Nachdem ich in Göttingen Neuland bei den „Jedermännern“ betreten habe, ging es zwei Tage später Richtung Frankfurt. Christopher Post, Felix, Mats und ich sind am Vorabend angereist. Da wir zum größten Teil noch arbeiten mussten, konnten wir uns erst gegen 16:00Uhr in Münster auf den Weg machen.
Kurz vor Frankfurt setzte der Stimmungskiller Nummer eins ein, Regen. Sofort wurde die Wettervorhersage für den nächsten Morgen aufgerufen und die Stimmung stieg, als dort nur Wolken mit etwas Sonne zu sehen waren.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit bei unserer Ankunft in Eschborn sind wir sofort zur Nummernausgabe gefahren. Um halb acht, eine halbe Stunde nach Schließung der Nummernausgabe, sind wir zum Glück auf gutgelaunte Damen gestoßen und zehn Minuten später konnten wir mit den Startunterlagen unterm Arm zurück zu unserem Auto. Jetzt hieß es Beeilung, denn um 20:45Uhr war Anstoß zum Spiel, Real Madrid gegen den BVB, und wir hatten noch Nichts zu Abend gegessen. Um 20:00 Uhr sind wir am Hotel angekommen. Einchecken, Klamotten aufs Zimmer, Nummer ans Trikot und ab zum Abendessen.
Um 20:15Uhr zurück in der Lobby, sah ich Felix schon Tische und Stühle Richtung Flachbildschirm des Barbereiches schieben. Felix, der Organisator im Team, hatte mal wieder alles im Griff. Pünktlich zum Anpfiff saßen wir mit vollen Tellern vor dem Bildschirm. Am Buffet habe ich noch einen Coesfelder Trainingskollegen getroffen, der sich kurzerhand dazugesellte. Mit gut gefülltem Bauch und dem unnötig spannenden Finaleinzug der Borussia ging es endlich ins Bett.
8:50Uhr Start des Rennens über 104km. Christiane, Gabor, Martin, Mats und ich sind am Ende des A-Blocks ins Rennen gegangen. Wie geplant, und mit Unterstützung von Gabor, fuhr ich unter den ersten 20 Fahrern in den Anstieg zum Feldberg. Diese Taktik erwies sich als goldrichtig, denn schon sehr früh im Anstieg übernahm Frederik Nagel, der Vorjahressieger, das Tempo. Kurz gesagt, es war ein Ausscheidungsfahren bis zur Bergwertung. Schon nach wenigen Metern reihten sich die Fahrer wie an einer Perlenschnur an Frederiks Hinterrad auf, ich an Position zehn. Schon auf den ersten zwei, drei Kilometern mussten vor mir mehrere Fahrer ausscheren, weil sie dem hohen Tempo nicht folgen konnten. In der ersten Kehre habe ich mich das erste Mal umgeschaut, sah den Sieger von Göttingen an meinem Rad und danach schon ein großes Loch. Ok, jetzt hieß es dran bleiben. Nach nicht enden wollenden 12km bergauf kam endlich die ersehnte Bergwertung.
Verpflegt, Windweste über gestreift und los ging es in die Abfahrt.
Acht Fahrer Spitzengruppe, wenn jetzt kein Sturz oder Defekt dazwischen kommt, sind wir durch.
Das habe wahrscheinlich nicht nur ich gedacht. Auf dem Weg Richtung Frankfurt hat sich keiner der acht Spitzenreiter geschont und so wurde 10km vor dem Ziel der Vorsprung auf die Verfolger von fast 3 Minuten durchgegeben. Dann war die Luft raus, alle wussten, das Rennen wird durch einen Fahrer unserer Gruppe endschieden.
Kurz vor dem Ziel bogen dann plötzlich von rechts ununterbrochen Rennfahrer und Inlinefahrern auf die Straße. „Das ist doch nicht deren Ernst!“ schoss es mir durch den Kopf. Und schon ging es rechts auf die Abfahrt zur Zielgeraden. Im vollen Sprint links und rechts an Fahrern der kleineren Runden, den Inlinern und den direkten Konkurrenten vorbei, als zweiter oder dritter über den Zielstrich.
Hoch zufrieden mit meiner sportlichen Leistung sind Andy, zweiter Platz im 70km Rennen, und ich zum Duschen gefahren. Nach dem Duschen, Trikot für die Siegerehrung übergestreift und mit den anderen Teamkollegen auf die Siegerehrung gewartet, vergebens.
Anders als in den Regularien beschrieben, wurden nicht die ersten drei nach Zieleinlauf geehrt. Auch Andy ging fälschlicherweise bei der Siegerehrung leer aus. Aus unserem Team wurde einzig Mats als Sieger seiner Altersklasse geehrt. In der vorläufigen Teamwertung wird das ROSE Team Münsterland auf einem sehr guten 5 Platz geführt. Erschöpft und jetzt auch niedergeschlagen machten wir uns auf die Heimreise.
Gespannt bin ich, was der Veranstalter zu meinem Einspruch die Schlusswertung betreffend sagt.
Laut deren eigenen Regularien hätte für mich die Wertung anders ausgehen müssen.
Rückblickend überwiegt die Freude darüber, dass keinem aus unserem Team ernsthaft etwas passiert ist. Bis Kilometer 103 war es für mich ein sehr gut organisiertes Rennen, welches mir sehr viel Spaß gemacht hat. Über das Gefahrenpotential den Zieleinlauf mehrerer Rennen und unterschiedlicher Sportarten zur selben Zeit durchzuführen, sollte sich der Veranstalter Gedanken machen.













