39. BMW Berlin Marathon – Vitargo Sportler Alex Noack Rennbericht

Lachen oder Weinen….

Das Jahr 2012 war aus sportlicher Sicht ab Oktober 2011 voll geplant.

Bis Ende Februar hab ich den Winterschlaf irgendwie von meinem Körper fern gehalten und ab März 2012 hab ich mich unter die Fittiche meines Coachs Jens Karass begeben. Die Aufgabe für Ihn war mich für den Berlin Marathon fit zu machen. Meine bescheidenen Grundlagen erwiesen sich als relative Startgrundlage. Zum Citylauf Dresden, noch im März, war ich mit 37:30 min auf der 10K Strecke unterwegs und im Anschluß aber körperlich sehr fertig.

Vitargo Sportler Alex Noack - Rennbericht Berlin Marathon

Das nächste Ziel hieß schon Oberelbe Marathon und war nur noch 6 Wochen entfernt. Von nun an bekam ich pro Woche noch einen freien Tag in den Plan. Tatsächlich war ich auf den Punkt fit für meinen ersten Marathon. Die Veranstaltung, das Wetter und der Speed, all das hat rießig Spaß gemacht bis zum verknicken an der Bordsteinkante kurz vor Halbzeit des Events. Muskelfaseran- und Bänderriss am linken Knie außen war am 02.05.2012 die Diagnose des MRT.

Das waren verdammt lange acht Wochen Ruhe!

Ende Juni begann ein 14tägiges Rehaaufbauprogramm und im Anschluß daran hat mein Coach so behutsam wie möglich die Führhand wieder übernommen. Wir hatten nun noch fast 12 Wochen Zeit und das Ziel war immernoch gleich.

Jetzt kann ich sagen: Jens Karrass you dit it! In nicht ganz 12 Wochen von 0 Kilometern zu 42 km in 3h09.06min! Auch wenn ich im Training gelegendlich viel, viel schneller aussah reichten die 12 Wochen um mich sicher in ne Pace von 4.08min/km bis Kilometer 33,5 zu bringen.

Dieser 39. BMW Berlin Marathon wird mir als Spitzenevent der Superlative im Gedächtniss bleiben. Nicht nur weil der Jan Fitschen in seinem schnellsten Lauf bis dato einen 20sec Pitstop eingelegt hat sondern auch weil ich bis Kilometer 30 absolut nicht das Gefühl hatte in einem Wettkampf zu stecken. Das Laufen ging komplett ohne Uhr fast sekundengenau auf den 5 Kilometersplitt aus. Erst als ich die Matte bei KM 30 überlief und die 02h04,53s auf der Uhr hatte war ich kurz erschrocken. Das war neue Bestzeit für diese Distanz! 2 Kilometer später riss mir plötzlich und unerwartet der Zehennagel im rechten Fuß ein. Was ich aber da noch nicht wusste. Ich dachte nur „Mist, jetzt geht’s los mit den Phantomschmerzen“! Ich habs einfach ignoriert und bin weiter, aber es ging jetzt gefühlt schwer vorwärts. Noch vor der 35 hatte ich dann erste Krämpfe in den Beinbeugern dann in der Hüfte danach in den Waden und zu guterletzt in den Schienenbeinen. Rennen war schon lang nicht mehr, aber jeder gegangene Schritt brachte mich näher ans Ziel. Es tat weh, gehen, traben, gehen, traben und dann sah ich das Brandenburger Tor und ich begann zu laufen. Plötzlich wurde ich irgendwie wieder locker und schneller und kurz nach dem Tor stand sogar wieder 4.12min/km im Garmin. Ich blickte auf den Counter im Zielbogen und sah, das ich vorbei am Traum, aber noch unter 3h10min lag. Ich hob die Arme, atmete tief ein und begriff so langsam das ich soeben einen Marathon gelaufen bin. Das mit Abstand härteste Rennen was ich jemals lief.

Alexander Noack

Textequelle: http://www.alexnoack.de/blog/?p=7
Bildquelle; Facebook Seite Alex Noack

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