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Mit Vitargo beim Trans-Alpine-Run

Die Vitargo Sportler Silvia Rusche und Karl Bernd Strotmann waren beim diesjährigen Trans-Alpine-Run 2016 am Start.  Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung und vielen dank für die Bilder und Texte.

1.Etappe: Garmisch-Partenkirchen – Lermoos

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler

Entfernung 36.5, Höhenmeter im Aufstieg 2088, im Abstieg 1791

Die Warm-up-Etappe: Dabei führen die schönsten Trails unter der Zugspitze in stetem Auf und Ab über die Landesgrenze nach Ehrwald und weiter bis ins Ziel nach Leermoos.

Bereits kurz nach dem Start in Garmisch führt der Lauf ins Herzen des Wettersteingebirges, bleibt aber mit einer Maximalhöhe von 1619 m noch im „Akklimatisations-Bereich.

Für Karl und für mich war die 1. Etappe noch ziemlich entspannt. Bergauf mussten wir bei den steilen Abschnitten wohl „wandern“, aber mit unserer Zielzeit von 5:35 Stunden sind wir gut zufrieden.

Das Wetter spielte auch mit, zwar bewölkt, aber nicht zu warm.

Wir freuen uns auf die morgige Etappe.

LG Silvia und Karl

Hallo zusammen,

die zweite Etappe ist Geschichte, hier ein Bericht:

Lermoos-Imst
Entfernung: 33,8
Höhenmeter im Aufstieg: 2023
Höhenmeter im Abstieg: 2237

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler Start 2. Etappe

Aufgrund des nächtlichen Dauerregens musste die Strecke kurzfristig geändert werden. Das Tegestal ist bei Starkregen aus Sicherheitsgründen allgemein gesperrt, so dass die Rennleitung kurzfristig auf eine Alternativ-Route ausweichen musste. Trotzdem waren einige Streckenabschnitte durch die Nässe sehr aufgeweicht und matschig. Volle Konzentration war da gefordert. Ein Sturz von Silvia blieb dank des an dieser Stelle weichen Bodens ohne Folgen. Trotzdem hatten wir noch Gelegenheit das tolle Panorama der österreichischen Bergwelt  zu genießen und zu bewundern.

Vor dem Start hatten wir Dauerregen, mit dem Startschuss um 8:00 Uhr hörte es schlagartig auf zu regnen. Das Wetter wurde im Laufe des Tages immer besser, so dass wir die letzten Kilometer bei angenehmen Temperaturen ablaufen konnten. Der Zieleinlauf in Imst bei strahlendem Sonnenschein krönte dann diese Etappe.

Mit einer Zeit von 5:08 Stunden beendeten wir diese zweite Etappe und belegten damit einen Platz im vorderen Drittel.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler 2. Etappe

Hallo zusammen,

die dritte sogenannte Königsetappe wäre auch geschafft.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler 3. Etappe

Imst – Mandarfen im Pitztal
Entfernung: 47,9
Höhenmeter im Aufstieg: 3037
Höhenmeter im Abstieg: 2144

Diese Etappe heißt Königsetappe, weil sie nicht nur die Längste des TAR ist, sondern auch die mit den meisten Höhenmetern und somit wohl die härteste. Der häufigste Spruch des Tages war wohl „die absolute Hölle“. Es war wieder einmal höchste Konzentration angesagt, sodass kaum Gelegenheit blieb, die herrliche Landschaft auf dem Weg vom Inn zu den Gletschern der Ötztaler Gipfel zu genießen.

Start war bereits um 7:00 Uhr bei erfrischenden 7° C und leichtem Nieselregen. Bis 8:00 Uhr hatte es sich ausgeregnet, später kam spärlich die Sonne raus. Der starke kalte Nordwind machte den Lauftag nicht angenehmer. Während die ersten 10 Kilometer an Laufen erinnerten, wurde es dann immer alpiner. Jetzt konnte hochalpine Erfahrung helfen, die unsere Flachlandtiroler Silvia und Karl jetzt garantiert haben. Schmale, nur durch Seile gesicherte und alles andere als einfach zu laufende Pfade, Geröllfelder, wasserführende Gebirgsbäche, aber auch im Weg stehende (gefährliche) Kühe ließen den Adrenalin-Spiegel steigen. Ja, auch für Silvia und Karl war es die Hölle, die sie aber unverletzt, abgesehen von einer kleinen Schnittwunde an Silvas Hand, gemeistert haben.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler 3. Etappe

Nach etwas über 10 Stunden war es für Silvia und Karl geschafft, was einen Platz im guten Mittelfeld und in der Mastermixed Kategorie den 28. Platz brachte.

Als krönenden Abschluss des Renntages fand die tägliche Pastaparty und das Briefing für morgen im Gletscherrestaurant statt, zu dem der Gletscherexpress den Transport übernahm.

Mensch und Ausrüstung sind für die nächste Etappe nach Sölden gerüstet.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler

Hallo zusammen,

heute stand die 4. Etappe des Transalpine Run 2016 auf dem Programm:

Mandarfen im Pitztal – Sölden
Entfernung: 26,9 km
Höhenmeter im Aufstieg: 2218 m
Höhenmeter im Abstieg: 1717 m

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler Ausrüstungskontrolle

Die erste Gletscher Etappe überhaupt in der 12 Jährigen Geschichte des TAR führte vom Pitztal ins Ötztal. Zwar war sie „nur“ 26,9 km Lang, dafür lag die Gipfelhöhe auf über 3000 Meter Höhe und die Trails berührten das ewige Eis des Rettenbachferners.

Nach der obligatorischen Kontrolle der Ausrüstung erfolgte der Start in drei Blöcken um 9:00, 9:10 und 9:20 Uhr noch bei knappen 4°C. Danach ging es unmittelbar über schmale Trails zum Rifflesee auf 1798 m. Nach dem anschließenden Abstieg ging es hoch auf den Gletscher. Der Weg dorthin war sehr anstrengend, zum Teil abenteuerlich, wieder mit gefährlichen Kletterpassagen. Belohnt wurde das Ganze dann mit einem fantastischen Blick über das Ötztal. Der Abstieg gestaltete sich schwierig, da alles schneebedeckt, sehr steil und rutschig war. Anschließend ging es sehr entspannt über wunderbare Trails runter ins Tal zum Ziel in Sölden. Inzwischen hatte die Sonne auch die Tiefen der Täler erreicht, sodass die Tagestemperatur zum Zieleinlauf im Zentrum von Sölden auf angenehme 24°C bei nur leichtem Wind kletterte.  Nach 5:45 Stunden kamen wir als 130. ins Ziel und wurden damit 24. in unserer Master-Mix Kategorie.

Im Ziel gab es noch als Überraschung, ein wohltuendes Fußbad, das von vielen Läufern, auch von uns, gerne in Anspruch genommen wurde.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler Fussbad

Gleich geht’s zur täglichen Pastaparty mit Ehrungen und anschließendem Briefing für den Folgetag. Wir verlassen morgen Österreich und machen uns auf nach St. Leonard in Passier in Italien.

Gruß Silvia und Karl

Hallo zusammen,

auch die 5. Etappe des Transalpine Run 2016 ist geschafft!

Sölden – St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien)
Entfernung: 33,3 km
Höhenmeter im Aufstieg: 1453 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 2111 Hm

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler 5. Etappe

Start war um 8:00 Uhr bei 10°C und wolkenlosem Himmel in Sölden. Es ging über Trails hinauf aufs 2474 m hohe Timmelsjoch, der einzige ohne Alpinausrüstung zu begehende Übergang vom Ötztal nach Südtirol. Der Aufstieg war für uns nach den Strapazen der letzten Tage doch sehr anstrengend. Es folgte eine wahre Freude für Downhiller auf den Trails ins herrliche Passeiertal. Es ging durch eine wunderschöne Schlucht Richtung St. Leonard.  Da es immer wärmer wurde, waren wir froh  nach 5:10 Stunden endlich das Ziel St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien) bei immerhin 30°C erreicht zu haben. Wir beendeten dieses Rennen als 125. was für diese Etappe einen 18. Rang in unserer „Master Mixed“ Kategorie brachte.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler

Auch wenn es noch so anstrengend ist, wir machen weiter! Die vorletzte Etappe morgen geht nach Sarntheim.

Viele Grüße
Silvia und Karl

Hallo zusammen,

nach der 6. Etappe des Transalpine Run 2016 ein weiterer Bericht…

St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien) – Sarnthein (Sarentino)
Entfernung: 33,6 km
Höhenmeter im Aufstieg: 2440 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 2153 Hm

Auf der 6. Etappe ist der TAR nun richtig auf der Alpensüdseite angekommen. Südtiroler Bilderbuchlandschaften säumen die Trails mit Almen, Gipfeln und Bergseen vor einem kompletten Dolomiten-Panorama.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler 6. Etappe

Start war um 8:00 Uhr bei 13 °C und wolkenlosem Himmel in St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien). Auch diese vorletzte Etappe verlangte von uns erneut alles ab. 2 Berggipfel mit einer Höhe von 2100 m und 2683m mussten von uns bewältigt werden. Die Anstiege waren wieder mal sehr steil und halsbrecherisch. Die An-und Abstiege waren  gespickt mit extrem gefährlichen Kletterpassagen, bei denen sich so  mancher Bergsteiger gesichert hätte. Wir empfanden diese Etappe sehr strapaziös, da wir kurz vor dem Ende des Trans-Alpine-Runs mit einer solchen hochalpinen Strecke nicht gerechnet haben und das auch irgendwie nicht aus dem Streckenprofil und der Beschreibung hervorging.

Wir freuen uns jetzt auf die morgige letzte Etappe, in der Hoffnung, dass sie nicht ganz so schwierig wird und wir sie heil überstehen.

Wir beendeten dieses Rennen als 125. was für diese Etappe einen 18. Rang in unserer „Master Mixed“ Kategorie brachte.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler

Viele Grüße von den erschöpften
Silvia und Karl

Hallo zusammen,

ES IST VOLLBRACHT … auch die 7. Etappe des Transalpine Run 2016 haben wir geschafft. Hier der Bericht.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler Letzte Etappe

Sarnthein (Sarentino) – Brixen
Entfernung: 36,4 km
Höhenmeter im Aufstieg: 1934 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 2348 Hm

Die letzte Etappe des TAR 2016 präsentierte nochmals Trails und Höhenwege der Extraklasse. Nach einem 15 km langen Anstieg von Sarnthein wurden 2000 Hm erreicht und für die folgenden km nicht mehr unterschritten.  Vis a vis zu den Dolomiten-Gipfeln der Langkofel und Sellagruppe folgte der letzte Downhill ins Ziel nach Brixen.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler

Diese Etappe war im Vergleich zu den anderen etwas einfacher. Gefährliche Kletterpassagen blieben uns erspart. Den wunderbaren Blick ins Tal nach Brixen konnten wir auf dem 6 km ca. langen Abstieg nur bedingt genießen. Es ging brutal abwärts, so dass jeder Schritt gut platziert werden musste.

Damit ist es endlich geschafft – In 7 Tagen 251,3 km mit 15.135 Höhenmeter.

Wir beendeten dieses Rennen als 117. was für diese Etappe einen 20. Rang in unserer „Master Mixed“ Kategorie brachte.

Trans Alpine Run 2016 - Vitargo Sportler Finale

Viele Grüße von den überglücklichen
Silvia und Karl

Klaus Rössler wieder mit Vitargo unterwegs

Der lange verletzte Vitargo Sportler schickte uns ein Bild aus einer Trailserie aus Ostwestfalen. Wir freuen uns, dass er wieder mit Vitargo an den Start geht und wünschen Ihm noch eine erfolgreichen Abschluß des Trailrunning Cup.

Klaus Rössler Vitargo Tralrunning Cup 2015

Infos zum Trailrunning Cup finden Sie hier:  http://studiolog.de/active/?page_id=1655

Trail Magazin mit neuer Internetseite und GPS-Tourenportal

AIL Magazin, Moosstr. 12, 82319 Starnberg
redaktion@trail-magazin.de
DAS TRAIL MAGAZIN ist seit heute digital völlig neu aufgestellt!

Liebe Leser und Freunde des TRAIL Magazins,

wir freuen uns Euch heute, nach langem Warten, unsere neue HOMPAGE zu präsentieren!
Damit werden wir in Zukunft, aktueller, umfangreicher und attraktiver, online berichten.
Alle unsere Web-Inhalte haben nun, geschlossen, EINE Heimat: www.trail-magazin.de
Wir wollen uns damit auch ein Stück von unserer, zweifelsohne erfolgreichen Facebook-Seite (10.500 Fans) lösern, denn wir unterliegen dort immer mehr und mehr einer Willkür von Facebook.
Unsere Reichweiten sinken und schwanken dort sehr – es ist schon seltsam, daß wir vor 2 Jahren mit weniger als halb so vielen Fans, oft doppelt so viele Reichweiten hatten als heute.
Unsere neue Homepage wird verlässlicher sein und ist für ALLE erreichbar!

Das Herzstück der neuen Webpage ist unser TOUREN-PORTAL! Wir glauben fest daran, dass hier die Trail-Running-Szene ein einmaliges Portfolio an guten und echten Trail-Strecken erschaffen kann!

MEIN TRACK,
MEIN TRAIL, MEINE
LIEBSTE STRECKE!
Es gibt vieleTourenportale im Netz.
Für Wanderer, Biker, Rennradler oder Jogger. Für echte Trail-Runner hat das Trail-Magazin eine neue Heimat „zum suchen, finden und teilen der besten Trail-Strecken“.

Wohin geht unser Sport? Über den Jubiläumsgrad, Zugspitzmassiv, hochalpines Gelände. Oder auf den alten Bahndamm hinterm Ort, dann runter in die Kiesgrube und scharf links ab ins Unterholz und zurück über Wiesen und Weiden. Wohin der Trail auch geht, jetzt geht er insNetz. Und er geht raus an uns alle. Als GPS-Datensatz, als Kartendarstellung, als Fotostrecke, als Text. Als Einladung zum Mitlaufen und Nachmachen. Als offenes Projekt, das jeder weiterspinnen oder durch seinen eigenen Routenvorschlag ergänzen kann. Die roten Fäden des Trailrunning.
Dafür haben wir eine Datenbank programmiert, die in dieser Komplexität und Benutzbarkeit bisher tatsächlich gefehlt hat. Zum einen, weil sie die Präzision GPS-basierter Tourenportale mit der kommunikativen Kompetenz etwa eines Facebook-Posts kombinieren will. Dort der Track, der uns – einmal die auf die Uhr geladen –  laufend durch Landschaften navigiert. Hier die Fotos und die emphatischen Schilderungen, beseelte Geschichten aus der Welt des Trails. Zum anderen, weil das neue Tourenportal des Trail Magazins ganz auf die Expertise von wirklichen Experten setzt: auf Euch. Alle. Schwarmintelligenz ist hier also das Stichwort. Auch und zumal in einem Sport, der seine tiefsten, ergreifendsten Momente oft gerade in einer der Welt entrückten Einsamkeit findet. Hoch oben über den Wolken. Über der Cloud.
Die Zahl der Trails und Ultratrails hat sich in den  vergangenen Jahren vervielfacht. Kein Wochenende mehr zwischen Mai und Oktober, in dem nicht zwischen drei, vier sicher ganz tollen Veranstaltungen wählen könnte. Die Zukunft des Trails aber, sie führt wohl auch weg von den Pastaparties, den Verpflegungspunkten und Finishermedaillen. Trailrunning als natürliche Form, sich in den Bergen, in der Landschaft zu bewegen. Überall. Verabreden, losrennen, hochladen, nachlaufen. Dafür steht das Tourenportal.
In ein paar Jahren, vielleicht schon in ein paar Monaten, wird sich ein dichtes Netz der blauen Linien über die Landkarte gelegt haben. Und wenn einer von Euch dann vielleicht seine Tante besucht – ein Ausflug ins Irgendwo, Langweile bei Filterkaffee und Sahnetorte – wird er also im Netz den geilsten Trail dieser Gegend finden. Oder ihn einfach selber suchen. Und dann hochladen. Sharing is caring. Und das Tourenportal eben ein soziales Streckennetzwerk.

http://www.trail-magazin.de
Quelle: Newsletter Trail-Magazin

Mit VITARGO über die Höhenzüge des Rothaarsteigs

Wenn die Blätter der Bäume sich verfärben, dann neigt sich auch so langsam die Saison der Marathonläufer ihrem Ende zu. Dennoch hält gerade der Herbst neben dem deutschen Marktführer in Berlin einige kleine, dafür aber umso feinere Veranstaltungsperlen für die Genuss- und Landschaftsläufer parat. Zu diesen zählt unbestritten der Rothaarsteig Marathon, der in diesem Jahr bereits zum elften Mal im Schmallenberger Ortsteil Fleckenberg gestartet wurde. Der mit 838 Höhenmetern anspruchsvolle Kurs durch das reizvolle Schmallenberger Sauerland erfreut sich wachsender Beliebtheit, was nicht nur auf die perfekte Organisation der Veranstaltung zurückzuführen ist. Denn trotz seiner Schwierigkeiten bietet der fast komplett im Wald verlaufende Rundkurs den rund 300 Teilnehmern immer wieder eindrucksvolle Ausblicke in das Land der 1000 Hügel. Die zum Teil kniffeligen Passagen über wurzelige Waldpfade sowie die koordinativ und muskulär anspruchsvollen Gefällstrecken besonders im Schlussdrittel verleihen den 42,195 km, die zum Teil auf dem Rothaarsteig gelaufen werden, eindeutig Trailcharakter.

Mit Vitargo beim Rothaarsteig Marathon

Obwohl ich bei den letzten Wettkämpfen nur über topfebene Straßen und Wege in und rund um Berlin geschlurft bin, weiß ich, dass ich diese anspruchsvollen Trailstrecken mag und dass ich sie – trotz nicht vorhandener Trainingsmöglichkeiten – auch ganz passabel laufen kann. Obwohl seit dem Berlin-Marathon knapp drei Wochen vergangen sind, ist das Wetter fast noch genauso gut wie in der Hauptstadt, nur auf den Höhenzügen des Rothaarsteigs kann sich die Sonne lange nicht gegen den hartnäckigen Nebel durchsetzen. Und der durch die Regenfälle und Waldarbeiten der letzten Tage arg in Mitleidenschaft gezogene Untergrund unterstützt das Cross-Ambiente der Strecke. Mit den Bedingungen komme ich gut zurecht und kann so trotz der Anstrengung immer wieder mal die herrlichen Ausblicke genießen. Allerdings merke ich gerade im letzten Drittel des Rennens, dass diese Saison mit der Vorbereitung auf die 100 Meilen in Berlin und dem (trotz des Ausstiegs beim km 110) tollen Rennen dort doch einiges an Körnern gekostet hat. Und so werden gerade die letzten sechs Kilometer ganz schön lang, obwohl sie sich malerisch und fast eben an der Lenne entlang schlängeln. Das Ziel erreiche ich nach 3:43 Stunden und bin damit nur neun Minuten langsamer unterwegs als auf dem topfebenen Weltrekordkurs in Berlin (aber auch fast 16 Minuten langsamer als bei meinem ersten Start hier 2011!), was auch darauf zurückzuführen ist, dass ich keinen Einbruch habe. Wie bei den letzten langen Wettkämpfen bin ich mit einem Trinkrucksack unterwegs, in dem sich ein Liter VITARGO Elektrolyt befindet, was dafür sorgt, dass ich auf Gel oder ähnliches verzichten kann und trotzdem immer ausreichend mit den notwendigen Kohlehydraten und Mineralstoffen versorgt bin.

Das könnte doch jetzt ein schöner und motivierender Saisonabschluss zumindest auf der langen Strecke sein … on verra!

Bild- und Textquelle: Holger Deifuß

Deutsche Bestzeit beim Spartathlon

Nachdem ich im letzten Jahr schon Zweiter bei diesem Lauf wurde war klar – ich muss in diesem Jahr nochmal zum Spartathlon. Diesmal standen die Vorzeichen für mich vor dem Lauf nahezu optimal. Das Training verlief sehr gut, was sich auch in den regelmäßigen Leistungsdiagnostiken zeigte; in fast allen Unterdistanzen konnte ich mich verbessern und ich hatte noch keinen einzigen ganz langen Lauf in 2014 in den Beinen. Der letzte Punkt war zwar so nicht geplant, da sich das nur aus der Absage der 24-h-WM durch die IAU so ergab. Nach zwölf Monaten ohne einen ganz langen Wettkampf war ich in diesem Jahr dafür extrem heiß auf den Spartathlon, da ich in den Wochen vor dem Lauf eigentlich schon spürte, dass es nur gut laufen kann. Das persönliche Ziel war mit der Verbesserung der besten jemals von einem Deutschen gelaufenen Zeit von 24:20 h auch schnell definiert. Geträumt habe ich still und heimlich aber eher davon, die 24-h-Marke zu knacken. Auf solch einer abwechslungsreichen Strecke, was Profil, Untergrund und Temperaturen betrifft, ist es ziemlich schwer, die richtige Strategie festzulegen. Deshalb habe ich als Referenzwert meine Zwischenzeiten vom letzten Jahr bei den großen Checkpoints herausgeschrieben.
Nun war es also soweit und ich stand mit 370 anderen Läufern aus etwa 40 Nationen vor der Akropolis, wo um 7:00

Laufen auf der Standspur

Auf der Küstenstraße nach Korinth

Uhr der Startschuss erfolgte. Das Ungewöhnliche in diesem Jahr war die Tatsache, dass es tatsächlich regnete, allerdings hörte es schon kurz nach dem Startschuss wieder auf. Mein Plan für den ersten Abschnitt bis Korinth bei Kilometer 80 war es, kontrolliert zu laufen und vor allem auf eine ausreichende Ernährung zu achten. Konkret war es mein Plan, Kilometer 80 in einer Zeit zwischen 7:00 h und 7:10 h zu passieren. Diesmal habe ich auch ziemlich schnell die richtige Pace getroffen und habe die Vorgaben auf meinem Spickzettel teilweise auf die Sekunde genau erfüllt. Wie immer sind die ersten 20 Kilometer beim Spartathlon ziemlich unattraktiv, da man ständig auf/neben stark befahrenen Straßen läuft und der Lärm auf Dauer ganz schön nervt. Umso mehr freue ich mich jedes Jahr, wenn es dann endlich auf die herrliche Küstenstraße geht. Etwa ab Kilometer 50 wurde dann tatsächlich das war, was ich mir vor dem Lauf gewünscht hatte – es fing richtig an zu regnen. Im Vorfeld der Veranstaltung habe ich jeden Tag in den Wetterbericht geschaut, da ich im Verhältnis zu einigen anderen internationalen Läufern kein sonderlich guter Hitzeläufer bin. Etwas unglücklich nur, dass ich nur drei Kilometer vorher, statt eine Regenjacke bei den Betreuern mitzunehmen, mich im Schnelldurchlauf mit Sonnencreme eingeschmiert hatte. Durch den Wind war es im Regen doch etwas arg ungemütlich und der nächste Checkpoint an dem man wieder Support durch die eigene Crew entgegennehmen durfte ist erst wieder Korinth, bei Kilometer 80. Das Problem hat sich jedoch schneller als mir

Kanal von Korinth

lieb war gelöst, da die Sonne bald wieder ordentlich runterballerte. Letztendlich erreichte ich Korinth nach 7:02 h und somit neun Minuten schneller als im letzten Jahr. Allerdings geht das Rennen in Korinth erst richtig los, denn auf dem folgenden Abschnitt bis Alt-Nemea bei km 124, hatte ich letztes Jahr schon ein erstes großes Tief, was ich diesmal unbedingt vermeiden wollte. Auf diesem Abschnitt hatte ich es aber auch diesmal wieder als ziemlich warm empfunden, dennoch hatte ich das Gefühl gut voranzukommen. Die Landschaft finde ich hier zwischen Weinbergen, Obstplantagen und Olivenhainen besonders schön, allerdings hatte ich dafür während des Rennens nicht

 

Auch meine Mädels sind in Alt-Nemea noch gut drauf

wirklich viel übrig gehabt. In Alt-Nemea bei km 124 angekommen, verriet mein Spickzettel, dass ich schon 26 Minuten gegenüber dem letzten Jahr rausgeholt hatte und somit sehr gut im Plan lag. Allerdings war es jetzt höchste Zeit, dass die Sonne verschwindet. Nun folgte einer meiner Lieblingsstücke vom Spartathlon, denn in der Abenddämmerung läuft es in Richtung Sangaspass bei mir hier immer recht gut und flott. Jetzt kam auch endlich der Zeitpunkt, dass ich mich im Ranking nach vorne schob. Ich hatte mich schon ein wenig gewundert, dass ich kaum mehr andere Läufer überholt hatte, obwohl ich doch eigentlich selbst gut im Zeitplan lag. Dafür ging es jetzt Schlag auf Schlag und in Lyrkia bei km 148 erfuhr ich zu meiner eigenen Überraschung, dass ich schon auf dem 3. Platz lag. Nun stand der Sangaspass auf der Agenda. Die Passstraße bin ich komplett hochgelaufen, ohne den Puls völlig in die Höhe schießen zu lassen. Ein Blick auf halber Höhe hinunter in das Dörfchen verriet, dass der Vorsprung schnell angewachsen ist, denn ich sah nur einen Stirnlampen-Lichtkegel am Ortsausgang, aber nicht innerhalb der Serpentinen. War aber auch völlig egal, da ich mir ja vorgenommen hatte, mein eigenes Ding durchzuziehen. Das härteste Stück bis zum höchsten Punkt des Laufes befindet sich aber erst oberhalb des Checkpoints „Mountain Base“. Auf diesen gut zwei Kilometern geht es über geröllige und schmale Trails weiter hinauf. An wirkliches Laufen ist hier nicht mehr wirklich zu denken, so bin ich die steilen Stücke marschiert und nur wenn es kurzzeitig etwas flacher wurde locker gelaufen. Auf dem ebenfalls recht gerölligen Abstieg hatte ich es einfach locker laufen lassen ohne zu viel im Dunkeln zu riskieren. Nach dem Sangas geht es etwa 30 Kilometer fast ausschließlich über flaches Terrain in Richtung Alea Tegea (km 195). Dies stellte für mich eines der Hauptzwischenziele dar. Nach meinen Berechnungen im Vorfeld des Laufes war ich mir sicher, dass ich dort ungefähr zwischen 45 und 60 Minuten im Vergleich zum letzten Jahr herauslaufen müsste, um eine realistische Chance auf eine Zeit von unter 24 Stunden zu haben. Dementsprechend hatte ich jetzt im Flachen versucht, etwas Gas zu geben, was schnell dazu führte, dass ich den amtierenden 24-h-Weltmeister Jon Olsen (USA) überholte. Nun lag ich an der zweiten Position, so dass ich mich am nächsten Checkpoint dann doch mal nach dem Abstand zum Führenden erkundigt hatte – Ivan Cudin war hier schon vor fast einer Stunde vorbei gekommen. Dementsprechend war es für mich bereits 75 Kilometer vor dem Ziel klar, dass es ausschließlich um die Zeit geht. In Alea Tegea hatte ich es tatsächlich geschafft, insgesamt 55 Minuten im Vergleich zum letzten Jahr rauszulaufen. Das bedeutete, dass ich auf den letzten 50 Kilometern nach Sparta insgesamt 35 Minuten schneller als im letzten Jahr sein musste, um wirklich die 24 h zu knacken. 2013 hatte ich

Stärkung für die letzten 50 Kilometer

auf den letzten 50 Kilometern extrem viel Zeit liegen lassen, dementsprechend wusste ich, dass vor allem hier einiges rauszuholen ist. Dieser Abschnitt ist wirklich der unangenehmste vom ganzen Spartathlon, da man durchgehend an der Bundesstraße entlang läuft und es ständig bergauf und bergab geht. Außerdem wird es hier auch ganz schön einsam, da ich nun keinen anderen Läufer mehr zu Gesicht bekam und man im Gegensatz zur restlichen Laufroute hier auch keine Ortschaften mehr durchquert. Die kalten Temperaturen in der zweiten Nachthälfte tun ihr übriges, dass es hier definitiv keinen Spaß mehr macht, alleine mit Stirnlampe bewaffnet durch die Nacht zu rennen. Trotzdem kam ich viel besser als im letzten Jahr voran und eigentlich war ich mir auch total sicher, dass es für unter 24 h reichen muss. Ab dem letzten Checkpoint, bei dem man persönliche Betreuung entgegennehmen darf, hatte ich endgültig überhaupt gar keinen Bock mehr und wollte einfach nur endlich ankommen. Von da aus sind es nur noch neun Kilometer bis zum Ziel, aber in jedem Jahr zieht sich dieses Stück wie Kaugummi, obwohl es größtenteils bergab geht. Beim Blick auf die Uhr fünf Kilometer vor dem Ziel, wurde mir klar, dass das doch noch mal ganz schön eng werden könnte für unter 24 h. Eigentlich hatte ich jetzt echt überhaupt keine Lust mehr, nochmal das Tempo anzuziehen, doch so blieb mir nichts anderes übrig, wieder eine ordentliche Pace zu laufen. Die letzten drei Kilometer zogen sich und zogen sich und zogen sich und mit dem Blick auf die Uhr wurde ich langsam echt nervös. Umso größer war dann aber die Freude, als es endlich auf die Zielgerade ging und dementsprechend emotional war dann auch der Zieleinlauf in einer Zeit von 23:57:14 Stunden.
Damit hat es tatsächlich geklappt, als erster Deutscher in der 32-jährigen Geschichte des Spartathlons die 24-h-Marke zu durchbrechen. Einziger Wehmutstropfen ist die Tatsache, dass es mit dieser Zeit trotzdem wieder „nur“ für Platz zwei gelangt hat. Ivan ist einfach unglaublich stark gelaufen und ich gönne ihn den Sieg zu 100 Prozent.
Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an meine Betreuercrew Nicole und Dany!

Endlich auf der Zielgerade!

Emotionen im Ziel...

Wieder gut erholt bei der Siegerehrung in Athen

Bild und Textquelle: Website Florian Reus – http://www.florian-reus.de/10/deutsche-bestzeit-beim-spartathlon/

Herzlichen Glückwunsch an Florian zu dieser beeindruckenden Leistung und dem neuen Rekord!

Florian schickte uns in einer E-Mail noch sein Feedback zu seiner Ernährung beim Sparthalon:

Vitargo Sportler Florian Reus mit Rekord beim Sparthalon 2014

Über die gesamte Renndauer habe ich 8 Portionspackungen Vitargo verbraucht, was schon seit Jahren meiner Standardmenge bei solchen Rennen entspricht. Beim Spartathlon ist es immer etwas schwieriger, als im 24h-Lauf was die Annahme von Privatverpflegung betrifft. Deshalb hab ich das Vitargo auch nicht so gleichmäßig zu mir nehmen können, sondern hab etwa jede Stunde eine Menge von etwas mehr als 20g Kohlenhydrate über das Vitargo zu mir genommen. Ich schätze, dass ich mit den sonstigen Getränken auf eine stündliche Kohlenhydratmenge von mehr als 50g gekommen bin. In der zweiten Hälfte war das wahrscheinlich deutlich mehr (Cola).

Im ersten Drittel hab ich auch etwas Grainers Gold verwendet, was ich ab der Mittagshitze aber nicht mehr genommen habe.

Auf das ganze Rennen verteilt, hab ich außerdem 10-12 Kapseln „salt&more“ verbraucht.

Ansonsten hab ich in den ersten 12 Stunden des Rennens vor allem Tee mit etwas Saft getrunken. In den Nachtstunden hab ich an den Checkpoints ohne Privatverpflegung, fast ausschließlich Cola getrunken. Das lag aber vor allem daran, dass ich einfach auf kaum ein anderes Getränk mehr Lust hatte.

Feste Nahrung hab ich außer ein paar Kekse zu Beginn des Rennens und später ein paar einzelne Sultaninen überhaupt nichts zu mir genommen.

Mit Vitargo beim Sparthalon 2014

Rückblickend denke ich, dass die gute Endzeit in Sparta, auf das umfangreiche Fettstoffwechseltraining mit einigen Nüchternläufen in der Vorbereitung zurückzuführen ist. Habe ja in der Vorbereitung teilweise Trainingsläufe bis zu 60 Kilometer ohne Kohlenhydratzufuhr gemacht.

Viele Grüße
Florian

Laufbericht Oliver Binz – Andorra-Ultratrail = Willensstärke

Oliver Binz Andorra

© trailrunning.de

Liebe Trailfreunde, ein alt bekanntes Phänomen stellte sich bei mir beim Ultratrail in Andorra mal wieder ein. Während eines Bergultralaufes schimpft man wie ein Rohrspatz über sich, den Lauf oder die Streckenverhältnisse und einen Tag später sieht wieder alles anders aus. Was für ein genialer Lauf, die Strecke war doch gar nicht so schlimm, alles bestens.

Eine Voraussetzung bedarf es für diese Empfindungen: Man muss ins Ziel kommen, oder besser, man muss finishen. Zum Glück ist mir dieses Vorhaben gelungen, aber es war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Aber warum ist das so und wo waren wir eigentlich?

Andorra, ein Land in den Pyrenäen, zwischen Frankreich und Spanien gelegen, hat zum 6.Mal zu einem der schwersten Bergultraläufen eingeladen. Seit meinem UTMB-Finish in 2011 gehen meine Gedanken in Richtung Andorra. Doch entscheide ich mich nicht für die Ronda del Cims mit 170km und 13.000 Höhenmeter, sondern für den Mitic-Lauf mit 112km und 9.700 Höhenmetern. Viele Laufberichte sprechen von der einfachen Formel: Laufzeit am Mont Blanc plus 50% = Zielzeit in Andorra. Nun ja, über 60 Stunden meinen Körper zu belasten, hatte ich keine Lust. So kam die Entscheidung für die 112km zustande.

Der Zeitaufschlag ist aufgrund der extremeren Höhe, der größeren Anzahl an hohen Passquerungen und der daraus resultierende durchschnittlichen Laufhöhe von 2050m zu begründen. Dachte ich. Während dem Lauf hatte ich einen weiteren Faktor mit den eigenen Füssen mitbekommen. Die Trails sind einfach technisch wesentlich anspruchsvoller, Serpentinen sind sehr selten vorhanden, da nimmt man in Andorra doch lieber die direkte Variante nach oben. Richtige Wadenkiller mit zunehmender Laufdauer. Hier sind also die 50 Prozent Zeitzuschlag verborgen.

Die Anreise erfolgte nach Andorra mittels einer günstigeren Airline nach Girona / Spanien. Da wir zu dritt sind, Wilhelm Melcher und mein Bruder (Supporter und 10km-Starter), konnten wir uns nach dem 1,5 Std-Flug bequem einen Mietwagen gönnen. Die Anreise in unser Quartier in der Nähe von Ordino / Andorra dauerte nochmals 3 Fahrstunden. Wir beendeten unsere Anreise Auto-Flug-Auto dann gegen 23 Uhr mit dem Bezug unserer sehr komfortablen Ferienwohnung in El Serrat.

Der nächste Tag, ein Tag vor dem eigentlichen Rennen, diente zum Einkaufen von Lebensmitteln und Getränken (wir mussten ja auch schon an das Catering für das WM-Finale denken) und einem Besuch bei Ulrike und Uwe Herrmann, zwei weiteren deutschen Startern. Ähnlich wie mein Bruder hatte auch Ulrike sich für einen 10km Lauf im fernen Andorra entschieden. Ich persönlich finde das Klasse, wenn auch unsere Supporter das Laufangebot der örtlichen Veranstalter nutzen und neben den Verpflegungsstellen bei unseren Läufen auch die Landschaft auf eigene Faust entdecken. Uwe Herrmann, sehr entspannt vor seinem Einsatz über die maximale Distanz beim Ronda del Cims, stimmte uns schon über seine Streckenerlebnisse aus den letzten Tage ein. Keine Serpentinen –straightup. Noch schmunzeln wir.

Bei uns ging’s am Nachmittag weiter mit einer Akklimatisierungswanderung und einer gleichzeitigen Streckenerkundung. Laufkilometer 6 bis 11 mit 800 Höhenmetern ist unser erster Aufstieg beim Rennen, und diesen wollten wir bis zu der Wanderhütte Angonella (2240mtr) bei Tageslicht erkunden. Weiß-blauer Himmel, deutsche Vesperwurst und französisches Baguette liessen uns an der Wanderhütte verzücken und prägten einen genialen Pre-race-day.

Oliver Binz Andorra Trail

© trailrunning.de

Am nächsten Tag, Freitag, konnten wir unsere Startnummern abholen, was problemlos funktionierte. Mit ein wenig Geduld und Muße, englischer Konversation, oder in meinem Falle half das Französische doch mehr, kam man schnell und kontrolliert zu Startnummer, Präsente-Tasche und einem Willkommen-Brot.

Die Abgabe der beiden Dropbags wurde ausreichend erklärt und mit Hinweisschildern zum Ausdruck gebracht. 12 Uhr, die Pflicht war erfüllt, noch 10 Stunden bis zur Kür. Ferienwohnung, Mittagessen kochen, Ruhen und Entspannen. Um 18 Uhr trafen wir uns alle nochmals zum zweisprachigen Briefing. Ich finde, auch hier hat der Veranstalter über die Grenzen gedacht und das spanische Briefing um 17 Uhr abgehalten und um 18 Uhr zum französischen-englischen Briefing eingeladen.

Welldone. We are ready to go. Die Wetter-Ausgangssituation: weitestgehend trocken, mehr Sonne als Wolken, nachts kühl zwischen +2°Grad und + 8°Grad, tagsüber +10°Grad bis +22°Grad, je nachdem, wo sich gerade befindet. Oben oder unten am Berg.

Oliver Binz

© trailrunning.de

Kurz vor 22 Uhr ist die Stimmung am Höhepunkt. In dem lieblichen Ort Ordina brodelt die Masse, die Stimmung der 298 Teilnehmer und der Zuschauer ist genial, die Trommlergruppe heizt bei fetten Rhythmen richtig gut ein und die letzten 3 Minuten gehören dem Feuerwerk und einer aus dem Boxen dröhnenden Oper. Eine wilde Mischung, aber die Ruhe stellt sich ja die nächsten Stunde von alleine ein.

Im Pulk geht es die ersten 6km gemächlich nach Llorts. Das Feld hat sich schon auseinander gezogen, so dass der Übergang zum ersten Anstieg, uns von der gestrigen Wandertour bekannt, ohne große Positionskämpfe und Hektik fließend übergeht. Wir drei Deutsche, unser Lauffreund Markus Fischer aus Köln, Wilhelm Melcher und ich hatten uns für einen defensiveren Start, aufgrund der nicht ganz glücklichen Halbjahresvorbereitung gewählt und uns im letzten Starterviertel eingereiht. 8km und 1200 Höhenmeter folgen zu Mitternacht, ehe bei KM17 der erste von zehn Verpflegungspunkten VP1 erreicht wird.

Es kommen nun meine, glaube ich, längsten 3 Kilometer. Der Aufstieg zum Gipfel, PicComapedrosa auf 2942 Meter ist neben seinen knapp 900 Höhenmeter im Anstieg unheimlich schwer zu laufen bzw. zu gehen. Der Weg führt über riesige Felsbrocken, Geröllfelder, wackelige Steine, Bruchsteine, Schneefelder, eigentlich alles was es im Berg gibt. Einen Laufrhythmus zu finden ist unheimlich schwierig. Das Ganze geht aufgrund der sehr unterschiedlichen Schritthöhen und Balanceübungen sehr auf die Kondition der Beinmuskulatur.

Oben angekommen, es ist tief in der Nacht, so gegen 3:40 Uhr, geht es über den schmalen Grad des Comapedrosa, die Wolken fetzen von links und rechts an einem vorbei. Sehr windig und frisch denke ich mir, nichts wie runter. Der Vollmond begleitet uns permanent auf dem schwierigen Downhill mit einigen Schneefeldern. Auch diese sind schwer zu laufen, da sie seitlich schräg sind und ab und zu sehr nahe an einem Gebirgssee verlaufen. Nicht auszudenken, wenn es einem mal die Füße wegzieht und man nachts im Wasser landet.

VP2 wird gegen 4:50 Uhr erreicht. Hier in der Berghütte ist es ein wenig voll geworden, da sich gerade eine größere Läufergruppe aus dem 83km-Celestrail-Lauf auch eingefunden hat. Stressig, eng, laut und zu warm, so lautet die Zwischenbilanz aus VP2. Nichts wie raus hier. Die folgende Auf- und Abstieg in das Skigebiet Port Negre ist machbar und wir erreichen nach unserem Plan, um 6:30 Uhr VP3 und unseren Supporter und meinen Bruder Alexander zum ersten Mal. Erster Austausch an Informationen wie es war, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und nach 20min, geht’s weiter. Alles im Lot, alles im Plan.

Oliver Binz

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Der folgende Aufstieg zum Bony de la Pica wird gekrönt mit einem sagenhaften Sonnenaufgang und phänomenalen Aussichten nach Spanien.

Lockerer Abgang zum VP4 bei Margineda. War von uns gedacht, aber die Aussicht auf dem Berggipfel war das einzige Schöne die nächste Zeit. Ein richtig fordernder Abstieg mit Kletterpassagen und sehr massiven Eisenketten, technisch sehr schwierige Downhill-Passagen setzen dem Körper zu. Wir sehen nach 37km schon zermürbte und schleichende Läufer/innen mit hängenden Köpfen. Das erste Drittel, des 112km-Laufes hat es wahrlich in sich und ist für viele schon der Genickbruch. Wir kommen auf Platz 215 in die Mehrfachhalle (VP4 und 1.Dropbag-Station) um 10:16 Uhr rein, und verlassen diese nach einer ausgiebigen 45min-Pause so auf Platz 170.
Über 40 Aufgaben also von Läufern, welche vor uns platziert waren. Unser Taktik geht bis hierhin auf, obwohl uns der letzte Downhill auch mehr Zeit gekostet hatte als wir gedacht hatten. Es folgt das zweite Drittel von KM43 zu KM75 über die nächsten Stunden und wir Laufen im Süden von Andorra. Die Belohnung für die erste Dropbag-Station bei Margineda (liegt auf ca. 900 Meter), ist der folgende Aufstieg auf den CollBou Mort, ca. 2600 Meter, oder ca. 1700 Höhenmeter auf ca. 9km verteilt.

Und es ist heiß geworden. Wir haben über 20°Grad, die Sonne brennt auf den Kopf, der eine oder andere Bachlauf wird zum Erfrischen genutzt oder auch nur zum Befeuchten der Mütze. Auf und ab, immer wieder, mühseliges Höhenmeter sammeln, aber das Landschaftsbild hat sich am Nachmittag geändert. Gegenüber der sehr schroffen Felslandschaft im Nordwesten von Andorra, haben wir nun sehr schöne Almwiesen und Bergseen um uns herum.

Die technischen Laufanforderungen sind aber keineswegs einfacher geworden. Nach einem kurzen Halt bei VP5 in der Berghütte Claror, kommen wir um 17:50 Uhr bei VP6 (KM65) an. Sehr idyllisch hier oben auf über 2.400 Meter, einige Jugendliche schlagen ihre Zelte für die Nacht auf, ein Stausee hinter der Berghütte und wieder freundliche Helfer die einem mit dem Notwendigsten helfen. 20 Laufstunden sind vorüber, ich hoffe nur stark, dass wir den VP7 (2.Dropbag-Station) bei KM76 noch vor der Dunkelheit erreichen, da ich mich hier für die Nacht einrichten wollte.

Oliver Binz

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Das Höhenprofil verkündete nach dem Aufstieg zum ColladaPessons (ca 2900 Meter) einen Abstieg von 900 Höhenmetern auf 9 km. Doch dieser Downhill ist sehr schmerzhaft für Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln. Hier kann man zu Beginn des Abstieges doch das eine oder andere Problem mit der Höhenangst oder einer drohenden Sturzgefahr bekommen, ehe es nach der sehr steilen Partie nervenaufreibender ist, die riesigen Steinfelsen zu erklimmen bzw. zu passieren. Wenn man sich überlegt, dass größte Teile der Wettkampfstrecke auf einem Wanderweg stattfinden, kann man nur sagen: „ Repekt vor dem, der in den Pyrenäen wandern geht“.

KM76, Bordes d’Envalira, erreichen wir doch noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Bei mir steht der große Boxenstopp an, auf welchen ich mich schon richtig gefreut hatte. Mein Bruder ist zum dritten und letzten Male vor Ort und ist auch mittlerweile sehr aufgeregt vor seinem morgigen, 10km-Lauf.

Ich wechsele Socken, Schuhe und T-Shirt – welch Wohltat- und bereite mich für die zweite Nacht vor. Mein persönliches Zwischen-Resümee fällt für mich und meinen Körper positiv aus. Ich fühle mich ausreichend ernährt, hatte aber auch meine Strategie im Vorfeld genau beleuchtet und wollte autark vom Veranstalter sein. Über den Lauf hinweg, hatte ich 3x 0,5 Liter Vitargo Elektrolyte eingenommen, 6 Müsliriegel, und jede 1 bis 1,5 Std zwei Salztabletten eingenommen. An den VP’s habe ich trotz reichhaltigem Angebot nur Rosinen, Nudelsuppe, leckeren Schinken und Schokolade zu mir genommen. An Getränken nahm ich nur Wasser mit meinen High5-Tabletten und Cola an den VP’s zu mir. In Summe waren das 2 Liter Flüssigkeit alle 4 Std. Ich fühlte mich somit ausreichend ernährt, hatte nie einen Hungerast oder fühlte mich durstig.

n dieser Verpflegungsstelle werden wir wiederholt um ca. 40 Positionsplätze nach vorne gespült, da auch hier viele Läufer entnervt bzw. entkräftet aufgeben.

Und nun, auf in die zweite magische Nacht. Was liest man alles über die zweite Laufnacht. In meinem Läuferleben ist es nach dem UTMB 2011 die zweite konstante Laufnacht und ich war sehr gespannt, was kommt. Der nächste Aufstieg nach VP7 ist nochmals sehr schwer. Kerzengerade die Wiesen nach oben, die reflektierende kleinen roten Fahnen sind nur spärlich gesetzt, so dass ich als Führender meine liebe Mühe habe, einen konstanten Laufrhythmus für die Gruppe zu finden und mit suchendem Rundumblick mit der Leuchtkraft meiner Lampe den Weg zu finden. Gegen 23 Uhr setzt auch noch leichter Regen ein. Kurzer Stopp und Wechsel zur Regenjacke und weiter auf den 800 Höhenmeter Aufstieg innerhalb 4km.

In der Nacht haben wir noch 3 Bergpässe über 2700 Meter zu bewältigen, keine leichte Aufgabe mit den feuchten Downhills. Der Wechsel der Socken und Schuhe war für meine Füße hervorragend, doch der zweite Schuh zeigt nicht den Grip, wie das erste Schuhpaar. Also ist hier noch erhöhte Vorsicht geboten. Unsere Gruppe funktioniert bisweilen geschlossen stark und ausgewogen. Doch die zweite Nacht fordert allerhand an mentaler Arbeit, physischer Stärke, regelmäßige

Erholungspausen und Teamgeist von unserer deutschen 3er Gruppe. Unser Hauptziel sieht nach wie vor: gemeinsam gestartet, gemeinsam ins Ziel kommen, wenn es das Zeitlimit zulässt. Die Cut-off-Zeit-Schwelle ist weit hinter uns, so können wir bequem durch die Nacht marschieren.

Marschieren ist für uns schon seit Stunden angesagt, obwohl noch Kraft für die Laufeinheiten wäre, doch die technisch anspruchsvollen Trails zwingen uns mehr zum Gehen. Die VP8 bei Incles und VP9 bei Com de Jan liegen zwar nur 8km auseinander, doch das sind für uns 4 Std. VP9 liegt bei KM92, noch 20km bis zum Ziel. Wir kommen kurz vor 5 Uhr in der Nacht zu dieser Verpflegungsstelle. Nur noch ein Anstieg, nur einmal hoch und einmal runter, gleich ist die Nacht vorbei. Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf, gleich haben wir es geschafft und die Morgendämmerung kommt.

Aber jetzt erwischt es auch mich. Halluzinationen und die Müdigkeit nach 30 Stunden ununterbrochen Laufen machen mir zu schaffen. Ich denke, dass ich noch klar denken kann, selbst gestellte Rechenaufgaben kann ich noch lösen (stimmen die Lösungen auch, denke ich weiter, ich glaube aber schon, sie klingen vernünftig), aber wer in Gottes Namen beschriftet hier alle Steine auf dem Weg, wo kommen die ganzen Bergdörfer denn plötzlich in der herrenlosen Gegend her. Wann kommt endlich der Pass, das Tor zum Abstieg? Der ganze Weg ist voll von beschrifteten Steinen, die schönsten kyrillischen Schriften, Graffitizeichnungen auf der Oberfläche der Steine. Ich kann mich nicht wehren gegen diese Anblicke, weiß aber, dass sie nicht existent sind und will sie loswerden. Oh Mann bin ich müde.

Die Stunde bis zum Pass wird zur Ewigkeit. Ich weiß, dass alle Schriften und Bilder in Wahrheit nur  Moose und Flechten auf der Steinoberfläche sind, aber wirklich in Ruhe lassen sie mich nicht. 6:15 Uhr, die ersten Sonnenstrahlen treffen mich am letzten, am finalen Pass auf über 2700 Meter. Ich muß einen Powernap machen, nur 2-3 Minuten. Dann geht’s weiter. Während die beiden Kollegen ihre Jacken verstauen, schlafe ich wirklich im Sitzen und danach geht’s mir wieder sagenhaft. Keine Illusionen mehr, die Kraft für den Downhill ist da, es kann weiter gehen. ColladaMeners liegt hinter uns und nur noch 15km und ca. 1500 Abstiegs-Höhenmeter zum Ziel nach Ordino. Das klappt, das wird was, wir finishen zu Dritt. Wahnsinn.

Die Uhr zeigt 10:33 Uhr am Sonntagmorgen, wir sind nun 2 Nächte und einen vollen Tag durchgelaufen, das entspricht eine Laufzeit von 36:33 Std. Es springt der Platz 119 von 298 Teilnehmern raus, was nebensächlich ist, aber die 50% Ausfallquote ist schon enorm, da beste Wetterbedingungen vorlagen. Wir sind stolz auf uns, auf unsere 3er Gruppe, und dieses gemeinschaftliches Erlebnis in dieser wilden Bergwelt. Was für ein Privileg!

Die Ausfallquote ist mit 50% sehr hoch, was ein Hinweis ist auf die extremen Anforderungen an Körper und Geist, auf die außergewöhnlich technisch schwierigen Trails und auf die Belastung aufgrund der Höhenverhältnisse. Nach Andorra sollte man wirklich nur mit ausreichender Berglauferfahrung fahren, um einen der großen Läufe anzugehen

Eines darf  in diesem Bericht auch nicht fehlen: Wir sind Weltmeister!
Wann hat man schon mal das Glück, mit Freunden und seinem Bruder so einen beeindruckenden, fordernden Lauf absolvieren zu dürfen und am Abend in einer gottverlassenen Ecke in Andorra die Fussball-Weltmeisterschaft unter 6 einsamen Deutschen feiern zu dürfen? Herrlich!

Oliver Binz

© trailrunning.de

Andorra bietet ein tolles Paket an Läufen, sehr gut organisierte und zeitlich abgestimmte Wettkämpfe. Bei der Rondo del Cims (170km und 13.000 Höhenmeter) kann man sich total verausgaben, der Mitic (112km und 9700 Höhenmeter) ist das High-End der 100km-Läufe in Europa, der Celestrail (83km und 5000 Höhenmeter) bietet einen harten Lauf mit Startzeit um Mitternacht, und selbst der Marathon (42,5km und 3000 Höhenmeter) ist eine harte Nuss.

Der Solidaritätslauf rundet das Laufangebot mit einem 10km-Lauf mit 750 Höhenmetern eindrucksvoll ab. Alle Altersklassen messen sich hier, eine Zeitmessung existiert zwar, aber es werden keine Ergebnislisten ausgedruckt. Gut so. Dieser 10km-Lauf wird dominiert von seiner Lockerheit und der Verbundenheit zu behinderten Personen, welche Hand-in-Hand oder auf Tragen befördert werden. Diese 10km werden so zu einem sehr besonderen Erlebnis. Eine wunderbare Sache und sehr Nachahmens wert.

Quelle und viele weitere beeindruckende Bilder unter: http://www.trailrunning.de/laufberichte/andorra-ultra-trail/andorra-ultratrail-willensstaerke/2531/1

Infos zu allen Läufen findet ihr unter

www.andorraultratrail.com

Ergebnisse sind auf dieser Seite sind unter der Rubrik „previouseditions“ nachzulesen.

www.binz-online.com

Bildquellen: Alexander und Oliver Binz

03. & 04.10.13 – 5. Ultra Trail Atlas Toubkal – UTAT®

Unser Vitargo Sportler Oliver Binz  hat uns seinen interessanten Laufreport zum Ultra Trail Atlas Toubkal – UTAT zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.  Hier ein Auszug/Intro:

105km und +/- 6500 Höhenmeter – Deutsche traut Euch! von Oliver Binz

Wie beschreibt man einen atemberaubenden Lauf? Seit Tagen versuche ich Worte zu fassen, was wir erlebt haben. Es war nicht nur der Lauf, es war das Event, das Erlebnis. Ein Erlebnis, bei welchem man dabei sein durfte. Gut, eine gewisse Ausdauer und Härte zu sich selbst, sollte man schon mitbringen. Aber es war Besonderes; ein Lauf der sich in vielerlei Hinsicht in die Läuferseele einbrennt. Zumindest bei mir. Es gibt viele Momente bei diversen Läufen, die toll oder klasse sind. Aber wann hat man magische Momente?

Oliver Binz beim UTAT Trail

Richtig; beim UTAT – irgendwo verlassen im Hohen Atlas, weit weg von irgendwelchen Straßen, Menschen. Weit weg von Verpflegungsstellen; einfach nur das Gefühl des ‚Verlassenseins‘, das ‚Auf-sich-alleine-gestellt-sein‘ spüren. Im trockenen Flussbett marschieren, neben sich die 3000er steilen Wände und einfach realisieren, dass man entweder nach vorne oder nach hinten ungefähr 8 Stunden bei normalen Tempo zurück in die Zivilisation benötigt, sprich einem größeren Berberdorf mit Straßenanbindung. Da darf aber auch nichts passieren. Kein Sturz, kein Handicap. Irgendwie reizt einfach alles an diesem Lauf.

UTAT Oliver Binz

Die Organisation: Die beiden Chef-Organisatoren Brice und Cyril haben einen Mega-Job gemacht. Wenn man nach diesem Lauf die Umstände kennt, kann man sich gar nicht tief genug vor diesen Zwei und dem gesamten Helferteam verneigen. Ca. 100 freiwillige französische Helfer und ca. 150 Berber mit vielen (!) Maultieren tragen zum reibungsfreien Ablauf bei.

Den ganzen Bericht sowie Bild und Textquelle gibt es hier:
http://www.laufreport.de/reisen/archiv/utat/utat.htm

Hier auch noch einige Informationen zu der Ernährung beim UTAT, die uns Olli per E-Mail nochmal zu geschickt hat:

Meine Ernährung: Ja, ich muß es leider zugeben. Ein totaler Reinfall. Aber nur weil ich dieses Mal meinte auf mein Erfolgsrezept Vitargo verzichten zu können. Angefangen hatte es 1,5 Tage vor dem Wettkampf mit dem gemeinen Gegner „Montezumas Rache“. Somit ging ich schon geschwächt in den Wettkampf. Nach 5 Müsliriegel war es zu Ende mit der Aufnahme – da ging gar nicht mehr. Nur noch Wasser und Salztabletten. Mein Glück waren zwei fremde Gels die mich ein wenig zurückbrachten. Mit Vitargo-Elektrolyt wäre mir das sicherlich nicht passiert. Was ich mit den Erfahrungen beim UTMB, LUT, CCC, MIAU, Mt Ventoux bestätigen kann. Ich kann auf jeden Fall sagen: aus Erfahrung wird man schlauer; das nächste Mal passiert mir das nicht mehr – versprochen.

Irgendwann muss jeder mal nach Biel

Mit Vitargo beim 100 Km von Biel!

„Irgendwann muss jeder mal nach Biel„

Was der New York- Marathon für die Marathonläufer, ist Biel für die Ultraläufer. Der 100 km Lauf von Biel zählt  zu den ältesten und größten Ultraläufen der Welt. Zu dem 55. Start des Schweizer Laufevents waren wir mit 4 Läufers des SuS Olfen angereist. Gestartet wurde der Lauf um 22:00 Uhr . Die Wetterbedingungen waren ideal. Tagsüber herrschten Temperaturen bis 27 Grad. In der Nacht waren es dann angenehme 18 Grad. Sicher gibt es schönere und sinnvollere Beschäftigungen für eine solch schöne Sommernacht als 100 km zu laufen. Das bewiesen die zahlreichen Partys und Grillfeste entlang der Strecke.

Nach einer Runde durch Biel ging es dann raus auf die Strecke. Auf der gesamten Strecke  mussten 3 „ Berge „  mit ca. 500 Hm überwunden werden. Eine echte Herausforderung war dann aber bei km 56-67 der Emmendamm.  Unter den Läufern als der gefürchtete Hoh-Chi-Minh-Pfad bekannt. Ein schmaler Trampelpfad gespickt mit Steinen und Wurzeln. Und das bei totaler Dunkelheit und müden Beinen. – ohne Stirn- bzw. Taschenlampe ging da gar nichts –

Endlos waren dann die letzten 15 km entlang des Flusses  Are. Doch zum Ende hatten sich die intensiven Vorbereitungen ausgezahlt. Als Trainingsläufe absolvierten wir in der ersten Jahreshälfte, zwei Marathonläufe, einen 100km Lauf in  Berlin, einen 6 Stundenlauf und den Hermannslauf.  Mit den erreichten Zeiten lagen alle 4 SuS ler im ersten Viertel des Gesamteinlaufes. Und alle vier waren mit den Ergebnissen zufrieden und  begeistert
von der Orga und der tollen Stimmung die ganze Nacht hindurch.

Ergebnisse:
Karl 9. M 55 in 9:44:01 Stunden, dabei die ersten 20 km in 1:21 Std. angegangen !!!, die letzten 40 km waren aber wohl sehr hart
Wigbert    14. M 55 in 10:24:05 Std., bei seinem ersten 100er überhaupt !!
Hubertus   57. M 45 in 10:44:40 Std.
Silvia         5. W 50 in 11:11:40 Stunden

Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!

Bild- und Textquelle: Karl Berndstrotmann

Auf dem beschwerlichen Weg … nicht zum Rennsteig, sondern auf dem Rennsteig, von Eisenach nach Schmiedefeld, Teil 5

Hart, aber schön!

So lautet das einfache und einprägsame Motto des Rennsteiglaufs. Dem ist aus unserer Sicht nichts hinzuzufügen, allenfalls ist dieses Motto um einige Fakten und Details zu ergänzen, damit der Leser dieses Eintrags vielleicht eine etwas konkretere Vorstellung von diesem Crosslauf (neudeutsch Trailrun) der Superlative bekommt.

Vitargo Weg zum Rennsteig  - Holger und Christine

Zunächst die Fakten:

– Streckenlänge: 72,7 km,
– Starthöhe: 210 m NN, Zielhöhe: 711 m NN,
– Anstiege gesamt: 1.470 m, Abstiege gesamt: 969m, Höhendifferenz: 2.479 m,
– höchster Punkt: 973 m NN (Plänckers Aussicht – km 61,7).

Unsere Eindrücke:

Wir haben in den rund 30 Jahren, in denen wir an Wettkämpfen teilnehmen, schon einiges an Bergläufen, auch über die Marathondistanz, mitgemacht, ich bin 2011 ganz in der Nähe des Rennsteigs Thüringen Ultra über 100 km gelaufen, aber der GutsMuths-Rennsteiglauf ist subjektiv der härteste und anstrengendste Lauf, bei dem wir bislang gestartet sind. Das liegt natürlich zum einen an der Streckenlänge von 72,7 km (Christines Garmin misst sogar 74 km), immerhin muss man auf einen Bergmarathon noch einen Dreißiger oben drauf packen, zum anderen natürlich an der Höhendifferenz. Ich spreche ganz bewusst nicht von Höhenmetern, sondern denke ganz besonders auch an die vielen schmerzhaften Abstiege, etwa den vom Inselberg hinunter, nach dem eigentlich das Rennen schon zu Ende sein könnte, obwohl man da erst knapp 28 km auf dem Tacho hat. Hinzu kommt eine Beschaffenheit der Wege, die viel Kraft und Konzentration kostet: Schlamm, Geröll, Wurzeln, matschige Wiesenpassagen. Und nicht zu vergessen die klimatischen Bedingungen: Am Renntag haben wir allerdings großes Glück. Entgegen der Wettervorhersage bleibt es trocken, manchmal kommt sogar die Sonne durch, trotzdem bewegen sich die Temperaturen deutlich im unteren einstelligen Bereich. Wer hier nicht angemessen gekleidet ist, hat eine gute Chance auszukühlen, was so gut wie sicher die Rennaufgabe bedeutet. Gar nicht auszudenken, wie man die Strecke bei Dauerregen bewältigen soll.

Vor dem Hintergrund dieser Bedingungen ist die Bezeichnung der längsten Distanz beim Rennsteiglauf als „Supermarathon“ mehr als gerechtfertigt. Super ist dieser Marathon vor allem aber auch im Hinblick auf die Organisation. Hier sind absolute Profis am Werk, die alles bis in letzte Detail für uns Läufer durchgeplant haben. Das fängt mit der Startnummernausgabe und der damit verbundenen Kloßparty an, geht mit der Organisation des Massenquartiers weiter, erstreckt sich natürlich auf den Wettkampf selbst, hier etwa die Ausschilderung der Strecke oder die vorzügliche Versorgung auf der Strecke, und endet nicht mit dem Bustransport vom Zielort zurück zum Startort. Hier stimmt einfach alles und begleitet wird diese effiziente und professionelle Organisation von einer herzlichen Freundlichkeit, wie man sie sonst nur noch von einigen kleinen, immer mehr aussterbenden  Volksläufen kennt.
Zum Rennverlauf:

Um es auf den Punkt zu bringen: Christine läuft in ihrem ersten Ultra ein super Rennen, ich erwische einen denkbar schlechten Tag. Schon an den ersten Anstiegen merke ich, dass ich keine guten Beine habe, und das hat nichts mit mangelnder Vorbereitung oder gar mit meinem Unfall im letzten Jahr zu tun. Einfach einer der Tage, an denen man weiß: heute geht nichts! Schlecht nur, wenn man an solch einem Tag 72,7 km und ein paar Höhenmeter zurückzulegen hat. Aber wofür habe ich eine Frau … . Die ist im Gegensatz zu mir super drauf und läuft am Verpflegungspunkt bei km 51,5 zu mir auf und kann mich motivieren weiter zu machen. Ich hänge mich einfach bei ihr rein und kann so meinen Tiefpunkt überwinden und nach einigen Kilometern läuft es dann auch wieder besser. So beschließen wir die restlichen 20 Kilometer gemeinsam zurückzulegen. Zwar bleibe ich so rund eine Stunde hinter meinem ursprünglichen Zeitziel zurück, werde dafür aber mit einem tollen gemeinsamen Zieleinlauf entschädigt. Nach genau 8 Stunden und 20 Minuten fallen wir uns glücklich in Schmiedefeld in die Arme. Christine ist stolz darauf, ihren ersten Ultra, vor dem sie zugegebenermaßen doch recht viel Bammel hatte, so bravourös gefinisht zu haben (und bei den Frauen ganz weit vorne gelandet zu sein), ich bin glücklich überhaupt durchgelaufen zu sein und trotz der im letzten Jahr gebrochenen Kniescheibe wieder einen Ultra gelaufen zu sein.

Die Verpflegung, dürfte die Leser des VITARGO-Blogs auch interessieren: Am Vortag haben wir Carbolading mit Vitargo + Elektrolyte gemacht. Während des Rennen bzw. auf der Strecke konnten wir auf die Streckenverpflegung mit warmem Tee und Schleim zurückgreifen. Damit ist mit Wasser aufgekochter Haferschleim gemeint, der in Bechern zum Trinken angereicht wird. Das Vitargo Gel haben wir zum Ende des Laufs eingesetzt. Absolut bewährt haben sich wieder bei uns die Salt&More-Tabletten, von denen wir auf der Strecke jeder sechs zu uns nehmen, und in der Folge keinerlei muskuläre Probleme haben.

Fazit:
Siehe oben (Hart, aber schön!) oder mit anderen Worten: Wer ein richtiger Läufer sein will, muss den Rennsteig unbedingt einmal gelaufen sein (und dann natürlich den Supermarathon, nicht den Schülerlauf über 43,5 km oder gar die Bambinidistanz von 21 km!).

Hollenlauf – Sauerland – Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 4

Nach dem Weiltalweg-Marathon Mitte April sollte nun die Teilnahme am Hollenlauf End- und Höhepunkt der Vorbereitung auf den Rennsteiglauf am 25. Mai sein – so war es zumindest geplant. Doch bei aller trainingsmethodisch sinnvollen Planung zeigt sich immer wieder, dass der menschliche Körper eben keine Maschine ist, die man nach Belieben tunen und programmieren kann.
Die Kunst der Vorbereitung auf einen Ultralauf besteht neben dem „Kilometerfressen“ eben auch darin, ganz genau in seinen Körper hineinzuhorchen und die Signale, die der Körper sendet, aufzunehmen, zu deuten und vor allem zu respektieren. Wenn man das beherzigt, dann muss man auch mal von seinem ursprüng-lichen Plan abrücken – so schwer das auch fallen mag. Das haben wir ja bereits im Zusammenhang mit dem Halbmarathon in Vreden Ende Februar getan, als arktische Witterungsbedingungen eine Teilnahme wenig sinnvoll erscheinen ließen.

Nun rebelliert also Christines Wadenmuskulatur gegen die seit Wochen hohen Umfänge und teilweise ungewohnten Belastungen (Laufen auf unebenem Untergrund), zwar keine eigentliche Verletzung wie eine Zerrung, aber unser Physio des Vertrauens ertastet eine Verhärtung und wertet diese als eindeutigen Hinweis darauf, dass der Muskel geschont werden und nicht – wie beim Hollenlauf im sauerländischen Bödefeld über die Marathondistanz erforderlich – knapp 1300 Höhenmeter auf holprigem Untergrund bewältigen will, wenn die Teilnahme am Rennsteiglauf nicht gefährdet werden soll. Bislang sind wir immer gut damit „gelaufen“, wenn wir auf „den Ulli“ gehört haben, also entscheidet sich Christine gegen einen Start im Sauerland.

Mit Vitargo beim Hollenlauf

Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite passt beim Hollenlauf wirklich alles: Strecke, Organisation, Atmosphäre … auch das ist einer der immer selteneren Läufe, die von Läufern organisiert werden. Auf der anderen Seite könnte der Wettkampf, der einen zu einem zu schnellen Tempo verleiten könnte, genau zwei Wochen vor dem Rennsteig zu hart sein, man könnte „sich einen reinlaufen“. Also gehe ich am Samstagmorgen ins heimische Gelände und lege bei optimalen äußeren Bedingungen rund 40 Kilometer in fast genau vier Stunden zurück. Dabei teste ich vor allem noch einmal Wettkampf-bekleidung sowie die Wettkampfverpflegung, die ich beim Rennsteig mit auf die Strecke nehmen möchte.

Wie bei allen längeren Läufen und vor allem auf den Ultra-Strecken bewähren sich bei mir drei VITARGO-Produkte: Ab Kilometer 15 nehme ich ca. alle 45 Minuten eine Salt & More- Tablette zu mir – von muskulären Problemen ist nichts zu spüren. Bei Kilometer 30 verleibe ich mir ein VITARGO-Gel mit Cola-Geschmack ein – keine Magenprobleme, obwohl ich das Gel ohne zusätzliche Flüssigkeit zu mir nehme. Zu guter Letzt trinke ich in regelmäßigen Abständen VITARGO-Elektrolyte, allerdings nicht in dem Mischungsverhältnis, das angegeben wird, sondern ein wenig dünner angemischt, da ich sonst leicht ein Völlegefühl entwickele.

Alles in allem kann also von einer gelungenen Generalprobe gesprochen werden – der Rennsteig kann nun kommen!

Für den Endspurt und den Rennsteiglauf drücken wir die Daumen!

Bild und Textquelle: Holger Deifuß per E-Mail

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