Archiv der Kategorie: Marathon

LIDOMA IX – Kumpel-Edition

LIDOMA IX – Kumpel-Edition

Der neunte Laufen-in-Dortmund-Marathon sollte mal wieder nicht in Dortmund stattfinden. Als besonderen Ort habe ich mir dieses Mal das Welterbe „Zeche und Kokerei Zollverein“ in Essen ausgesucht. Die 1986 bzw. 1993 stillgelegte Anlage ist heute das Prestigeobjekt Essens oder besser des gesamten Ruhrgebiets. Mehr Ruhrgebiet geht nicht.

Die Laufgäste und die Crew (catfun-foto.de)

Auf dem von alten, rostigen Industrieanlagen überzogenen Gelände sind wir am 2. Juli 2017 12-mal eine Runde von knapp 3,6 km gelaufen und kamen so auf ungefähr 43 km Gesamtlänge. Unseren Verpflegungspunkt haben wir im Kokereibereich an einer ehemaligen Tankstelle platziert. Von hier aus starteten dann pünktlich um 9:00 Uhr die 80 Laufgäste auf ihre Runden. Die Laufstrecke umrundete die alte Kokerei und die Zeche mit den beiden noch vorhandenen Fördertürmen. Auch eine Bergehalde war Bestandteil der Strecke. Hier mussten einige Treppenstufen und auf freiwilliger Basis ein steiles Kletterstück überwunden werden. So waren sich nachher alle Teilnehmer einig, dass die Laufrunde läuferisch sehr abwechslungsreich und kulturell sehr interessant war. Insgesamt 66 Gäste finishten den kompletten Marathon. 14 Läuferinnen und Läufer absolvierten einen Halbmarathon oder einen Dreiviertelmarathon.

Start des LIDOMA IX (catfun-foto.de)

Schnellster Marathoni war Jürgen Hemesath, der für die 43 km lange Strecke eine Zeit von 3:24:53 Stunden benötigte. Schnellste Frau wurde Anke Seebacher. Sie finishte ihren Marathon nach 4:07:49 Stunden. Da die Laufrunde nicht nur einige Treppenstufen aufwies sondern auch ein steiles Kletterstück, das man fast auf allen Vieren bewältigen musste, waren die gelaufenen Zeiten als sehr gut anzuerkennen. Aber… der LIDOMA ist kein Wettkampf, bei dem unsere Laufgäste nur auf die Uhr schauen, um irgendwelche Bestzeiten zu unterbieten. Alle, die den Marathon gefinisht haben, sind Sieger. Und alle, die ein Teilstück absolviert haben, sind es ebenfalls. Wir wollen euch einen besonderen Lauf in außergewöhnlicher Atmosphäre präsentieren. Einen Lauf zum Genießen und im gemeinsamen Miteinander. Nicht mehr… aber auch nicht weniger.

Die stolzen Siegerinnen und Sieger (catfun-foto.de)

Ich bedanke mich zuerst einmal bei meinem LIDOMA-Team. Tatjana und Monika haben wieder mit viel Herzblut und immer freundlichen Worten den Verpflegungsstand gemeistert. Lena und Marie haben fehlerfrei in hoher Konzentration die Runden gezählt (was eine Höchstleistung ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß). Angelika und Roger, die Medical Crew, haben auf uns aufgepasst und kleinere Wehwehchen versorgt (und ein größeres, das aber nicht zu unserer Veranstaltung gehörte). Vielen Dank für euren tollen Einsatz. Ich bereite alles vor und nach. Aber der Lauftag ist ohne euch nicht zu stemmen. Ohne euch gäbe es den LIDOMA nicht. DANKE!!!

Bis zum LIDOMA X (catfun-foto.de)

Vielen Dank für die tollen Fotos an Wolfgang Steeg, der sich den ganzen Sonntag für uns „um die Ohren gehauen“ hat. Außerdem bedanke ich mich bei Jörg Pott von der Pott’s Brauerei in Oelde für unser köstliches Finisherbier, das inzwischen schon Tradition geworden ist. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön an Susanne Bodingbauer von VITARGO, die uns mit dem leckeren Energy-Getränk versorgt hat. Den Transport der gesamten Ausrüstung hat das Ausbildungszentrum der Bauindustrie in Hamm ermöglicht. Auch dafür vielen Dank. Und nicht zuletzt ein besonderes Dankeschön an Viola Schimmöller vom Veranstaltungsmanagement der Stiftung Zollverein. Sie hat es uns überhaupt erst ermöglicht, auf dem Gelände eines Weltkulturerbes zu laufen. DANKE SEHR!

Wir freuen uns auf den LIDOMA X in 2018. Lasst euch überraschen. ?

Bild und Textquelle: http://www.lidoma.de/

Vitargo Sportler Paul Schmidt – Berlin Marathon Rennbericht

Hier könnt ihr einen kleinen Einblick in meine Gedanken nach dem Berlin Marathon bekommen. Es besteht wie immer kein Anspruch auf Vollständigkeit und ist zu 100% subjektiv geschrieben ;-). Bei der Frauenspitze den Trubel komplett mitzuerleben, während man die ersten 25 Kilometer „locker“ mitläuft war selbstredend ein sehr positives Erlebnis, was kaum Kommentar bedarf.  Interessanter wird das Leiden ab Kilometer 30, was ich nachfolgend etwas analysieren möchte.

Die Erlebnisse unter den Eliteathleten im Hotel, der Afterraceparty sowie den verschiedenen speziellen Bereichen an Start und Ziel gehören auch eher, sagen wir mal, zur „ärztlichen Schweigepflicht“ ;-).

Aber kommen wir zum eher trainingswissenschaftlichen Teil:

Ich habe mich gefühlt, wie bei meinem ersten Marathon.

2009 in Dresden lief ich ca. 70km pro Woche mit vielen Radkilometern zum Krankenhauspraktikum im 20km entfernten Pirna. Die Wichtigkeit von Longruns war mir damals noch nicht so bewusst. 2 oder 3 hatte ich bis zum Marathon absolviert. Mit guter „internistischer“ Grundlagenausdauer und wenig muskulärer Anpassung lief ich damals ab Kilometer 34 trotz „langsamer“ 3:30er Pace wie auf steineren Beinen den Krämpfen nah zu meinem Sieg in Dresden.

Fakten I

2015, 6 Jahre und 8 Marathons sowie unzähliger 30-35er longruns zwischen 3:35er und 3:18er Pace später hat sich nichts geändert. Ok, die Grundlagenausdauer ist besser, aber im Gegensatz zum 2:19er Rostock-Marathon, dem ich im 2-Wochen-Blocker der Marathonvorbereitung in einer 200-Laufkilometerwoche fast ohne jeglichen Muskelkater eine weitere 200er-Woche folgen lassen konnte, lief es in Berlin anders:

Wissen

Warum, durfte ich mir heute bei der internationalen Sport Nutrition Conference an meinem Arbeitsplatz ins Gewissen rufen. Jeden Tag wandelt sich der Muskel um 1-2 Prozent um. Nach 25 Tage Laufpause war also 25-50% meiner Beinmuskulatur eher ans Radfahren adaptiert, denn ans Laufen. Und habt ihr schon mal einen Radfahrer aus dem vollen Radtraining einen Marathon laufen sehen? Sieht oft grässlich am Ende aus. Zur Hälfte also auch bei mir!

Fakten II

So war also der Stand: Zirca 185 Wochenkilometer seit Juli und ab dem 25. August Laufpause mit Alternativtraining bei zirka 60% des Umfanges, da durch die Arbeit und Motivation mehr ich nicht mehr umsetzen wollte. 1 Testlauf 1 Woche vor dem Berlin Marathon, um zu schauen, ob die Verletzungen ausgeheilt sind und dann eine bewusst lockere Vorbereitungswoche.

Selbstverwirklichung

Und dann dieser Lauf. Ihr kennt mich. Ich wollte den Lauf für die psychologische Selbstverwirklichung meiner gesetzten Ziele (solange es orthopädisch nicht zu gefährlich wird). Und eines war bester Berliner zu werden, mit dem Tunnelblick durch das Brandenburger Tor! Das habe ich erreicht. Dafür habe ich gelitten. Dafür habe ich das wissenschaftlich unvermeidlich durchstanden. 10km auf steinernen Beinen. Herz, Lunge und Magendarmtrakt waren nicht ausgereizt. Aber die „peripheren“ Nerven und die Muskeln. Aber es gibt zum Glück das Gehirn. Und die Ansicht, dass man sich durch Leiden definieren kann (das schreibe ich gerade während eines Vortrages zu Fatigue!!!).

#smile

Ich habe auch während meines Studiums gelernt, dass die Mimik unsere Emotionen beeinflusst und anders herum. Also: #smile!!! And you get a smile back!!! Von soooo vielen Zuschauern. Sie haben die Schmerzen zur Passion werden lassen. Sie haben sie „positiv konditioniert“. Dafür bin ich dankbar, von den Bekannten, vom Nike+Running Club, von den Unbekannten. Es war ein Feuerwerk der Emotionen. Sie haben sich eingebrannt. Sie werden zum emotionalen Tattoo. Und die Muskeln, die werden sich zu 1-2% pro Lauftag wieder anpassen. Gerade, in Anbetracht des Muskelkaters, eher mehr ;-). Also bleibt gespannt, wie es weiter geht! Ich bin es selbst. #staytuned

P.S. Die Verletzungszeit verarbeite ich immer noch in einem Blogartikel, dessen Veröffentlichung noch etwas reifen muss ;-).

Neuerdings auch mit einem lokalen Frischwarensponsor: bjuice , die Saftmanufaktur in der Kollwitzstraße 51 Berlin Prenzlauer Berg 
Streckenverpflegung von Vitargo Oligosaccharide+BCAA+Koffein

vitargo-marathon-stand

Paul Schmidt am Vitargo Stand bei der Berlin Vital Messe 2015

Nach reichhaltigem Abendessen gab es für mich eher ein sehr funktionelles Frühstück mit frisch gepresstem Rote-Beete-Saft, Milchkaffee und meinen Lieblingsriegel von Vitargo (Performance Bar)

Ab und an im TV
Ganz entspannt in der ersten Hälfte ohne Muskelkater
Zahlen können sehr viel sagen 🙂

Bild und Textquelle: http://runningpowerberlin.blogspot.de/2015/09/berlin-marathon-und-sports-nutrition.html

News vom Vitargo Partner TriTeam Selm

Rund um den Baldeneysee

Am letzten Wochenende standen Dennis Neumann und Cedric Lambracht an der Startlinie des Essener Baldeneysee Marathons. Bei blauem Himmel und Sonnenschein, jedoch sehr kühlen Temperaturen, liefen sie zwei Runden um den See, und das sehr erfolgreich. Beide pulverisierten ihre bisherigen Bestzeiten auf den 42,195 km gleich um eine, bzw. eine halbe Stunde. Cedric stand am Ende sogar ganz oben auf dem Treppchen und gewann seine Altersklasse souverän mit 28 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Vitargo TriTeam Selm Marathon Baldeneysee Essen

Außerdem starteten Carsten Prott als Gastläufer, sowie Berthold Prott, Uwe Sedey und Michel Krieg als Staffel in Essen. Sie beendeten ihr Rennen nach 3:08:06 Std. auf einem guten 12. Platz.

Letztes Triathlon-Wochenende der Saison (13/09/2015)

Am letzten großen Triathlon-Wochenende unseres Teams in der Saison 2015 machten Simon und Frank Jungesblut den Anfang beim Islandman-Norderney. Frank wurde dort auf der olympischen Distanz dritter seiner Altersklasse. Martina und Linus Jungesblut waren als Gaststarter für das TriTeam Selm ebenfalls auf der Rennstrecke. Beide gewannen nicht nur ihre Altersklasse, sondern sicherten sich auch beim Schüler- bzw. Schnupper-Triathlon den Gesamtsieg.

In Ratingen startete Conny Link auf der Sprintdistanz und verbesserte auf dem dortigen welligen Kurs ihre persönliche Bestzeit.

Cedric Lambracht und Eduard Mathejka bewältigten zum Ende der Saison nochmal eine Mitteldistanz. Beide finishten erfolgreich den Ironman 70.3 auf Rügen. Cedric, der als vierter seiner Altersklasse die Wellen der Ostsee verließ, stürzte nach etwa einem Drittel der Radstrecke. Zum Glück verletzte er sich nicht schwer und konnte sein Rennen am Ende noch auf einem beachtlichen 9. Platz seiner Altersklasse ins Ziel bringen.

Berthold Prott lief beim Dortmunder City-Lauf über die 10 km Strecke und eröffntete damit die Reihe von vielen Herbstläufen, die nun auf unser Team warten.

Hanselauf Lünen (27/09/2015)

TriTeam Selm Vitargo Hanselauf Lünen

Schönstes Läuferwetter erwartete einige Mitglieder des TriTeam Selm beim 25. Hanselauf  in Lünen. Auf der 5km-Distanz erreichte Maik Aßhoff den 4. Gesamtplatz und den 2. Platz seiner Altersklasse. Cedric Lambracht, der nur 22 Sekunden später die Ziellinie überquerte, stand in seiner Altersklasse ganz oben auf dem Treppchen und Uwe Sedey wurde dritter der Klasse M45. Außerdem starteten noch Andi Kuhn, Michel Krieg, Gerrit Thiel und Klaus Link bei der Jubiläumsausgabe in Brambauer.

Bild- und Textquelle sowie weitere News zum TriTeam Selm gibt es unter: http://wechselzone.triteamselm.eu

 

Vitargosportler Paul Schmidt gewinnt Füssen Marathon

 Zustandsbericht: Königschlösser- Romantik-Marathon Füssen 2015 als Beispiel für meine Trainingsform „MSL“- Marathon spezifischer Lauf

Achtung! Extra-langer Blogeintrag 🙂

Endorphine garantiert 🙂

Es ist die klassische Disziplin des Langstreckenlaufes.  Der Marathonlauf. Für das Gro der ambitioniereten Volksläufer stellt er den Höhepunkt des Wettkampfjahres dar. Ihn zu schaffen ist ein häufiges Ziel. Die Zeiten sind im Allgemeinen vergleichbar. Zumindest vergleichbarer als die von Trailläufen oder Urban Runs. Als klassisch erzogener Bahnleichtathlet, der mit Runden- und Kilometerzeiten aufgewachsen ist, entwirrt sich die 42,195 auch in diese. Und trotzdem oder gerade aufgrund einer Zielwert ist das volkssportliche „Ankommen“ nicht immer garantiert. Für den Kopf und für die Beine oder wie ich in der Sportphysiologievorlesung sagen würde: für den Energiestoffwechsel stellt diese Laufdisziplin eine besondere Herausforderung dar.
Schaut man sich die Leistungsentwicklung von Hochleistungsmarathonläufern an, so ist selbst bei ausgemacht guten 10000m-Läufern im Laufe der Marathontrainingsjahre oft eine stetige Entwicklung zu sehen. Ob dabei die kumulativen Trainingskilometer eine extrem große Rolle spielen, bezweifle ich aufgrund der vielen Trainingsjahre in der Unterdistanz. Vielleicht ist es zumindest die Anzahl der Longjogs oder auch nur der schnellen Longjogs. Woran sich der Körper als Gesamtes ohne Zweifel erinnert, ist der Marathon. Im mentalen, muskulären und energetischen Sinne. Die „Finisher“ unter den Lesern werden wissen, wovon ich spreche.
Diesen Spruch im Fitnessclub habe ich mir zu Herzen genommen!


Es ergibt sich also aus der Logik heraus, diese 42,195 Kilometer auch im Training zu laufen. Der klassische Skeptiker legt dann gerne das Argument der zu starken Belastung für Sehnen und Knorpel in die Waagschale.  Ich lege die Zeit und Geduld in die Waagschale. Abebe Bikila und seiner 1960er Barfuss-Marathonsieg war fast in Vergessenheit geraten als sich den Skeptiker der Marathonszene verletzungsfreie Finisher in „Free“ Schuhen entgegenstellten.

Nun zum „MSL“ , dem Marathon-spezifischen Lauf . Diese Abkürzung nutzt Lothar Pöhlitz in seinem neuen Standardwerk des (hoch-) leistungssportlichen Lauftrainings (2) für lange harte Läufe in einer gewissen prozentualen Geschwindigkeit der Marathonzielzeit. Er geht beispielhaft so weit, dass man im letzten Belastungsblock vor dem Hauptwettkampf bis zu 30km in 100% der Zielgeschwindigkeit im Training laufen können sollte.

Die Erkenntnisse diese Buches lasse ich in mein Training einfließen

Ich habe diesen Gedanken weiter im Sinne von Yuki Kawauchi gesponnen und mit meiner eigenen eher extrovertierten Persönlichkeitsstruktur verbunden. Der Marathon-spezifischste Lauf ist ein Marathon! Angepasst an die derzeitigen Trainingsuntergründe und den Gesamtumfang habe ich mir als Königseinheit für den ersten Belastungsblock in Vorbereitung auf den Berlin-Marathon namentlich passend den „Königschlösser-Romantik-Marathon“ im südbayrischen Füssen herausgesucht. Mit einer Startzeit von Sonntag 7:30 Uhr war ein gewisser Hitzeschutz gegeben. Von den Untergründen mit 50% Strasse und 50% Wald- und Schotterwegen entsprach es fast meiner derzeitigen Einteilung von 50% Strasse, 30% Wiese und 20% Schotter.

Im Gegensatz zum 40er im heimischen Wald, wie es viele Hochleistungsläufer derzeit praktizieren kommt beim offiziellen Wettkampf auch der offiziellen Vorbereitung eine gewisser Fokus zu, der auch trainiert und im Falle optimiert werden kann. Vor allem stellt er aber eine Abwechslung zum alltäglichen Trainingsterrain dar. Ein Tag im Zug kann entspannender als eine Tag in Berlin sein. Diese Hypothese bestätigte sich auf der Rückfahrt: entsprechende Vorbereitungen (genug zu Lesen, schreiben, Schauen und Hören sowie Ausstattung mit „Noise-cancelling“ Kopfhörern und taktische Platzwahl vorrausgesetzt).

Die  Vorteile eines Landschaftsmarathons im Training liegen auf der Hand: Es paaren sich touristisch wertvolle Erlebnisse und abwechslungsreiches Terrain mit hoffentlich genauen Kilometerangaben und regelmäßigen Verpflegungsstationen. Die Nachteile gilt es zu minimieren: Der Wettkampfmodus soll für ein hartes Training aber nicht als „Abschuss“ und Beginn eines Übertrainings genutzt werden. das geplante Tempodiktat sollte einigermaßen eingehalten werden (was übrigens auch im Hauptwettkampf ratsam ist). Jen Borrmann (Deutscher Meister Crosslauf 2005) meinte einmal zu mir über den Konflikt des Marathontempos: „Am Anfang darfst du nicht schnell laufen
und am Ende kannst du nicht schnell laufen!“

Am 19.07. 2015 genoss ich die Vorteile schon vor dem Start um 7:30 Uhr in vollen Zügen: In der Nacht konnte ich vom Pensionsfenster aus das angestrahlte Märchenschloss Neuschwanstein von fern bewundern. In der sonntäglichen Morgendämmerung erhoben sich die umliegenden Berge in den romantischsten Blau- und Rottönen. Der klare Himmel prophezeite hohe Temperaturen.

Tägliches Morgentraining in der Belastungswoche

Auch als Trainingslauf geplant, hatte ich eine gewisse Anspannung und den entsprechenden Respekt vor der Königseinheit. 160 Wochenkilometer waren bis Samstag gesammelt, davon am Mittwochmorgen ein 30er im 3:30er Schnitt und auch sonst waren die Dauerläufe in diesem Tempo.

Donnerstag stand auch die erste Bahneinheit des Marathontrainings an: Zum Eingewöhnen für die Muskeln 10×400 m in 70s (am Ende waren es im Schnitt 68,6s)  mit 200mTrabpause in 50s. Diese soll auf bis zu 25 Wiederholungen ausgebaut werden.

Unmittelbare Vorbereitung auf den MSL

Als ich vorm Start nach meiner Zielzeit gefragt wurde, nannte ich auch diesen Schnitt in der Marathonsumme: 2:27:40h. Ich sah überraschte und zweifelnde Gesichter. Die skeptische Antwort eine Konkurrenten, dass das Rennen erst ab Kilometer 30 entschieden wird, nahm ich als Ansporn, meine Ansage besonders genau zu erfüllen. Die ersten 3 Kilometer schaute ich bei den Kilometermarken noch auf die Uhr. Aufgrund des Terrains entschied ich mich aber für die „Laufen nach Gefühl“-Variante mit dem Ziel, erst bei Kilometer 10 und 20 auf die Uhr zu schauen. 34:00 und 68:20 waren die Marken. Der Halbmarathon stand mit 1:12h zu Buche. Ich wusste, das die 2 Hälfte für alle Systeme schwerer werden sollte und war froh über den Puffer, denn es sollte ein konstantes Laufen nach Gefühl werden, also gleiches Gefühl, auch wenn ich langsamer dabei werden sollte.

Nachdem ich bis Kilometer 25 nur Wasser entweder über den Kopf oder etwas in den Mund nahm (vorsorglich hatte ich vor dem Rennnen 2 Salzkapseln geschluckt), nahm ich mir im letzten Dritte, Zeit für die Isodrinkaufnahme und ging jeweils 2 Schritte. Ich könnte jetzt meine Darmprobleme auf die nicht ausschließliche Vitargo-Ernährung vor dem Rennen schieben, meine aber, dass die Völlerei am Vorabend für das leicht erhöhte Dauerlauftempo bei nun 25°C und Sonnenschein doch etwas zu üppig war. Nachdem , als Mediziner würde ich es Sigmakluckern nennen (Sigma könnt ihr mal googeln), ich ein paar intestinale Herausforderungen bei Kilometer 23 gemeistert hatte, hielt sich sich die oben benannte Isodrinkaufnahme in Grenzen (um die K…..-Grenze nicht zu erreichen).

In Anbetracht der Hitze wurde ich zum Änderungsschneider / MacGyver

Ein traumhafter Lauf am Sonntagmorgen

Eine kluge Trinktaktik will auch trainiert werden.

Mein tolles GPS-Gerät hatte den Auto-Stop bei Kilometer 23 übrigens für einen kompletten Stop gehalten und war bei 1:17…h stehengeblieben. Aufgrund der pünktlichen Startzeit reichte mir jedoch die reine Uhrzeit für meine Tempokontrolle. Viele sagten zwar, es sah noch sehr locker aus, aber mein inneres wie äußeres Lächeln war doch schon etwas verkrampft, als es ab Kilometer 35 zurück Richtung Füssen ging. Den Burgberg hinauf bei Kilometer 42 hätte ich ohne die 2:25h „Dauerlauf“ vorher sicher auch etwas lockerer genommen. Im Ziel war die Freude auf meine Zielzeitgenauigkeit von – 10 Sekunden und das „Finishen“ eindeutig ersichtlich.

Allgäuer Zeitung 20.07.2015

3 Liter später konnte ich auch das erste mal Pinkeln. Eine kleine Liegepause im eigentlich ausgecheckten Pensionszimmer wurde durch die Putzfrau unsanft unterbrochen, sodass ich mich dann eher aktiver Regeneration in Form von „Spazieren“ widmete.

Läufer unter sich

Die Siegerehrung und den eiweißreichen Quarkkuchen genoss ich mehrfach, bevor ich mich zum Forggensee zum Ausschwimmen verabschiedete.

Die Vorzüge des Sommertrainings

Auch die Zugfahrt zurück in die Hauptstadt konnte medial und mit reichlich Dehungsminuten im leeren Speisewagen gefüllt werden.

Waagerechte im Zug – Besser, als in jedem Mietwagen, leider nurim RE nicht im ICE

Zum ersten Tag der heute beginnenden Regenerationswoche waren die Beine tatsächlich locker, was mir ein 3:42er Schnitt mit Rucksack zur morgendlichen Regenerationseinheit mit etwas Ausschwimmen und Dehung in der leeren aber dafür richtig heißen Sauna, bestätigt wurde.

Von den nicht Involvierten in der Ambulanz hat mir wahrscheinlich auch keiner meinen Marathon angesehen.

Den nächsten MSL werden ich übrigens am 2. August in Rostock  laufen :-).

Als Leistungsteste diese Woche steht am Mittwoch ein klassiche marathonspezifische Laufband-Laktat-Leistungsdiagnostik sowie am Samstagabend auf dem Ku’Damm die Vattenfall Berliner Citynacht an.

Zur Citynacht wird es dann ein paar bedeutende News geben !!!

Auf beides bin ich sehr gespannt. Heute wird der Tag mit Yoga abgeschlossen, was durch die „Reisetätigkeit“ leider etwas zu kurz gekommen ist.

Ein paar mehr Impressionen vom KRM 2015 werde ich im Laufe der Woche hoffentlich noch bekommen, denn das Panorama war einfach umwerfend (aber nicht so wie das des Dresden Marathon 2014 (die Insider wissen, was ich meine)).

Von daher kann ich denen, die es sich zutrauen einen MSL nur empfehlen.

Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

Quellen:

1. http://japanrunningnews.blogspot.de/2014/03/the-kawauchi-counter.html
2. Pöhlitz, L., and Valentin, J. (2015). Trainingspraxis Laufen: Beiträge zum Leistungstraining (Aachen: Meyer & Meyer Verlag).

Bild und Textquelle: http://runningpowerberlin.blogspot.de/2015/07/zustandsbericht-konigschlosser-romantik.html

Jens Ziganke mit Bestzeit in Zürich

Am vergangenen Wochenende war der Singener Langstreckenläufer Jens Ziganke beim ersten Sport-Highlight des Jahres, dem Zürichmarathon, am Start. Der Athlet des SV Reichenau hatte sich viel vorgenommen.

Jens Ziganke Vitargo Zürich Marathon 2015

„Eine Bestzeit soll es auf jeden Fall werden“, meinte Ziganke nach einer intensiven, zehnwöchigen Vorbereitungsphase. Seine Erwartungen sollten sich erfüllen.

Als um 8.30 Uhr der Startschuss am Zürichsee erfolgte, ging Ziganke couragiert in das Rennen und lief dabei sogar kurzzeitig in der Führungsgruppe um Topfavorit Yuki Kawauchi aus Japan und den zahlreichen afrikanischen Läufern mit. Nach diesem etwas unruhigen Beginn fand Ziganke zunehmend ins Rennen und lief dabei ein sehr konstantes Tempo. „Da die Dichte im Feld nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren war, fand ich erst nach acht Kilometern einen Mitstreiter, der ungefähr mein Tempo lief“, so Ziganke. Mit ihm lief Ziganke dann bis Kilometer 34 zusammen, bis sich der Läufer vom SV Reichenau Meter um Meter lösen konnte. Nach genau 42,195 Kilometern konnte sich Ziganke dann über eine neue Bestzeit freuen. Dabei unterbot er seine im vergangenen Jahr in Japan aufgestellte Bestzeit um über eine Minute auf 2:27,38 Stunden. Dies bedeutete in diesem internationalen Feld den 18. Gesamtrang.

„Zwar hatte ich mir insgeheim noch einen Tick mehr vorgenommen, doch durch den zum Teil böigen Wind bin ich mit meiner neuen Bestzeit sehr zufrieden“, zog der Singener ein positives Fazit. Insgesamt kamen beim Zürichmarathon 2244 Läufer und 550 Läuferinnen ins Ziel, wobei der Kenianer Kiyeng Edwin Kemboi das Rennen in 2:11,35 Stunden für sich entscheiden konnte.

Textquelle: http://www.suedkurier.de/sport/regionalsport-bodenseewest/Jens-Ziganke-mit-Bestzeit-in-Zuerich;art2783,7806526

Bildquelle: Jens Ziganke (privat)

Vitargosportler Paul Schmidt verbessert seine Bestzeit beim Berlin Halbmarathon 2015

In diesem Jahr waren wir nach längerer Abwesenheit zum ersten mal wieder beim Halbmarathon in Berlin mit einem Stand beim RUNNING Magazin vertreten.

Mit Vitargo beim Halbmarathon in Berlin

Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch des Neu-Berliners und Vitargo Sportlers Paul Schmidt.Paul schmidt erfolgreich mit Vitargo beim Halbmarathon

Paul ist mit Marc Schulze (Team Runningpower) sozusagen ein Vitargo Sportler der ersten Stunde. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass er seine persönliche Bestzeit so stark beim Berlin Halbmarathon verbessern konnte – Glückwunsch!

Hier sein Rennbericht:

Neue Stadt, neuer Job, neue Bestzeit – kleiner Bericht zum Berliner Halbmarathon

Wie viele schon bemerkt haben, bin ich nach Berlin gezogen. Der Grund, das schöne Rostock zu verlassen und den Lebensmittelpunkt in die Hauptstadt zu verlagern ist ein Schritt im Berufsleben, über den ich mich sehr freue: Ab 1. April werde ich an der Charité in der Abteilung für Sportmedizin im Campus Mitte unter dem leitenden Olympiaarzt der letzten 3 Olympischen Spiele Prof. Bernd Wolfarth in Vollzeit arbeiten. Eine Traumstelle, wenn man aus dem Leistungssport kommt. Der Einstieg in das lokale Wettkampfgeschehen ist mir am Sonntag überraschend gut gelungen: Beim größten deutschen Halbmarathonrennen ging am Sonntag ab 10:15 Uhr richtig die Post ab: Vom Alexanderplatz an bildete sich eine Gruppe von fast 20 Läufern, die dem Gegenwind Richtung Schloss Charlottenburg mit einem Tempo von 3:03-3:06min/km Paroli bot. Es fühlte sich sehr schnell aber gut an. Es galt den Pfützen und dem Seitenwind auszuweichen und der Entscheidung in der schnellen Gruppe mit Läufern ganz anderen Kalibers wie Julian Flügel, Simon Stützel und Jan Kreisinger um nur 3 zu nennen den entsprechenden Respekt entgegen zu bringen. Die 5 km wurden in 15:21 passiert, die 10 km in 31:03. Trotz einer abgespeckten Belastungswoche von 130 km und Marc Schulzes Hochzeit am Vortag fühlten sich die Beine super an. Die Freude über diese tolle Gruppe überwog. Ab km 11 ging es auf den Rückweg. Ab da ging das Rennen richtig los: 3:03 min/km standen teilweise auf dem Tacho. Mit jedem Kilometer rechnete ich im Kopf meine Endzeit für einen 3:30/km-Jog ab dem jeweiligen Punkt aus. Und immer konnte die Zeit nach unten korrigiert werden. 15 km in 46:22 min und dann 20 km in 61:46 min standen zu buche. Ein Zeitpunkt des Rennens zu dem sich die Gruppe schon in die Länge gezogen hatte. Und ich als 67 min Läufer war eher im vorderen Drittel, teilweise sogar ganz vorn. Der letzte Kilometer war reine Freude. Ein langgezogener Spurt gegen Julian Flügel brachte uns in Sichtweite einer sub65. Dass Julian mich überspurtete und auch Tobias Gröbel im Ziel noch eine Kaffebohne die Nase vorn hatte, war mir bei einem 2:52er Schlusskilometer und einer 64:58 ziemlich egal. Bestzeit um 2:15 min verbessert, was will man mehr. Ja: dass man sich nach Hause auslaufen kann 🙂 Nach euphorischen Gesprächen und Glückwunschannahmen von Leuten, die man absolut respektiert. Die After-Race Party war an diesem Abend Pflicht. Details bleiben den Beteiligten vorbehalten.

Vitargosportler Paul Schmidt

km 20 mit Julian Flügel dem Ziel entgegen

Das positive an diesem Laufwochenende war auch des Aspekt der Marathonmesse und der damit verbundenen Möglichkeit meine Sponsoren thoni mara und Vitargo in Persona zu treffen und über das Laufen zu philosophieren.

Die Vorfreude auf die nächsten Wochen ist groß und ich versuche über spannende Entwicklungen aus der Hauptstadt zu berichten. Mein Handycountdown nennt mir heute 33 Tage bis zur DM 10000m in Ohrdruf: Ziel sub 30 min!

Für Bestenlistenfanatiker noch ein paar Zahlen:  Aktuell liege ich mit der 64:58 min auf Platz 6 der Deutschen Jahresbestenliste und wurde 4. Deutscher beim gestrigen Rennen. 2014 wäre ich 3. in der Bestenliste gewesen.

Wenn es gut läuft, hat man auch gut reden, also versuche ich die nächste Zeit auf dieser Welle weiter mit Bedacht zu reiten: mit Yoga Dehnung und Sauna…..und bei den schmerzenden Muskel heute auch mit Kompressionstight, Kompressionsstrümpfen, Wechselgüssen, Selbstmassage, Proteinshakes, Auslaufen, Ausfahren, Fußbädern und hatte ich schon Dehnung genannt?

Quelle Rennbericht: Paul Schmidt Facebookseite – https://www.facebook.com/PaulrunningpowerSchmidt?fref=ts

 

Tokio-Marathon, 22.02.2015

42,195 Kilometer durch Tokio – ein Erlebnis der besonderen Art

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Fast ein Jahr Vorfreude, acht Wochen Vorbereitung und dann das: Die Achillessehne ist dick und es sind nur noch vier Wochen bis zum Start des diesjährigen Tokio-Marathons, einer der ‚big six‘, der noch auf mei-ner Liste steht (stand!). Vierzehn Tage Laufpause und zehn Tage ein täglich wechselnder Zinkleim-Verband helfen zumindest so, dass die Sehne abschwillt und beim Probelauf nach 14 Tage 18 Kilometer ohne nennenswerte Beschwerden schafft. Wird das reichen? Und, wieviel sollte oder darf ich noch in den letzten 14 Tagen laufen, um nicht zu übertreiben und doch wieder ein bisschen ans Laufen zu kommen? Die Frage wird sich nicht mehr stellen: Zwei Tage später streckt mich ein Virus nieder … Es scheint das ‚Aus‘. Die Enttäuschung ist groß … aber, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Einen Tag vor der geplanten Flugreise nach Tokio fällt die Entscheidung zugunsten des Fluges und des Reiseantritts. Das Virus ist auf dem Rückmarsch, kein Fieber, die Abgeschlagenheit vorbei – nur noch ein krächzender Husten sorgt für Unsicherheit. Wir werden erst einmal reisen, dann sehen wir weiter.

Tokio empfängt uns mit kühlen Temperaturen um die 6 Grad Celsius und einer Sprache, die wir nicht einmal im Ansatz verstehen. Wir tauchen ein in eine uns völlig fremde Welt. Irgendwie ist alles anders: Die Mentalität der Menschen, ihr Auftreten in der Öffentlichkeit, ihre Gestik, ihre Mimik und natürlich ihre Sprache in Wort (Zeichen) und Klang. Die Marathonmesse gleicht einem Jahrmarkt. An jedem Stand wird lautstark die jeweilige Ware angeboten. Der sonst so kühle Japaner ist nicht wiederzuerkennen.

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Der Tag der Tage naht. Noch bin ich unentschlossen, ob ich wirklich starten soll. Wird die Sehen halten und was wird mein ‚body‘ sagen, der immer noch hustet …. Wahrscheinlich ist es mindestens unvernünftig zu starten – hoffentlich nicht gefährlich? Letztlich siegt der Reiz: Wenn ich schon mal da bin, kann ich es ja einfach einmal probieren.

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Die Strategie ist klar: Unterschwellig laufen, bloß nicht zu schnell, keine Zeitvorgaben, keine Zeitziele, das Ohr an der Sehne und der Muskulatur und natürlich an den Bronchien. Start um 09:15 Uhr, letzter Einlass in den Startblock um 08:45 Uhr. Davor Sicherheitskontrollen mit Body- und Taschencheck und Metalldetektoren. Wie lange wird das dauern? Es ging erfreulich zügig, aber ich hatte ja auch keine Trinkflaschen dabei. Auch das ist neu in Tokio: Aus Sicherheitsgründen dürfen keine – nicht original verpackten – Getränke mit an den Start gebracht werden. Riegel sind o.k., aber keine Flüssigkeiten; mein geliebtes Vitargo ‚ade‘! Was soll das werden. Dann die Idee: Mein Coach Johannes nimmt die angerührten Vitargo-Fläschchen mit an die Strecke und wird Sie mir anreichen. Welch‘ ein Service. Ich finde Gefallen daran. Jetzt muss ich die Fläschlein jedenfalls nicht schleppen. Hoffentlich treffen wir uns an den vereinbarten Treffpunkten bei 22km und 34 km.

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Bis Kilometer 21,095 schwebe ich leichtfüßig durch den Marathon-Parcours. Das Tempo ist moderat zügig. Ich bin kaum außer Atem und genieße den Lauf, der am Kaiserpalast, dem Tokio Tower und dem Zöjö-ji Tempel vorbei geht. Überhaupt ist der erste Teil der Strecke der attrak-tivere – nicht nur, weil man sich als Läufer fitter fühlt, sondern weil die Stadt in diesen Bereichen noch älter und traditioneller ist. Also, ich schwebe, das Ohr an der Sehne meldet keine Schmerzen, die Muskula-tur macht ihren Job. Ich schöpfe Hoffnung und bin jetzt doch froh gestartet zu sein. Ich genieße die tolle Stimmung der zahlreichen Zuschauer. Trotz des kalten Wetters stehen überall Leute am Rand und applaudieren.

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Die Hoffnung wächst, dass ich mit diesem moderaten Tempo die richtige Strategie gewählt habe und hoffentlich glatt durchkomme. Ab Kilometer 25 – jetzt bin ich bereits nach Norden unterwegs und laufe durch mit modernen Hochhäusern gesäumte Straßen – wird die Muskulatur langsam müde, aber es geht noch. Bedenken scheinen noch nicht angebracht. Seit Kilometer 22 laufe ich mit dem vertrauten Vitargo-Fläschen und substituiere regelmäßig. Bei Kilometer 30 – jetzt bin ich schon auf dem Rückweg wieder nach Süden ins Stadtzentrum – fühle ich mich noch erstaunlich gut. Obwohl die Muskeln schwerer werden, meckern sie wenig. Der gefürchtete, weil anfällige Muskel am rechten hinteren Oberschenkel, der gerne Probleme bereitet, ist unauffällig.

Dann kommt es Knall auf Fall: Besagter Muskel des hinteren rechten Oberschenkels hat genug. Er fängt an zu ziehen – eine klare Warnung, lange mache ich nicht mehr mit. O.k., eine Geh-Pause kann nicht scha-den. … Zwischen Kilometer 33 und 34 ist es dann trotzdem so weit, der Muskel krampft. Strategie nicht aufgegangen. Ich muss an den Rand, lockern, vorsichtig dehnen, lockern … Freundliche Japaner helfen mit einem Spray, das ich nicht kenne, aber eifrig auf den Muskel sprühe, weil es alle tun, die hier unfreiwillig am Rand stehen. Ich bin – welch‘ schwacher Trost – nicht die einzige.

Langsam nehme ich das Rennen wieder auf. Vitargo ist leer. Wo steht der Coach? Ohne Vitargo werde ich die ‚gefürchteten‘ letzten Kilometer über die diversen Hafenbrücken nicht schaffen. Da bin ich sicher. Ich weiß, die Brücken kommen ab Kilometer 35 und dann wird es richtig hart. Bei Kilometer 34 steht Johannes. Ich bekomme eine neue Stärkung und weiter geht es. Vitargo hilft dem Muskel und der Psyche, aber der Muskel bleibt in Krampfbereitschaft. Die Brückenanstiege muss ich gehen, laufen geht bergauf nicht mehr. …. Insgesamt werden es fünf große Brücken sein, die wir Läufer auf den letzten sieben Kilometer überwinden müssen.
Die Zeit läuft. Eigentlich bin ich nicht auf Zeit gelaufen, aber meine Uhr sagt mir, dass ich noch unter vier Stunden ins Ziel kommen kann, wenn ich dran bleibe – und keinen Krampf mehr bekomme. Ich möchte es ver-suchen. So sind die letzten Kilometer geprägt von dem Kampf gegen die Uhr und den drohenden Krampf im Oberschenkel. Erfreulich ist, dass die Sehne hält und keine Probleme macht. Überglücklich finishe ich schließlich mit 3:58:07 Uhr. Das Ziel habe ich unter vier Stunden erreicht. Das ist ein kleiner Teilerfolg für einen ursprünglich ganz anders gedachten Rennverlauf.

Im Ziel werden wir Läufer von zahlreichen ‚kleinen Japanern‘ für unsere Strapazen und Schmerzen belohnt. Die Begeisterung der Helfer ist einzigartig und bislang unvergleichlich. Jeder, der hier ankommt, fühlt sich als Sieger, weil er so euphorisch begrüßt wird. Ich weiß nicht mehr, wie viele japanische Hände ich abgeklatscht habe und wie viele Japaner und Japanerinnen sich vor mir und meinen Mitläufern verbeugt haben. Die Verbeugung ist in Japan ein Zeichen des Respektes. Ein großes Dankeschön an alle japanischen Helfer, die einen tollen Job gemacht haben und entscheidend zum Gelingen des Tokio-Marathons beigetragen haben.
Was sonst noch auffiel? Von etwa 36.000 Startern waren über 31.000 Japaner an Start und nur 7.200 Frauen. Europäische Läufer/Innen sind selten und deutsche Läufer/Innen noch seltener. Jeder Streckenabschnitt war mindestens mit Flatterband, häufig mit Gittern und Hütchen abgeriegelt. Etwa alle 100 Meter stehen am Rand emsige Helfer mit einem großen Müllbeutel, in die die Läufer ihren Müll werfen. Tun sie es nicht, sammeln die emsigen Helfer den Müll sofort ein. Tokio ist sicherlich der am stärksten durchorganisierte und der sauberste Marathon, den ich je gelaufen bin. Die starke Reglementierung und die Sicherheitsvorkehrungen beim Start waren ein bisschen nervig, das Wetter hätte besser sein können, aber die Stimmung und die Begeisterung der Zuschauer und Helfer waren einzigartig.

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Fotos: Lauffotos der ersten Streckenhälfte.
Foto: privat

Glückwunsch und vielen Dank an Birgit-Kirstin Pohlmann für diesen tollen Rennbericht!

Jens Ziganke erflogreich mit Vitargo beim Lausanne Marathon 2014

Der Vitargo Sportler Jens Ziganke präsentierte sich beim Lausanne Marathon 2014 in einer sehr guten Form. Nach dem er eine Woche zuvor den Sparkassen-Halbmarathon in Singen in 1:09:25 gewonnen hatte, platzierte er sich mit einer Zeit von 2:31:05 in Lausanne auf dem vierten Platz.

Mit Vitargo beim Lausanne Marathon

Wir gratulieren Jens zu dieser tollen Leistung!

Hier ein Bericht aus dem Südkurier vom 30.10.2014

Ziganke auf Rang vier in Lausanne

Der Singener Jens Ziganke war bei der 22. Auflage des Lausanne Marathons am Start. Auf der sehr welligen Strecke entlang des Genfer Sees hielt sich Ziganke bis zur Halbmarathonmarke in einer Gruppe um die Plätze drei bis sieben auf.

Danach sprengte der Schweizer Lukas Oldani mit Tempoverschärfungen an den Anstiegen die Gruppe und der Singener lief ab Kilometer 25 auf Platz vier sein eigenes Rennen. Auf den letzten Kilometer kämpfte sich der 26-Jährige zunehmend an den drittplatzierten Polen Wojciech Kopec heran, der in diesem Jahr bereits eine Zeit von 2:17,27 Stunden auf der Marathondistanz gelaufen war. Auf der langen Zielgeraden wurde es dann im Kampf um den dritten und damit letzten Podiumsrang immer enger, doch am Ende behielt der Pole die Nase vorne. Die Uhren blieben bei Jens Ziganke bei 2:31,05 Stunden stehen. „In Anbetracht der anspruchsvollen Strecke und den starken Läufern aus Polen, der Schweiz und Kenia, die alle deutlich bessere Bestzeiten haben, freue ich mich riesig über meine bisher beste Marathonplatzierung. Im nächsten Jahr werde ich dann wieder meine Bestzeit bei einem schnellen Stadtmarathon angreifen“, so das positive Resümee des Läufers. Insgesamt nahmen bei der Veranstaltung über 14 000 Läuferinnen und Läufer über die 10 Kilometer, den Halbmarathon und den Marathon teil. Sieger des Marathons in Lausanne wurde dabei der Kenianer Jacob Kiplagat Yator in 2:18,32 Stunden.

Quelle: http://www.suedkurier.de/sport/regionalsport-bodenseewest/Ziganke-auf-Rang-vier-in-Lausanne;art2783,7365867

Marc Schulze Rennbericht Berlin und Frankfurt Marathon

Berlin Marathon

berlin-marathon2014

Bildquelle: http://marc-schulze.com/sport.php?site=aktuell&p=959

Es sollte die Krönung einer guten Saison werden, aber am Ende blieb es nur ein Wunsch.

Eine schnelle Marathonzeit sollte her. Mit guter Vorbereitung, seit Dezember letzten Jahres, startete ich die Saison. Es gab gute Ergebnisse, das Laufen fühlte sich gut und schnell an, eigentlich so wie es immer laufen sollte. Das Trainingslager war super. Ich konnte gut, schnell und viel trainieren und meine Form war richtig gut. Ich war bereit eine neue Bestzeit in Berlin zu laufen.

Aber es gestaltete sich schwierig. Wie schnell soll ich angehen, in welcher Gruppe sollte ich laufen, wie kann ich für mich das beste Ergebnis erzeielen? Mir blieb die Wahl. Anfangstempo 1:08h oder 1:10h für die erste Hälfte. Ich fühlte mich super, 2:17-2:18h sind drin. Ich mache es offensiv, versuche etwas und vielleicht komme ich durch; mit einer richtig schnellen Zeit. So die Vorstellung! Mein Trainer sieht das anders lieber einen soliden Lauf, Bestzeit langsam steigern und darüber freuen. Aber ich will mehr, vielleicht wieder zu viel.

Es lief ganz gut. Die ersten 15km. 3:13min bis 3:16min pro Kilometer. Das fühle mich richtig gut. Danach merkte ich schon meine Beine. Sie wurden schon etwas schwer, eigentlich zu früh im Rennen. Bei 17km verlieren ich den Kontakt zur Gruppe und ich laufe mit 30m Abstand hinterher. Bei Halbmarathon denke ich das erste mal darüber nach auszusteigen, weil sich die Beine nicht mehr erholen. Ich fange auch an schneller zu atmen, obwohl es nicht schneller wird. Der Weg ins Ziel ist noch sehr weit. Ich versuchte mich abzulenken, mich zu motivieren, aber die Geschwindigkeit wurde langsamer, die Beine schwerer. Km 25 lief sehr schwer in 3:30min; die nächsten Kilometer werden nicht leichter, dachte ich mir. Ich resigniere. Es ist noch zu weit, die Beine zu schwer, um das Ganze noch ordentlich zu beenden. Auf eine Zeit jenseits der 2:25h habe ich keine Lust. Das ist nicht das was ich will, was ich kann und wofür ich trainiert habe.

Ich beende den Lauf und steige kurz nach Kilometer 25 aus.

Frankfurt Marathon

Ein paar Wochen später, das Ergebnis aus Berlin ist zum Großteil verarbeitet. Es ist ein neues Ziel gesteckt. Nochmal etwas versuchen. Das Ausgang ist ungewiss. Hoffen, dass noch etwas von der guten Form geblieben ist.

Marc Schulze Boston Marathon Vitargo

Marc Schulze beim Boston Marathon

Der Plan diesmal anders als in Berlin. Defensiv angehen. Zurückhalten und entspannen, soweit es möglich ist. Erste Hälfte in 1:10h angehen und versuchen einfach nur mitzulaufen. Ich bin gut drauf und gut motiviert heute nochmal anzugreifen. Das Trainingslager nicht verpuffen zu lassen; die aufgewendete Zeit nicht liegen zu lassen; einfach gut und schnell laufen.

Ich sortiere mich in der ersten Frauengruppe ein. Für gewöhnlich gehen sie auf 1:10h an; das passt mir heute. Aber schnell wird klar, dass es heute nicht mal mehr dafür reicht. Nach 15km geht mir schon die Luft aus, die Lockerheit ist weg, der Kopf will auch nicht mehr. Ich falle aus der Gruppe heraus und versuche mein eigenes Tempo zu finden. Es läuft schwer 3:30-3:40min/km. Kein schönes Gefühl. Bis zur Halbmarathonmarke versuche ich noch wieder in das Rennen zu finden, aber auch heute gelingt mir das nicht. Es ist Schluss. Die Saison war lang und jetzt ist sie vorbei. Ich brauche Erholung und Ablenkung. Zeit für neue Ziele, aber wahrscheinlich nicht mehr im Marathon. Die nächste Wochen werden zeigen, wo es hin geht, aber es wird natürlich weiter gelaufen.

Bild und Textquelle: http://marc-schulze.com/sport.php?site=aktuell&p=966

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