätze in der Deutschen Bestenliste). Getrieben von der Motivation bester Europäer zu werden und meine Bestzeit zu knacken, war der Tempoabfall am Ende zum Glück nicht so extrem und mit 67:14 min konnte ich glücklich als 7. ins Ziel laufen.

Halbmarathon Hamburg - Paul Schmidt Ehrung

Quelle und ganzer Artikel:https://www.facebook.com/notes/paul-schmidt/die-lauferrei-im-juni-einblick-bestzeit-streckenrekord-ausblick/619420814749918
Bilder Paul Schmidt per E-Mail

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