Auf dem beschwerlichen Weg zum Rennsteig, Teil 3 – Weiltalweg-Marathon

Mit Vitargo zum Rennsteig-Marathon

Nach dem Syltlauf über 33,333 km Mitte März und einem anschließenden Trainingslager auf Deutschlands nördlichster und für uns sicherlich auch schönsten Insel steht nun der zweite vorbereitende Wettkampf auf den Rennsteiglauf Ende Mai an. Ausgesucht haben wir uns den Weiltalweg-Marathon im Taunus. Bei diesem Lauf über die klassische Distanz von 42,195 km handelt es sich um einen Landschaftslauf, bei dem einige Höhenmeter zu bewältigen sind, also ein guter Test im Hinblick auf das Streckenprofil, das uns in Thüringen auf dem Rennsteig erwartet.
Gestartet wird der Marathon unweit des hessischen Feldberggipfels in der beschaulichen Feldberggemeinde Schmit-ten, einem anerkannten Luftkurort. Von dort geht es dann auf dem Weiltalweg, der ein beliebter Rad- und Wanderweg ist, in Richtung Weilburg. In der kleinen, an der Lahn gelegenen Stadt befindet sich das Ziel. Auf dem Weg dorthin wird immer wieder der gut asphaltierte Weiltalweg verlassen, um auf Waldwander-wegen in der beschaulichen Mittelgebirgslandschaft des Taunus Höhenmeter zu sammeln.

Wie schon beim Syltlauf hat auch an diesem Wochenende der Wettergott wieder einmal ein Einsehen mit den Läufern. Angesichts lauffreundlicher Temperaturen und Sonnenschein kann man von optimalen äußeren Bedingungen sprechen, so dass es sich tatsächlich – wie der Veranstalter den Läufern beim Start mit auf den Weg gibt – um einen „Lauf in den Frühling“ handelt.  Der rührige Veranstalter leistet ebenfalls seinen Beitrag, um den knapp 500 Einzelläufern (daneben gibt es auch einen Staffelwettbewerb)den langen Weg bis Weilburg so ange-nehm wie nur möglich zu machen. Neben der bestens ausgezeichneten und gesicherten Strecke sorgen in klugen Abständen platzierte Versorgungspunkte dafür, dass die Sportler das Gefühl haben, dass es sich hier um einen „Lauf von Läufern für Läufer“ handelt. Die Verpflegung ist nicht üppig oder aufwändig, aber eben läufergerecht; so werden z.B. salzige Tuc-Kekse gereicht.

Vitargo - Weg zum rennsteig

Christine und ich haben uns jeder für sich auf den Weg gemacht, obwohl uns bewusst ist, dass wir zeitmäßig nicht allzu weit auseinander liegen werden, aber auch den Ultra wollen wir ja nicht gemeinsam laufen. Schnell merken wir, dass sich die zahlreichen Kilometer auf Sylt bei Kälte und gegen den unangenehmen Ostwind bezahlt gemacht haben, so dass wir auf der ersten Streckenhälfte vor allem damit beschäftigt sind zu bremsen. Und als dann bei Kilometerpunkt 29 alle wesentlichen Steigungen abgearbeitet sind, startet Christine auf den letzten 13 Kilometern ihre große „Sammelaktion“, bei der sie noch etliche Mitläuferinnen, die das Rennen zu schnell angegangen sind, „einsammelt“. So kann sie sich noch bis auf den achten Platz bei den Frauen vorarbeiten und freut sich zudem über den Gewinn der Altersklasse W45. Auch mit ihrer Zeit von 3:47 Stunden ist sie mehr als zufrieden, immerhin ist sie rund drei Minuten schneller unterwegs als in Frankfurt beim City-Marathon vor einem halben Jahr.

Für mich ist es ebenfalls ein gelungener Test. Ich merke, dass ich mit meinem nach dem Unfall mittlerweile wieder gut hergestellten Knie Steigungen schon wieder ordentlich bewältigen kann. Nur auf steilen Abstiegen läuft es noch nicht ganz rund. Auch ich habe rund um den Kilometerpunkt 30 das Gefühl, nun im „Ultra-Modus“ zu sein und dieses Tempo noch einige Kilometer weiterlaufen zu können. Die Stoppuhr im Ziel zeigt, als ich die Ziellinie überquere, genau 3:40 Stunden an.
Wir gehen mit dem guten Gefühl aus dem Rennen, einen anspruchsvollen Testlauf problemlos bewältigt zu haben. Im Großen und Ganzen stimmt die Form bereits, nun müssen wir in den verbleibenden fünf Wochen noch den Feinschliff vornehmen, so etwa am 11. Mai, wenn wir im Sauerland beim Hollenlauf noch einmal die Marathondistanz und sicherlich auch etliche Höhenmeter unter unsere Füße nehmen.

Bild und Textquelle: Holger Deifuß

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