Interview mit Florian Reus zum Spartathlon 2013 – Ernährung, Vitargo und mehr

Hallo Florian,

es sind jetzt einige Tage seit deinem 2. Platz beim Spartathlon vergangen. Glückwunsch an dieser Stelle schon mal 246 km von Athen nach Sparta in einer beeindruckenden Zeit von 25:29:54

Da wir ja immer wieder Sportler dabei haben, die extreme sportliche Herausforderungen bewältigen (Paris-Brest-Paris, Marathon de Sables, Comrades Marathon, Race Across Amercia, Ironman, 24 Stunden Schwimmen etc.) oder noch bewältigen wollen, möchten wir die Gelegenheit nutzen dir einige Fragen zum Thema Ernährung und Vitargo zu stellen?

Wie geht es dir aktuell und bist du schon wieder gelaufen?

Vielen Dank für die Glückwünsche! Mittlerweile habe ich mich schon ganz gut von den Strapazen erholt. In der ersten Woche nach dem Wettkampf hatte ich erst einmal überhaupt kein Bedürfnis zu laufen. Mittlerweile habe ich aber schon wieder die ein oder andere lockere Einheit absolviert.

Wie hoch schätzst du den Faktor Ernährung beim Spartahlon-Lauf ein? Welche Rolle hat Vitargo dabei für dich gespielt? Benutzen viele Ultraläufer Sporternährung? Wieviel Kalorien verliert man bei einem solchen Lauf?

Eigentlich bin ich ja vor allem im 24-Stunden-Lauf zu Hause. Während man da alle paar Minuten bei seinen Betreuern vorbeikommt, war es beim Spartathlon deutlich schwieriger. Hier ist auf den ersten 80 Kilometern private Betreuung komplett untersagt und auch danach darf man nur an ausgewählten Checkpoints Verpflegung von den persönlichen Supportern annehmen. Normalerweise nutze ich das Vitargo immer gleichmäßig verteilt in kleinen Portionen, was beim Spartathlon auf Grund der genannten Umstände nicht möglich war. Zum Glück konnte man sich aber Eigenverpflegung an den Checkpoints deponieren lassen. So habe ich das Vitargo einfach etwas dicker angerührt und auch die einzelnen Portionen vergrößert, um nicht an zu vielen Checkpoints durch das Suchen nach der Eigenverpflegung Zeit zu verlieren. Bei solch langen Wettkämpfen hat man das Problem, dass irgendwann der Appetit total nachlässt und man sich zwingen muss zu essen. Sporternährung bietet da natürlich ein riesen Vorteil, da man „Flüssignahrung“ immer irgendwie runter bekommt. Schon allein wegen der Zeitersparnis nutzen die meisten Ultraläufer Sporternährung.

Florian Reus mit Vitargo beim Spartathlon

Welche Vitargo Produkte hast du eingesetzt? Hast du Tipps, Tricks an Sportler die sich ebenfalls einer solchen Herausforderung stellen wollen?

Das „Vitargo + ELEKTROLYTE“ nutze ich mittlerweile schon seit 2006 bei all meinen Ultralauf-Wettkämpfen. Kurz vor dem Spartathlon habe ich von Euch das „Vitargo CARBOLOADER“ bekommen, welches ich in den Tagen vor dem Wettkampf genutzt habe um die Speicher aufzufüllen und auch auf dem Weg nach Sparta eingesetzt habe. In der Regel verzehre ich, quasi als Basisnahrung, eine Portionstüte auf drei Stunden verteilt. Aus der Erfahrung heraus weiß ich, dass ich so ganz gut über die Runden komme. Beim Spartathlon habe ich bis auf ein paar Kekse und etwas Kartoffelchips keine feste Nahrung zu mir genommen. Oftmals wird bei solch langen Läufen an den offiziellen Versorgungsstellen ein riesiges Angebot an verschiedenen Essen bereitgestellt. Um die Läufer vor allem in den Nachtstunden bei Laune zu halten ist dies sicherlich auch ganz nett und viele Sportler schätzen es, nicht dauernd das gleiche Essen zu müssen. Aus rein pragmatischer Sicht reicht es aber, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Mein „Standardspeiseplan“ sieht z.B. folgender Maßen aus: Tee mit Saft gemischt, Vitargo, Eistee, Cola, alkoholfreies Weizenbier und Salz. Dadurch, dass ich so gut wie komplett auf feste Nahrung verzichte, habe ich es in mittlerweile etwa 15 24-Stunden-Läufen noch nie erlebt, dass ein lästiger Toilettengang fällig wurde! Im Ultralauf stellen in der Regel Magen-Darm-Probleme einer der wesentlichen begrenzenden Faktoren dar.

Welche Bedeutung haben aus deiner Sicht Mineralstoffe und hast du eine Trink-Strategie für entwickelt, Hast du auch Salt&More genutzt?

Bislang habe ich hinsichtlich der Ergänzung von Mineralstoffen nur Salz zu mir genommen, um den Natriumverlust auszugleichen. Das Salt&More habe ich erst wenige Tage vor meinem Abflug nach Griechenland kennengelernt. Da ich in so einem wichtigen Wettkampf keine Experimente wagen wollte, plante ich ursprünglich es nur vor dem Wettkampf zu nutzen. Nichtsdestotrotz habe ich es aber meinem Betreuerteam mit auf den Weg gegeben. Nach etwa 120 Kilometern hatte ich ein heftiges Tief, in dem ich das Gefühl hatte jemand hätte einfach so den sprichwörtlichen Stecker gezogen. In dieser Situation entschloss ich dann das Salt&More doch schon im Wettkampf zu testen. Vielleicht hat dies ja auch dazu beigetragen, dass ich wieder ins Rennen zurückgefunden habe.

Wie geht es dir im Moment, was macht die Regeneration und welche Laufpläne hast du für 2014?

Zum Glück konnte ich noch ein paar Erholungstage in Griechenland dranhängen, so dass ich dort schon ein wenig neue Kraft tanken konnte. Körperlich habe ich mich soweit schon ganz gut erholt, jedoch braucht es gewöhnlich mental ein paar Tage bis man solch ein intensives Erlebnis verarbeitet hat. Hinsichtlich der Ziele für das nächste Jahr steht und fällt alles mit dem Termin der 24h-WM/EM. Bislang wurde von der IAU leider noch kein konkreter Termin genannt, so dass ich noch nicht ernsthaft planen kann. An einem 24-h-Lauf möchte ich auf jeden Fall teilnehmen, vielleicht kehre ich auch im nächsten Herbst wieder nach Griechenland zurück. Pro Saison nehme ich an maximal zwei Wettkämpfen in dieser Größenordnung teil, da alles andere nicht wirklich zielführend wäre.

Siegerehrung Florian Reus Spartathlon 2013

Glückwunsch nochmal zu dieser tollen Leistung und vielen Dank für das Interview!

Bilder: Florian Reus (privat)

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