Archiv für den Monat: Juli 2009

Interview mit Gunnar Fehlau zur Grenzsteintrophy 2009

Die Grenzsteintrophy (GST) ist eine Extrem-Moutainbike-Tour, die ca. 1.270 km entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze führt. Die komplette Strecke wurde im Selbstversorgermodus bewältiget und von 8 aus Deutschland erfolgreich absolviert. Gunnar Fehlau, der diese Trophy initiiert hat, haben wir hierbei mit Vitargo Produkten unterstützt.

Als erste Frage vielleicht €“ Bist du seit der Grenzsteintrophy schon wieder längere Distanzen gefahren und wie hast du das ganze körperlich überstanden?

Ehrlich gesagt hatte ich seit der GST kaum Zeit dafür. Ich war eine Woche im Büro und anschließend 10 Tage dienstlich unterwegs. Kurz gesagt: Im Juli bin ich kaum 200 km gefahren. Aber irgendwie war nach der GST auch eine gewisse Leere zu spüren und ich habe vor der GST einige Entbehrungen in Kauf genommen, um in Form zu kommen, ich bin teilweise 5mal in der Woche morgens von 5- 6:30 Uhr Rolle gefahren Jetzt will ich erstmal wieder meh Zeit für Familie, Freunde und Freizeit haben. Ab Oktober geht es dann wieder mit Konzept aufs Rad.

Rückblickend beurteilt, würden wir natürlich gerne wissen, wie hoch der Faktor Ernährung für ein solches Rennen einschätzt? Welches Produkt schmeckt bzw. gefällt dir am besten und wie bist du mit unseren Produkten während der Trophy zurecht gekommen bist?

Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren bei langen Fahrten. Mit eurem Pulver bin ich super zurecht gekommen: drei Tüten auf drei Liter im Camelbag haben sehr geholfen, zudem gab es drei Riegel am Tag und für den Abend hatte ich je einen Recovery-Drink dabei. Wegen des Selbstversorger-Modus konnte ich natürlich nicht voll auf Vitargo setzen, sondern habe neben euren Dingen auch ganz traditionell einkaufen und einkehren müssen. Dabei ist es wichtig, eine gesunde Mischung aus Vernunft, Vergnügen und Verfügbarkeit hinzubekommen. Das war auf der GST nicht einfach, schließlich ging es durch eher strukturschwache Regionen!

Vitargo + Electrolyte und Sportnahrung

Welche Produkte sind aus deiner Sicht für eine solche Tour sinnvoll und welche hast du konkret genutzt? Was hast du vermisst bzw. bemängelt?

Gute Gels mit einer umweltfreundliche und großen Verpackung vermisse ich! Gerne in einer extremen Geschmacksrichtung (also nicht schon wieder süß-frucht-schocko) Wie wäre es mit einem Powergel Chilliconcane? Nach einigen Tage haste von süß einfach genug!

Sportnahrung Grenzsteintrophy

Hast du weitere Ernährungstipps für Sportler, die bei einer solchen Selbstversorger-Tour teilnehmen? Wie hast du dich bei dieser Tour ernährt?

Ich bin der Meinung, man sollte einen Bodensatz durch Vitargo decken, dann viel frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen und einmal am Tag was Warmes essen mit viel Kohlenhydraten. Wichtig erscheint mir, kontinuierlich über den Tag zu essen und nicht drei dicke Mahlzeiten, die dann lange den Magen blockieren. Auch sollte man wenig Experimente machen, etwa auf Riegel zurückzugreifen, die man nie vorher beim Sport gegessen hat!

Endurance Bar - Grenzsteintrophy 2009

Gab es bei den anderen Teilnehmern Sportler, die komplett auf Sportnahrung o.ä. verzichtet haben?

Ja, die Mehrzahl ist klassisch an den Start gegangen. Vielleicht habe ich auch deshalb ein so vergleichsweise hohes Tempo bis zum Ziel durchfahren können!

Einkaufswagen

Hattest du während der Etappen Magenprobleme und würdest du eine solche Tour wieder mit einer ähnlichen Ernährungsstrategie angehen?

Die Tour war im ganzen extrem schmerzfrei: keine Rückprobleme, keine Sitzprobleme, keine Knieschmerzen, keine Magenprobleme. Wenn die Logistik es zu lässt, sich also genug Paketstationen nahe der Strecke finden lassen, dann würde ich den Vitargo-Anteil in der Ernährungsstrategie sicher weiter hochfahren. Aber man muss bei Selbstversorgerfahrten aufpassen: Man darf sich von nichts total abhängig machen, denn dann steigt das Risiko.

Paketstation Grenzsteintrophy 2009

Was war für dich das tollste Erlebnis bei der Grenzsteintrophy?

Kann man nicht so sagen, es gab 1000 Erlebnisse. Sicherlich am interessantesten war, dass egal wie sportiv ich die Sache angegangen bin, die historische Komponente wurde immer wieder hoch gespült. Ich glaube nicht, dass es eine andere Veranstaltung gibt, die derart Sport mit Politik/Geschichte mischt!

Wird es nächstes Jahr eine Fortsetzung geben und welche Bedeutung hatte das Jahr 2009 für dich (20 Jahre Mauerfall, 60 Jhare BRD)?

Sicher werden sich auch 2010 Fahrer auf die GST machen, schließlich haben wir ja jetzt eine finale Strecke, das macht die Sache sicher einfacher! Nord-Süd kann man aus meiner Sicht in 5,5 Tagen im Ziel sein, ohne bessere Leistungsdaten als ich in diesem Jahr. Sobald Starttermin und -modalitäten festgelegt sind, steht das auf unserer Internetseite.

Gunnar Fehlau Grenzsteintrophy 2009
Bilder: Gunnar Fehlau (Privat)

>>Mehr Informationen zur Grenzsteintrophy 2009 gibt es hier:
www.grenzsteintrophy.de

Rennbericht von Tino Kässner zum Europa-Cup Piacenza 25.-26.07.2009

Am Samstagnachmittag um 15.00 Uhr viel der Startschuß zu einer Hitzeschlacht über 30 Runden mit einer Gesamtlänge von 72 km. Das Thermometer zeigte 38° Grad im Schatten an und das Rennen wurde auch richtig heiß. Vom Start weg wurde ständig attackiert. Ich hatte schon richtige Probleme am Hauptfeld dran zu bleiben. Nach einem Drittel des Rennens konnte ich dem hohen Tempo nicht mehr folgen und fiel zurück. Nach einer Runde konnte ich nochmal an das Feld aufschließen. Ein paar Runden später war der Akku leer und ich bin zurück gefallen. In einer Gruppe mit fünf Fahrern habe ich das Rennen beendet und habe versucht mir noch etwas Kraft für das Zeitfahren auf zu sparen.
Tino Kässner beim Europa Cup in Piacenza

Das Zeitfahren fand am Sonntagvormittag statt. Die Temperaturen waren noch sehr erträglich. Der Rennkurs hatte eine Länge von 21 km und war komplett flach, bis auf zwei Autobahnbrücken. Nach 16 km die ich bis dahin kraftvoll fahren konnte, kam Wind auf, der direkt von vorn kam. Da hab ich gedacht, ich fall vom Rad. Nach einer Zeit von 30:20 min war das Rennen vorbei und ich war völlig fertig im Ziel und bin mit meiner Zeit auf Rang sieben gelandet.

Tino Kässner beim Europa Cup in Piacenza

Viele Grüße
Tino

Vielen Dank an Tino für den Bericht!

Matthias Schöpfer-Droop finisht bei einem der härtesten Radrennen Europas – Schweizer Radmarathon

Diese Überschrift lässt nicht ohne weiteres auf die spektakuläre Leistung schließen, die hinter diesen Worten steckt. Beim Schweizer Radmarathon handelt es sich um eines der härtesten Radrennen Europas. Da sind die Etappen von knapp 230 km, die zu den längsten bei der Tour de France gehören, eher was für gedopte Profis und für die Extremsportler, die am ersten Juli-Wochenende in der Schweiz an den Start gegangen sind, nicht mehr als zum Einrollen tauglich.

Die Extremsportler haben nämlich 720 km zurückzulegen €“ in Worten: siebenhundert-zwanzig Kilometer oder drei ausgedehnte Tour-Etappen, wohlgemerkt ohne nennenswerte Pause. Auf der Tortour vom Startort Wangen an der Aare durch den Südostschwarzwald, vorbei am Bodensee und dann wieder zurück in das kleine Städtchen unweit von Bern sind darüber hinaus 5600 Höhenmeter zu überwinden. Hinzu kommen elf Pässe, alleine drei davon mit einer durchschnittlichen Steigung von 15-20%. Der längste Anstieg beträgt nicht weniger als 30 km.

Start beim Schweizer Radmarathon Matthis Schöpfer Droop - 720KM insgesamt und  5600 Höhenmeter

Dazwischen liegen immer wieder ausgedehnte Rollerstrecken, so dass bei diesem Wettbewerb der komplette Fahrer gefragt ist. Einer, der sowohl klettern kann als auch Qualitäten in der Ebene hat. Neben der beträchtlichen Streckenlänge und der eindrücklichen Zahl an Höhenmetern kommt als weitere Schwierigkeit die Navigation hinzu, denn die 720 km sind nur mit kleinen Schildern abgesteckt. Die Teilnehmer müssen die Strecke mit ihren 235 Stadt- und Ortsdurchfahrten sowie 170 Richtungswechseln mithilfe eines zusätzlichen Roadbooks größtenteils selbst finden, was gerade in der Nacht bei Dunkelheit besonders schwierig ist. Da kann es bei zunehmender Erschöpfung und abnehmender Konzentration schon mal vorkommen, dass man den falschen Abzweig wählt €“ gerade dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann, etwa auf den letzten Kilometern, wenn man alle Kraft- und Willensreserven noch einmal mobilisieren muss, oder eben in der Nacht, wenn die Temperaturen und die Motivation sinken. Dann können fünf oder zehn Kilometer zusätzlich richtig wehtun.

Start beim Schweizer Radmarathon Matthis Schöpfer Droop - 720KM insgesamt und  5600 Höhenmeter

Also sucht man sich am besten einen ortskundigen Mitstreiter oder verlässt sich auf eines der immer häufiger auch im Radsport zum Einsatz kommenden GPS-Geräte, die allerdings in der Nacht nur eingeschränkt zu benutzen sind .

Dass die Zahl der Teilnehmer bei diesem Anforderungsprofil überschaubar ist, verwundert nicht weiter. Rund 80 Radsportverrückte, darunter drei Frauen, stellen sich der Herausforderung, 60% von ihnen erreichen innerhalb des Zeitlimits das Ziel. Für viele der Extremsportler geht es darum, sich für das Race Across America, kurz RAAM, zu qualifizieren. Das ist das Nonplusultra aller Langstreckenradsportler. Dort sind rund 5000 km quer durch die Vereinigten Staaten von der West- zur Ostküste zurückzulegen. Unter den Startern in der Schweiz sind dann auch einige RAAM-Finisher bzw. solche, die sich für diese Tortur qualifizieren wollen.

Dieses Rennen hat Matthias Schöpfer-Droop vom VITARGO Team allerdings nicht im Blick. Seine Motivation ist es, sich kilometermäßig gegenüber einem weiteren Langstreckenklassiker, der Radfernfahrt von Trondheim nach Oslo in Norwegen über 540 km, zu steigern. Dieses Langstreckenrennen hat der in Münster lebende Lehrer für Sport und Geographie bereits zweimal bestritten. Im letzten Jahr gehörte er zur Rekord-Truppe vom Vitargo Team, das als schnellstes deutsches Team die 540 km in sage und schreibe 15 Stunden und 18 Minuten runterbretterte.

Nun muss es also eine neue Herausforderung sein. Für 2011 hat Schöpfer-Droop sich die Teilnahme an der Radfernfahrt Paris-Brest-Paris vorgenommen €“ 1300 km €“ richtig: am Stück. Hier darf aber auch nicht jeder mitfahren, nur weil er masochistisch veranlagt ist, sondern es gilt entsprechende Qualifikationsleistungen wie eben die erfolgreiche Teilnahme am Schweizer Radmarathon vorzuweisen. Matthias bewältigt die Herausforderung in seiner zweiten Heimat Schweiz souverän. Die Streckenlänge, die Steigungen und auch die Orientierung bereiten dem gebürtigen Ostwestfalen keine Probleme. Selbst sintflutartige Regenfälle und Plattfüße können den VITARGO Athleten nicht aus der Ruhe bringen. Die Verpflegung klappt ebenfalls reibungslos. An zwei Verpflegungsstellen nimmt Schöpfer-Droop warme Nahrung zu sich, ansonsten vertraut er on the road auf die breite Produkt-Palette von VITARGO.

Das Einzige, was ihm wirklich zu schaffen macht, ist die Müdigkeit, die jeden Fahrer irgendwann an seinem individuellen toten Punkt in der Nacht übermannt. Nachdem es infolge eines Sekundenschlafs fast zu einem Sturz gekommen ist, zieht der VITARGO Sportler die Notbremse und verordnet sich zwei 30-minütige Schlafpausen. Mangels besserer Schlafgelegenheit verbringt er eine davon auf dem warmen Damenklo einer Verpflegungsstelle. Als er anschließend feststellt, dass diese Mütze Schlaf noch nicht ausreicht, legt er sich noch einmal auf eine Bank an der Strecke. Und dann geht es mit neuer Motivation und viel Druck auf die letzte 120 km lange Schleife, die die ganz Verrückten noch als Extrarunde fahren müssen, nachdem sie bereits das Ziel vor Augen gehabt haben, denn der Veranstalter hat auch eine 600 km-Strecke im Angebot. Aber wer ein richtiger Randonneur ist (die Übersetzung dieses Begriffs mit Radwanderer ist eher eine Untertreibung), gibt sich natürlich nicht mit läppischen 600 km zufrieden.

Alles hat ein Ende, irgendwann ist auch das schönste Rennen zu Ende und Matthias unterbietet mit der Gesamtzeit von 29 Stunden und 13 Minuten locker die 30 Stunden-Marke. Seine reine Fahrtzeit beträgt rund zwei Stunden weniger, was für die 720 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km in der Stunde ergibt. Damit hat der VITARGO Sportler erfolgreich eine weitere wichtige Etappe auf seinem Weg nach Paris gemeistert. Im kommenden Jahr will Matthias noch einmal den Schweizer Radmarathon unter seine 23mm breiten Reifen nehmen, dann will er allerdings unter 27 Stunden bleiben.

Start beim Schweizer Radmarathon Matthis Schöpfer Droop - 720KM insgesamt und  5600 Höhenmeter

VITARGO gratuliert zu dieser außergewöhnlichen Leistung und bedankt sich für die vielfältigen Erkenntnisse aus dem VITARGO Langzeittest!
Bildquelle nd Bericht: Mathias Schöpfer-Droop und Holger Deifuß

Rennbericht Mountainbikemarathon Bad Goisern von Tino Kässner

Platz Zwei für Tino Kässner in Bad Goisern

Freitag der Tag vor dem Rennen, bei schönem warmen Wetter habe ich schon mal die Strecke besichtigt. Am Abend kam ein heftiges Gewitter und es wurde vor einem Wetterumschwung gewarnt. Der Samstagmorgen, 9 Grad kalt, heftiger Regen und Schnee auf den Bergen. Um 12:00 Uhr war der Startschuss, das Wetter hatte sich nicht geändert. Es waren 27 km und 600 Höhenmeter zu bewältigen. Die Strecke waren heftig, viel Schlamm und sehr rutschig, es war sehr schwierig zu fahren. Problematisch waren auch die Sichtverhältnisse, meine Brille konnte ich schon nach einem Kilometer wieder absetzen, weil sie schon total verschlammt war.

Kurz vor dem Ziel konnte ich meinem direkten Konkurrenten im Sprint nicht mehr folgen und habe das Rennen in einer Zeit von 01:22:00h mit 1,6 sek Rückstand auf Platz zwei beendet. Es war trotz der widrigen Bedingungen ein schönes Rennen, das mir wieder viel Spaß gemacht hat.

Viele Grüße
Tino

Glückwunsch und danke für den Rennbericht!
Quelle: Tino Kässner

Härtester Berg-Ultralauf in Deutschland ? €“ Ja !

11.Juni 2009 4:50 Uhr:

Chiemgau 100KM Ultra Trail Oliver Binz

Der Start für den härtesten Berg-Ultralauf in unseren Gefilden steht kurz bevor. 6 Monate intensives Training, 1.500 Laufkilometer und 30.000 Höhenmeter, zu 90% im heimischen Spessart (und die muss man erst mal finden) wurden in sehr frühen Morgenstunden absolviert.

Früh am Morgen 100KM vom Chiemgau

Gleich geht€™s los und die Anspannung steigt. Ca. 100 Laufverrückte stehen im Morgengrauen an der Startlinie, mit mir dabei ist auch Willi Melcher aus Hösbach. Aber noch etwas ist besonders für mich. Ich starte für die Laufzeitschrift Aktiv Laufen www.aktiv-laufen.de und zum ersten Mal in meinem Laufleben habe ich zwei Begleiter auf der kommenden Mammuttour dabei: einen Journalisten und einen Photographen. Interview und Photoshooting während dem Laufen ?! Na da bin ich mal gespannt, wie das funktionieren soll.

100KM Chiemgau - Früh am Morgen

Laufgurt an, Laufuhr starten und 3,2,1 los geht es. Vollkommen unspektakulär, ohne Musik, ohne Stress, ohne Drängen, einfach nur entspannt loslaufen. Wir haben uns in der Mitte aufgestellt und genießen die ersten Kilometer und die aufsteigende Sonne. Was nimmt man sich so vor, wird man oft gefragt. Ganz klar, Ankommen ! Und die Zeit? Keine Ahnung, sehr schwierig beim Berglauf so etwas vorher zu sagen und bei der Länge sowieso. Aber mit dem Finishen in 17 Std wären Willi und ich sehr froh.

100KM Chemgau Olli Binz

Die erste Verpflegung erreichen wir nach 26km, unplanmäßig zügig in 2:40 Std. Es folgt der, laut Veranstalter, schwierigster Part. Unternbergsattel und Hörndlwand müssen bei sehr extrem schwierigen Bodenverhältnissen erklommen und wieder abgestiegen werden. Durch die vielen Regenfälle der letzen Wochen versinken wir im Schlamm.

100KM Chiemgau Olli Binz

Luftwurzeln glatt wie Eis, Wege schmierig wie Seife, Geröllwege verlangen höchste Konzentration und sehr viel Kraft und Balance. 41km Röthelmoos: die zweite Verpflegungsstation wird erreicht. Durch die Schuhe ist der Schlamm über die Gamaschen durch die Socken gekrochen.

Schlammpackung für die Füße in den ersten Stunden. Die Strecke wird nie trocken, aber dafür bleibt das Wetter stabil. Die Temperaturen am Tag zwischen 10° und 18°C sind perfekt. Die Photoshootings mit Stephan Wacker (www.stephanwacker.de) aus Ruhpolding laufen problemlos; er ist aus der Region und kennt die besten Stellen und sein Timing ist perfekt. Mein erstes Interview hatte ich auch schon; mein Jounalist Niclas Richter kam mir bei KM 39 entgegen und begleitete mich 3km. Weiter um das Ziel der Begierde: den Hochfelln. Dieser Berg muss erst umrundet werden, dann dürfen wir hoch.

100 KM Chiemgau Olli Binz

Bei ca KM50 sind wir auf der Bischofsfelln Alm und stehen dieser irrsinnigen Steilwand am Hochfelln direkt gegenüber. Halbzeit, aber irgendwie sind schon 8 Std vorüber und die Gedanken kreisen: da muss ich noch hoch, aber das dauert noch weitere 25km. Zum Glück kommen meine Frau Judith und Tochter Janina zu drei Verpflegungsstellen €“ einfach klasse, wenn die Familie an so etwas teilhaben kann – sie sind dabei und fühlen mit. Mir geht es immer noch blendend. Seit KM 30 laufen wir zu Dritt; wir haben uns der zweitschnellsten Frau Christine angeschlossen. Sie ist ortsansässig und kennt die Strecke in- und auswendig. Ein Vorteil, wenn man sich bei der schwierigen Laufstrecke nicht immer auf die Wegmarkierung konzentrieren muss.

100 KM Chiemgau

Ab KM 50 schließt sich noch ein Karlsruher an uns und wir 4 bilden eine perfekte Gruppe, welche auch bis ins Ziel zusammen bleibt. Bergauf, bergab, Waldtrails, Ortschaften vergehen wie im Fluge. Immer noch kein Tief. Weder physisch noch psychisch. Wobei das eine mit dem anderem einher geht. Jedoch achte ich sehr genau auf meinen Puls; Bergauf zwischen 151-155, ebene Laufstrecke 130-145, bergab ist er meist unter 130 Hf/min. Die fünfte Verpflegungsstelle erwartet uns bei KM 74 in Egg.

Wir sind nun über 12 Stunden unterwegs und 3 Stunden unter der Cut-off Zeit; der Zeit, bei welcher nicht mehr weitergelaufen darf, wegen der einbrechenden Dunkelheit nach dem Gipfel. Während Willi seine Schuhe und das T-Shirt wechselt, vertilge ich mal wieder alles was das hervorragende Buffet so bietet, und zwar von links nach rechts und zurück: Salzstangen, getrocknete Pflaumen, Marmorkuchen, Cola, alkoholfreies Bier, Isostar, salzige Brühe mir Reis und noch ein belegtes Brötchen. Man mag es nicht glauben, aber in 3-5min Pause geht viel rein. Und man bekommt alles durch die tollen, hochmotivierten und viele viele Stunden ausharrenden freiwilligen Helfer gereicht. Jede Verpflegung ein Highlight in sich. Nun zurück zur Strecke. Stöcke an und fertig für den finalen Anstieg; knappe 900 Höhenmeter auf ca 6 km verteilt stehen an.

Wir reduzieren das Tempo bergauf ein wenig, um Kräfte für den sehr steilen Abstieg direkt nach dem Gipfel aufzusparen. Während dem Aufstieg schlägt das Wetter um und es beginnt in Strömen zu regnen. Klasse, wie motivierend. Nach 12,5 Std leidet gerade ein wenig die Motivation. Durchnässt erreichen wir den Gipfel; schnell die Jacke an, der Wind bläst auf über 1600 Höhenmeter sehr kalt. Alles ist feucht und nass und wir sind doch ziemlich erschöpft. Die Strecke hinterlässt zum ersten Mal tiefe Spuren; aber das letzte große Zwischenziel ist erreicht: der Gipfel €“ und runter kommen wir immer irgendwie.

Mein Journalist ist uns mit dem Mountainbike von der Gegenseite aus entgegengefahren und ist die Steilpassage über eine Stunde aufgestiegen. Obwohl er nur eine Viertelstunde vor uns auf dem Gipfel war, war der Arme total durchgefroren und hatte eiskalte Hände bei der freudigen Begrüßung. Ich glaube er war sehr froh uns so zeitig zu sehen. Auf dem Gipfel gab es eine kleine Getränkestelle mit warmen Isostar-Getränk und frischem Blechkuchen. Das kam zur rechten Zeit. Nach dieser Köstlichkeit waren wir wie ausgewechselt. Die steile Kletterpassage passierten wir zügig und mit unserem Gast, Niclas Richter, liefen wir 2-3 km bergab, bis zu seinem Fahrrad. Auch mit Niclas und den Interviews während dem Laufen lief es reibungslos.

100 KM Chiemgau Olli Binz

Das Verständnis für die richtige Situation, Fragen zu stellen war bei ihm immer da gewesen. Die Trails ab KM 83 waren mir wie auf den Leib geschnitten. Wir konnten nun das Tempo erhöhen und flogen förmlich der letzten Getränkestation bei KM 93 entgegen. Ab der Halbzeit hatten wir schon angefangen zu überlegen, dass die vorgenommenen 17 Stunden unterboten werden konnten, ab dem Gipfel Hochfelln wussten wir, dass die 16 Std-Marke ebenfalls geknackt wird. Und dann dieser Abstieg.

Wir kassierten Läufer nach Läufer; überhaupt keine muskulären Probleme in Sicht, der Motor lief perfekt. Bei KM93 war mein Photograph Stephan so überrascht uns zu sehen, und ich ebenfalls, dass eine Welle der Glückshormone mich förmlich überschüttete. Auf der Uhr stand 19 Uhr 20 Minuten, zwanzig nach sieben, 40 min für 7 km noch bis 20 Uhr? Cola, Bier, Isostar schnell rein schütten und in Vierer-Formation geht es weiter. Ich machte das Tempo und bei KM97 passierte das Unvorstellbare.

Wir liefen auf die führende Frau auf. 97km lang lief sie ein einsames Rennen, mit zum Teil 40 min Vorsprung, und nun kamen wir im Eiltempo an. Leider hatte sie starke Magenprobleme ab dem Gipfel bekommen und musste mehrere Male beim Abstieg die Strecke in Richtung Gebüsch verlassen. Aber wir waren nicht mehr aufzuhalten, passierten Sie und rannten dem Ziel im Stadion entgegen.

Eine halbe Runde auf der 400 mtr Bahn noch und wir finishten bei sage und schreibe 15:00 Std:min. Unglaublich, phänomenal, Freude pur, unbegreiflich was wir geschafft haben mit Platz 19 von 94 Startern.

100KM Chiemgau Olli Binz

Nach gegenseitigen austauschen der Gratulationen ging ich überglücklich in die Ferienwohnung zur verdienten 30 min langen warmen Dusche und allgemeinen Dreckentfernung.Die einheitliche Meinung der Läufer war: das ist der schwierigste Berg-Ultralauf in Deutschland und einer der anstrengendsten Läufe überhaupt. Und diese Läufer finishten schon beim Hardrock 100miles, Western State 100miles, UTMB Mont Blanc, Transalpine! Zur Veranstaltung lässt sich sagen: super tolle Helfer, Organisatoren, erstklassige Verpflegung, über 50 hochkarätige Tombolapreise bei der Siegerehrung (Rücksäcke, Lauflampen, Schuhe, Hosen, Shirts, Tandem-Gleitschirmsprung€¦)

100KM Chiemgau Olli Binz

Daten vom 5.Chiemgauer 100er:

  • Streckenlänge: 100km
  • Gesamtanstieg: 4400 mtr
  • Teilnehmer: 94 Starter
  • 100km-Finisher: 58 (53 Männer, 5 Frauen)

100 KM Chiemgau Olli Binz

100KM Chiemgau Olli Binz

Der Veranstalter schreibt:

Der Chiemgauer 100 Bergultra ist ein Natur-Trail-Erlebnislauf, der hauptsächlich alpine Wander- und Forstwege benützt und mehrere nennenswerte und technisch sehr schwierige Anstiege und Abstiege aufweist. Er ist den härteren amerikanischen 100 Meilen Landschaftsläufen nachempfunden, die Hauptstrecke beträgt jedoch “nur” europäische 100 km. Ein “Vorspann” mit eigener Versorgung für eine Verlängerung auf 100 Meilen ist möglich. Der Lauf findet seit 2005 nahezu unverändert statt.
Die Strecke berührt nur an wenigen Stellen mit dem Auto zugängliche Punkte und versucht die schönsten Natur-Laufstrecken der Gegend zu verbinden. Insbesondere für Läufer die erstmals eine derartige Strecke bewältigen wollen bestehen Verkürzungsmöglichkeiten auf 66 bzw. 80 km.

Was es nicht gibt: Starkult, Medienspektakel, Altersklassenwertung, Pressepakete, Preis- oder Antrittsgelder. Was es gibt: Sachpreise die unter allen 100+ km Finisher verlost werden, Trophäen für die ersten 3 Damen und Herren der 100er-Strecken, Finisher – Souvenir (T-Shirt o.ä.) und Urkunde für alle Strecken, Nudelparty, engagierte Helfer und ein unvergessliches Erlebnis.

Recht herzlichen Dank an meine Frau Judith, Aktiv Laufen, Norbert Hensen, Niclas (Journalist), Stephan (Photograph), dem Ausrüster Salomon, Eastside-Story und Willi Melcher für das sagenhafte Erlebnis. Einen spannenden Bericht aus Sicht eines begleitenden (Radfahrend und Laufend) Journalisten mit tollen Photos findet ihr bestimmt in der nächsten AktivLaufen-Zeitschrift im September 2009. Ein unglaubliches Erlebnis, ohne: Blasen, Schürfwunden, Scheuerstellen, blauen Zehen, Krämpfen

Also, lasst den Trail rocken
Keep on trail-running (nun habe ich 4 Wertungspunkte ˜º!)
Oliver Binz

Höhenprofil 100KM Chiemgau Olli Binz

Text und Bildquelle: Oliver Binz – Alle Bildrechte unterliegen dem Copyright von Stephan Wacker (http://www.stephanwacker.de)
Weitere Informationen unter: http://www.binz-online.com/Home.html

Glückwunsch an Olli für diese tolle Leistung – der Ultra Trail Mont Blanc kann kommen! Glückwunsch auch an Dennis vom Trail Magazin der nach dem MDS die Wüste mit den Bergen getauscht hat und ebenfalls erfolgreich gefinisht hat!

Quelle Challenge in Roth 2009

Super Leistungen und Spitzenstimmung in der Hochburg des Triathlon!

Dieses Jahr waren wir mit unserem Partner Ingo Festner und weiteren Partnern von infinity-sport mit einem eigenen Stand vor Ort, um das schwedische und patentierte Kohlenhydrat aus Stärke den Sportlern vorzustellen.

Quelle Challenge in Roth - Stand

Uns fiel insbesondere auf, dass internationale Sportler sowie Sportler aus dem Berliner Raum Vitargo  zielgerichtet die richtigen Vitargoprodukte zum Carboloading und Wettkampf mitnahmen. Durch den aktuellen Artikel aus der Triathlon Vitargo: Erfolgsgeschichte “Made in Sweden” hatten aber schon viele andere Sportler den Namen Vitargo bereits gehört und so die Möglichkeit die Vitargo Riegel und Vitargo Getränke kostenlos einmal zu probieren. Michael Bodingbauer nutze die Gelegneheit sich mit Jens Richter dem Chefredakteur der Triathlon, der 2007 in Kalmar bei einem Wettkampf selbst Vitargo genutzt hatte, sich über Ernährung und den aktuellen Stand zu Vitrago auszutauschen.

Neben Dieter Bender, der in 9:19:34 den 7 Platz seiner AK erreichte  wurden auch einige Sportler und Vitargo-Überzeugungstäter mit unseren brandneuen Wassertattoos ausgestattet.

Dieter Bender bei der Quelle Challenge Roth 2009

Dieter Bender bei der Quelle Challenge Roth 2009

Dieter Bender bei der Quelle Challenge Roth 2009

Hier eine Mail von Daniel Wortmann, der ebenfalls in 10:16:54 erfolgreich die Stimmung in Roth genoss.

” Hallo Olli! – Also die Bedingungen waren wirklich super und in Roth zu starten Ist wirklich ein Traum. Bin ja letztes Jahr in Frankfurt gestartet, aber Die Stimmung am Solarer Berg ist einfach Unvergleichbar. Also ich habe schon nachts um ca.halb vier ca. 1000kcal zu mir genommen u.a. Zweimal 800ml Vitargo Carboloader und während des Wettkampfes pro Stunde ein Päckchen Electrolyte plus. Ab und zu habe ich mal in einen Endurance Riegel gebissen (insgesamt nur ein Riegel beim Radfahren). Die letzten anderthalb Stunden beim Marathon gab es dann das Professional. Der Koffeingehalt ist doch beachtlich und pusht einen doch wieder in die Höhe wenn das laufen bei Kilometer 20-30 so richtig schwer fällt. Ich habe nun schon einige Produkte ausprobiert (u.a. Powerbar, Sponser, Carboo4you, Ultrabar) und muss sagen, dass ich Vitargo am besten vertrage und auch keine Magenprobleme bekomme. Das Tatoo hat an meinem arm hat mal mindestens so gut geklebt, wie das Vitargo, was beim einfüllen der Radflasche am Rad hängen blieb. Vielen Dank noch mal! – Daniel Wortmann”

Daniel Wortmann in Roth bei der Challenge

Daniel Wortmann in Roth mit Vitargo Tatoo

Das sagen wir doch einfach Danke Daniel und Dieter für euren Einsatz und die tolle Leistung in Roth!
Vielen Dank auch nochmal an Ingo Festner für die gute und lustige Zusammenarbeit vor Ort!

Weitere Quellen und Infos zu Roth:

Videoquelle und Infos unter: http://www.tri-mag.de/
Website des Veranstalters: http://www.challenge-roth.com/de/index.html

Ironman Zürich 2009

3 Minuten zur Ewigkeit – Sonntag, 12. Juli 2009. Michael Busse verbessert persönliche Bestzeit um über eine Stunde.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

Das war ein Tag ohne Probleme, einfach perfekt. So fasst Michael gut neun Stunden harten Wettkampf nach seiner Rückkehr aus der Schweiz zusammen. Dass er den Traum von der Weltmeisterschaft auf Hawaii trotz Verbesserung um über eine Stunde noch einmal zurückstellen muss, das wird in ein paar Tagen vergessen sein, blickt der 32-jährige Reiskirchener in die Zukunft.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

nach dem Rennen

Punkt sieben Uhr am Morgen fällt der Startschuss für die erste Disziplin. 3,8 Kilometer Schwimmen im Zürichsee. Zweieinhalb Tausend Triathleten stürzen sich in den See, kraulen auf die Wendebojen zu. Das Wasser schäumt.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

an der zweiten Wendemarke

Die Schwimmstrecke zieht sich in einem großen Dreieck vom Start zunächst in Richtung Zürichs Bürkliplatz und dann zurück zum Start. Nach knappen 25 Minuten kommen die besten Schwimmer auf der Hälfte der Strecke zum Landgang über die kleine Saffainsel und hechten auf der anderen Seite wieder in die Fluten. Michael Busse bewältigt den ersten Schwimmabschnitt in 32 Minuten. Schon jetzt liegt er gut zwei Minuten vor seiner Durchgangszeit vom Vorjahr. Noch liegen zwei Kilometer Schwimmen vor ihm. Der Himmel ist grau und wolkenverhangen, es beginnt leicht zu regnen. Bange Blicke der Zuschauer verraten die Anspannung. Ob es wieder ein Regenrennen geben wird, wie im Vorjahr? Da hatte nach dem Startschuss ein unbarmherziger Dauerregen begonnen, der für die nächsten sechs Stunden anhielt und viele der Athleten schon auf der Radstrecke frierend zur Aufgabe zwang.

Zum Glück tropft es nur noch ein wenig, als unter dem Jubel der mitgereisten Fans die ersten Schwimmer die Rampe aus dem See hinaufstürmen und zu ihren Rädern hetzen. Längst haben die schnellsten Altersklassenathleten die langsameren Profis eingeholt.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

Schwimmausstieg

Michael kommt nach einer Stunde und zehn Minuten aus dem Wasser, streift sich routiniert im Laufen schon den Neoprenanzug ab. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen. Radschuhe, Helm, Brille, Startnummer liegen bereit. Ein paar Augenblicke und schon geht es aus der Wechselzone heraus auf die Radstrecke. Knappe zwei Minuten hat das nur gedauert und Michael hat allein beim Wechsel 14 Konkurrenten hinter sich gelassen.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

Blitzwechsel

180 Kilometer mit dem Rad. In zwei Runden, erst flach am See bis nach Rapperswil, an der Goldküste entlang, wie die Züricher ihr sündhaft teures Seeufer nennen, dann über die Höhen zurück nach Küstnacht und Kilchberg mit dem gefürchteten Heartbreak Hill.   Für die Triathleten bleibt keine Zeit, die Villen der Schönen und Reichen zu bestaunen. In Rapperswil hatte ich auf der ersten Runde 41,5 Stundenkilometer im Schnitt auf dem Tacho, berichtet unser Zweibrücker Athlet. Zum Glück war die Straße bis da hin ziemlich trocken. Auf den Abfahrten hab ich mir dann aber doch nicht so viel zugetraut wie andere. Geschwindigkeiten wie bei der Tour de France und waghalsige Abfahrten gehören mittlerweile auch zum Bild der Ausdauerspezialisten. Und für Stimmung wie bei der großen Frankreichrundfahrt sorgen die Zuschauer an den Anstiegen. Besonders am Heartbreak Hill, einem extrem steilen Berg, genau zur Hälfte der Radstrecke. Unter frenetischem Jubel einiger tausend Fans klettert Michael nach 3:38 Stunden (2:25 auf dem Rad) durch eine endlose Zuschauergasse zur Zwischenzeit hinauf. Seinem Zeitplan ist er mittlerweile eine gute viertel Stunde vorraus.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

am Heartbreak Hill

Auf der zweiten Radrunde hatten wir dann am See entlang ganz schön Gegenwind, berichtet Michael später. Da im Triathlon das Windschattenfahren verboten ist, muss jetzt jeder für sich selbst gegen den Wind ankämpfen und das Tempo möglichst hoch halten. Zudem beginnt es immer wieder zu regnen.

Um 12:28 Uhr biegt der Schweizer Ronny Schildknecht als erster von der Radstrecke in die Wechselzone ein. Er ist der große Favorit für das Rennen und will sich heute nach Siegen in den beiden vergangenen Jahren den Hattrick in Zürich sichern. Sehr schnelle viereinhalb Stunden ist Schildknecht, seit vielen Jahren Profi, für 180 Kilometer unterwegs gewesen. Er wird das Rennen später unangefochten gewinnen. Michael Busse schafft die Strecke in fünf Stunden und drei Minuten. Das sind starke 36 Kilometer pro Stunde. Danach fliegt er förmlich durch die Wechselzone. Innerhalb nur einer Minute ist das Rad am Ständer aufgestellt, die Laufschuhe an den Füssen und schon sprintet der Modellathlet in Richtung Marathon. Durch den Blitzwechsel lässt er wiederum einige Konkurrenten hinter sich.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

Durchfahrt an der Landiwiese

Für den Marathon habe ich mir einiges vorgenommen, hatte er in der Woche vor dem Rennen angekündigt. Was das bedeutet wird in den nächsten Minuten klar. Am ersten Kilometerschild hatte ich 4:04 Minuten auf der Uhr und meine Beine fühlten sich super an. Und Michael hält das Tempo so hoch wie nie zuvor. Aus dem Medienzentrum werden 41:53 Minuten für die ersten zehn Kilometer gemeldet. Von Platz 261 (73 in seiner Klasse) nach dem Radfahren ist er inzwischen auf Platz 200 (56) vorgerückt. Nach der ersten Laufrunde hab ich kurz hochgerechnet und zum ersten Mal realisiert, dass das eine Traumzeit geben kann, schwärmt er später im Ziel.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

Michael am Wendepunkt

Doch noch liegen mehr als 30 Kilometer vor dem 32-jährigen. Michael fliegt jetzt förmlich durch das Läuferfeld. Bei Halbmarathon liegt er auf Platz 127 (21). Bei Kilometer 30 auf Platz 85 (18). Dann werden auch ihm die Beine schwer. Ich habe mir ständig Energiegels und Wasser reingeschüttet. Und gekämpft, damit das Tempo hoch bleibt. Die zweite Hälfte des Marathons läuft Michael in 1:39h. Nur 17 der 2500 Triathleten werden an diesem Tag unter seiner Laufzeit von 3:02 Stunden bleiben. Darunter nur sechs Profis.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

Michael fliegt dem Ziel entgegen

Kurz nach vier Uhr am Nachmittag, nach neun Stunden und 18 Minuten biegt Michael Busse auf die Zielgerade ein. Seine bisherige Bestzeit hat er um mehr als eine Stunde unterboten. Da habe ich schon mit einem Auge auf einen Startplatz auf Hawaii geschielt, schmunzelt er später. Überglücklich wird er im Ziel als 66. (21) umjubelt. Für den Traum von Hawaii fehlen zum Schluss nur winzige drei Minuten.

Das war ein Tag ohne Probleme, einfach perfekt. So fasst Michael gut neun Stunden harten Wettkampf nach seiner Rückkehr aus der Schweiz zusammen. Dass er den Traum von der Weltmeisterschaft auf Hawaii trotz Verbesserung um über eine Stunde noch einmal zurückstellen muss, das wird in ein paar Tagen vergessen sein, blickt der 32-jährige Reiskirchener in die Zukunft.

Michael Busse vom WSF Zweibrücken erfolgreich beim Ironman Zürich 2009

nach dem Rennen

Wir gratulieren Michael zu diesem Spitzenrennen und starken Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit! Vielen Dank auch an Rainer für den tollen Support und dem tollen Bericht!

Glückwunsch an Dirk Neumann von der Triathlonschule, der durch eine Blockade im Lendenwirbel bei Ironman Lanzarote nach dem Rad austteigen musste und jetzt in Zürich erfolgreich gefinisht hat!

Quelle: http://www.fh-kl.de/~lili/100-kilometer/100-kilometer.de/Rainer/Eintrage/2009/7/12_3_Minuten_zur_Ewigkeit.html

Tino Kässner unterwegs von Murnau nach Riva del Garda

Tino Kässner ohne Stop von Murnau bis zum Gardasee
Murnau Westried um 04:45Uhr, es ist noch dunkel und es sollte der Tag der größten Herausforderung in meiner bisherigen Radkarriere sein. Es war geplant der direkte Weg über die Alpen an den Gardasee, seit Jahren schon ein Traum von mir. Am Mittwoch den 08.07.2009 ging es los. Pünktlich um 04:30Uhr war Christian Kuhlmann mein Sportmanager da, Ersatzmaterial und Wechselbekleidung einpacken und die Tour konnte beginnen. Das Wetter meinte es gut mit mir, es war endlich mal wieder trocken. Ich fühlte mich gut auf dem Rad und kam sehr gut voran, Mittenwald km 52 um 06:40 Uhr, Innsbruck km 100 um 08:45 Uhr.

Jetzt begann der lange Anstieg zum Brennerpass. Um 10:26 Uhr war ich am höchsten Punkt der Tour bei km 137. Mir ging es gut, mein Stumpf, mein wunder Punkt, machte keine Probleme. Aber nun folgte eine lange Abfahrt. Brixen war schnell erreicht, da habe ich eine kurze Mittagpause eingelegt. Den Ortseingang von Bozen bei km 229 habe ich um 13:50 Uhr passiert. Hier war es schwierig den richtigen Weg durch Bozen zu finden. Auf den Radwegen fehlten die Hinweisschilder ober der Radweg endete und ich stand an einer Straße die für Radfahrer gesperrt war. Aber ich habe mich irgendwie durch gefitzt. Die selbe Situation hatte ich noch in Trento.

Das Wetter hatte sich auch immer mehr gebessert, wir hatten jetzt angenehme sonnige 30 Grad. Nach Trento kam dann doch der gefürchtete Wind vom Meer das Tal hoch und ich hatte ganz schön zu kämpfen, ich war froh wenn ich noch 20 km/h auf dem Tacho stehen hatte. Nach einer letzten kurzen Pause in Roveretto um 17:30 Uhr hatte ich noch 20 km vor mir und einen kurzen Anstieg über den Pass de Giovanni. Dann der Blick auf den Gardasee der in der Sonne in einem Türkis schimmerte, jetzt war mir bewusst, ich habe es geschafft.

Tino Kässner am Ziel - Tour ohne Stop von Murnau zum Gardasee

Um 18:25 Uhr empfing mich Christian, der mich auf der Tour super bereut hat, am Ortschild von Riva del Garda. Für mich ein klasse Gefühl es wirklich geschafft zu haben. Die nackten Zahlen, Reine Fahrzeit 11:32h, gefahrene Kilometer 325 und 2180 Höhenmeter.

Glückwunsch an Tino für diese tolle Leistung und an Christian für die tolle Betreuung!

Caritas – Ironman Jörg Panter – Mit Muskeln Spenden sammeln

Laufend Gutes tun: Jörg Panter (43), seit 2002 Mitarbeiter des Caritasverbandes Schaumberg-Blies, meint dies wörtlich. Der engagierte Sozialarbeiter packt dort an, wo Menschen in Notlagen Hilfe brauchen: Arme Familien, für die er maßgeblich als damaliger Stadtteilmanager am Aufbau der ersten ökumenischen Tafel im Bistum Trier in Neunkirchen beteiligt war. Drogenabhängige, für die er 2007 das neue Caritasprojekt BioLog aus der Taufe gehoben hat. Mit seiner Teilnahme an der Ironman Weltmeisterschaft im Oktober 2009 auf Hawaii verbindet der sympathische, bescheidene Caritasmitarbeiter sportliche Leidenschaft und soziales Engagement: Triathlet Panter wirbt als Ironman dafür, die beiden Caritas-Suchtprojekte BioLog in Trägerschaft des Caritasverbandes Schaumberg-Blies und den Kontaktladen des Zentrums für ambulante Suchtkrankenhilfe ZaS des Caritasverbandes Koblenz durch Spenden zu unterstützen.

Spendenaktion Jörg Panter - Caritas

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Der Benefizlauf von Jörg Panter wird von Sponsoren unterstützt.

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Gegen Vorurteile laufen

Ich möchte durch meine sportliche Leistung auf die Situation von suchtkranken Menschen aufmerksam machen, die soziale Unterstützung brauchen, um einen Weg zurück in die Gesellschaft zu finden, sagt Panter. Warum gerade Suchtkranke? Der Kontakt mit Andreas Niedrig, der seine Drogensucht überwand und heute selbst Ausnahme-Triathlet ist, brachte ihn auf diese Idee. Panter möchte darüber hinaus gegen Vorurteile antreten, mit denen Suchtkranke kämpfen müssen: Es ist in unserer Gesellschaft sehr schwierig, für diese Menschen Spenden zu akquirieren, da Viele die Meinung vertreten, Suchtkranke seien an ihrer Notlage selbst schuld, sagt Panter. Auch die aktuelle Caritas-Kampagne Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft hat ihn inspiriert, auch seine sportlichen Aktivitäten für Menschen am Rande zu nutzen. Zwar finden Triathlon-Wettkämpfe längst nicht die Bedeutung in  den Medien wie populäre Sportarten wie Fußball, aber dem Saarländer auf Hawaii dürfte die uneingeschränkte Aufmerksamkeit seiner vielen Klienten und Kollegen und Bekannten sicher sein.

Herausforderung reizt

Jörg Panter Spendenaktion!

Jörg Panter bei den Vorbereitungen

Was treibt ihn an, solch außergewöhnliche Leistungen anzustreben, die nur auf der Basis harten, disziplinierten Trainings zu schaffen sind? Es ist die Herausforderung, die mich reizt, sagt er. Er kam in mehreren Stufen zum Triathlon: Zunächst über Laufen, dann ausdauerndes Rennradfahren, schließlich noch Schwimmen. Mit der WM-Teilnahme hat er jetzt einen Traum verwirklicht. Eine Zeit von rund zehn Stunden wäre für ihn ein tolles Ergebnis, aber er kennt auch die Tücken eines Ironman auf der Pazifikinsel: Hoffentlich bleibe ich von schwerer Strömung im Meer und dem berüchtigten Sturm auf der Vulkanstrecke verschont, hofft er.

25 Stunden Training pro Woche

Panter ist seit Ende Juni in der heißen Phase seiner WM-Vorbereitung. Konkret bedeutet dies: Rund 25 Stunden Trainingseinheiten, während der ganzen Woche. Die meiste Zeit nimmt das Radtraining ein, so wie auch im Wettkampf des Ironman das Radrennen mit fünf bis sechs Stunden der zeitintensivste Teil ist. Eine kluge Organisation steht dahinter, sonst wäre dieses Pensum kaum zu schaffen. Und natürlich geht es nur, weil meine Familie mein Hobby unterstützt, erzählt Panter. Da müssen seine Kinder Greta (8) und Henri (5) schon mal länger auf den Papa warten, bis er nach Hause kommt. Dabei ergänzt Panter seinen sozialen Einsatz noch durch weiteres Engagement: Gut fünfmal ist er im Schuljahr als Schülerlotse unterwegs, und auch als Vorsitzender des Elternausschusses der Kita Neunkirchen-Furpach gibt es, Termine abzuarbeiten.

Soziale Netzwerke knüpfen

Die Entwicklung sozialer Projekt in der Hüttenstadt Neunkirchen, die nach dem Ende der Stahlwerkes von einer hohen Armutsquote geprägt ist, ist eine von Panters Aufgaben beim  Caritasverband. Hier gilt es vor allem, soziale Netzwerke zu knüpfen, kommunikativ auf Kooperationspartner zuzugehen und trotz enger finanzieller Rahmenbedingungen kreative neue Hilfeangebote aufzubauen. Diese Kontakte mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, oft sogar in existenziellen Notlagen sind, tragen dazu bei, dass der erfolgreiche Hochleistungssportler nicht die Bodenhaftung verliert: Ich werde selbst nach Rieserfolgen wie zum Beispiel meiner Qualifikation für den Ironman ganz schnell wieder auf den Boden zurückgeholt und an die wirklich wichtigen Dinge im Leben erinnert, meint Panter. Seine Spendenaktion ist ein Beitrag dazu, noch mehr für Menschen am Rande zu engagieren.

Info Ironman 2009

Der Iron Man 2009 findet am 10. Oktober  in Kona auf Hawaii statt. Die Disziplinen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer laufen (Marathon).

Die Spenden-Projekte

BioLog – Caritasverband Schaumberg-Blies e.V.

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Benefiz für suchtkranke Menschen: Projekt BioLog

Mit dem neuen Projekt BioLoG sollen Biobauernhoffamilien als Gastfamilien gewonnen werden, um Substituierte (Drogenabhängige werden unter ärztlicher Kontrolle mit einem Ersatzstoff, oft Methadon, substituiert) aufzunehmen. Damit soll das Motto Leben ohne Gift  sich im ganzheitlichen Sinn wie ein roter Faden durch den Ausstiegsprozess vom Substitutionsmittel ziehen.

Kontaktladen des Zentrums  für ambulante Suchtkrankenhilfe (ZaS) €“ Caritasverband Koblenz e.V.

>> Download

Benefiz für suchtkranke Menschen: Spendenprojekt Kontaktladen Koblenz

Der Kontaktladen in Koblenz ist ein Angebot für schwer erreichbare Drogenabhängige, die durch das Angebot der Beratungsstelle nicht erreicht werden. Die meisten Ratsuchenden leben zum Beispiel in einer akuten Krise sind wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht oder warten auf den Beginn einer stationären Therapie. Ziel des Kontaktladens ist es, dieser Zielgruppe eine unbürokratische Kontaktaufnahme mit den Mitarbeitern des ZaS zu ermöglichen.

Bilder und Quelle: http://www.dicvtrier.caritas.de/61216.html

Wussten Sie schon das Michele Barton Vitargo nutzt?

Trail Magazin 7 jetzt online!

In der aktuellen Ausgabe Nr. 7 des Trail-Magazins erzählt die erfolgreichste Ultratrailläuferin Michelle Barton warum Sie den Trailsport so liebt und worauf es beim Traillauf ankommt. Als Wettkampfgetränk nutzt Sie GENr8. GENr8 nutzt Vitargo als den Hauptbestandteil Ihrer Getränke. Mehr Informationen finden Sie hier:

Michelle Barton
Bildquelle und mehr Informationen finden Sie hier:
http://www.genr8speed.com/

Weitere Themen des Trail Magazin 7 sind:

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Themen im Überblick
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+Marco Olmo Interview
+Atacama Crossing
+Marathon des Sables Report
+Pimp my Feierabendlauf Report
+Corsica Raid Adventure Race
+Frauen-Trailschuhe
+Fotostory “Ein worldwide Ding!”
+Ultratrail Abbotsway in Italien

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Ausblick auf Magazin 8

TRAIL #8 ist ab dem 8. August online. Kostenlos mit tollen Features und Themen:
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–TRAIL WM in Frankreich
–GRIPMASTER und die wilden Trails in Kroatien
–CASUAL WEAR das tragen Trail Runner vor -und nach dem Laufen
–CHIEMGAU 100 der härteste Traillauf der Republik
–KANADA der Juan de Fuca Trail
–FOTOKUNST Finisherfotos aus der Hasselblad
–LAUFRUCKSÄCKE wir zeigen die was können
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Lesen Sie das beeindruckende Fanzine mit tollen Bildern und beeindruckenden Geschichten: Es lohnt sich und macht Lust auf Mehr!

Mehr Informationen und Quelle:
http://web.mac.com/trailmagazin/TRAIL_Magazin/Willkommen.html

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