Comrades Ultramarathon trotz Morbus Bechterew

Damian Zmudzinski erfolgreich beim ältesten Ultramarathonin der Welt in Südafrika

Damian Zmudzinski lief erfolgreich am 15 Juni 2008 den berühmten Comrades Ultramarathon in Südafrika. Am 15. Juni starteten frühmorgens um 5:30 Uhr in Durban wieder ca. 15.000 Läufer zu diesem legendären Lauf über 89km.

Der seit 8 Jahren an Morbus Bechterew erkrankte Damin Zmudinski erfüllte sich damit einen Jugendtraum. Vor seiner Erkrankung hatte er 6 Marathons absolviert und war sportlich sehr aktiv bis im Jahr 1997 seine gesundheitlichen Probleme begonnen. Am Anfang waren es lediglich Rückenschmerzen. Am 06.10.03 wurde dann letztendlich nach längerer Behandlung mit hoch dosiertem Cortison die Diagnose Morbus Bechterew gestellt.

Als sportbegeisterten junger Mensch ließen ihn die Ärzte wissen, dass die sportlichen Aktivitäten in Zukunft nicht mehr möglich sind. Frustriert und von den Tabletten depressiv, hatte er die Lust auf alles verloren.

Erst Ende 2005 wurde er durch neue Medikamente von seinem Rheumatologen auf den richtigen Weg zurück gebracht. Er befreite ihn von seinem Sportverbot mit den Worten alles ist erlaubt, wenn es nicht zusätzliche Schmerzen verursacht.

Der gebürtige Pole lebt und arbeitet seit 2002 in Bayern als Frühstückskoch in Hotel Bachmair am See in Rottach-Egern.

Wir gratulieren und sind stolz diesen tollen Sportsmann bei seinem Lauf unterstützt zu haben!

Hier sein Bericht zum Lauf – vielen Dank für Text und Fotos

Copyrighthinweis und Quelle: Texte und Informationen für diesen Bericht wurden von der Website von Frank Hammel entnommen. Die Website ist ein Wegweiser für die Leute ist, die Comrades laufen möchten. Wer in Süd Afrika mitmacht und diese Seite nicht gelesen hat, macht schon ein Riesenfehler.

zur Website von Frank Hammel: http://www.hamelchen.de

Damian Zmudinski vor dem Wettkampf - Comrades Marathon 2008

„Der lange Weg zur Ziel – Livebericht von Damian Zmudinski“

The Ultimate Human Race … It Will Define You – Dieser Slogan steht für den Comrades Marathon 2008 in Südafrika. Diese Faszination konnte ich am 15.06.2008 live selbst erleben. Es sind die vielen kleinen und großen Anekdoten, die Legenden, die dramatischen Ereignisse, die Traditionen und die Art und Weise wie erfolgreiche Läufer mit den unterschiedlichsten Auszeichnungen geehrt werden, die den Comrades Marathon zu dem machen, was er heute ist – The Greatest Race in the World!

5:15 Uhr – die Stimmung stieg unaufhaltsam in den jetzt vollen Startblöcken. Es waren nur kühle 13°C an diesem Morgen und viele Südafrikaner froren erbärmlich. Wir Europäer sind da sicherlich noch andere Temperaturen gewöhnt. Aus den Lautsprechern erhallten die letzten Tipps des Moderators und die Menge wurde anschließend durch die laute Ansprache eines Zulu-Kriegers aufgepeitscht. Als nächstes erfolgte das Abspielen und Mitsingen der Nationalhymne Südafrikas, danach die sanften Klänge mit Afrikanische Lied „Shosholoza“ Dieser Moment war unglaublich magisch. Die 12.000 Läufer stimmten in den Gesang mit ein. Shosholoza ist ein traditionelles südafrikanisches Volkslied.

Start Comardes Marathon

Das Zuluwort Shosholoza bedeutet in etwa „vorwärts“, „mutig nach vorn schauen“, „die Ärmel hochkrempeln“ oder „bereite den Weg für den nächsten“. Beide Lieder sind mittlerweile schon Tradition bei diesem Ultralauf. Gänsehaut Pur! Ein kurzer aber markanter Hahnenschrei durchschnitt die Nacht, ein Schuss aus der Pistole ertönte und dann folgte der Donner eines und die Menge setzte sich langsam in Bewegung. Jetzt war es endlich soweit. Mein hartes Training der letzten Monate sollte seinen krönenden Abschluss finden. Ich war froh wie ein Kind, meine Herzfrequenz in den ersten 20 Min. war 170 Schläge pro Minute.

Es war noch stockdunkel, aber die Straßenbeleuchtung reichte aus, um Unregelmäßigkeiten im Straßenbelag oder plötzlich auftretende Verkehrsinseln zu erkennen. Ich begann ruhig und gelassen zu laufen. Um mich herum keimte eine ziemliche Hektik auf. Viele Läufer aus den hinteren Startblöcken rauschten bereits an mir vorbei. Wo wollen die so schnell hin, dachte ich mir und ließ mich von dem Trubel nicht anstecken. Das kann einfach für viele nicht gut gehen, wenn sie so losrennen.

Vitargo auf der Strecke - Vitargo RTD Comrades Marathon 2008

Zuerst führte die Strecke etwa 2 km bergab, bevor die ersten kleinen Anstiege zum warm werden bevorstanden. Nach einigen Minuten lief ich einen gefühlten Schnitt von 5:45 Min/km. Entfernungsschilder zur Lagebestimmung konnte ich leider nicht erspähen, was nicht nur an der Dunkelheit lag. Sie waren einfach nicht vorhanden

Catch Your Dream

Comrades Marathon zu laufen ist wie das ganze Leben an einem ganzen Tag zu durchleben, mit allen Höhen und Tiefen!. Am Start war ich wie ein Kind, am Ziel wie ein Opa. Ich bin nach 9 Stunde und 14 Minuten in Ziel gekommenen. Es war einfach toll.

Glücklicher Finisher nach 9 Stunden und 14 Minuten beim Comrades Marathon 2008

Ich bin mit einer Brille gelaufen. Man muss das Gehirn abschalten, und positiv denken. Die Orange Brillen helfen hierfür perfekt! Man kann ganz gut abschalten. Ich habe so versucht, die Strecke in einem transartigen Zustand zu laufen, was aber nicht immer einfach war. Nach Kilometer 83 kam die Krise. Nach 8.30 Stunden, 5 Hügel und 32 Grad waren meine Muskeln steif. Nachdem ich dann 1 km gegangen war und mich erneut konzentrierte bin ich 10 Minuten lang mit dem Gedanken Es ist mein Traum sowie dem Gesang Shosholoza bis zum Ziel gelaufen. Immer vor Augen auch den Satz „Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen wird gelaufen von Dr. Strunz.

Finisher Shirt und Medalie

Das Rennen war die Hölle, es war wie in der Sauna laufen. Ich habe versucht einfach dran zu bleiben. Bei der letzte Steigung hatte ich nur noch Tränen in den Augen. Ich kann viele wunderbare Erlebnisse und Gedanken aus dieser Strecke mitnehmen, die mir keiner mehr nehmen kann. Diese Erlebnisse kann man nicht mit Geld kaufen, das muss man selbst erleben und mit Schweiß bezahlen.

Nach 9 Stunden und 14 Minuten war ich im Ziel trotzt meiner Krankheit Morbus Bechterew.

Insgesamt habe ich 9 Liter Wasser getrunken, 7662 kcal verbraucht! Alles mit einem Durchschnittpuls von 152 gelaufen. Der Maximalpuls betrug 172, der Minimalpuls 80.

Geschaffft Comrades Marathon 2008

Nach dem Lauf habe ich meine Beine zur Belohnung in Ozean getaucht.

Mein Schwiegervater hat mich regelmäßig mit Vitargo versorgt, was bei einer solchen Belastung absolut notwendig war. Vor dem Wettkampf und nach dem Wettkampf habe ich ebenfalls Vitargo genommen.

Für meine Mitläufer tat es mir wirklich leid, dass Sie kein Vitargo genommen haben. Der Körper braucht diese Energie einfach, um ein solches Rennen durchzustehen. Nach 9 Stunde laufen man kann nicht einfach 2 Apfel und Semmel mit Bolognese essen. Das reicht definitiv nicht.

Die genaue Zusammenstelllung wird noch folgen.

Auch nach dem Wettkampf wichtig Speicher wieder auffüllen

Von den dort 30 Deutschen kannten nur wenige Vitargo, was sich nach dem Rennen wahrscheinlich ändern wird.

Artikel in der Tegernsee Zeitung

Mehr Informationen zu dem Lauf
http://www.comrades.com

Ergebnis und Übersicht

Damian Zmudzinski
Event: Marathon From:
Age: 31 Team: Germany
Gender: Male Club:
Category: Ages 30 – 39
Status: Finished
Race No: 46767
Medal: Bronze
Direction:

Results

Start Time: 05:30:01 Overall Pos: 2240
Finish Time: 09:14:31 Gender Pos: 2108
Net Time: 09:14:31 Category Pos: 1005

Splits

Split Race Time Time of Day Split Time Overall Pos Category Pos Gender Pos Dist. Done Dist. To Go Speed
Cowies Hill 01:38:18 07:08:20 3212 1425 3104 16.7 70.1 5.89
Drummond 04:14:21 09:44:22 2745 1248 2649 42.6 44.2 5.97
Cato Ridge 05:49:57 11:19:58 2344 1081 2253 57.1 29.7 6.13
Camperdown 06:39:23 12:09:25 2239 1030 2139 63.8 23 6.26
Polly Shortts 08:14:31 13:44:32 1983 928 1881 79.1 7.7 6.25
Finish 09:14:30 14:44:31 2239 1005 2107 86.8 0 6.39

Quelle: http://results.comrades.com/

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