Archiv der Kategorie: Styrkeproven – Radmarathon

Styrkeproven – 540 KM von Trondheim nach Oslo

50 Jahre Trondheim Oslo (Styrkeproven) – Vitargo Team Germany 2016

 

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In diesem Jahr findet die 50. Ausgabe des bekannten Radmarathon Klassikers Trondheim-Oslo statt – besser bekannt auch als die große Kraftprobe oder Styrkeproven. Unter Betreuung von Axel Fehlau geht es wieder für viele begeiterte Radsportler auf die 550 KM.

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Das Vitargo Germany Team  hat eine Zielzeit von < 18 Stunden (32 km/h). Es gab bereits einige Teamtreffen und Vorbereitungen. Alle Teilnehmer erhalten von die Vitargo-Produkte zu vergünstigten Konditionen. Wir wünschen allen Sportlern eine gute Vorbereitung, viel Erfolg, tolle Erlebnisse und gute Beine für das Rennen.

Hier einige Impressionen/Bilder:

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Bildquelle und Copyright: Kay Tkatzik

Mehr Informationen zum Rennen gibt es hier:

http://www.styrkeproven.net
http://styrkeproven.no/

Vitargo Team Germany erfolgreich beim Styrkeproven 2013

Glückwunsch zur tollen Leistung des Vitargo Team Germany – Hier ein Rennebricht vom Ogranisator Axel Fehlau zum Radmarathon Trondheim-Oslo:

Axel Fehlau - Organisator des Vitargo Tem Germany

Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen guten Wünsche und Rückmeldungen zum Bestreiten meiner 20. Großen Kraftprobe.

In der Tat war es eine solche, das Warmfahren im Regen, gehört nicht zu meinen Spezialtiäten, denn dann ist auch der Start im Regen.
Wobei ich am mein Abschlußtraining am Freitag bei fast 20 Grad im Trockenen ganz locker abspulen konnte. Der Wetterbericht sagte Sturmböen, Überschwemmungen und Niederschlag wie aus der Dusche voraus. Dies lies mich erst recht nicht gut einschlafen und um 4 Uhr klingelte bereits der Wecker. Aufstehen, Anziehen, Frühstück, Sachen packen und Gepäck wegbringen habe ich ja alles schon mal gemacht, dachte ich mir zwischendurch. Routine und Gelassenheit konnte ich zwar nicht verspüren, aber der Startschuß um 6 Uhr war gesetzt.

Und so ging es auch los. Kette rechts, zwei mal 90Grad links über das -klar nasse – Kopfsteinpflaster und Tempo 42-45 Stand auf dem Tacho, die Wattzahl war ja egal. Es ging ums Tempo. Das schöne in der Gruppe ist, alle profitieren von einander, so auch von der Gischt und Wasserstrahl des Vordermannes. Dadurch konnte man kaum durch den Mund ausathmen, denn eine Wasser-/Sandstrahlspühlung wollte ich auch nicht samt Dreck schlucken.

Ich freute mich regelmässig vorne ohne diese Gischt fahren zu dürfen, das ging fast 7 Stunden so und keine Aussicht auf Besserung. Bei 11-14 Grad eine Wonne, lediglich die Gewißheit die Dusche im Hotel in Oslo ist warm, konnte mich motivieren. Je schneller wir fuhren, desto eher sind wir da, war mein Kalkül. Bei 270km hatten wir 6h35m, das gab mir zu denken, ganz schön schnell unterwegs, allerdings hatten wir auch schon ein paar 5-7 Fahrer „verloren“, die unterkühlt und erschöpft bereits aus den Begleitwagen winkten.

Das kam für mich überhaupt nicht in Frage, ich hatte Plan B,C bis Z, aber finishen würde ich in jedem Fall. Auch als kurz vor mir meine Zimmernachbar stürzte, dachte ich nur ans Ausweichen bishin zum Überspringen, was nicht nötig war. Nils blieb unverletzt und ich konnte die zerrissene Hose bis zum Schluß sehen. Aber so schnell kann es gehen und Regenfahrten sind Konzentrationsübungen am Hinterrad des Vordermannes!

Während der gesamte Fahrt hatte ich trotz aller Einflüsse gute Leine, beste Beine und Zuversicht. Die Zwischenzeiten der Konkurrenz wollte ich zwar wissen doch eigentlich doch nicht. Wir konnten eh nichts mehr ausrichten und fuhren unseren Stiefel. Diese Wassermassen in Flüssen und Wasserfällen habe ich registriert und mich gewundert. Soviel war das noch nie. Selbt 12-15m Strasse waren weggespült und notdürftig repariert worden, ganz schön krass die Natur. Eigentlich habe ich die Fahrt genossen, genügend getrunken und ständig getreten. Als Titelverteidiger war es schwer, Rekord zu fahren unmöglich, dazu muß einfach das Wetter stimmen. Aber Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Wer weiß, wer weiß, ab 2015 kann ich ja wieder mitfahren….

Zum Glück sind wir nicht auf der Strecke überholt worden, so dass wir als erste im Ziel waren und noch etwas Zeit für uns hatten, das Ergebnis zu feiern. Anschliessend haben wir noch den Siegern beglückwunscht und sind dann jeweils nach Hause oder ins Hotel. Die Feier nach dem Rennen habe ich wohl nur geträumt, auf jeden Fall habe ich gut geschlafen, um zeitig ab 7 Uhr das Frühstücksbuffet zu testen und um 10 Uhr nochmal 🙂 Alles gut!

Fakten:
542km, 14h06m33s Durchschnitt 38,4km/h; Verbrauch ca 10680kcal,

SRM Datei:
http://www.styrkeproven.net/index.php?option=com_docman&task=cat_view&gid=40&Itemid=191
und sonstigen Trainingsdaten sind hier zu finden:
http://trainingstagebuch.org/user/show/axel

In diesem Sinne lasse ich jetzt mal locker die Saison ausklingen ….und bereite mich bald wieder intensiv auf nächstes Jahr mit RAAM im Zweier Team vor.

www.raam2014.de werden wir dann auch pflegen und berichten.

Alles Gute ohne Beinbruch und viel Sonne
Axel

Bild und Textquelle: Axel Fehlau per E-Mail!

Team Vitargo Organisator Axel Fehlau siegreich beim Trondheim – Oslo Rennen 2012!

Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für die vielen Rückmeldungen, Glückwünsche und teilweise stundenlangem online verfolgen. Es ist geschafft, gewonnen!  Jedes Jahr kann es nur einen geben, der gewinnt und in diesem Jahr bin ich ein Teil der Mannschaft, die als schnellster über die Ziellinie gefahren ist. Aber mal von vorne.

Trondheim Sonnenschein, Training am Freitag zum Aklimatisieren und Einrollen war herrlich. Die Wetteraussichten genauso für Samstag gemeldet. Vorfreude bei allen großartig. Wie in den Vorjahren auch, findet eine Teamsitzung statt, es wird auf viele Gefahrenquellen hingewiesen und das Motto wiederholt. Sieg vor Rekord. Also gilt es die Disziplin zu wahren und viele Kilometer hinter dem Vordermann im Kreisel zu verbringen. Alles was wir im Training geübt haben und schon sehr erfolgreich in der Saison umsetzen konnten.

Jeder wurde eingeteilt in farbliche Teilgruppen, die unterschiedliche Aufgaben hatten. Meine Aufgabe bestand darin, erst ab Lillehammer dauerhaft die Gruppe im Kreisel voranzutreiben. Über diese Ehre habe ich mich sehr gefreut. Natürlich bin ich auch schon die 350km vorher vorne gefahren, habe mir aber regelmässig 8-14min pro Stunde Erholung gegönnt. Dies war es dann auch hinter 20 Mann zu „rollen“. Wobei das bei Tempo 40 nicht jedermanns Sache ist. Frühstück ab 4 Uhr. Klar ist es dann schon total hell in Trondheim, Gepäckabgabe um 5.30 und anschliessendem Warmfahren und was da so zu gehört. Ab 6 Uhr kamen uns schon die Vorjahressieger entgegen, wir werden sie wiedersehen, nur wann das war die Frage. Aber damit wollte ich mich  nicht beschäftigen, eher mit dem Wind und den Aussichten und Erwartungen an den Tag.

Startlinie 6.20 Uhr endlich geht es los, das Team nimmt mit mir in der Spitze die 2mal 90Grad links Kurve und treten 2–3mal rein und Tempo 41-42 geht es aus Trondheim raus. Da spüren wir schon deutlich den Gegenwind, der nicht alleine durch die Geschwindigkeit begründet ist. Dieser sollte uns den ganzen Tag begleiten bzw. entgegenblasen bis zu 12m/s – das ist echt viel. Nichts destotrotz hatten wir eine Mission. Den Sieg und dazu gehörte es auch den Zweitplatzierten mit Startzeit 6.10 Uhr aus dem Vorjahr aufzufahren. Dies gelang uns bereits nach einer Stunde, sehr überraschend für mich, aber man weiß ja nie welche Taktik die so haben, es kam aber nichts von denen.

Der Anstieg zum Dovrefjell war durch den FönWind schon beschwerlicher als im letzten Jahr, aber es war trocken und die Stimmung im Team super. Erst recht als die Nachricht kam, dass wir schon 3,5Minuten Vorsrpung hatten. Das ist viel, aber lange noch nicht genug. Der Tag ist noch 8-9 Stunden lang, es kann noch viel passieren. Das Essen und trinken nicht vergessen. Natürlich heißt es, Essen auf Rädern und so wird es auch serviert- auf Rädern. Gute Transporträder beliefern uns in regelmässigen Abständen mit Wasser, Kakao, Kaffe und Cola, Riegel, Bananen, Gels und Salztabletten. Ein fahrendes Büffet mit Tempo 30-40km/h fährt durch Reihen. Klar haben wir das geübt, um möglichst schnell 30 Mann zu versorgen und wieder Tempo aufzunehmen.

Das zahlt sich aus, der Vorsprung steigt, die Abfahrt von Dombas zeigte über Tempo 74 km/h  auf dem Tacho, wir fuhren eng und kompakt zusammen runter. Normalerweise ist dann Rückenwind, aber dieser Traum zerplatzte, auch wenn dunkle Wolken zu sehen waren und es mit 11-12 Grad schon frisch war, der Südwind blieb und das vor allem hartnäckig. Wir fuhren nun in Begleitung von 2-3 Polizei Motorrädern fast 150km lang. Das ist vor allem für den restlichen Verkehr eine Hilfe und schützt uns vor gefährlichen Überholmanover. Mein Wasserversorgung und Energiebilanz war ausgeglichen, fühlte mich wohl und hatte und bekam auch keinerlei Beschwerden. Weder Hände, Nacken, Beine noch Arme, sogar Magen und Verdauung spielten mit. Bei der Vorbereitung hatte ich nichts anderes erwartet, aber manchmal kommt es doch anders als gedacht.

So kam nach fast 360km meine Lieblingsstrecke über die Brücke und leicht ansteigend Richtung Minnesund. Leider fing es nun an auch zu regnen und mein Kreislauf war schon ausgelaugt bei 10 Grad dicke Regentropfen sind bei dem dünnen Aero Einteiler schon „verletztend“. Das Wasser lief nicht nur auf der Strasse auch die Gischt des Vordermannes, alles war nass und lief nur so die Beine runter. Trotz Anstrengung und kraftvollem Treten wollte mein Puls nicht wirklich steigen und den Kreislauf in Gang bringen. Dies ist nicht mein Lieblingswetter, aber die Geschwindigkeit kühlt auch noch aus.

Einziger Vorteil wir sind schneller im Ziel und so hatten wir auch schon über Funk einen Vorsprung von fast 16 Minuten und wußten, dass wir „sie kriegen“. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl den Gegner auf der Strecke zu schlagen und nicht rechnerisch im Ziel und so fuhren wir, wie schon den ganzen Tag, konzentriert, motiviert und siegessicher an denen vorbei. Mit diesem Vorsprung war es Gewissheit, nur noch nach Oslo fahren und wir haben gewonnen. Die Zeit war nicht egal aber Streckenrekord konnte es nicht werden, aber unter 14 Stunden hatten wir im Blick.

So fuhren wir durch die Vororte von Oslo als Triumpffahrt und freuten uns mit den Zuschauern, die uns wohl auch schon online verfolgt hatten am Straßenrand. Noch drei steile Auffahrten und die 2,5km lange Autobahnauffahrt und es ging 15km bergab ins Ziel. Dass ich auch noch als erster über die Ziellinie rolle verdanke ich wohl meiner Kurventechnik und war dann auf einmal vorne. An dieser Stelle bedanke ich mich gerne an allen Beteiligten, die es mir ermöglichten eine solche Mannschaftsleistung teilzunehmen, insbesondere meiner Familie als auch allen in der Betreuung, Crew und denjenigen, die „nur“ die Daumen gedrückt haben. Wir haben es gespürt. 🙂

Textquelle: Axel Fehlau per E-Mail
Bildquelle: https://plus.google.com/photos/110426712806739176822/albums/5757266091357514449

Zu den Ergebnissen: http://results.ultimate.dk/events/2012/cycling/styrkeproven/live/front/index.php?e=1019&l=no&t=www

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AN AXEL UND NATÜRLICH AUCH AN DIE RADSPORTLER VOM VITARGO TEAM GERMANY!

Vitaro Team Germany Origanisator Axel Fehlau im Endspurt auf Trondheim-Oslo 2012

Guten Morgen miteinander,

Mal eben nach Oslo zum Rennen und ausgeschlafen nach Köln zurück. Manchmal läuft es anders als geplant und noch besser als gedacht. Warum denn gleich in die Luft gehen, doch lieber auf dem Boden der Tatsache bleiben. Training und Arbeit haben sich voll gelohnt. Die kleinen Strapatzen in 12min K3 Training sind vergessen, wenn wir endlich am Start stehen und Gleichgesinnte sich ins Gesicht schauen, um dann die nächsten 6 Stunden, koordiniert, konzentriert und kollegial „das Ding durchziehen“. Geplant – gemacht, könnte das Motto heißen, wenn ich Rolf so richtig verstehe.

Vor 2 Wochen…“Ja warum denn eigentlich nicht, die Generalprobe mitfahren“, dachte ich mir. Spontan die optimale Flugroute ermittelt, gebucht und gepackt. Manche Warum-Fragen bleiben im Raum stehen und werden einfach dort bleiben. Nur das was ich mache kann ich auch erleben. Also lange Einleitung, lange Strecke. Im Gegensatz zu den zig Vorjahren sind es jetzt noch mal 35km mehr somit 265km – fast die Hälfte von Trondheim – Oslo mit seinen 540km. Aber Rennkilometer zählen doppelt dachte ich mir, so war es auch. Schnell losfahren und Tempo halten, könnte man meinen. Technisch war es nicht anspruchsvoll, die Wettervorhersage wurde von Tag zu Tag besser und regenfrei war es auch, dank meines „Regenopfers“ vom Donnerstag, Danke nochmal Guido für die 4h Begleitung

Ich habe mich riesig gefreut die schnellen norwegischen Jungs wieder zu treffen und gemeinsam mit hohem Tempo entlang des Mjosa Sees zu fahren.Wie auch schon Anfang Mai haben wir es am Anfang etwas locker angehen lassen, aber dann richtig schnell Fahrt aufgenommen. Naja locker war nur die Wartephase am Start.  Die paar Minuten vergingen ja im Flug, danach direkt auf Tempo 50 leicht bergab. Die ersten beiden 2h04m und 100km waren weg, ok leichter Rückwind hilft, heißt aber auch ab Lillehammer 100km Gegenwind. Aber so schnell mit Rückenwind hätte ich nicht gedacht.Das war auch so, dazu noch Sonnenschein und Beine schön gebräunt  Der neue Aeroanzug hat lange Arme und verhindert auch noch den Sonnenbrand und durch den Aerohelm,kommt ja eh nichts durch.

Axel Fehlau - Trondheim Oslo 2012

Rund um optimale Bedingungen, was ja sich in Norwegen minütlich ändern kann. Mal wieder Glück gehabt. Ein knackiger Berg nach 220km hat uns noch mal die letzten Reservern gekostet, aber dann waren wir schon fast „zu Hause“. Die Abfahrten in der Gruppe mit 60,70 und sogar 82 darf man sich nicht vorstellen, was da nicht alles passieren könnte. Aber diszipliniertes Fahren und wechseln und aufpassen erfordert natürlich Konzentration, aber genau das üben wir ja hier immer wieder.

Versorgt wurden wir zweimal vom modernisierten „Bäckerrad“, dass am Heck Platz für ca 60 Flaschen hat und Riegel und Bananen serviert, die wir natürlich während der Fahrt meistens bergauf ergreifen.

Es macht unheimlich viel Laune sich im Belgischen Kreisel entlang schöner Landschaft und optimalem Wetter die Generalprobe zu bestreiten. Einmalig ist ja eigentlich immer alles, aber so was schon sehr speziell und mir selten schön widerfahren.
Leider haben wir nur 30 Startplätze und von unseren ursprünglichen 53 Bewerbungen sind 2 Wochen vor Trondheim-Oslo immerhin noch 38 übriggeblieben. Dies ist nun die Qual der Wahl für den Kapitän, aber ich bin mir sicher, also ziemlich sicher, dass ich gesetzt bin. Somit freue ich mich auf ein erneute Wiedersehen mit den meisten noch vor der Startlinie in Trondheim. Wir treffen uns bereits am Freitag zur Teambesprechung und gemeinsamen Abendessen. Ich weiß nicht, ob die Ergebnisse schon online sind, aber 6h13m bedeuten 1. Platz mit knappen 43er Schnitt.

Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert, zum Glück gibt es ja auch einen Plan B und C sofern erforderlich! In diesem Sinne erhole ich mich diese Woche und werde mich am kommenden WE noch mal im Training anstrengen, um das Niveau zu halten. Samstag und Sonntag von 7bis 9 Uhr wer will, einfach melden. Über die Große Kraftprobe werde ich dann mal separat berichten, nach dem 23.06.2012.

Alles Gute Bis dahin
Gruß Axel

Wir drücken dem Vitargo Team Germany Organisator die Dauem für einen gutes Rennen 2012!

Bild und Textquelle: Axel Fehlau per E-Mail

Trondheim-Oslo – 2012 Streckenrekord Axel Fehlau mit seinem RYE XP Team in Norwegen

Zum Kennenlernen und gemeinsamen Fahren war das Trainingslager in Tondsberg/Norwegen geplant. Erst Regen dann Sonnenschein, so schnell ändert sich das Wetter in Norwegen. Insgesamt sind wir über 600km gemeinsam in unterschiedlichen Formationen in 3 Tagen gefahren. Wir haben sehr intensiv das „Belgische Kreiseln“ Rulla auf norwegisch trainiert. Der montägliche Ruhetag diente dann noch mal zum Ausrollen und Beine für die gemeinsame schnelle Ausfahrt zur Enebakk Rundt vorzubereiten.

Axel Fehlau Organisator vom Vitargo Team Germany 2012

Bei klarem Himmel, 12 Grad am Start und Tendenz steigende um 9.10Uhr ging es gleich ziemlich zügig los. Die Vorgabe war zunächst die ersten 20km ruhig durch die vielen Kreisverkehre loszufahren. Mit 20 Mann von vorne im Kreisel dahinter 8Mann und 20 weiteren Mitfahrern. Die Gefahrenstellen durchfuhren wir sicher und konnten uns auf die Geschwindigkeit einstellen. Tempo 50 war teilweise schon die untere Marke, da werden Kurven schon ziemlich eng mit 2 Mann nebeneinander. Es verlief super die Abfahrten mit über 70km/h kann man dann nur noch mit enormer Trittfrequenz mittreten. Zum Glück hatten wir alles vorher trainiert und die Formation ritt durch die Landschaft. Mehr als das Hinterrad des Vordermannes sieht man nicht. Ständiger Wechsel in der Führung führt zur Höchstkonzentration, denn die Wattzahl im Wind ist selten unter 450Watt, somit schon anspruchsvoll.

Da vergehen 10km schon mal in weniger als 12 Minuten, einfach irre, wenn man nach 90 Minuten schon weiß, gleich sind wir im Ziel und die Beine machen das noch „locker“ mit , auch wenn der Schlußanstieg mit fast 10% über 150m den letzten Rest abverlangt. Insgesamt ein guter norwegischer Saisonauftakt. Die weiteren Qualifikationsrennen zur eigentlichen Jahreshöhepunkt finden in den nächsten Wochen statt. Das Ziel ist Trondheim – Oslo von 540km in weniger als 12h50m mit einerm 42er Schnitt zu bestreiten. Die RYE XP Mannschaft hat jahrelange Erfahrung in Logistik, Taktik und Materialeinsatz. Es wird nichts dem Zufall überlassen, nur das Wetter kann sich minütlich ändern und damit müssen alle leben bzw fahren. Aber soweit ist es noch nicht die große schnelle Sause startet am 23.06.2012 um 6.20 Uhr. Wir werden berichten -online und in time.

Bewegte Bilder:

http://www.youtube.com/watch?v=KHWGFHdknCY

http://www.youtube.com/watch?v=vzfGypD76Ws
http://www.youtube.com/watch?v=3-PLUrI_Xh8

Wir drücken dem Organisator des Vitargo-Team Germany 2012 für seinen Rekordversuch alles Gute und vor allem die besten Beine für diesen Tag!

Text- und Bildquelle: Axel Fehlau per E-Mail

Axel Fehlau schnellster Deutscher beim Styrkeproven 2011

Da kann man noch so viel planen und überlegen, sich auf alle Eventualitäten vorbereiten und dann kommt es anders als gedacht. Aber mal von vorne, wo fängt man das ganze Projekt denn an? Bei den 99 Einschlafversuchen am Abend zuvor oder dem 4 Uhr aufstehen? Also kurz und knapp mal wieder nur 3,5h geschlafen, gemeinsames Frühstück, Gepäck abgeben und warmfahren. Bei trockenem aber kühlem Wetter in Trondheim eine wahre Wonne um 5.15 Uhr 🙂

Kaum fahren wir aus der City, wird es nass. Mental schon mal eine Vorbereitung auf die ersten Kilometer. Nasskalt, so kenne ich Trondheim am Morgen des Rennsamstages.

In der Teambesprechung vom Freitagnachmittag war davon nicht die Rede, mir wurde die Aufgabe zugeteilt, neben dem Käpt’n zu fahren. Die Position ist direkt hinter dem 14 – 18 Fahrern, die vorne Kreiseln. Man hat zwar nicht die Belastungsspitzen wie im Kreisel, aber immer eine kleine Lücke und somit mehr Widerstand als würde man ganz hinten mitrollen. Bei Tempo 42 – 44 ist mitrollen ja nur bedingt möglich, da schon getreten werden muss.

Die Wolken hängen in den Bergen, aber die Wetteraussichten sehen ab Oppdal gut aus. Mit Tempo 45 geht es in den ersten Anstieg mit einer schnellen Abfahrt. Nach dem Kreisverkehr dann 60 Kilometer fast flach zur Auffahrt zum Dovrefjell. Was Wetter bessert sich, die Temperaturen sind aber immer noch mit 8 – 11° C Grad frisch. Die ersten beiden Stunden an dieser Position verbringe ich im Regen und bekomme so manche Gischt ab. Ich entschließe mich, nach der ersten Verpflegung meine Einweggummihandschuhe unter die Radhandschuhe anzuziehen. Kein leichtes Unterfangen in der Gruppe mit kalten nassen Händen, aber nach einigen Kilometern werden meine Finger wieder wärmer.

Mittlerweile fahre ich auch regelmäßig vorne im Kreisel und gewöhne mich an die Belastungsspitzen und finde immer mehr Spaß an der gemeinsamen Ausfahrt. Kurz vor dem höchsten Punkt zeigt sich die Sonne, es wird schon spürbar wärmer. Ich habe mir Sonne gewünscht, aber bitte nicht zu viel, denn unter dem Aerohelm wird es sonst ganz schön heiß.

Das Hochplateau hat dieses Jahr kaum Wind, so dass wir zügig drüberfliegen, um im Anschluss die 7 km lange Abfahrt nach Dombas zu genießen. Wir schaffen die ersten 200 km in weniger als 5 Stunden, also alles nach Plan. Der Wind steht gut, leicht von Norden, es ist sonnig mit leichter Bewölkung, die Sause nach Lillehammer kann losgehen. Nach 270 km ist es ein tolles Gefühl, die Hälfte in 6h39m gefahren zu haben. Aber es ist noch ein langes Stück. Arm- und Beinlinge habe ich längst der Crew am Straßenrand zugeworfen und auch einen neuen 2 Liter CamelBak entgegen genommen. Es kann also weitergehen. Das Tempo bleibt und wird in den flach abfallenden Passagen noch mal forciert auf bis zu 46 – 48 km/h. Direkt in Lillehammer geht es bergauf, die ersten Ermüdungserscheinen zeigen sich. Auch wenn wir nur 8h30m bisher unterwegs sind, ist es spürbar, den Rhythmus auf bergauf/-ab umzustellen.

Nach ca. 390 – 400km gibt mein rechter Bremsschaltgriff den Geist auf. Weiterfahren mit nur 3 Gängen hinten ist bergauf möglich, aber die Schussfahrten bergab mit über 50 – 60 km/h sind nicht mal mit hoher Trittfrequenz dauerhaft drin. Ich lasse mich zurückfallen, aber leider kann mir das Folgefahrzeug nicht helfen. Die nach uns gestartete und spätere Siegermannschaft sammelt mich auf. Ich versuche, durch geschicktes Bergabrollen dranzubleiben, aber das gelingt mir nicht immer und schon sind auch die weg.

Zum Glück habe ich mein Telefon und die Nummer von unserer Crew dabei und frage nach einem neuen Rad, was zufällig parat und unbenutzt und vom Sponsor für solche Fälle vorbereitet ist. Das Begleitauto fährt zurück, wir bauen die Pedale um und fixieren den Transponder. Essen & Trinken fassen und schon kann ich das letzte Stück in Angriff nehmen.

Frei nach dem Motto „100 km gehen immer“ trete ich besonnen und beherzt die letzten 90 Kilometer bei schönen Wetter Oslo entgegen. Ohne Puls, Watt oder Geschwindigkeit fehlt mir auch das Zeitgefühl. Die letzten 3 – 4 langen Anstiege kann ich gut bewältigen und genieße die Abfahrt zum Ziel. Erst nach Einfahrt erkenne ich meine tatsächliche Fahrzeit von 13h50m46s.

Überglücklich aber nicht völlig erschöpft empfangen mich meine Teammitglieder.

Die offizelle Ergebnisliste findet sich hier, ebenso kann eine Excel-Liste mit den Ergebnissen der Jahre 2000 – 2011 im Ergebnislisten-Downloadbereich heruntergeladen werden.

Meine SRM-Aufzeichnung stelle ich ebenfalls zur Verfügung, diese ist über den SRM-Downloadbereich zu erreichen

Quelle: Axel Fehlau – http://www.styrkeproven.net/index.php?option=com_content&task=view&id=192&Itemid=191

Weltrekord im Liegenrad fahren von Axel Fehlau

Axel Fehlau, allen Trondheim-Oslo-Fahrern als Team Kaptain des Vitrago Team Germany bestens bekannt, hat am vergangenen Sonntag auf der OPEL-Teststrecke in Dudenhofen den 6-Stunden-Weltrekord mit dem Liegerad deutlich verbessern. Axel, der auch Strategieberater unseres RAAM-Teams ist, konnte die in 6 Stunden zurückgelegte Strecke auf 426 Kilometer schrauben und somit den Schnitt von 65 km/h auf 71 km/h verbessern.

Mit seinem vollverkleideten Liegerad und einer nur für die Geradeausfahrt geeigneten Roloff-Nabe konnte er bei diesem Versuch auf dem 5 Kilometer langen Rundkurs ohne Pause durchfahren, wobei er in den ersten zwei Stunden eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 74 km/h erreichte.

In Kurzfassung:
9.10.2010 von 17:35 Uhr bis 23:35 Uhr
6hr mit Speedhawk (Liegeradvollverkleidung) bei Opel in Frankfurt auf der Rundbahn.
71,13 5 km/h im Schnitt sind 426,8km
bisheriger Rekord: 374km aus 2008

Glückwunsch Axel an dich und dein Team!

Textquelle: http://raam-buchholz.de/
Bildquelle: Axel Fehlau per E-Mail

Quelle: http://www.youtube.com/v/ri-2VBqtVLw

Styrkeproven 2010 – Erste Ergebnisse vom Vitargo Team Germany Glückwunsch!

Glückwunsch an die Finisher und Teilnehmer des Vitargo Team Germany beim Styrkeproven 2010!
Für die Ergebnisse direkt auf den Namen klicken oder hier zur Übersicht: http://results.ultimate.dk/events/2010/cycling/styrkeproven/live/front/index.php?e=767&l=us&t=www

531 Abels, Meno Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
487 Bienge, Jean Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
481 Bohne, Robert Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
506 Brunner, Ralf Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
533 Bülow, Klaus Von Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
510 Cornelius, Frank Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
516 Derksen, Andreas Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
511 Doering, Johannes Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 20-24 år
480 Ebersbach, Michael Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
532 Ehrenberg, Peter Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
485 Eichstaedt, Harald Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
476 Fabiankovits, Rudi Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
496 Fankhänel, Lasse Jens Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
478 Fehlau, Axel Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 35-39 år
497 Fels, Andreas Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 25-29 år
503 Funk, Daniel Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
534 Gevers, Hugo Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
482 Golgath, Werner Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 55-59 år
527 Göbel, Karsten Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 35-39 år
517 Hager, Albert Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
529 Harig, Guido Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 35-39 år
483 Hartmann, Georg Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
502 Hicking, Daniel Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
524 Hippler, Michael Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 60-64 år
520 Hokkeler, Michael Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
521 Holzinger, Stefan Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
490 Höschler, Peter Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
492 Jannick, Peter Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
523 Jekel, Manuel Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
508 Klug, Rene Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 35-39 år
530 Kramer, Roland Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
484 Kuhlmann, Ruy Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
501 Kühnler, Reinhard Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
488 Käfer, Klaus-D. Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
494 Lauterbach, Michael Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
525 Lercher, Karl Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
479 Mey, Christian Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
507 Meyer, Klaus Hermann Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
515 Müller, Werner Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
489 Nett, Rolf Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 55-59 år
509 Neuberger, Rupert Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
526 Oevermann, Jürgen Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
505 Palmberger, Andreas Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
528 Porsche, Rolf Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
519 Radovici, Gerald Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 30-34 år
499 Reich, Ulrich Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 55-59 år
513 Rusch, Andreas Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
500 Schade, Andreas Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
512 Siegel, Hans-Jürgen Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 60-64 år
477 Sommer, Uli Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år
495 Spieker, Wilhelm Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 60-64 år
498 Stephan, Torsten Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
504 Stoltefaut, Maik Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 35-39 år
493 Tettinger, Guenter Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
491 Tuchtenhagen, Ralf Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 45-49 år
514 Vereide, Øystein Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
486 Von Der Lieth, Karsten Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 40-44 år
518 Wagner, Eric Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 25-29 år
522 Weber, Peter Vitargo Team Germany Trondheim-Oslo Menn 50-54 år

Vitargo Team Germany auch 2010 beim Styrkeproven Radmarathon

Auch 2010 startet wieder ein Vitargo Team Germany  am 23. Juni unter der Federführung von Axel Fehlau.  Bereits wie im Jahr 2008 und 2009 ist diesmal eine sehr große Gruppe aus Deutschland und Östtereich unterwegs, um dieses einmalige Raderlebnis zu bewältigen. Dabei unterstützen wir das Team mit den Vitargo Produkten und freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit Axel und den Sportlern. Nach dem Radmarathon über 540 KM von Trondheim nach Oslo werden wir hier einige Bilder und Rennberichte wieder veröffentlichen.

Bis dahin wünschen wir gute Beine und viel Erfolg für die letzten Tage vor dem großen Rennen!

Wir drücken die Daumen!
Das MyVitargo-Team

Hier noch einige  Eckdaten:

Zwischenzeiten und Urkundenausdruck
www.styrkeproven.no dann RESULTATER auswählen und es wird auf den
Championship verlinkt dort kann man nach dem Namen oder Startnummer suchen.
478 Axel
Es gibt Zwischenzeiten
in Dombas 190Km ca 14Uhr
in Lillehammer, 350km ca 19Uhr
in Hamar 410km ca 21 Uhr
in Eidsvoll 480km ca 23.40 Uhr
in Oslo spätestens ca. 01.20 Uhr am Sonntag morgen!

Mehr Informationen findet ihr hier:

www.styrkeproven.no
www.styrkeproven.net

Matthias Schöpfer-Droop finisht bei einem der härtesten Radrennen Europas – Schweizer Radmarathon

Diese Überschrift lässt nicht ohne weiteres auf die spektakuläre Leistung schließen, die hinter diesen Worten steckt. Beim Schweizer Radmarathon handelt es sich um eines der härtesten Radrennen Europas. Da sind die Etappen von knapp 230 km, die zu den längsten bei der Tour de France gehören, eher was für gedopte Profis und für die Extremsportler, die am ersten Juli-Wochenende in der Schweiz an den Start gegangen sind, nicht mehr als zum Einrollen tauglich.

Die Extremsportler haben nämlich 720 km zurückzulegen €“ in Worten: siebenhundert-zwanzig Kilometer oder drei ausgedehnte Tour-Etappen, wohlgemerkt ohne nennenswerte Pause. Auf der Tortour vom Startort Wangen an der Aare durch den Südostschwarzwald, vorbei am Bodensee und dann wieder zurück in das kleine Städtchen unweit von Bern sind darüber hinaus 5600 Höhenmeter zu überwinden. Hinzu kommen elf Pässe, alleine drei davon mit einer durchschnittlichen Steigung von 15-20%. Der längste Anstieg beträgt nicht weniger als 30 km.

Start beim Schweizer Radmarathon Matthis Schöpfer Droop - 720KM insgesamt und  5600 Höhenmeter

Dazwischen liegen immer wieder ausgedehnte Rollerstrecken, so dass bei diesem Wettbewerb der komplette Fahrer gefragt ist. Einer, der sowohl klettern kann als auch Qualitäten in der Ebene hat. Neben der beträchtlichen Streckenlänge und der eindrücklichen Zahl an Höhenmetern kommt als weitere Schwierigkeit die Navigation hinzu, denn die 720 km sind nur mit kleinen Schildern abgesteckt. Die Teilnehmer müssen die Strecke mit ihren 235 Stadt- und Ortsdurchfahrten sowie 170 Richtungswechseln mithilfe eines zusätzlichen Roadbooks größtenteils selbst finden, was gerade in der Nacht bei Dunkelheit besonders schwierig ist. Da kann es bei zunehmender Erschöpfung und abnehmender Konzentration schon mal vorkommen, dass man den falschen Abzweig wählt €“ gerade dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann, etwa auf den letzten Kilometern, wenn man alle Kraft- und Willensreserven noch einmal mobilisieren muss, oder eben in der Nacht, wenn die Temperaturen und die Motivation sinken. Dann können fünf oder zehn Kilometer zusätzlich richtig wehtun.

Start beim Schweizer Radmarathon Matthis Schöpfer Droop - 720KM insgesamt und  5600 Höhenmeter

Also sucht man sich am besten einen ortskundigen Mitstreiter oder verlässt sich auf eines der immer häufiger auch im Radsport zum Einsatz kommenden GPS-Geräte, die allerdings in der Nacht nur eingeschränkt zu benutzen sind .

Dass die Zahl der Teilnehmer bei diesem Anforderungsprofil überschaubar ist, verwundert nicht weiter. Rund 80 Radsportverrückte, darunter drei Frauen, stellen sich der Herausforderung, 60% von ihnen erreichen innerhalb des Zeitlimits das Ziel. Für viele der Extremsportler geht es darum, sich für das Race Across America, kurz RAAM, zu qualifizieren. Das ist das Nonplusultra aller Langstreckenradsportler. Dort sind rund 5000 km quer durch die Vereinigten Staaten von der West- zur Ostküste zurückzulegen. Unter den Startern in der Schweiz sind dann auch einige RAAM-Finisher bzw. solche, die sich für diese Tortur qualifizieren wollen.

Dieses Rennen hat Matthias Schöpfer-Droop vom VITARGO Team allerdings nicht im Blick. Seine Motivation ist es, sich kilometermäßig gegenüber einem weiteren Langstreckenklassiker, der Radfernfahrt von Trondheim nach Oslo in Norwegen über 540 km, zu steigern. Dieses Langstreckenrennen hat der in Münster lebende Lehrer für Sport und Geographie bereits zweimal bestritten. Im letzten Jahr gehörte er zur Rekord-Truppe vom Vitargo Team, das als schnellstes deutsches Team die 540 km in sage und schreibe 15 Stunden und 18 Minuten runterbretterte.

Nun muss es also eine neue Herausforderung sein. Für 2011 hat Schöpfer-Droop sich die Teilnahme an der Radfernfahrt Paris-Brest-Paris vorgenommen €“ 1300 km €“ richtig: am Stück. Hier darf aber auch nicht jeder mitfahren, nur weil er masochistisch veranlagt ist, sondern es gilt entsprechende Qualifikationsleistungen wie eben die erfolgreiche Teilnahme am Schweizer Radmarathon vorzuweisen. Matthias bewältigt die Herausforderung in seiner zweiten Heimat Schweiz souverän. Die Streckenlänge, die Steigungen und auch die Orientierung bereiten dem gebürtigen Ostwestfalen keine Probleme. Selbst sintflutartige Regenfälle und Plattfüße können den VITARGO Athleten nicht aus der Ruhe bringen. Die Verpflegung klappt ebenfalls reibungslos. An zwei Verpflegungsstellen nimmt Schöpfer-Droop warme Nahrung zu sich, ansonsten vertraut er on the road auf die breite Produkt-Palette von VITARGO.

Das Einzige, was ihm wirklich zu schaffen macht, ist die Müdigkeit, die jeden Fahrer irgendwann an seinem individuellen toten Punkt in der Nacht übermannt. Nachdem es infolge eines Sekundenschlafs fast zu einem Sturz gekommen ist, zieht der VITARGO Sportler die Notbremse und verordnet sich zwei 30-minütige Schlafpausen. Mangels besserer Schlafgelegenheit verbringt er eine davon auf dem warmen Damenklo einer Verpflegungsstelle. Als er anschließend feststellt, dass diese Mütze Schlaf noch nicht ausreicht, legt er sich noch einmal auf eine Bank an der Strecke. Und dann geht es mit neuer Motivation und viel Druck auf die letzte 120 km lange Schleife, die die ganz Verrückten noch als Extrarunde fahren müssen, nachdem sie bereits das Ziel vor Augen gehabt haben, denn der Veranstalter hat auch eine 600 km-Strecke im Angebot. Aber wer ein richtiger Randonneur ist (die Übersetzung dieses Begriffs mit Radwanderer ist eher eine Untertreibung), gibt sich natürlich nicht mit läppischen 600 km zufrieden.

Alles hat ein Ende, irgendwann ist auch das schönste Rennen zu Ende und Matthias unterbietet mit der Gesamtzeit von 29 Stunden und 13 Minuten locker die 30 Stunden-Marke. Seine reine Fahrtzeit beträgt rund zwei Stunden weniger, was für die 720 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km in der Stunde ergibt. Damit hat der VITARGO Sportler erfolgreich eine weitere wichtige Etappe auf seinem Weg nach Paris gemeistert. Im kommenden Jahr will Matthias noch einmal den Schweizer Radmarathon unter seine 23mm breiten Reifen nehmen, dann will er allerdings unter 27 Stunden bleiben.

Start beim Schweizer Radmarathon Matthis Schöpfer Droop - 720KM insgesamt und  5600 Höhenmeter

VITARGO gratuliert zu dieser außergewöhnlichen Leistung und bedankt sich für die vielfältigen Erkenntnisse aus dem VITARGO Langzeittest!
Bildquelle nd Bericht: Mathias Schöpfer-Droop und Holger Deifuß

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