Archiv für den Monat: September 2010

Offene Vereinsmeisterschaft der RSG Werdenfels

RSG Werdenfels - Mountain Bike Rennen

Am Sonntag den 29.08.2010 fand auf unserem Vereins Trainingsgelände das erste offizielle Rennen statt. Nachdem es den ganzen Samstag durch geregnet hatte, war es am Sonntag trocken und sogar etwas sonnig. Die Strecke mit einer Länge von ca.600m war durch den Regen noch etwas schwieriger geworden. Beim Vormittagstraining gab es auch einige Stürze, die ohne Folgen geblieben sind.

RSG Werdenfels - Mountain Bike Rennen

Zum Start um 13:00 Uhr hatten sich 20 Fahrer eingefunden. Als erstes sind die Kinder gestartet, auf einer verkürzten Runde und im Anschluß gab es gleich die Siegerehrung. Danach startete der erste Lauf der allgemeinen Herrenklasse, drei Fahrer, zwei Runden und die ersten zwei kamen eine Runde weiter. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, auch mit zu starten.

RSG Werdenfels - Mountain Bike Rennen

Nach einem Fahrfehler in der ersten Runde mußte ich dann alles geben um wieder den Anschluß zu finden, Rang zwei und eine Runde weiter hieß es dann. Im Viertelfinale habe ich wieder den zweiten Platz erreicht und stand im Halbfinale, welches dann mit vier Fahrern besetzt war.

Im Halbfinale hat es für Platz drei gereicht und ich konnte das Finale als Zuschauer anschauen. Das Finale war erstklassig besetzt, RSG Werdenfels, Team Zwillingskraft, Team Vaude Simplon und TSV Oberammergau/Centurion. Im Finale waren fünf Runden zu fahren. Nach einer hitzigen Startphase, war die Favoritenrolle klar, Tobias Reiser vom TSV Oberammergau/Centurion hat das Rennen mit einem großem Vorsprung gewonnen. Alle Teilnehmer haben schon für die nächste Ausgabe der Meisterschaft ihre Teilnahme zugesagt. Es hat allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und es war eine sehr gelungene Veranstaltung da waren sich auch die Zuschauer einig. Auch ein großes Danke Schön an die Sponsoren, die sehr hochwertige Preise gespendet hatten.

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Bericht und Bilder: Tino Kässner

Viel Erfolg beim Ironman Hawaii 2010

Die ersten Sportler wie Stefan Schmid und natürlich Diel von der Triathlonshule sind Richtung Hawaii los geflogen, um sich ausgiebig zu akklimatisieren bzw. bestmöglich vorzubereiten. Wir wünschen Stefan Schmid, Jan Diekow und den Sportlern in Kona alles Gute und werden in regelmässigen Abständen hier mit Bildern und Text berichten.

Waterfront Triathlon in Bremen

Am 12. September fand es zum zweiten Mal den Waterfront Bremen Triathlon statt. Mit ca. 600 Startern auf unterschiedlichen Distanzen veranstaltete der Triathlonclub Bremen mit vielen Helfern und Partnern auf einer veränderten Radstrecke eine tolle Veranstaltung.  Dabei waren einige Lokalmatadore unter den Platzierten. Gerade die Kombination aus Volkstriathlon, Staffeltriathlon und Sprinttriathlon ist ein toller Einstieg, für diejenigen die in den Triathlonsport zum ersten Mal reinschnuppern. Mit der Kulisse an der Waterfront und der Strecke ist die Veranstaltung für alle Triathlon Einsteiger eine tolle Möglichkeit diesen Sport näher kennen zu lernen.

Leider konnten wir wegen Terminüberschneidungen dieses Jahr nicht selbst vor Ort sein, um Vitargo + Elektrolyte im Zielkanal den Sportlern anzubieten. Diese Aufgabe wurde dieses Jahr selbst vom Triathlonclub Bremen übernommen,  wobei es ja schon einige Vitargo-Experten in den eigenen Reihen gibt.

Vielen Dank für euren Einsatz

Ergebnisse gibt es hier:
http://www.online-anmeldung.webpertzsch.de/index.php5?VERA_NUM=100912-01

Einen ausführlichen Bericht und mehr Infos + Bilder gibt es hier:
http://www.inconi.de/Waterfront%20Triathlon%202010/Waterfront%20Triathlon%202010.html

Münster Marathon 2010 – Vitargo Gel im Test

Die Vitargo Sportler Holger Deifuß und Christine Jücker Deifuß waren am 12. September beim 9. Volksbank Marathon zum 6 mal am Start. In einer Zeit von 3:37 belegte Christina einen hervorragenden 5. Platz in Ihrer Altersklasse. Bei diesem Lauf zum ersten Mal im Marathoneinsatz dabei war das Vitargo Gel.

Vitargo-Sportler-Ehepaar Jücker-Deifuß beim Münster-Marathon 2010

Mit rund 6700 Startern kam die neunte Auflage des Münster-Marathons nicht an den Teilnehmerrekord aus dem Vorjahr heran, als noch 7500 Läuferinnen und Läufer durch die Westfalenmetropole liefen. Und das, obwohl der Wettergott gerade noch rechtzeitig ein Einsehen mit den Ausdauersportlern aus 31 Nationen hatte. Nach dem für Marathonläufer beängstigend warmen Samstag sorgten angenehme Temperaturen sowie ein wolkenverhangener Himmel, aus dem ab und zu  leichte Schauer auf den Läufer-Lindwurm herabregneten, für nahezu optimale Bedingungen – sieht man einmal von der recht hohen Luftfeuchtigkeit ab. Trotz des auffälligen Teilnehmerrückgangs behauptete der Münster-Marathon seinen Platz unter den zehn besten deutschen Marathonveranstaltungen. Neben der gegenüber dem Vorjahr noch einmal zurückgegangenen Anzahl von 2490 Einzelstartern, die die gesamte Distanz von 42,195 km bewältigten, gab es wie schon in den Vorjahren einen großen Ansturm auf die Staffelplätze. Hier teilen sich vier Sportler die Marathon-Distanz in weitgehend gleichlange Streckenabschnitte auf. Insgesamt 1049 Staffeln ergatterten einen der begehrten Startplätze.

Zieleinlauf beim Münster Marathon der Vitargo Sportler Christine und Holge

Mitten im bunten Teilnehmerfeld die beiden VITARGO-Sportler Christine Jücker-Deifuß und Holger Deifuß, für die die Teilnahme am Marathon in der alten Studienstadt quasi ein Heimspiel und damit ein Pflichttermin ist. Für den sportlichen Höhepunkt sorgt einmal mehr Christine Jücker-Deifuß. Zwar erreicht die Langstreckenspezialistin an diesem herbstlichen Sonntagvormittag nicht die von ihr angestrebte Zeit unter der 3:30-Marke, kann sich aber in dem stark besetzten Frauenfeld hervorragend platzieren. Als Vierte in der Altersklasse W40 verfehlt sie denkbar knapp das Siegerpodest. Beim Blick auf die Ergebnisliste weicht die kurzfristig aufkommende Enttäuschung aber sofort großer Freude, als die VITARGO-Sportlerin der ersten Stunde feststellt, dass sie bei den gleichzeitig ausgetragenen Westdeutschen Marathonmeisterschaften bis auf den dritten Rang in der Altersklasse W40 vorgelaufen ist. Angesichts dieses hart erkämpften Erfolges kann die erfahrene Marathonläuferin sicherlich verschmerzen, dass sie in ihrem 30. Rennen über die klassische Distanz von 42,195 km mit 3:37,39 Stunden ihre Zielzeit um zehn Minuten verfehlt hat. Begleitet wird sie ab der Halbmarathon-Marke von ihrem Mann Holger, der realisieren muss, dass er das angeschlagene Tempo, das ihn möglichst nahe an die 3 Stunden-Marke bringen soll, an diesem Tag auf der zweiten Rennhälfte nicht halten kann.

So kann er auf der zweiten Hälfte für seine bessere Hälfte wertvolle „Wasserträgerdienste“ leisten und u.a. seine Frau mit VITARGO-Gel versorgen. Das kann an diesem Tag auch keine Wunder vollbringen – die letzten Kilometer sind immer ein Kampf, ob mit oder ohne Gel. Sehr positiv werden allerdings von beiden Langstreckenläufern, die beide fast dreißig Jahre Erfahrung auf den langen Strecken besitzen, die gute Verträglichkeit – auch ohne nennenswerte Flüssigkeitszufuhr – sowie der angenehme Geschmack (Geswchmacksrichtung „Cola“) registriert.

Zieleinlauf beim Münster Marathon der Vitargo Sportler Christine und Holge

Bild- und Textquelle: Holger Deifuß

Mehr Infos gibt es hier: https://www.volksbank-muenster-marathon.de

Nordkirchener Halbmarathon – Vitargo vor Ort

Christine Jücker-Deifuß und Holger Deifuß waren wie schon 2009 mit Vitargo beim Halbmarathon Nordkirchen vor Ort. Die Mitglieder des FC Nordkirchen sorgten dafür, dass alle Teilnehmer und Sportler Vitargo + Elektrolyte als Streckenverpflegung zu sich nehmen konnten. Darüber stellte der Vitargo-Experte und Sportler Holger Deifuß das Vitargo Gel interessierten Sportlern vor. Mit dem Vitargo Gel wurde die Produktpalette von Vitargo ergänzt. Die gute Konsistenz und Magenverträglichkeit wurde von vielen Sportlern bisher gelobt. Sehr gefreut hat uns das Karl Berndstrotmann mit dem 1. Platz in der AK15 und dem Gesamt 15. Platz nach längerer Verletzungspause wieder erfolgreich unterwegs ist.

Vitargo vor Ort beim Halbmarathon in Nordkirchen 2010!

Vitargo vor Ort beim Halbmarathon in Nordkirchen 2010!

Bildquelle: http://www.foto24.de/images/Alben/FCN-Leichtathletik/20100828-Halbmarathon/thumb.htmlWeitere Informationen und Bilder gibt es hier: http://www.fc-nordkirchen.de/

Vielen Dank an dieser Stelle an Holger, Christine und den Verein FC Nordkirchen für die erfolgreiche Zusammenarbeit!

Lake Run am Möhnesee Vitargo Sportler Joachim Krause am Start

Joachim Krause war am 04. September beim Lake Run am Möhnesee unterwegs, um sich den Hindernissen und der etwas anderen Lauferfahrung zu stellen. Die mit vielen Hindernissen gespickten 18 Kilometer schaffte er in der sehr guten Zeit von 1:42:16 Minuten. Wobei bei dem Lauf es wohl im wesentlichen auf den Spaß und das Ankommen ankam. Leider konnte Klaus Link verletzungsbedingt nicht an den Start gehen. Von dieser Stelle aus gute Besserung.

Lake Run 2010 - Vitargo Sportler Joachim Krause

Lake Run 2010 - Vitargo Sportler Joachim Krause

Lake Run 2010 - Vitargo Sportler Joachim Krause

Lake Run 2010 - Vitargo Sportler Joachim Krause

Bilder und Text: Joachim Krause

Mehr Infos zur Veranstaltung: http://lake-run.de/

Videoquelle: http://www.youtube.com/watch?v=qRE1hjAwwCc

Vitargo Stand beim Hagen Triathlon

Schon etwas länger her fand am 29. August in Hagen der 20. Sparda Bank Hagen Triathlon statt. Vor Ort waren für uns zwei Sportler und Läufer, die am Sonntag morgen den Triathleten für Fragen rund um Vitargo zur Verfügung standen. Leider zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite an diesem Sonntag.

Hagen Triathlon - Vitargo vor Ort

Bildquelle:  http://91.194.91.194/~adm3776/phpAlbum/main.php?cmd=imageorig&var1=HagTri2010%2FIMG_0992.jpg

Ergebnisse und Bilder zum Triathlon gibt es hier:

http://www.tri-team-hagen.de/joomla/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=45&Itemid=92

Jörn Schwarzkopf wird Vizeweltmeister bei der inoffiziellen 24h-WM

Natürlich hätte ich lieber gewonnen.

Was sonst, wenn man sich erinnert, wie der zweite Platz im letzten Jahr zustande kam. Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr bin ich in diesem wirklich glücklich und stolz den zweiten Platz noch errungen zu haben! Das Wetter war großartig, vielleicht ein paar Grad zu warm und zu staubig, aber immer noch besser als Dauerregen und Schlamm für 24 Stunden. Um 13Uhr fiel der Startschuss für die neutralisierte Überfahrt vom Marktplatz in Sulzbach-Rosenberg auf das Maxhüttengelände.

Jörn Schwarzkopf Vizeweltmeister 24h MTB

Die verwinkelte Strecke über 7,1km pro Runde hielt immerhin auch ca.90hm für die Fahrer bereit. In den letzten Jahren gewann der 24h Wettbewerb immer mehr an Beliebtheit -nicht nur in der Einer-Konkurrenz übrigens. Inzwischen gibt es einige Teams, die sich sehr professionell fast ausschließlich auf 24h Wettbewerbe konzentrieren: das Ergon 24h Racing Team, das Votec Racing Team um Ralph Berner, oder auch mein Team aus dem vergangenen Jahr, Team AS Group-Quantec, um nur einige zu nennen.

Auch dieses Mal stand also ein ausgesprochen starkes Fahrerfeld am Start. Bekannte Namen wie Rudolf Springer der Sieger in Finale/I, Michael Kochendörfer, Bernhard Windhager oder der Sieger von München, Tomas Kozak, aber auch Namen, die man vorher eher aus der Marathonszene kannte. Nach sieben Stunden lagen die ersten vier Fahrer nur 10 Minuten auseinander: der spätere Sieger Tomas Kozak/HEPOS Plzen, Bandli Szabolcs/SoloSzabi, ich und Jan Schmidt/Team Texpa Simplon. Zu diesem Zeitpunkt lief eigentlich noch alles nach Wunsch. Ich wusste, dass meine starke Phase erst nach Mitternacht einsetzt, konnte mich also gedulden und musste nur für eine gute Ausgangsposition sorgen, bevor das Rennen dann gegen Mitternacht wirklich beginnt.
Sehr spät am Abend kam leider doch dann einiges ganz anders…

Jörn Schwarzkopf MTB Marathon 24h Vizeweltmeister

Ich musste meine Betreuer über Magenprobleme informieren; zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, ob ich zu viel oder zu wenig gegessen hatte. Wenig später war das dann Gewissheit, ich war plötzlich ziemlich stark unterzuckert. Ich konnte noch die Runde zu Ende fahren, aß dann aber zittrig im Zelt sitzend wirklich fast alles was irgendwie nahrhaft und süß aussah. Im Nachhinein gesehen kündigte sich das eigentlich schon ein wenig früher an. Bereits gegen 22Uhr wunderte ich mich über teilweise schwache Rundenzeiten, fand aber so richtig keine Erklärung.

Die Ernährung ist eines der Probleme, mit denen ein 24h-Fahrer zu kämpfen hat. Oft genug leider auch ein Grund, ein Rennen vorzeitig beenden zu müssen. Zum einen natürlich, weil unter hoher Belastung die Verdauung nur noch eingeschränkt funktioniert, zum anderen wegen der enormen Kalorienumsätze, die auch erst einmal verstoffwechselt werden müssen. Dazu muss man wissen, dass auch in einem 24h Rennen nicht wirklich langsam gefahren wird. In den ersten 6 Stunden z.B. lag mein Durchschnittspuls bei 166 (-bei 165 beginnt mein Entwicklungsbereich). Auf dem sehr verwinkelten Kurs und bei 29°C am Nachmittag reichte das immerhin noch für eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp unter 25km/h.

Gegen 1 Uhr saß ich also im Zelt, löffelte pürierte Kartoffelsuppe, aß Kuchen, ein paar Gummitiere, eine Tasse heißen Kaffee… Nach ca 15 Minuten hatte ich mich einigermaßen erholt und  aufgehört wegen der Unterzuckerung zu zittern. Meine Moral war zwar zu diesem Zeitpunkt nicht die beste, aber auch nicht ganz am Boden. Ich nahm mir vor, mich in den nächsten Stunden so gut es ging zu erholen und meine derzeitige Position zu sichern. Mir war leider noch so flau im Magen, dass ich auf mein übliches VITARGO-Getränk verzichten musste, und statt dessen bis zum Rennende nur noch gesüßten Kamillentee orderte. Auch auf meine Riegel und Gels verzichtete ich vorerst, und ernährte mich bis zum Morgen von pürierter Kartoffelsuppe in meiner Trinkflasche. Ein wenig ungewöhnlich zwar, aber es half. Ich kam ganz allmählich aus dem Tief heraus. Nach zwei weiteren Pausen (6 und 11 Minuten) und den ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen wurde es dann endgültig besser.

Morgens um 6 Uhr hatte sich der Abstand nach hinten auf Michael Kochendörfer/Votec Racing Team auf knapp 9 Minuten verkürzt, der nach vorn auf Bandli Szabolcs und Platz 2 auf fast 50 Minuten verlängert, aber das Schlimmste war überstanden, mein Magen hatte sich endgültig beruhigt. Inzwischen konnte ich so langsam auch wieder meine VITARGO-Riegel essen. Mein Ziel war jetzt, erneut einen Rundenvorsprung auf M.Kochendörfer herauszufahren um da den Druck herauszunehmen. Ich war mir noch nicht sicher, ob es in den kommenden 6 bis 7 Stunden nicht noch einmal einen Rückfall geben würde was meinen Magen betraf.

Jörn Schwarzkopf MTB Marathon 24h Vizeweltmeister

Zweieinhalb Stunden später war das geschafft!

Um meine Moral war es jetzt wieder bestens bestellt, mir ging es zusehends besser, die Rundenzeiten in den Morgenstunden hätte ich nach so einer Nacht nicht mehr für möglich gehalten.
Inzwischen hatte sich auch der Abstand auf den Zweitplazierten auf 30 Minuten verkürzt. Es blieben noch rund vier Stunden, das entsprach ziemlich genau 2,5min pro Runde, die ich aufholen musste, um ihm gefährlich zu werden. Unter normalen Umständen nicht zu schaffen. Fast zwei Runden lang haderte ich mit mir, hatte Angst mich vollends zu übernehmen und die letzte Stunde nur noch schieben zu können. Durch das etwas langsamere Tempo jetzt hatte ich mich von der Aufholjagd wieder einigermaßen erholt, ich fuhr einige Zeit zusammen mit M.Kochendörfer und Ives Verbruggen/Team AS Group-Quantec, dem späteren Master I-Sieger. Es waren jetzt noch zweieinhalb Stunden zu fahren, Tomas Kozak kam von hinten, der dabei war, uns erneut zu überrunden. Kurzentschlossen übernahm ich noch einmal die Initiative und startete zum letzten Mal den Angriff auf Platz 2. Der Abstand dorthin hatte sich durch zwei kurze Pausen Bandli Szabolcs´ auf knapp 14Minuten verkürzt, und er fuhr jetzt deutlich langsamere Rundenzeiten als ich im Duett mit Tomas Kozak. Plötzlich schien wieder alles möglich. Ich wollte Bandli Szabolcs unter Druck setzen, ihn verleiten zu überdrehen, nervös zu werden, Fehler zu machen. Ich wusste, dass es erst sein zweites 24h-Rennen war, einige 12h-Rennen zwar, aber hier fehlte ihm die Erfahrung.

Die kommenden 90 Minuten fuhren wir, Tomas Kozak und ich, wirklich noch einmal sensationelle Rundenzeiten, wir wechselten uns regelmäßig in der Führung ab, nach kurzer Zeit ein eingespieltes Duo. Das hat trotz der Härte nach 22Stunden auch noch einmal richtig Spaß gemacht. Warum Tomas Kozak da so mitzog weiß ich ehrlich gesagt nicht genau, unsere Kommunikation beschränkte sich auf ein Minimum, aber ich glaube, ich konnte ihm klar machen, warum ich so kurz vor Schluss noch einmal so anzog. Sein Sieg war zu dem Zeitpunkt jedenfalls ungefährdet.
Eine knappe Stunde vor Schluss meldeten meine Betreuer, dass Bandli Szabolcs nicht mehr gesehen wurde. Offensichtlich hatte er eine längere Pause eingelegt. Als er dann wieder losfuhr, hatte ich einen Rundenvorsprung erreicht, den er nicht mehr aufholen konnte. Ich konnte das zunächst kaum glauben, hatte ich mich doch schon auf eine harte Aufholjagd bis zur allerletzten Runde eingestellt. Aber es stimmte tatsächlich, und ich konnte die Jagd beenden.

Wir fuhren die Runde noch zu Ende; für die nachfolgende Runde beschlossen Tomas Kozak und ich, die verbleibende Zeit bis kurz vor 13 Uhr in unseren jeweiligen Fahrerlager abzuwarten und dann gemeinsam ins Ziel zu rollen. Bandli Szabolcs fiel hinter Michael Kochendörfer noch auf den vierten Platz zurück.
Jörn Schwarzkopf MTB Marathon 24h Vizeweltmeister
Das Besondere und eine wirklich großartige Erfahrung bei diesem Rennen war, dass ich es trotz der Unterzuckerung, dem Tief gegen Mitternacht sowie den massiven Magenproblemen geschafft habe, mich da wieder heraus zu arbeiten und in den Morgenstunden noch einmal derart zu mobilisieren, dass ich sogar wieder in der Lage war anzugreifen und hart um den zweiten Platz zu kämpfen.
Das hätte ich vorher nicht für möglich gehalten, dass nach so einer Nacht noch so ein letztes Viertel machbar ist!
Der liveticker sowie weitere Informationen zum Rennen auf meiner Seite www.jörnschwarzkopf.de

Glückwunsch zu dieser tollen Leistung und deine Moral!

Bild und Textequelle: Jörn Schwarzkopf per E-Mail

So war der UTMB

Liebe Freunde,

ich möchte euch von den Tagen in Chamonix erzählen. Das grösste Abenteuer wurde zum absoluten Chaos. Wir kamen ein Tag vor dem Start des UTMB (166 km, härtester Traillauf der Welt) in Chamonix an und der weisse Riese begrüsste Sylvi und mich mit Sonne und Hitze. Ich verschwendete keine Gedanken daran, dass das Wetter am Tag darauf schlechter werden könnte. Die Vorhersage war völlig okay.

Ich war fit. Ein Jahr Training. 6000 Kilometer sind in meinen Beinen. Ich wollte nichts mehr als endlich an dieser Startlinie stehen. 2300 andere (aus 40 Nationen) ging es vermutlich sehr ähnlich.
Was hab ich alles getan! Nachts trainiert, bei Schnee gelaufen, 10 Stunden Trailläufe in den Alpen…Irrsinn! Freitag 18.30 und das Ding wird gestartet. 2300 Leute liefen unter Jubel von sehr, sehr vielen wanhnsinnigen Zuschauern in Chamonix los. Ich gab noch ein Interview und stand ganz hinten. Als 2330er überquere ich die Startlinie – 15 Minuten nach dem Startschuss. Es dauerte dann nochmals gut 35 Minuten bis ich vom Gehschritt ins Laufen übergehen  konnte. Nach 2,5 Stunden waren  die ersten 1300 Höhenmeter weggemacht und ich lief auf Position 571 nach 21 km in St.Gervais ein. (ich hatte mehr als 1500 Leute überholt) Volkfest! Tausende standen an der Strasse und feierten uns. Meine Beine waren warm und alles war so gut. Jetzt sollte der UTMB richtig losgehen.
An der Verpflegung dann der Dämpfer! Der Lauf ist abgebrochen! Erdrutsch am Col de la Seigne, Regen, Unwetter, Schnee. Keiner will es glauben. Wir dachten zuerst an eine Scherz, an ungewohnte französische Comedy.  Kein Witz. Der UTMB war hier zu Ende und damit auch mein Traum den ich über Monate hinweg aufbaute und pflegte.

Im Anschluss wurden wir mit Bussen zurück nach Chamonix gebracht. Der Hohn kam später: Um 4.30 Uhr bekamen alle Teilnehmer eine französisch verfasste SMS, dass der UTMB an anderer Stelle und gekürzt stattfinden wird. Abfahrt wäre 6.30 Uhr in Chamonix. Der auf die Hälfte gekürzte Lauf fand tatsächlich statt und wird heute auch als “UTMB” kommuniziert. Die meisten hatten keine Chance überhaupt daran teilzunehmen. Der UTMB hat sich demontiert.

Ich weiss noch nicht wie ich mit der Situation jetzt umgehen soll. Nach vorne schauen? Nächster Jahr laufen? Noch mal 6000 km trainieren, die Familie nerven?
Ich komme mir vor wie ein Kind dem man das Spielzeug weggenommen hat kurz nach dem es aus der Schachtel kam…
Vielleicht kann mich mal jemand wecken.

Ultra Trail ist schrecklich:)
Euer Denis

Text und Bildquelle: Dennis Wischnewski

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